Westliche Verlogenheit (Allgemeines Forum)

Re 8/12, Winterthur, Mittwoch, 25.12.2019, 15:57 (vor 2297 Tagen) @ Sören Heise

Korrekt. Ich erinnere mich an entsprechende Bilder in der Zeitung.

Wie auch immer man das rückblickend bewerten mag ...

Der Pariser Vorort ist mir ein Begriff, das Massaker von Račak war mir hingegen neu.

Es ging mir im einen wie im anderen Fall um gewisse Begleitumstände und Hintergründe, auf die ich auch erst nachträglich aufmerksam (gemacht) wurde.

Wie so oft wird ein Außenstehender nie erfahren, was genau vorgegangen ist.

Ganz genau sicher nicht. Aber die gewiss nicht besonders serbienfreundliche Darstellung der erwähnten Konferenz in Wikipedia erlaubt schon eine grobe Einordnung - mit den Worten von Kollege Alibizugpaar vielleicht etwa so: "eine einzige zentral gelenkte konzertierte Aktion. Nach dem Drehbuch eines schlechten Films, durchschaubar von A bis Z" - und doch gerade raffiniert genug, dass meine eigene Wenigkeit zum Zeitpunkt des Geschehens überhaupt nichts durchschaute^^

Es ändert aber letztendlich nichts an der Sache, dass es auf der Krim ruhig war und die ausländischen Truppen "nur so" einmarschiert sind.

Turning point war aber eben nicht der Truppeneinmarsch, sondern das Referendum. Und die Frage, wie dessen Legitimität zu bewerten ist bzw. in anderen, mehr oder weniger ähnlichen Fällen (Slowenien, Kroatien, Katalonien) zu bewerten war oder gewesen wäre, führt in heikle völkerrechtliche Abwägungen. Hält man sich so konsequent ans Völkerrecht, wie es die Putin-Kritiker in der Krimfrage tun, dann müsste eines ebenfalls völlig klar sein: Die Zerschlagung des anerkannten Staates Jugoslawien durch die übereilte Anerkennung Sloweniens und Kroatiens war ein flagranter Verstoss gegen das Völkerrecht! Und das eben erst wiedervereinigte Deutschland spielte dabei eine besonders fragwürdige Rolle.

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