Einmal Königssee und zurück [m.v.B.] (1/2) (Reiseberichte)
Guten Abend zusammen,
vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an meine Frage, ob der "inoffizielle Anschluss" zwischen München-Nürnberg-Express und Meridian in München Hbf realistisch ist und daran, dass mein erster Versuch, diese Frage in der Praxis zu beantworten, an verzögert beendeten Bauarbeiten in Forchheim und einer daraus resultierenden Verspätung von 90min gescheitert ist.
Nun, am vergangenen Sonntag gab sich die Gelegenheit, einen Zweitversuch zu starten. Wie versprochen gibt's davon einen kleinen Reisebericht, ich habe mich bemüht, hauptsächlich Bilder mit Bahnbezug einzustellen :)
Los ging es um 4.38 Uhr mit dem ersten RE des Tages von Bamberg nach Nürnberg Hbf, dieser Zug war aus 2x BR442 gebildet und wider Erwarten sogar recht gut gefüllt. Mit 4min Verspätung setzte sich der Zug in Bewegung und holte diese Verspätung bis Nürnberg Hbf auch nicht wirklich auf - aber immerhin fuhr er bis dort..
Der größte "Nerv-Faktor" auf dieser Verbindung war der rund 50-minütige Aufenthalt in Nürnberg Hbf bis zur Abfahrt des München-Nürnberg-Express um 6.09h (1 Minute später als im alten Fahrplan bei 3 Minuten früherer Ankunft in München)
Etwa 30min vor Abfahrt bot der Zugzielanzeiger ein eher unliebsames Bild: Veranschlagt waren 10min Verspätung wegen verspäteter Bereitstellung (wie von Blaschke prophezeit...) und angesichts der Tatsache, dass z.B. der RE nach Würzburg aus dem gleichen Grund mittlerweile schon +30 hatte, ahnte ich nichts Gutes. Umso erstaunter war ich dann doch, als 101 002-4 gegen 5.58 Uhr ihren RE/IC-Verschnitt in den Bahnhof schob. Nachdem der Tf vom Steuerwagen zur Lok gelaufen und auch das Zugpersonal eingetroffen war, ging es tatsächlich mit nur einer Minute Verspätung in Nürnberg los - übrigens: Wer hat diese schrecklichen "Google-Übersetzer" Abfahrtsansagen ("An Gleis XX, bitte einsteigen...") zu verantworten? Da sollte es doch eigentlich genügend Aufnahmen mit richtigen Sprechern geben...
Vom Komfort her bleibt der MüNüX ungeschlagen - am Zuganfang war sogar ein Wagen mit dem IC-Soft-Mod (neu überzogene Sitze und renovierte WC) eingereiht.
Es lief wirklich flüssig, keine längeren Aufenthalte, keine Langsamfahrten. Ingolstadt Nord wurde mit -3 erreicht, Ingolstadt Hbf, der für Überholungen berüchtigte Bahnhof, ebenfalls pünktlich verlassen. Auf ungeklärte Weise wurden bis Pfaffenhofen +2 aufgebaut, die auch im weiteren Verlauf nicht aufgeholt, aber zumindest auch nicht erhöht wurden. So erreichte der übrigens sehr sehr schwach ausgelastete Zug um 7.49h München Hbf (im alten Fahrplan wäre das -1 gewesen, bis 14.12. war die Planankunft um 7.50h)
Nach einem Beweisbild von 101 002-4 ging es schnellen Schrittes nach "München Hbf Gleis 5-10", wobei ich die Distanz wirklich unterschätzt hatte, man muss sich schon ranhalten, um den Anschluss zu schaffen. Eingestiegen in den Meridian in Form einer Doppeltraktion Flirt 3 (werden da eigentlich auf beiden Seiten die Türen freigegeben? Gleis 10 hat ja 2 Kanten, aber ich habe nicht darauf geachtet) ging es pünktlich los in Richtung Salzburg.
Ohne besondere Vorkommnisse erreichte man pünktlich den Bahnhof Freilassing, wo sogleich die aus Straßwalchen kommenden BLB in Form eines 3teiligen Flirt eingefahren kam.
Mit mäßiger Auslastung ging es pünktlich in Richtung Berchtesgaden los, wobei die Strecke ab Bad Reichenhall schon sehr viel Nebenbahn-Flair bietet: zahlreiche unbeschrankte BÜ, vor denen fast auf Schrittgeschwindigkeit abgebremst wird und viele Pfeiftafeln bescheren pure Eisenbahnromantik, die lediglich davon getrübt wird, dass das Fahrzeug für die Strecke viel zu modern wirkt :)
Pünktlich um 10.28 Uhr erreichte der Zug den doch sehr renovierungsbedürftigen Berchtesgaden Hbf. Dort war Zeit für einen kurzen Bummel durch die Altstadt, ehe ebenfalls pünktlich um 11.07 Uhr ein Setra S 415 NF der DB Oberbayernbus als Linie 841 mit Fahrtziel Königssee die Haltestelle "Berchtesgaden, Zentrum" erreichte. Nach etwa 20min Fahrt war man dann auch schon gegen 11.26 Uhr am Königssee angekommen.
In Hast und Eile, um den eng gestrickten Zeitplan zu halten, ging es an der Schiffsanlegestelle vorbei leicht bergauf zum Aussichtspunkt Malerwinkel, der offenbar saisonunabhängig von Touristen besonders aus Fernost überlaufen scheint. Meine Empfehlung: Wer einigermaßen gut zu Fuß ist, erreicht in 20-30min den deutlich schöneren und vor allem ruhigeren Aussichtspunkt Rabenwand. Nach etwa 10min auf einem gut ausgebauten Weg zweigt rechter Hand ein kleiner Pfad ab, der sich nach wenigen hundert Metern zu einem etwas holprigen Steig wandelt, welcher wiederum nach etwa 5-10min am Aussichtspunkt Rabenwand endet. Hier bietet sich ein einzigartiges Panorama auf den Königssee:
Nach einer kurzen Pause stieg man auf dem gleichen Weg wieder bis zur Abzweigung ab, um sodann dem "Malerwinkel-Rundweg" weiter in Richtung Jennerbahn Talstation zu folgen. Nach etwa 10min erreichte man diese und wenige Minuten später kam ebenso pünktlich wie alle anderen Verkehrsmittel an diesem Tag um 12.28 Uhr ein MAN Lions'City der DB Oberbayernbus als Linie 841 für den Rückweg nach Berchtesgaden angefahren (ja richtig, ich bin den Rundweg Königssee-Malerwinkel-Rabenwand-Jennerbahn in unter 60min gelaufen - sportlich, aber machbar).
Mittlerweile war es 12.45 Uhr und der nächste Teil der Tour sollte um 13.55 Uhr starten, so ging es nochmal kurz auf den Berchtesgadener Weihnachtsmarkt, der jedoch hoffnungslos von Touristen aus nah und fern überlaufen war. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt stand am Bahnhofsvorplatz/ZOB schon ein Setra S 415 UL von Schwaiger Reisen für DB Oberbayernbus zur Fahrt nach Ramsau/Hintersee bereit. Wie sollte man es anders erwarten - pünktlich um 13.55 Uhr setzte sich der nur sehr sehr schwach ausgelastete Bus in Bewegung und fuhr ohne weitere Ein- und Aussteiger durch bis Ramsau, Kirche - hier stiegen meine beiden Mitfahrer aus, ich sollte später an gleicher Stelle wieder in den gleichen Bus einsteigen :)
Der Fahrplan war sehr entspannt, immer wieder fuhr der Fahrer Haltestellen für eine einminütige Pause an, um den Fahrplan abzuwarten. So erreichten wir letztlich eine Minute vor Plan um 14.14 Uhr die Haltestelle "Hintersee, Zauberwald". Nun begann der sportlichste Teil: in 42min galt es, einmal kurz zum See und dann auf schnellstem Wege zur Ramsauer Kirche zu laufen.
Gesagt, getan: Nach nur einer Minute wirklich sehr strammen Fußmarschs war das Ufer des malerischen Hintersees erreicht:
Viel Zeit für landschaftlichen Genuss blieb nicht, sogleich machte ich mich auf den Rückweg über den leicht vereisten, aber gut gestreuten Weg zurück in Richtung der Bushaltestelle und zweigte kurz vor Erreichen ebendieser linker Hand in den "Zauberwald" ab. Zu meinem Erstaunen wurde der Weg dort komplett freigeräumt, sodass ich durch "schnelles Gehen" gut vorangekommen bin.
PS: hier übrigens das Bild der Ramsauer Pfarrkirche, der Bilderupload und ich werden wahrscheinlich nie gute Freunde...
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gesamter Thread:
- Einmal Königssee und zurück [m.v.B.] (1/2) -
VT642,
18.12.2019, 18:57
- Einmal Königssee und zurück [m.v.B.] (2/2) - VT642, 18.12.2019, 18:58
- Top endgeil! - Blaschke, 18.12.2019, 21:56
- ? Bpmz - 611 040, 18.12.2019, 22:59
- Vielen Dank ! - Garfield_1905, 19.12.2019, 00:32
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