Flugzeug, PkW und Bahn... (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 18.12.2019, 14:00 (vor 2310 Tagen) @ bendo

Oscar (NL):

... dann ist es klar, dass der Normalbürger am liebsten seine Reise "the all-American way" macht:

a. mit dem Auto zum Flughafen fahren;
b. die Langstrecke fliegen;
c. am Zielflughafen ein Auto mieten.

bendo:

Warum nicht dieselbe Vorgehensweise bei einer Bahnreise machen!? D.h. Mit dem Auto zum FV-Zug der die geeignete Verbindung fährt?

Zum Teil wird das schon gemacht. Es gibt Parkplätze bei allen Bahnhöfen und bei den grossen Fernbahnhöfen kann man ein Auto mieten. Bei uns ist das Greenwheels, in Deutschland DB Carsharing. Und wenn Jean-Pierre aus der Midi mit seinem Renault nach etwa Valence TGV fährt und ab dort seine Reise nach Paris fortsetzt, hat er in Paris die Wahl aus RER, RATP, usw.

Gefühlsmäßig ist eine Kombination aus PkW und Bahn nicht stark vertreten/akzeptiert.

Das hat auch damit zu tun, dass vor allem in Deutschland die Bahn vor allem in den Innenstädten halten muss. Teilweise zurecht, weil das die Stärke der Bahn ist und weil dort das grosse Geschäft stattfindet (Shoppingmalls, Büroblocks, Messegebäude). Aber leider auch genau dort, wo man mit dem Auto nicht leicht hinkommt.
Ich weiss nicht wie das in Deutschland geht, aber zumindest bei uns in Eindhoven gehen immer mehr Stimmen auf um den Innenstadtring komplett autofrei zu machen (ausgenommen Einwohner und Lieferanten). Nein, "Elektrifizierung" des Wagenparks sei eine unvollständige Lösung; die Blechparade muss weg.
Somit wird das obengenannte abc-Verfahren mit einer Etappe erweitert, oder gleich auch zwei:

a. mit dem Auto zum Transferium fahren
b. mit dem Bus von Transferium zum Bahnhof fahren
c. Bahnreise, ggf. mit Umstieg(en)
d. ab Zielbahnhof zum Zielort (ggf. mit einem weiteren Umstieg in einem weiteren Transferium auf z.B. ein Mietwagen)

Hinweise:

- das bei a. genannte Transferium muss noch gebaut werden;
- die bei b. genannten zusätzlichen Busse müssen noch bestellt werden.

Gäbe es in Deutschland Bahnhöfe wie in Frankreich Le Creusot TGV (meinetwegen "Walsrode ICE" an einer noch zu bauen Rennbahn Hannover-Hamburg), dann könnte man das obengenannte abc-Verfahren praktisieren.
In China scheint das Verfahren recht gut zu funktionieren; so entstand bei Rennbahnhof Beijing Süd eine neue Stadt mit Wohnblocks, Büroblocks, Shoppingmalls usw.
In Deutschland funktioniert das Verfahren eher weniger; ich sehe zumindest keine hohe Konzentration an Neubauten in Montabaur und "Limburg ICE".

Was auch eine Rolle spielen kann: in China ist die Reisegeschwindigkeit der (Renn)Bahn höher als in Deutschland. Dort lohnt es, genauso wie in Frankreich, das Auto stehen zu lassen und die Reise mit der Bahn fortzusetzen. In Deutschland kann man dank limitfreier Autobahnen auch mit Mercedes & Co recht hohe vdurch erreichen. Zumindest konkurrierend mit denen der Bahn.
Auch bei uns ist die Bahn dafür zu langsam; Jan kann in derselben Zeit genauso gut direkt mit seinem Auto zum Zielort fahren; sogar beim stickstoffkrisenbedingten Tempo 100. Zumindest, wenn keine Staus stehen (oder, wie heute, Baumaschinen- und Treckerparaden stattfinden).

Nicht nur hier warb ich für diese Kombination...

Nachteil ist aber, dass so ein Bahnhof wie "Walsrode ICE" den örtlichen ÖPNV kannibalisiert.
Otto, der zuvor mit Bus & Bahn zum Innenstadtbahnhof reiste, fährt dann mit einem Elektromobil nach "Walsrode ICE". Ob ein Dieselbus umweltfrendlicher ist als ein Elektromobil sei dahingestellt; sicher ist aber, dass weniger Leute die "Öffis" benutzen. Und dann ist auch die Frage, ob 2000 Elektromobile umweltfreundlicher sind als 1000 Fossilautos.


gruß,

Oscar (NL).

--
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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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