Im ICE auf eine Currywurst nach St. Pölten (mit 9 Bildern) (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 22.09.2019, 22:46 (vor 2373 Tagen)
bearbeitet von J-C, Sonntag, 22.09.2019, 22:49

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Es war schon paar Jahre her, dass man das letzte Mal regulär sowas vom ICE aus sehen würde...

...aber wieso saß ich da, im ICE 90?

Nun, es war Mittag, ich suchte nach einem Restaurant, um Mittag zu essen. Eigentlich nach irgendwas brauchbarem. Ich beschloss, die nächste U-Bahn zu nehmen und kam mit einem Umstieg in Wien Meidling an. Ich hatte eigentlich selbst keine Ahnung, was ich wollte, ich wollte einfach mal was anderes als sonst. Ich hab mich im Bahnhof angeschaut, was es so gibt. Doch gab es nur einen Imbiss und das Angebot sagte mir grade nicht zu.

Dabei bemerkte ich, wie über eine Umleitung der Züge auf der Weststrecke zwischen Wien Meidling und Tullnerfeld angesagt wurde. Wegen einer Oberleitungsstörung. Nanu dachte ich mir, Umleitung? Das könnte ich mir doch mal anschauen. Es war etwa 13:15. Noch unsicher, ob ich es tat, fiel mir der ICE 90 nach Hamburg Altona ins Auge. Dank der Umleitung könnte ein Mittagessen bis St. Pölten sich doch gant gut ausgehen. Und ich kann mal wieder den ICE nehmen.

Außerdem kann ich mal wieder kurz in St. Pölten vorbeischauen, ist ja ein schönes Städtchen.

Also Fahrkarte gekauft und in den Zug - Triebfahrzeug "Rödental" eingestiegen - und zwar direkt ins gut besuchte Bordrestaurant.

Direkt nach Abfahrt wurde ich von einer automatischen Ansage durch die ÖBB überrascht. Mit dem Gong, den man bei Störungsansagen der ÖBB hört, meldete sich die digitalisierte Chris Lohner, um die Fahrgäste über die Störung zu informieren. Ich war durchaus entzückt. Sowas hatte ich gar nicht erwartet. Man wurde über Hütteldorf umgeleitet, was einerseits langsam ist und andererseits teilweise eingleisig läuft. Hat schon Charme, durch die äußeren Bezirke von Wien mit dem ICE zu fahren. Wenngleich es eher kurz war.

Ich wollte jedenfalls endlich die hier berühmte Currywurst ausprobieren, also bestellte ich eine solche, ohne etwa noch auf die Speisekarte zu schauen.

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Und auch bekam ich sie. Das Design der Teller kenne ich übrigens auch vom Pasta&Café by Interspar in Wien Mitte. Ansonsten muss ich sagen, in Ambiente hat der ICE-T der DB durchaus seinen chic. Weder bei den ÖBB, noch bei der PKP kriegt man eine ähnliche Atmosphäre zustande. Und ehrlich gesagt, bei den neuen Speisewagen der ČD etwa beim Metropolitan ist es auch sehr trist. Also ja, ich glaube, wenn es so weiter geht, verliebe ich mich noch in DB Fernverkehr :'D
Überrascht war ich dann, dass man für die Currywurst am Ende den selben Preis zahlte wie bei manch einem Imbiss: 4,50€. Echt, ich bin vom Preisniveau der DB im Speisewagen angenehm überrascht. Es wäre schön, wenn man möglichst bald auf die bei allen anderem Bahnen bereits angewandte Akzeptanz von Debitkarten und ApplePay setzen würde, aber ich finde, dass die DB hier wirklich ein Lob verdient hat.

Verbesserungswürdig war hingegen die Klimaanlage im benachbarten Abteil der zweiten Klasse. Es könnte dezent kühler sein. Doch konnte ich doch den recht kurzen Rest der Fahrt dann recht komfortabel verbringen. Mir gefällt es, wie die Züge so mühelos mit bis zu 230 durchzubrettern. Das hat Klasse, das macht Spaß.

Jedenfalls kommt man an. Die ÖBB prophezeiten bis zu 15 Minuten Verspätung, tatsächlich kam man 7 Minuten verspätet an. Man kam also gut weg.

Mir gelang noch ein Foto am Bahnhof...
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...ehe der Zug weiter nach Hamburg Altona fährt. Heh, irgendwie lustig mit dem Zug gefahren zu sein, an dessen Ziel man 18 Jahre lang lebte...

Ich beschloss, mal kurz mir das eher heute eher schwach frequentierte St. Palmen...

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...pardon, St. Pölten anzuschauen.

Auf dem Weg traf ich auf 2 Jungs, die neben 'nem Hummer posierten:

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Ich gebe zu, ich kenne mich darin nicht so gut aus, aber ist es wahrscheinlich, dass man an einem Fluss wie die Traisen, die durch die Stadt fließt, einen Hummer findet...?

Naja, ich schlendere noch mal gemütlich durch die Stadt, bis ich plötzlich mich wieder bei besagter Statue unweit des Bahnhofs wiederfand. Ich beschloss, den ICE 23 zu erwischen, der in 7 Minuten abfahren würde. Das war völlig gemütlich.

Am Bahnsteig kam ich gerade um 14:13 an. Der ICE steht schon anscheinend verfrüht da, Abfahrt 14:16. Wieder ging es in den Speisewagen. Ich beschloss noch einen Flammkuchen und ein Bier zu bestellen. Keine falsche Wahl. Jetzt ist man definitiv satt und hat nach dem ersten eher mäßigen Versuch im EC nun endlich ein gescheites deutsches Bier genießen können.

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Im Gegensatz zu den ÖBB kriegt man bei der DB ja das Bier vom Fass. Und es hat gemundet.

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Der Flammkuchen war klein, aber fein.

Nach vollendeten Tatsachen nebst Bezahlung ging es dann an einen Platz, dieses Mal lief die Klimaanlage genau so, wie es meinem Geschmack entsprach. Ich beschloss, ganz ohne Hemmungen den elitären BahnComfort-Bereich zu entern.

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Ich werde wohl nie die Ehre erlangen, einen solchen Platz tatsächlich als BahnComfort-Kunde einnehmen zu können...

Ich kam noch auf die Idee, an der Umfrage zum Komfort im Zug teilzunehmen. Wenngleich ich Zweifel habe, dass die Bahn viel Nutzen von meiner Teilnahme hat, hatte ja nix zu beanstanden. Hatte wenigstens etwas Beschäftigung selbst nachdem ich den Zug verließ und dieser abfuhr.

Dieser kleine Ausflug in die fabelhafte der Deutschen Bahn endete dann auch, war mal schön, wieder im ICE gewesen zu sein. Ich kam dann wieder nach Hause...

...wobei ich auf diesem Weg ein von einem "Artisten" sinnvoll ergänztes Kunstwerk erblickte...

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Gut, dass ich mich damit nicht befassen kann/muss.

Und damit liebe Grüße aus Wien.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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