Wasserbus und Roter Brummer – Schwarzwald-Rundfahrt Teil 3 (Reiseberichte)

TD, Donnerstag, 08.08.2019, 12:25 (vor 2420 Tagen) @ TD

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Schließlich geht es mit dem Zug weiter, der Bahnhof von Alpirsbach ist ein Kreuzungsbahnhof. Alpirsbach liegt etwa auf halber Höhe zwischen Hausach und Freudenstadt. Bis zum Endbahnhof geht es nun weiter bergauf.

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Dieses Bild entstand bei der Fahrt durch das Zentrum von Alpirsbach...

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...dann geht es durch Tunnel und über Viadukte weiter das Kinzigtal hinauf nach Loßburg und auf das Hochplateau von Freudenstadt.

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In Freudenstadt leert sich der Zug – Endstation. Die Züge der Ortenau-S-Bahn fahren heute durch von Offenburg bzw. aus dem Renchtal bis nach Freudenstadt, früher fand in Hausach der Wechsel von badischem und württembergischem Fahrdienst statt. Kürzlich wurde bekannt, dass das Land Baden-Württemberg im Netz Ortenau, zu dem die Kinzigtalbahn gehört, zukünftig batterie-elektrische Nahverkehrszüge von Siemens einsetzen möchte.

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Wir sind nun am bzw. im Hauptbahnhof von Freudenstadt. An dem Eisenbahnknoten treffen die Strecken aus Eutingen, Hausach und Rastatt aufeinander. In Freudenstadt gibt es mit dem Stadtbahnhof noch einen zweiten, zentrumsnäheren Bahnhof. Da wir Zeit haben, machen wir uns zu Fuß auf den Weg...

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...ins Zentrum. Freudenstadt rühmt sich, den größten umbauten Marktplatz Deutschlands zu haben, er wurde 1599 erbaut und dem Grundriss des Mühlebrettspiels nachempfunden. Der 219 x 216 Meter große Platz sollte eigentlich ein Residenzschloss umgeben, dieses wurde aber schließlich nicht gebaut, so dass die große Freifläche blieb.

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Der Platz zwischen Stadtkirche und Stadthaus wurde zwischenzeitlich mit viel Grün und Wasserspielen aufgewertet und hat nicht den Charakter eines klassischen „Marktplatzes“. Umgeben ist der Marktplatz von Laubengängen.

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In der Nähe der Stadtmitte liegt der Bahnhof Freudenstadt Stadt, er ist der höchstgelegene Bahnhof der Murgtalbahn, die von Rastatt nach Freudenstadt führt. Auf der Strecke verkehrt die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) mit Stadtbahnwagen.

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Wir fahren nun mit der S 8 vom Stadtbahnhof zum Hauptbahnhof, nach dem Fahrtrichtungswechsel dort geht es weiter in Richtung Bondorf. Die Zweisystem-Stadtbahnfahrzeuge verfügen teilweise über ein Regio-Bistro. Wird das Bistro eigentlich noch bewirtschaftet?

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Wir befahren anschließend die Bahnstrecke von Freudenstadt nach Eutingen im Gäu. Die Strecke stellt die Verbindung von Freudenstadt in Richtung Stuttgart her, sie wird auch als „Gäubahn“ bezeichnet und ist eine Zweigstrecke der bekannteren Gäubahn von Stuttgart nach Singen. Die Querverbindung war seit den 1970er-Jahren immer wieder von der Stilllegung bedroht, dann wurde sie jedoch saniert und schließlich auch elektrifiziert. Heute fahren auf der Strecke der RE Freudenstadt-Stuttgart sowie die Stadtbahnen der AVG.
Beim Bau der Bahnstrecke mussten mehrere Täler überwunden werden, dabei entstanden aufwändige Viadukte. Hier fahren wir in 25 Metern Höhe auf dem Ettenbachviadukt durch Wittlensweiler.

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Und hier blicken wir vom Kübelbachviadukt auf die Kirche und die Altstadt von Dornstetten. Die Brücke ist 279 Meter lang und 45 Meter hoch.

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Im weiteren Verlauf ändert sich die Landschaft, die Felseinschnitte und Gesteinsformationen werden weniger und wir erreichen die offene Gäu-Hochfläche.

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In Hochdorf trifft die Bahnstrecke aus Freudenstadt auf die Nagoldtalbahn - ab hier kenne ich die Strecke wieder, denn Horb – Hochdorf - Pforzheim bin ich schon gefahren (z.B. in diesem Reisebericht). Die S 8 fährt von Hochdorf weiter zur Gäubahn Singen-Stuttgart und biegt dort nördlich nach Bondorf ab. Wir wollen aber nach Süden und verlassen deshalb in Hochdorf den Zug.
Hochdorf ist ein Trennungsbahnhof im Grünen, es gibt ein paar Häuser, der namensgebende Ort ist aber anderthalb Kilometer entfernt.

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Mit einem Regioshuttle der DB geht es nun weiter nach Horb, der Zug kommt aus Pforzheim. Die Strecke führt zunächst weiter über die Gäuebene, dann biegt der Zug bei Eutingen südwärts auf die Gäubahn ab und fährt hinab ins Neckartal nach Horb.

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Der Rest ist nun schnell erzählt, ab Horb fahren wir auf der Gäubahn mit einem IC 2 nach Singen. Die Strecke folgt zunächst dem Neckar, dann erreichen wir bei Tuttlingen wieder das Tal der Oberen Donau.

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Ganz nett anzusehen ist immer auch die Altstadt von Engen. In Singen wechseln wir das letzte Mal den Zug und fahren mit dem Seehas-Flirt zurück nach Konstanz. Und damit schließt sich auch der Kreis, den Seehas hatten wir ja ganz zu Beginn auf der Rheinbrücke in Konstanz gesehen.

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So, das war‘s. Ich hoffe, diese kleine Heimatkunde-Tour hat gefallen und lässt sich vielleicht auch einfacher wiederholen* als eine Fernreise – ein Länderticket genügt. Vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen.

*sofern denn nicht gerade Konstanz durch Bauarbeiten von Schwarzwald- und Gäubahn abgehängt ist.

Viele Grüße

Tobias


PS: Meine früheren Bahnreiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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