Liste in Betrieb befindliche Bf mit DDR Reichsbahn Charme (Allgemeines Forum)

ffz, Freitag, 31.05.2019, 20:40 (vor 2511 Tagen)

Hallo,

nach dem ja Köthen ab dem 8.6.19 radikalst verändert wird möchte iche gerne eine Liste der Bahnhöfe zusammen tragen die noch den Charme der DDR Reichsbahn in Betrieb darstellen. Also Forsignale mit dem rot umrandeten Flügel gemischt mit Hl-Signalen und mehreren Stellwerken bezecihnet mit BXX und WXX. Eine Liste der noch in Betrieb befindlichen EZMG-Stellwerke möchte ich auch noch versuchen zusammen zu tragen.

DDR Reichsbahn Charme:

Zeitz mit Gbf und mehreren Stellwerken mit Formsignalen und Hl-Signalen

Zwickau(Sachs)Hbf Formsignale mit Hl-Signalen und mehreren Stellwerken

Großkorbetha vollständig mit Hl-Signalen ausgerüstet

Gößnitz längste Bahnsteige in Deutschland mit DDR Reichsbahn modernisierten Stellwerken(mechanische Stellwerke mit Hl-Signalen) ist akut ESTW gefährdet.

Lobenstein(Thüringen) letzter Bahnhof von DB Netz mit Kreuztafeln und ohne Ausfahrvorsignale.

Blankenstein(Saale) letzter Bahnhof in Thüringen ohne Ausfahrsignale wo der Fdl die Zustimmung zur Ausfahrt per Zp9 gibt.

EZMG(Russische Technik) in Betrieb in Deutschland:

Templin Stadt.

Liste in Betrieb befindliche Bf mit DDR Reichsbahn Charme

Power132, Freitag, 31.05.2019, 20:43 (vor 2511 Tagen) @ ffz
bearbeitet von Power132, Freitag, 31.05.2019, 20:44

Alle Bahnhofe an der KBS 606 (außer Fröttstädt da KS Signale und Hörselgau)

Liste in Betrieb befindliche Bf mit DDR Reichsbahn Charme

EC 178, Freitag, 31.05.2019, 20:46 (vor 2511 Tagen) @ ffz

Hallo.

EZMG (Russische Technik) in Betrieb in Deutschland:

Templin Stadt.

Definitiv nicht. Mal abgesehen davon, daß Templin Stadt nur ein Haltepunkt ist, ist auch Templin "Hbf" nicht mit EZMG ausgerüstet (m. E. nach mechanisch).

Ansonsten klasse Idee so eine Aufstellung mal zu machen. Ich überlege, ob mir was dazu einfällt.

Gruß
EC 178

EZMG. Hl. Und KBS 308.

Sören Heise, Region Hannover, Freitag, 31.05.2019, 21:11 (vor 2511 Tagen) @ ffz

EZMG(Russische Technik) in Betrieb in Deutschland:

Wie erwähnt nicht in Templin. Letzte Bahnhöfe mit EZMG-Signalen sind Nebra und Pretzsch (dort nur Sonderverkehre). Der Status von Veilsdorf ist mir unklar, ich ging bislang von einem Umbau aus. Daneben gibt es noch vereinzelt EZMG-Stellwerke mit Hl-Signalen, sie bei Niels Kunick.

Zu Hl-Signalen gab es kürzlich eine umfangreiche Diskussion bei DSO, wo es weiter drin dann auch um Signalspezialitäten geht.

Und meine Tips für die Liste sind Barleben und Haldensleben, wobei die ganze Strecke zwischen Barleben und Oebisfelde (ausschließlich) nicht uninteressant ist. Ferner Thale. Zeitz wurde genannt, Bernburg ist teilweise modernisiert.

Viele Grüße
Sören

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Das einzige, was Charme hat, ist Signal Hl 9b

Blaschke, Freitag, 31.05.2019, 21:33 (vor 2511 Tagen) @ ffz

Tach.

Im Westen hieß gelb sowas wie ausgebremst.

Und dann zuckele ich ahnungslos durch den wilden Osten im IC durch's Saaletal und die Szene hat sich für die Ewigkeit eingebrannt: ich schaue aus dem Fenster. Wir zockeln auf ein Signal zu. Gelbe waagerechte Leiste unten. Gelb in der Mitte. Oben auch gelb. Blinkend. Überhaupt liebe ich ja blinkende Signale, die haben was mystisches. Jedenfalls seh ich nur Gelb. Nichts anderes. Und ich erwarte eine Reaktion. Aber es passiert: NICHTS! Wir eiern da hinter dem Signal genauso bummelig entlang wie vorher auch. Nicht schneller, nicht langsamer, es geht einfach so weiter.

Das fand ich damals faszinierend. Und heute immer noch.

Ansonsten war es zwar aufregend damals im Reichsbahnland direkt nach der Wende, aber ich weiß nicht, wo das ganze ruinöse, morbide irgendwo "Charme" haben sollte oder gehabt haben sollte.

Einzig genial und imposant war da der Großrusse, wenn er mit dem 14-Wagen-IC von Hannover nach Berlin zuckelte mit Halt in Brandenburg. Im Westen brauchte man für solche Fuhren immer zwei Windmühlen. DAS Erlebnis war der 15-Wagen-IC aus Westerland/Niebüll Samstag mittags im Hochsommer mit 100% Auslastung und 30 Min Verspätung. Und trotzdem gegenüber dem imposanten infernalischen Getöse des Großrussen nur halber Kram.

Okay, das minutenlange Gerumpel über völlig fertige 10 km/h-Weichen hatte auch was. Und der zigfache Start der Lüfter bei der Lady beim Anfahren, was ein Gefühl von "abheben" erzeugte. Oder 63 Min für 32 km von Haldensleben nach Weferlingen in der Blutblase, ohne Fahrgäste aber mit Schaffner.


Schöne Grüße von jörg

Es givt da noch was cooleres: Blaues Licht!

J-C, In meiner Welt, Freitag, 31.05.2019, 21:46 (vor 2511 Tagen) @ Blaschke

In Tschechien haben haltzeigende Rangiersignale ein blaues Licht. Hauptstrecken hingegen haben dort schon rotes Licht für den Haltbegriff, doch für Rangierer wird die User experience noch weiterhin hoch gehalten, schließlich ist die Farbe blau doch viel angenehmer als die Farbe rot.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Noch was lustiges in Tschechien

Christian_S, Freitag, 31.05.2019, 21:55 (vor 2511 Tagen) @ J-C

In Tschechien gibts auch das "aufgeregte Vorsignal".

Hintergrund: während man bei der DR anhand der Vorsiganlisierung nicht unterscheiden konnte bzw bis heute kann, ob das gelbe Blinklicht 40 oder 60 km/h ankündigt (sieht man dann erst am Hauptsignal selbst), gibt es in Tschechien unterschiedliche Blinkintervalle - das "normale" Blinken und zur Unterscheidung dann das schnelle Blinken, also das etwas aufgeregtere Vorsignal ;-)

Das einzige, was Charme hat, ist Signal Hl 9b

Alter Köpenicker, BSPF, Freitag, 31.05.2019, 22:12 (vor 2511 Tagen) @ Blaschke

Tach.

Tach auch.

Ansonsten war es zwar aufregend damals im Reichsbahnland direkt nach der Wende, aber ich weiß nicht, wo das ganze ruinöse, morbide irgendwo "Charme" haben sollte oder gehabt haben sollte.

Direkt nach der Wende hatte es noch "Charme", "das ganze ruinöse, morbide" kam erst eine Weile nach der Wende, als man alles vergammeln und in einen Dornröschenschlaf versinken ließ bzw. blühende Landschaften draus machte.

Bei meiner Rundfahrt durch Rumänien vor Kurzem habe ich ähnliche Eindrücke gewonnen. Die Bahnhofsgebäude kleiner Dorfbahnhöfe drohten teilweise fast schon einzufallen, waren aber mit schick bepflanzten Blumenkübeln sowie rumänischen und europäischen Flaggen ausgeschmückt, während der Bahnhofsvorsteher stolz davorstand und den eben vorbeifahrenden Zug beobachtete.

die 218 kann auch 'randalieren'

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 31.05.2019, 22:15 (vor 2511 Tagen) @ Blaschke

Die 232 steht in Sachen Krawall zweifelsfrei auf Platz 1. Die 218 mit der neuesten MTU-Motorenversion versprüht aber auch schon mal eine Dröhnung, die der einer Ludmilla nicht weit nachsteht. Höre mal mit geschlossenen Augen.

Direkt der erste einfahrende IC 0:00 wie auch die Abfahrten bei 2:45 oder 7:47 finde ich stehen der 218 ausgesprochen gut. Sogar besser noch als die einst so tief brummenden Pielsticks.

Bei solchen Abfahrten weiß das Städtchen immer wie spät es gerade ist. Bzw. bei den heutigen Verspätungen wie spät es jetzt sein sollte. Doppelpacks haben zudem schon optisch immer was Kerniges.


https://www.youtube.com/watch?v=W-J4HBMo_5s

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Diesel "amerikanisch" in Slowenien

ktmb, Freitag, 31.05.2019, 23:36 (vor 2511 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von ktmb, Freitag, 31.05.2019, 23:38

In Slowenien gibt es auch ganz nette Klänge: Die 664 der SŽ einmal in Most na Soči und einmal auf dem Weg nach Budapest bzw. Hodoš.

Yüp ...

Blaschke, Samstag, 01.06.2019, 00:16 (vor 2511 Tagen) @ Alter Köpenicker

Huhu.

Direkt nach der Wende hatte es noch "Charme", "das ganze ruinöse, morbide" kam erst eine Weile nach der Wende, als man alles vergammeln und in einen Dornröschenschlaf versinken ließ bzw. blühende Landschaften draus machte.

Ja, ja, der böse Kapitalismus war's ...

Nur hat der überhaupt dafür gesorgt, dass die DDR so lange existieren konnte. Milliardenkredit, KoKo, Gefangenenfreikäufe, Zwangsumtausch. Ohne steten Zufluß der D-Mark wäre der ganze Staat Jahre früher kollabiert.


Schöne Grüße von jörg

Das einzige, was Charme hat, ist Signal Hl 9b

Münchner, Samstag, 01.06.2019, 00:21 (vor 2511 Tagen) @ Alter Köpenicker

Direkt nach der Wende hatte es noch "Charme", "das ganze ruinöse, morbide" kam erst eine Weile nach der Wende, als man alles vergammeln und in einen Dornröschenschlaf versinken ließ bzw. blühende Landschaften draus machte.

Richtig. Die DDR muss echt ein tolles Land gewesen sein. So toll, dass die Leute dort einfach nur weg wollten. Und diejenigen, die sich nicht auf die abenteuerliche Reise gemacht haben, hatten von dem Staat die Schnauze dermaßen voll, dass sie dagegen auf die Straße gegangen sind. Das alles wohlgemerkt in dem Wissen, dass der Staat auf einen schießen lässt. Zumindest solange den Befehl noch jemand ausgeführt hätte.

In den anderen Ländern Osteuropas muss es ähnlich toll gewesen sein.

Man kann echt nicht verstehen, warum es die Leute nicht wertgeschätzt haben, mit modernen Anlagen (zumindest nach Stand der 1930er/40er Jahre) leben zu dürfen. So ähnlich, wie die Kubaner heute noch aus schlichter Liebe zu Oldtimer alte Autos liebevoll aufpäppeln.

Das einzige, was Charme hat, ist Signal Hl 9b

J-C, In meiner Welt, Samstag, 01.06.2019, 01:05 (vor 2510 Tagen) @ Münchner
bearbeitet von J-C, Samstag, 01.06.2019, 01:08

Das erinnert mich daran, wie manche Leute so verklärt über die Bahn in Tschechien reden.

Es gab ja schon mehrere Berichte, wie die Bahn in der DDR zwar aus Zwängen durchaus frequentiert war (ein eigenes Auto kriegt man nicht so schnell), aber die Erhaltung war eher schwach, man fuhr nur langsam daher, der Zustand der Strecken war auch zu DDR-Zeiten erbärmlich.

Heutzutage ist das anders. Schienen erneueet, viele Bahnhöfe saniert, die Ost-Doppelstockwagen sind weiträumig beseitigt worden aus dem Osten...

...und schnell geht's auch zu - mit bis zu 300 km/h zwischen Berlin und Erfurt etwa.

Das einzig gute ist, dass de Straßenbahnen konserviert wurden und noch heute erstaunlich weit verteilt noch ihren Dienst verrichten.

Es gibt aber sonst eher keinen Grund, auch nur eine Sekunde in der damaligen DDR gelebt zu haben.

Mich graust's noch heute vor den Hinterlassenschaften der Sozialisten aus dem Osten, vor den Fabrikanlagen ind Plattenbauten, die sie etwa mitten im tschechischen Gebirge als Schandfleck weit sichtbar aufbauten...

Auch im Westen gab es Geschmacklosigkeit, aber die war nicht so arg wie im Osten.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Ganz so grau wars nicht in der DDR

Christian_S, Samstag, 01.06.2019, 12:38 (vor 2510 Tagen) @ J-C


Es gibt aber sonst eher keinen Grund, auch nur eine Sekunde in der damaligen DDR gelebt zu haben.

Mich graust's noch heute vor den Hinterlassenschaften der Sozialisten aus dem Osten, vor den Fabrikanlagen ind Plattenbauten, die sie etwa mitten im tschechischen Gebirge als Schandfleck weit sichtbar aufbauten...

Bei allem Respekt, Jan-Christian, aber Du bist zu jung, um davon ein realistisches Bild zu haben. Du kennst eher die, wie Du ja selbst schreibst, Hinterlassenschaften der Sozialisten. Das ist aber kein Werk der Sozialisten, sondern der Kapitalisten in der Nachwendezeit.

Es gibt einen enormen Unterschied zwischen dem Leben in der DDR und dem, wie es dort in den 90ern und noch Anfang der 2000er weiterging. Da ich ein Kind der frühen 80er bin, habe ich noch ganz gute Erinnerungen an die letzten Jahre der DDR.

Ja, es gab die Plattenbauten. Mein Geschmack ist das auch nicht. Aber zu DDR-Zeiten kümmerte man sich viel um Gestaltung. Überall gabs Milchbars, Springbrunnen, schön gestaltete Grünanlagen, Spielplätze. Wenn ich das mit den Zentren der Städte heute vergleiche, muss ich sagen: Heute ist da mehr grau und Beton, wenn auch inzwischen mit modernen Fassaden aufgehübscht.

Rein von der Gestaltung her hat man sich zu DDR-Zeiten schon Mühe gegeben, das Leben zwischen den hohen Wohnblocks angenehm zu gestalten.
Wie sah es nach der Wende aus? Die Blocks blieben, aber die Geschäfte standen mehr und mehr leer, alles verfiel, an vielen Orten zog Hoffnungslosigkeit an, überall Schmierereien und Dreck ... weil sich in der kapitalistischen Gesellschaft keiner mehr darum kümmerte. Erst weit nach 2000 hat man langsam wieder Unterschiede und Modernisierung gesehen, aber auch das längst nicht an allen Orten ...


Auch im Westen gab es Geschmacklosigkeit, aber die war nicht so arg wie im Osten.

Wenn ich mir die hässlichen Quader in Mannheim angucke, die man selbst vom Zug aus weithin sieht, dann weiss ich: auch da gabs und gibts bis heute sehr unschöne Ecken ...

1+

ktmb, Samstag, 01.06.2019, 12:48 (vor 2510 Tagen) @ Christian_S

- kein Text -

So ist es !

Garfield_1905, Samstag, 01.06.2019, 12:57 (vor 2510 Tagen) @ Christian_S

Bei allem Respekt, Jan-Christian, aber Du bist zu jung, um davon ein realistisches Bild zu haben. Du kennst eher die, wie Du ja selbst schreibst, Hinterlassenschaften der Sozialisten. Das ist aber kein Werk der Sozialisten, sondern der Kapitalisten in der Nachwendezeit.

Sehr richtig ! Ich äußere mich hier sonst nicht zu politischen Dingen, weil das m.E. grundstzlich der falsche Ort ist.

Das in der DDR viele Fehler gemacht wurden, ist unzweifelhaft, wobei ich nicht sicher bin, ob 'Fehler' dafür überhaupt der richtige Ausdruck ist. Aber das man bei der sog. 'Vereinigung' so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen konnte, ist meine feste Überzeugung, wie man heute, rund 30 (!) Jahre später, immer noch merkt. Alles, was irgendwie nach 'DDR' klang, wurde kaputt gemacht, ohne zu überlegen, ob dieses oder jenes objektiv gesehen nicht vielleicht doch gute Ideen waren. Beispielhaft seinen hier die Firmen - Kinderhorte oder die KJS - Schulen genannt. Ob man die 1:1 hätte umsetzen können, lasse ich mal dahingestellt, aber sie aus ideologischen Gründen grundsätzlich kaputt zu machen, war - vorsichtig formuliert - nicht sehr schlau.

Wegen stümperhaften Fehlern im Einigungsvettrag wurden bei der sog. 'Privatisierung' durch die Treuhandanstalt Gaunern und Betrügern die Türen sehr weit geöffnet. Beispiele erspare ich mir, man kann sie sehr leicht ergoogeln. Darüberhinaus wurden Existenzen in unverantwortlicher Art und Weise niedergemacht, um unliebsame Konkurrenz zu vermeiden, hier sei Bischofferode als Beispiel genannt.

Fazit: Es gibt nicht schwarz und weiß. In der DDR war nicht alles von vornherein schlecht und die BRD war nicht das Land wo Milch und Honig fließen. War es nicht und ist es heute erst recht nicht !

Plattenbau und Fabrikanlagen waren keine DDR Erfindung

Power132, Samstag, 01.06.2019, 13:00 (vor 2510 Tagen) @ J-C
bearbeitet von Power132, Samstag, 01.06.2019, 13:02

Mich graust's noch heute vor den Hinterlassenschaften der Sozialisten aus dem Osten, vor den Fabrikanlagen ind Plattenbauten, die sie etwa mitten im tschechischen Gebirge als Schandfleck weit sichtbar aufbauten...

Die Platte mag heutzutage morbide und wenig ansehnlich sein. Aber früher, war es das Mittel um schnell viele Leute nah zur Arbeitsstätte unterzubringen. Und der Wohnraum war ausreichend für Familen, kein übertriebener Luxus aber man hatte bezahlbares Dach über dem Kopf.
Ich selber bin in einer Platten (oder wie damals hieß) Neubauwohnung großgeworden. Und es war für damalige Verhältnisse (in der Gegenüberstellung von Lohn und Lebenshaltungskosten) angemessen, so dass durchaus Geld für Urlaub oder auch mal Besonderes über geblieben ist.


Auch im Westen gab es Geschmacklosigkeit, aber die war nicht so arg wie im Osten.

Und das nicht nur ein oder zwei. Übrigens im Westen gibt es auch genug Plattenbau Siedlungen, die damals aus ähnlichen Fertgteilen hochgezogen worden sind. Schau dir nur mal Frankfurt Nordweststadt an. Wo ist da ein Unterschied zum Wohngebiet Halle-Neustadt oder Erfurt Roter Berg oder für Tschechien Sidliste Praha-Zlicin?

Liste Hl-Signale

PZBer, Samstag, 01.06.2019, 14:30 (vor 2510 Tagen) @ ffz

Moin,

hier gibt es eine recht aktuelle Liste, wo überall noch Hl-Signale stehen: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?003,8938255,8938255

Gruß

Es gibt kein "Besser" und "Schlechter" sondern Unterschiede

ffz, Samstag, 01.06.2019, 20:54 (vor 2510 Tagen) @ Garfield_1905

Hallo,

zwischen Kapitalismus und Sozialismus gibt es kein "Besser" und kein "Schlechter" weil die Systeme nicht vergleichbar sind. Beide Systeme haben ihre Nachteile und ihre unschönen Dinge und Ungerechtigkeiten. Es steht meiner Meinung nach keinem zu der in der BRD auf gewachsen ist die DDR spöttisch oder mit Hochmut zu betrachten. Kein Einwohner der DDR hat scih sein Schicksal aus gesucht und hätte es keinen kalten Krieg und keinen Marshal-Plan gegeben wäre es mit der Wirtschaft der BRD nie so schnell und so steil nach oben gegangen. Siehe Großbritannien und Frankreich als Beispiele. Die Sowjetunion hat dazu die DDR zum großen Teil Deindustrialisiert. Dazu war die DDR der große Verlierer der Wiedervereinigung, die Treuhand ist nur ein Beispiel dafür, den Einwohnern wurden die eigenen Werte zerstört und die Identität genommen, weil auf ein mal Alles aus der DDR schlecht war.

Ich bin selber "Kind" der BRD und habe nur kurz die DDR als kleines Kind selber erlebt, aber ich war inwzsichen viel in Mitteldeutschland und in vielen Gegengenden, es ist einfach nur wahnsinnig traurig zu sehen wie die Städte und Orte verfallen und abgerissen werden, weil die Erwachsenen die arbeiten können und wollen in den Westen ziehen und die Familie mit nehmen. Dabei sind Städte wie Leipzig, Halle an der Saale, Chemnitz,... und Orte wie Zittau, Cottbus, Bautzen,... wunder schön, es gibt nur kaum noch Einwohner dort.

+1

Power132, Samstag, 01.06.2019, 21:05 (vor 2510 Tagen) @ ffz

- kein Text -

Sehe ich ähnlich

Garfield_1905, Samstag, 01.06.2019, 21:54 (vor 2510 Tagen) @ ffz

zwischen Kapitalismus und Sozialismus gibt es kein "Besser" und kein "Schlechter" weil die Systeme nicht vergleichbar sind.

Völlig richtig, das sehe ich ähnlich.


Ich bin selber "Kind" der BRD und habe nur kurz die DDR als kleines Kind selber erlebt, (...)

Auch ich bin in der alten BRD geboren und aufwachsen, hab' aber die DDR noch recht lange als 'Beobachter' und z.T. als höchst interessierter Besucher erlebt. Das gilt z.B. auch für das Fernsehen, da ich ich in der Nähe der eheml. Grenze wohne. Mir ist klar, das im Fernsehen nicht unbedingt die Wirklichkeit der DDR abgebildet war, aber man war doch irgendwie trotzdem 'dabei'. ;-) Ich habe mir deshalb durchaus eine differenzierte Sichtweise der BRD / DDR zu eigen gemacht zu haben und glaube, damit nicht so völlig falsch gelegen zu haben. Die derzeitige Situation (und auch die Vergangenheit ...) in diesem unserem Lande bestätigt mich dabei nur.

+2

Christian_S, Samstag, 01.06.2019, 23:31 (vor 2510 Tagen) @ ffz

- kein Text -

... aber einen grundlegenden Unterschied ...

Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 00:47 (vor 2510 Tagen) @ ffz

Hey.

Linke Gesellschaftssysteme können nie funktionieren, weil sie ein Naturgesetz außer acht lassen: jeder will der Stärkere sein.

Das ist bei allen Tieren und Pflanzen so. Kein Baum verzichtet auf Wachstum, damit dem Baum nebenan Nährstoffe bleiben. Kein Löwe läßt das halbe Zebra zurück, nur damit der hungernde Nachbar satt wird. Zusammenarbeit gibt's nur, wenn es einem selbst Vorteile verspricht. Jedes Lebewesen will sich durchsetzen.

Der Mensch ist da keine Ausnahme. Ein Gesellschaftssystem, welches diesen Trieb grundsätzlich als negativ bewertet und ihn möglichst unsagen will, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Daher ist der Kapitalismus zur Recht das richtige System . Dass der wie alles auf der Welt auch Nachteile mit sich bringt, ist unbestritten.

Unsere Probleme mit Natur und Co. liegen darin begründet, dass wir uns auch im jetzigen System gegen die Naturgesetze stellen. Dieter Nuhr brachte es mal auf den Punkt: als wir noch in Einklang mit der Natur lebten, haben wir alle mit 40 ins Gras gebissen. Heute werden wir immer älter und gesünder und die Möglichkeiten zu Bildung, Reisen, Beruf werden immer besser. Wir nennen die Anstrengungen "Humanismus" und sind stolz drauf. Nur führen die eben z.B. zu all den Umweltproblemen, die wir dann beklagen.


Schöne Grüße von jörg

Nicht ganz leer ... oder doch ...

Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 00:49 (vor 2510 Tagen) @ ffz

Hallo.

Dabei sind Städte wie Leipzig, Halle an der Saale, Chemnitz,... und Orte wie Zittau, Cottbus, Bautzen,... wunder schön, es gibt nur kaum noch Einwohner dort.

Nazis sind noch genug da ...


Schöne Grüße von jörg

Es gibt kein "Besser" und "Schlechter" sondern Unterschiede

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 02.06.2019, 01:16 (vor 2509 Tagen) @ ffz

Ja es gab auch gute Dinge in der DDR, aber ich würde die Nachteile dort trotzdem nicht in Kauf nehmen wollen.

Ich weiß, dass Plattenbauten so ziemlich überall existieren und die DDR halt nur mehr drum redet. Ja, ich find's lieb, wenn man etwa in der Gegend um Prag oder Berlin kunterbunte Hochhäuser sieht, die wenigstens keine so große Tristesse versprühen.

Aber das war nicht mein Punkt. Eher die Verschandelung der Landschaft. Die Industrie, bei der überdies Umweltschutz kaum eine Rolle spielte, was Berichte über verschmutzte Gewässer ganz gut darlegten, wurde an Orten angesiedelt, wo man eigentlich eine möglichst unberührte Landschaft will.

Wenn Fabriken mit ihren Schloten einfach so durch eigentlich herrliche Landschaften, ebenso wie Hochhäuser einfach drauf geklatscht werden, dann finde ich das traurig.

Ich meine, mir geht's nicht darum, wie verkommen manche Gegenden jetzt sind.

Ich war eigentlich sogar ganz gerne im Osten Deutschlands unterwegs. War in Schwerin, Rostock, Berlin, Erfurt, Leipzig. Das sind oft schöne Städte und man kann sich da wohl fühlen. Da hat sich auch einiges getan.

Eh, es gibt wirklich schöne Ecken drüben im Osten. Leider konnte ich bisher nicht Dresden besuchen, das muss ich unbedingt nachholen. Ja, ich habe damals in der Lounge in Leipzig eine Legida-Demonstration vom Fenster aus gesehen, wo ich erst dachte, besoffene Fußballfans wären spazieren.

Werde ich jetzt Leipzig als schlecht bezeichnen? Nein, ich sehe sowas grundsätzlich differenziert.

Und ich kann auch niemandem was abgewinnen, der bloß wegen der Existenz von politischen Gruppen eines bestimmten Milleus, denen ich jetzt keine so große Bühne bieten will, die Stadt aktiv meidet. Will man denen jetzt so viel Beachtung schenken? Ich glaube, das haben die nicht verdient.

Also um es noch mal klar zu machen, wie überall war alles nicht schlecht. Trotzdem halte ich daran, dass ein Leben in der DDR definitiv kein Wunsch eines freien Bürgers sein kann.

Ja, Geschmacklosigkeit kennt keine Grenzen, ja im Westen ist auch viel Unrecht geschehen, aber ich beneide keinen, der ein Leben in der DDR führte.

Auch wenn es oft eh nicht so schlimm ist, auch wenn man's überlebt hat... ich glaube keiner will Zustände wie in der DDR. Diese waren ja überhaupt erst dafür verantwortlich, dass sich der rechte Rand so durchsetzen konnte. Gepaart mit einer gewissen Unbeholfenheit in der Wiedervereinigung.

Und was auch eines meiner Hauptpunktr war, so toll dürfte das Bahnfahren in der DDR nicht gewesen sein. Was nützt dir ein dichtes Netz, wenn es größtenteils ramponiert und auf einem schwachen technischen Zustand ist?

Das wird man da vor allem dann nutzen, wenn man keine Alternative hat.

Da hat man nicht viel gewonnen.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Nicht ganz leer ... oder doch ...

Henrik, Sonntag, 02.06.2019, 01:27 (vor 2509 Tagen) @ Blaschke

Hallo.

Dabei sind Städte wie Leipzig, Halle an der Saale, Chemnitz,... und Orte wie Zittau, Cottbus, Bautzen,... wunder schön, es gibt nur kaum noch Einwohner dort.


Nazis sind noch genug da ...


Schöne Grüße von jörg

..und hielten Einzug in die Landtage, also die NPD.


von der NPD abgesehen,
die AfD hat heutzutage in den Regionen dort, in den ländlichen Gegenden mehr Zuspruch als in den Städten,
das zeigt Missstände auf, die hier ja bereits angedeutet wurden.

... aber einen grundlegenden Unterschied ...

Henrik, Sonntag, 02.06.2019, 01:30 (vor 2509 Tagen) @ Blaschke

Hey.

Linke Gesellschaftssysteme können nie funktionieren, weil sie ein Naturgesetz außer acht lassen: jeder will der Stärkere sein.

Das ist bei allen Tieren und Pflanzen so. Kein Baum verzichtet auf Wachstum, damit dem Baum nebenan Nährstoffe bleiben. Kein Löwe läßt das halbe Zebra zurück, nur damit der hungernde Nachbar satt wird. Zusammenarbeit gibt's nur, wenn es einem selbst Vorteile verspricht. Jedes Lebewesen will sich durchsetzen.

Der Mensch ist da keine Ausnahme. Ein Gesellschaftssystem, welches diesen Trieb grundsätzlich als negativ bewertet und ihn möglichst unsagen will, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Daher ist der Kapitalismus zur Recht das richtige System . Dass der wie alles auf der Welt auch Nachteile mit sich bringt, ist unbestritten.

Unsere Probleme mit Natur und Co. liegen darin begründet, dass wir uns auch im jetzigen System gegen die Naturgesetze stellen. Dieter Nuhr brachte es mal auf den Punkt: als wir noch in Einklang mit der Natur lebten, haben wir alle mit 40 ins Gras gebissen. Heute werden wir immer älter und gesünder und die Möglichkeiten zu Bildung, Reisen, Beruf werden immer besser. Wir nennen die Anstrengungen "Humanismus" und sind stolz drauf. Nur führen die eben z.B. zu all den Umweltproblemen, die wir dann beklagen.


Schöne Grüße von jörg

sag mal.....
das schreibst Du so runter, ohne Ironie, ohne Satire..?
gehts noch? ;)

schöne Widerrede von Dir.
Muss man ja nicht auch so sehen, aber Respekt, gut gekontert, gut geschrieben! ;)

Es gibt kein "DDR" und "3. Reich" sondern Unterschiede

Henrik, Sonntag, 02.06.2019, 06:04 (vor 2509 Tagen) @ ffz

zwischen Kapitalismus und Sozialismus gibt es kein "Besser" und kein "Schlechter" weil die Systeme nicht vergleichbar sind.

Sehr interessante Ansicht, ich vermute, das wird nicht von vielen geteilt.
Vor 29 Jahren hatte Sozialismus überhaupt keinen guten Ruf,
noch ein Jahr zuvor war die herrschende Meinungen in Schulen bei Schülern wie Lehrern, ob nicht der Sozialismus besser wäre hinsichtlich Umweltschutz etc. Die grauenhaften Umweltschäden der DDR waren im Westen nicht sichtbar, wurden gar radikal geleugnet. Man wurde als Nazi verschrien, wenn man darauf hinwies, ebenso auf die Menschenrechtssituation.
Vor etwa 10 Jahren litt der Kapitalismus aufgrund der Finanzkrise bedeutend an Ansehen und man sehnt sich an Sozialismus, an deren Greueltaten sich kaum noch jemand erinnert.

Weder Kapitalismus noch Sozialismus hat die Welt je in Reinform erlebt in größerem Maße.
In USA besteht der Kapitalismus in seiner radikalsten Form, interessanterweise genießt er dort auch am meisten Zuspruch, bestimmt regional unterschiedlich (Stadt vs. Region).

Und rein real, würde man die Leute direkt fragen, wollt Ihr lieber in diesem System leben oder in Nordkorea, China, Kuba, Venezuela etc, wäre das Ergebnis gewiss recht deutlich.

"Der Staatssozialismus [der DDR] ist gescheitert wie er war und zwar zu recht" Gysi,
https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/precht-188.html

China?
China hat es geschafft innerhalb von 30 Jahren etwa 700 Mio Menschen aus der absoluten Armut rauszuholen

https://deutsch.rt.com/asien/84457-plane-chinas-bis-2020-sieg-gegen-extreme-armut/
http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52680/armut
http://www.bpb.de/internationales/weltweit/menschenrechte/38775/china?p=all

USA?
Rockefeller / Standard Oil Company wurde zerschlagen, ebenso AT&T, die Filmindustrie..


Kapitalismus vs. Sozialismus?
seit wann gibts derlei Fragestellung? 100 Jahre? 150 Jahre? Marx? Industrialisierung?
Wir befinden uns am Anfang der Industrialisierung 4.0, Globalisierung,
da wird es nicht mehr gehen um Kapitalismus vs. Sozialismus - das ist über.
Dass im Rahmen einer Gesellschaft, der Menschheit gar global versucht wird, einen Ausgleich zu finden, ist eh klar - da gehts nicht um ideologische Systeme an sich.

Laut Immanuel Kants kategorischem Imperativ ist ein angestrebter Lebensstil ethisch nicht zu rechtfertigen, solange er nur sich selbst und den Eigenen zugestanden und anderen vorenthalten werden muss.
https://www.zdf.de/gesellschaft/precht/ist-die-erde-noch-zu-retten-100.html

Beide Systeme haben ihre Nachteile und ihre unschönen Dinge und Ungerechtigkeiten.

gewiss..

nur, eben, leben wir hierzulande weder in dem einen noch dem anderen.
Wir haben hier eine Soziale Marktwirtschaft - eine Mischung aus beiden quasi.
Der Ruf war auch schonmal besser. Aktuell ist der Zustand besser als der Ruf,
die Schere zwischen Reich und arm nimmt nicht mehr zu seit ein paar Jahren,
heute kam die Nachricht, dass weniger Kinder von HarztIV leben
(positive Meldungen schlagen nicht so durch, finden kaum Beachtungen, entsprechend gehen sie weniger in die Bewertung ein)

Es steht meiner Meinung nach keinem zu der in der BRD auf gewachsen ist die DDR spöttisch oder mit Hochmut zu betrachten.

Hochmut ist gewiss nicht schön.
Spott über ein gescheitertes, vor allem grausames heftig menschenverachtendes System?
Da gibts nicht genug von.
Sag nicht, Du hast nie über einen DDR-Witz gelacht. Da gabs in der DDR viel mehr von als im Westen, man musste nur aufpassen, wen man den erzählt.. :/

Den Menschen gegenüber sollte man nicht mit Spott begegnen, sondern mit Respekt,
abgesehen von den engstirnigen Systemanhängern.

Das gabs mehr in der DDR als im Westen - Nächstenliebe, Respekt, Freundlichkeit,
aber eben auch IMs :/ - diese Grubschaugen.. grrrr.

Kein Einwohner der DDR hat sich sein Schicksal aus gesucht

das passt nicht - da gabs dann doch etliche von, auch viele, die vom Westen aus rüber gemacht haben, auch wider besseren Wissens.

und hätte es keinen Kalten Krieg und keinen Marshall-Plan gegeben wäre es mit der Wirtschaft der BRD nie so schnell und so steil nach oben gegangen. Siehe Großbritannien und Frankreich als Beispiele.

Frankreich, UK und auch Italien haben viel mehr Mittel erhalten vom Marshall-Plan als Deutschland.
Auch in Frankreich und Italien gabs dieses Wirtschaftswunder, in Italien in den 60ern gar erheblich stärker als hierzulande.

Auch die Wirtschaft der DDR entwickelte sich, wurde zur stärksten der RGW-Staaten.
Dann kam Honecker an die Macht und die Ölkrise in den 70ern

Die Sowjetunion hat dazu die DDR zum großen Teil Deindustrialisiert. Dazu war die DDR der große Verlierer der Wiedervereinigung, die Treuhand ist nur ein Beispiel dafür, den Einwohnern wurden die eigenen Werte zerstört und die Identität genommen, weil auf ein mal Alles aus der DDR schlecht war.

Zunächst einmal waren die Menschen der DDR die großen Gewinner des Mauerfalls, der Deutschen Einheit, der Wiedervereinigung. Keiner wünscht sich das politische System von zuvor zurück (ok, da gibt es wahrlich ein paar oder gab..).
Die Treuhand nun für alles verantwortlich zu machen (oder gar die 2+4-Verträge) ist reichlich wohlfeil, sehr eindimensional und vor allem falsch.
Die Treuhand hatte eine sehr schwere Aufgabe und hat sehr vieles sehr richtig gemacht.
Dass der Ostblock wirtschaftlich so sehr in sich zusammenfiel, konnte man nicht erahnen (rein politisch gesehen können wir von Glück reden, dass wir in dem kurzen Zeitfenster tatsächlich die Einheit vollendet hatten!).
Die Wirtschaft der DDR war gen Osten gerichtet, die Aufträge bestanden ja auch noch, die Verbindungen etc. Das brach alles in sich zusammen. Da konnten die Betriebe an sich nichts für.
Gewiss gab es da etliche Fehler, und auch arrogantes & hochmütiges Auftreten von Westfirmen.
Dass in der Zeit nun alles falsch gemacht wurde und erst recht mehr falsch als in der gesamten Geschichte der DDR wie hier kolportiert, ist völlig albern, total geschichtsverklärend, gar menschendverachtend.
Respekt vor den Leuten, die nun alles besser wissen, Hut ab.
Rossmann, Aldi, Siemens, Krupp & Co zwangsverpflichten, ihre Firmen und Industriesitze dorthin zu versetzen, während dort die Leute weiterhin gen Westen ziehen?
Ganz so leicht geht das nicht.
Den Menschen wurde nicht durch die Treuhand die Identität genommen, sie wurden auch nicht plötzlich 1990 von heute auf morgen zu "Nazis".
Das bestand zuvor schon.

ach..
es war wahrlich nicht alles schlecht,
der grüne Pfeil war es nicht.
aber natürlich war grundsätzlich das allermeiste schlecht.
Gewiss, Abi nach 8 Jahren - aber da sah man eben nicht die DDR als Beispiel,
die Kita sind bei der DDR wohl auch eher das schlechteste Beispiel, war grade gestern wieder schön in der heute-show ("Ihr Kind sehen Sie dann wieder wenns zur NVA kommt"!).
In Westdeutschland floss Milch und Honig in Massen (Milch leider Gottes mehr denn je, die armen Kühe..), nicht nur das, sondern alles, alles erdenkliche, vor allem Obst und Gemüse, ohne in Intershop mit Devisen gehen zu müssen oder unter der Ladentheke. Auch Autos & Elektronik, etc. Alles bekamen sie zu Gesicht, tagtäglich im Westfernsehen. Gewiss, müsste man sich das auch leisten können und das ist Werbung - gabs nicht so recht im grau-im-grau - dafür war der Sex besser. :D [die Militärzeitschriften waren echt der Knaller :P ]

"1985 wurden 30 Prozent der Weltproduktion an Braunkohle in der DDR gefördert, mit steigendem Aufwand und wachsenden Umweltbelastungen."
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-einheit/lange-wege-der-deutschen-einheit/47076/dd...

jetzt erkläre denen mal von heute auf morgen, dass nichts mehr sein soll mit Braunkohle in der Lausitz.
Das hat dann auch weniger mit Ost-West zu tun.
Derlei Strukturwandel-Fragen gabs bzw. gibts genauso im Westen, Ruhrgebiet, Saarland etc. - nur wählen sie aus historischen Gründen nicht gleich die AfD.

Ich bin selber "Kind" der BRD und habe nur kurz die DDR als kleines Kind selber erlebt, aber ich war inzwischen viel in Mitteldeutschland und in vielen Gegenden, es ist einfach nur wahnsinnig traurig zu sehen wie die Städte und Orte verfallen und abgerissen werden, weil die Erwachsenen, die arbeiten können und wollen in den Westen ziehen und die Familie mit nehmen. Dabei sind Städte wie Leipzig, Halle an der Saale, Chemnitz,... und Orte wie Zittau, Cottbus, Bautzen,... wunder schön, es gibt nur kaum noch Einwohner dort.

nun, grade den größeren Städten gehts gut, sehr gut, Leipzig, Dresden etc.
Diese beiden Städte waren uns in eisenbahnwissenschaftlichler Hinsicht vor der Wende ein Begriff und sind es nach der Wende mehr denn je. In Subkultur auch sehr.
In sehr vielen kleineren Städten sieht man sehr deutlich, wo die Mittel des Aufbau-Ost gelandet sind. Das sind traumhafte Städte geworden.
Denkt mal an den Harz. 1990 konnte man ohne Navi sehen und riechen, ob man im West-Harz oder Ost-Harz sich aufhält. Heute kann man es sehen!
Wismar, Rostock, Greifswald - traumhaft. Letztere beiden Städte sind beliebt zum Studieren,
Leipzig & Dresden eh, s.o.
Die großen Städte sind nicht das Problem - die ländlichen Gegenden, ja und dort das Vertrauen der Bevölkerung, das seit den 30er Jahren in totalitären System unterdrückt wurden und in letzten 30 Jarhren ihre Identität sucht und nicht so recht mit der Demokratie zurecht kommt, die männliche ältere Bevölkerung.

--

Bei allem Respekt, Jan-Christian, aber Du bist zu jung, um davon ein realistisches Bild zu haben. Du kennst eher die, wie Du ja selbst schreibst, Hinterlassenschaften der Nationalsozialisten. Das ist aber kein Werk der Nationalsozialisten, sondern der Kapitalisten in der Nachkriegszeit.

..mit Verlaub, ekliger gehts kaum! zudem dermaßen abstoßend hochnäsig, was dieser Vorredner zurecht kritisiert hat!

Liste in Betrieb befindliche Bf mit DDR Reichsbahn Charme

Tubs, Riesa, Sonntag, 02.06.2019, 08:09 (vor 2509 Tagen) @ ffz

Hallo!

Zeitz mit Gbf und mehreren Stellwerken mit Formsignalen und Hl-Signalen

Ich war das letzte Mal vor etwa 6 Monaten in Zeitz. Da haben sie gerade angefangen das Empfangsgebäude umzubauen und zu renovieren.

Und wenn ich mich recht erinnere, stehen auch allzu viele Formsignale nicht mehr.

Bis denn!

Tubs

Nicht ganz leer ... oder doch ...

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 08:47 (vor 2509 Tagen) @ Blaschke

Nazis sind noch genug da ...

Davon gibts aber auch in Bremen, Darmstadt, Duisburg, Straubing oder Osnabrück (Auswahl der Städte rein zufällig) noch so manchen ... und längst nicht alle davon tragen Bomberjacke und haben ne Glatze ...

+1

E 1793, Sonntag, 02.06.2019, 09:12 (vor 2509 Tagen) @ Henrik

[...]
von der NPD abgesehen,
die AfD hat heutzutage in den Regionen dort, in den ländlichen Gegenden mehr Zuspruch als in den Städten,
das zeigt Missstände auf, die hier ja bereits angedeutet wurden.

Genau so ist es, nur leider hat die Politik dafür keine Lösung. Man lebt nach dem Motto: "weiter so".

Und ganz wichtig(leider wird das immer wieder vergessen): Es sind nicht perse alle Sachsen und Thüringer "rechts angehaucht". Aber die Politik sollte sie endlich mal beachten und nicht ständig vergessen, denn blühende Landschaften gibt es auch nach fast 30 Jahren Mauerfall nicht überall.

Meine Meinung: Für viele Einwohner dieser Regionen ist es die letzte Chance sich Gehör zu verschaffen, um endlich beachtet zu werden.

--
[image]

+1

Altmann, Sonntag, 02.06.2019, 09:21 (vor 2509 Tagen) @ J-C

P.S.: "Kommunismus" hieß: Nur die Bonzen dürfen Geld haben ...

+1

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 09:25 (vor 2509 Tagen) @ E 1793

- kein Text -

Überheblicher Beitrag von dir und J-C

Power132, Sonntag, 02.06.2019, 09:27 (vor 2509 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von Power132, Sonntag, 02.06.2019, 09:30

Bei allem Respekt, Jan-Christian, aber Du bist zu jung, um davon ein realistisches Bild zu haben. Du kennst eher die, wie Du ja selbst schreibst, Hinterlassenschaften der Nationalsozialisten. Das ist aber kein Werk der Nationalsozialisten, sondern der Kapitalisten in der Nachkriegszeit.

..mit Verlaub, ekliger gehts kaum! zudem dermaßen abstoßend hochnäsig, was dieser Vorredner zurecht kritisiert hat!

Überheblicher geht es von deiner Seite her nicht und von Seiten J-C auch nicht. Jemand der nach eigenen Angaben acht Jahre nach dem politschen Umbruch überhaupt geboren ist, schwadroniert in einer selbstherrlichen Art und Weise über das Leben in der DDR, was er selbst nicht erlebt hat und höchstens aus Erzählungen und Berichten anderer kennt. Das ist an Überheblichkeit nicht zu überbieten und stößt mehr als unangenehm auf.

Die Industrie, bei der überdies Umweltschutz kaum eine Rolle spielte, was Berichte über verschmutzte Gewässer ganz gut darlegten, wurde an Orten angesiedelt, wo man eigentlich eine möglichst unberührte Landschaft will. Hatte der Westen aka die BRD also schon in den 1970er und 1980er die jetzigen Feinstaubfilter in den Fabrikschloten oder hat der saure Regen an der Grenze erstmal Halt gemacht und hat sich seiner toxischen Komponentne erledigt? Es gab hier und dort genug Umweltsünden, oder warum hat man im Ruhrgebiet im Sommer keine Wäsche draußen auf die Leine gehängt. Sicher nciht aus Scham vor irgendweclchen neugiereigen Nachbarn.

Trotzdem halte ich daran, dass ein Leben in der DDR definitiv kein Wunsch eines freien Bürgers sein kann.

Haben sich die einfachen Leute ausgesucht, in welches System sie geboren wurden? Oder ist das im Nachhein der Vorwurf, nicht schon eher am politischen System gerüttelt zu haben. Eine weitere Anmaßung sondergleichen, ohne die Lebensleistung und Umstände zu würdigen. Einfach mal von oben herab herutergetorzt und um Anerkennung buhlend. Das ist wiederlich!

ich glaube keiner will Zustände wie in der DDR

Was weist du genau über die Zustände in der DDR? Als Jahrgang 1997 kennst du die Zustände nur nach der Wende, das Internet und Smartphone Zeitalter. Woher nimmst du diese Weisheiten? - Dein ganzes Geschreibe hier erinntert sehr an Hubertus Knabe, der die DDR nur als Unrechtsstaat sieht und die Menschen dort zum großen Teil zu Mitläufern macht.

Und was auch eines meiner Hauptpunktr war, so toll dürfte das Bahnfahren in der DDR nicht gewesen sein. Was nützt dir ein dichtes Netz, wenn es größtenteils ramponiert und auf einem schwachen technischen Zustand ist?

In welchem Zustand war die Deutsche Bundesbahn 1990? Sicher nicht auf japanischem Stand oder doch?

Und die Hochburg Dortmund-Dortstfeld

Power132, Sonntag, 02.06.2019, 09:28 (vor 2509 Tagen) @ Christian_S

Nazis sind noch genug da ...


Davon gibts aber auch in Bremen, Darmstadt, Duisburg, Straubing oder Osnabrück (Auswahl der Städte rein zufällig) noch so manchen ... und längst nicht alle davon tragen Bomberjacke und haben ne Glatze ...

Zumal das Zitat inhaltlich verfälscht wurde

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 09:57 (vor 2509 Tagen) @ Power132

Bei allem Respekt, Jan-Christian, aber Du bist zu jung, um davon ein realistisches Bild zu haben. Du kennst eher die, wie Du ja selbst schreibst, Hinterlassenschaften der Nationalsozialisten. Das ist aber kein Werk der Nationalsozialisten, sondern der Kapitalisten in der Nachkriegszeit.

Da hat jemand ganz bestimmtes das Originalzitat meines Beitrages mit Absicht verfälscht, indem er aus "Sozialisten" einfach "Nationalsozialisten" gemacht hat, was den Beitrag völlig verfälscht. Jeder kann selbst nachvollziehen, wer der Zitatverfälscher war ...

Dir, Power132, volle Zustimmung.

Blaschi? Ich glaube jemand braucht hier Aufklärung!

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 02.06.2019, 09:58 (vor 2509 Tagen) @ Power132
bearbeitet von J-C, Sonntag, 02.06.2019, 09:59

Bei allem Respekt, Jan-Christian, aber Du bist zu jung, um davon ein realistisches Bild zu haben. Du kennst eher die, wie Du ja selbst schreibst, Hinterlassenschaften der Nationalsozialisten. Das ist aber kein Werk der Nationalsozialisten, sondern der Kapitalisten in der Nachkriegszeit.

Nationalsozialisten? Ich werde mal ganz bewusst provokant sein, die Nationalsozialisten hatten noch ein Verständnis für Naturschutz.

Klarerweise ist das nicht unbedingt positiv, wenn man das im
Gesamtbild ihrer Ideologie betrachtet.

Aber du meintest sicher die Spuren des Sozialismus.

..mit Verlaub, ekliger gehts kaum! zudem dermaßen abstoßend hochnäsig, was dieser Vorredner zurecht kritisiert hat!

Überheblicher geht es von deiner Seite her nicht und von Seiten J-C auch nicht. Jemand der nach eigenen Angaben acht Jahre nach dem politschen Umbruch überhaupt geboren ist, schwadroniert in einer selbstherrlichen Art und Weise über das Leben in der DDR, was er selbst nicht erlebt hat und höchstens aus Erzählungen und Berichten anderer kennt. Das ist an Überheblichkeit nicht zu überbieren und stößt mehr als unangenehm auf.

Schau, ich hab eine gewisse Bildung über die Geschichte damals.

Die Industrie, bei der überdies Umweltschutz kaum eine Rolle spielte, was Berichte über verschmutzte Gewässer ganz gut darlegten, wurde an Orten angesiedelt, wo man eigentlich eine möglichst unberührte Landschaft will. Hatte der Westen aka die BRD also schon in den 1970er und 1980er die jetzigen Feinstaubfilter in den Fabrikschloten oder hat der saure Regen an der Grenze erstmal Halt gemacht und hat sich seiner toxischen Komponentne erledigt? Es gab hier und dort genug Umweltsünden, oder warum hat man im Ruhrgebiet im Sommer keine Wäsche draußen auf die Leine gehängt. Sicher nciht aus Scham vor irgendweclchen neugiereigen Nachbarn.

Das ist doch ein billiger Whataboutism. Mein Problem war nicht die Existenz der Fabrikanlagen, sondern deren Standorte. Zeig mir erstmal Orte im Westen, wo sie Plattenbautensoedlungen und Fabriken in den Bergen klatschten, oder gar in Gegenden, die heutzutage durchaus das Zeug zum Unesco-Weltkulturerbe haben könnten...

Übrigens, am Ende lag der Ort mit der höchsten Umweltverschmutzung in Bitterfeld - DDR.
Ja, das ist ein Problem, das beide Seiten betrifft. Aber es ist ein Problem, das sich besonders in der DDR ausprägt

Trotzdem halte ich daran, dass ein Leben in der DDR definitiv kein Wunsch eines freien Bürgers sein kann.

Haben sich die einfachen Leute ausgesucht, in welches System sie geboren wurden? Oder ist das im Nachhein der Vorwurf, nicht schon eher am politischen System gerüttelt zu haben. Eine weitere Anmaßung sondergleichen, ohne die Lebensleistung und Umstände zu würdigen. Einfach mal von oben herab herutergetorzt und um Anerkennung buhlend. Das ist wiederlich!

Du willst mich absichtlich missverstehen, was? Dabei kann jeder sehen, dass du geließentlich einen Teil meines Satzes überlesen hast. Denn wie frei war ein Bürger in der DDR? Eben Habe ich gesagt, die Leute sind selbst Schuld oder sowas? Au contraire, hab ich nie gesagt! Aber in deiner puren Wut scheinst du absichtlich mir eine völlig falsche Intention andichten zu wollen. Nein, was eigentlich klar sein sollte das, wer es sich aussuchen könnte, definitiv die DDR meiden wird.

ich glaube keiner will Zustände wie in der DDR

Was weist du genau über die Zustände in der DDR? Als Jahrgang 1997 kennst du die Zustände nur nach der Wende, das Internet und Smartphone Zeitalter. Woher nimmst du diese Weisheiten? - Dein ganzes Geschreibe hier erinntert sehr an Hubertus Knabe, der die DDR nur als Unrechtsstaat sieht und die Menschen dort zum großen Teil zu Mitläufern macht.

Zustände in der DDR: Totalüberwachung durch die Stasi, eine Ein-Parteien-Diktatur, viel Einflussnahme auf das Leben durch den Staat, wenig Reisefreiheit, besonders in den Westen, ein eher schleppender technologischer Fortschritt im Vergleich zum Westen, das ist alles belegt und dokumentiert. Ich könnte noch mehr Gründe suchen, aber ich glaube, man wird schon verstehen, wieso jeder, der sich über die Geschichte informiert hat, meine Einschätzung teilen wird.

Und was auch eines meiner Hauptpunktr war, so toll dürfte das Bahnfahren in der DDR nicht gewesen sein. Was nützt dir ein dichtes Netz, wenn es größtenteils ramponiert und auf einem schwachen technischen Zustand ist?

In welchem Zustand war die Deutsche Bundesbahn 1990? Sicher nicht auf japanischem Stand oder doch?

Besser als in der DDR jedenfalls. Das autoaffine Deutschland hatte damals tatsächlich eine generell wesentlich besseren Zustand der Schienenwege als die DDR. Ich bin mir zu 100% sicher, dass das jeder, der den Vergleich aus persönlicher Erfahrung ziehen konnte, bestätigen wird.

1990 waren nur 30% des Schienennetzes in der DDR elektrifiziert
In Westdeutschland ging's schneller voran, die SFS Hannover-Würzburg wurde zwischen 1973 und 1991 errichtet. Wie sehr hat die DDR schon das Thema Schnellfahrstrecken tangiert?

Und zum Schluss noch was an Blaschi, du warst doch in der DDR kurz nach der Wende unterwegs, nicht? Wie war es nochmal im Vergleich zur Bundesbahn?

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

... aber einen grundlegenden Unterschied ...

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 10:01 (vor 2509 Tagen) @ Blaschke

Hey.

Linke Gesellschaftssysteme können nie funktionieren, weil sie ein Naturgesetz außer acht lassen: jeder will der Stärkere sein.

Das ist bei allen Tieren und Pflanzen so. Kein Baum verzichtet auf Wachstum, damit dem Baum nebenan Nährstoffe bleiben. Kein Löwe läßt das halbe Zebra zurück, nur damit der hungernde Nachbar satt wird. Zusammenarbeit gibt's nur, wenn es einem selbst Vorteile verspricht. Jedes Lebewesen will sich durchsetzen.

Der Mensch ist da keine Ausnahme. Ein Gesellschaftssystem, welches diesen Trieb grundsätzlich als negativ bewertet und ihn möglichst unsagen will, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Bis hierhin Zustimmung, auch wenn viele Menschen das nicht wahrhaben wollen, weil sie sich selbst für ach so sozial halten.


Daher ist der Kapitalismus zur Recht das richtige System . Dass der wie alles auf der Welt auch Nachteile mit sich bringt, ist unbestritten.

Als das richtige System würde ich es nicht bezeichnen. Von der Richtung her vielleicht, weil man die Naturgesetze nicht außer Kraft setzen kann. Was man aber schon tun könnte, wäre eine Bewusstseinsänderung von klein auf in die Erziehung mit einfließen zu lassen. Denn das können wir Menschen - im Unterschied zu Tieren - schon aktiv tun. Allerdings ist es trotzdem äußerst schwierig, denn viele Versuche sozialistischer Richtungen sind schon gescheitert, egal ob im kleinen oder im großen. Warum? Weil immer der neidische Blick auf die kapitalistische Form vorhanden war, die ja immer irgendwo existierte.

Blaschi? Ich glaube jemand braucht hier Aufklärung!

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 10:02 (vor 2509 Tagen) @ J-C

Bei allem Respekt, Jan-Christian, aber Du bist zu jung, um davon ein realistisches Bild zu haben. Du kennst eher die, wie Du ja selbst schreibst, Hinterlassenschaften der Nationalsozialisten. Das ist aber kein Werk der Nationalsozialisten, sondern der Kapitalisten in der Nachkriegszeit.

Nationalsozialisten? Ich werde mal ganz bewusst provokant sein, die Nationalsozialisten hatten noch ein Verständnis für Naturschutz.

J-C, das Zitat wurde verfälscht. In meinem Beitrag steht das Original drin und da ist nicht von Nationalsozialisten die Rede. War wohl ein populistischer Versuch eines ganz bestimmten Users, die Dinge in eine bestimmte Richtung zu lenken ...

Blaschi? Ich glaube jemand braucht hier Aufklärung!

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 02.06.2019, 10:06 (vor 2509 Tagen) @ Christian_S

Eh, ich hab das schon verstanden, keine Bange ;-)

Ich habe mir nur erlaubt, mich auch dazu zu äußern ^^

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Österreich hat auch einige Leichen im Keller...

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 02.06.2019, 10:10 (vor 2509 Tagen) @ Power132

- kein Text -

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Blaschi? Ich glaube jemand braucht hier Aufklärung!

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 10:13 (vor 2509 Tagen) @ J-C

Eh, ich hab das schon verstanden, keine Bange ;-)

Ich habe mir nur erlaubt, mich auch dazu zu äußern ^^

Ok :-)

Ich wollte Dich mit meinem Beitrag gestern übrigens auch nicht angreifen. Es gibt nur einen Unterschied, ob man die DDR und die ersten Jahre danach noch aktiv erlebt hat oder nur aus dem Fernsehen kennt. Ich habe als Kind/Jugendlicher sowohl die DDR als auch die Nachwendejahre miterlebt und dabei enorme Unterschiede festgestellt. Danach ging ich Anfang der 2000er weg aus meiner Heimat (Ausbildung, Beruf) und erst als ich wieder wirklich regelmäßig zu Besuch kam, fiel mir auf, wie sich langsam endlich alles modernisiert und auch die Gesellschaft verändert. Die 90er Jahre waren, was das betrifft, wirklich nicht schön.

Es gibt aber 'Besserwisser' ...

Garfield_1905, Sonntag, 02.06.2019, 10:20 (vor 2509 Tagen) @ J-C

Aber das war nicht mein Punkt. (...)

So, so, jetzt bin ich aber mal gespannt.

(...) Eher die Verschandelung der Landschaft. Die Industrie, bei der überdies Umweltschutz kaum eine Rolle spielte, was Berichte über verschmutzte Gewässer ganz gut darlegten, wurde an Orten angesiedelt, wo man eigentlich eine möglichst unberührte Landschaft will.

Du warst schon mal im Ruhrgebiet ? Oder in Garzweiler ? Was für Flächen wurden für den Ausbau des Hamburger Hafens zerstört ? Ich rede jetzt nicht davon, ob das sinnvoll war oder nicht, sondern einzig von der 'Zerstörung unberührter Landschaft'.

Wenn Fabriken mit ihren Schloten einfach so durch eigentlich herrliche Landschaften, ebenso wie Hochhäuser einfach drauf geklatscht werden, dann finde ich das traurig.

Ah ja ..., aber nur im Osten, oder ? Im Westen nennt man das dann z.B. 'Wirtschaftswunder'. Hochhäuser im Westen wurden dann im 'Nirwana' erstellt, oder ? Schau' Dich mal im von Dir nicht unberechtigt so beliebten Wien um, z.B. in Donaustadt. Ich kenne es noch gut aus der Zeit, in der Du noch nicht mal geboren warst.

Sorry, ich hab' jetzt keine Lust, Deinen ganzen Beitrag durchzugehen, er ist so widersprüchlich wie peinlich. Leider reiht er sich in die Beiträge u.a. von Dir ein, wo ein ellenlanger Beitrag erstellt wird, an dessen Ende man sich fragt: Okay, aber was will er uns jetzt eigentlich sagen ?

+1 mit *

Garfield_1905, Sonntag, 02.06.2019, 10:21 (vor 2509 Tagen) @ Christian_S

- kein Text -

Ich brauche keine Aufklärung

Power132, Sonntag, 02.06.2019, 10:30 (vor 2509 Tagen) @ J-C

Ich brauche von dir keine geschichtliche Aufklärung. Ich bin Jahrgang 1980 und in der DDR geboren. Ich kann also teilweise wesentlich besser berurteilen, was da war und was nicht.

Den unterschiedlichen Fortschritt war hier schon mehfach begründet. Marshall Plan hier und Erbringung von Reperationsleistungen im Osten. Das blendest du in deiner wiedersinnigen Argumentation vollkommen aus. Die damalige SU hat wesentlich mehr mitgenommen als die anderen drei Alliierten zusammen. Soviel zum Thema historische Bildung.

Und in der DDR brauchte es meiner Meinung nach kein HGV Netz. Wozu auch?

Naaa ...

Garfield_1905, Sonntag, 02.06.2019, 10:32 (vor 2509 Tagen) @ Power132

Ich brauche von dir keine geschichtliche Aufklärung. (...)

Vielleicht doch. Immerhin hat er ja den Blaschi, der ihm in der Not sicher weiterhilft und ... ähh, Nachhilfeunterricht geben wird. :-)

Ich brauche keine Aufklärung

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 02.06.2019, 10:48 (vor 2509 Tagen) @ Power132

Ich brauche von dir keine geschichtliche Aufklärung. Ich bin Jahrgang 1980 und in der DDR geboren. Ich kann also teilweise wesentlich besser berurteilen, was da war und was nicht.

Als du 10 warst, war die DDR schon weg. Nichts gegen dich, aber nach viel Lebenserfahrung klingt das ehrlich gesagt nucht.

Den unterschiedlichen Fortschritt war hier schon mehfach begründet. Marshall Plan hier und Erbringung von Reperationsleistungen im Osten. Das blendest du in deiner wiedersinnigen Argumentation vollkommen aus. Die damalige SU hat wesentlich mehr mitgenommen als die anderen drei Alliierten zusammen. Soviel zum Thema historische Bildung.

Das ist sogar ein Beweis dafür, dass der Sozialismus nicht funktionierte, der Kapitalismus (bzw. die Marktwirtschaft an sich) hingegen besser. Und das ist doch die gabze Zeit der Punkt. Russland und die USA waren damals beides die Großmächte. Russland hätte das Potenzial eines Marshall-Planes wie durch die USA gehabt.

Ach und trotzdem lief es in der DDR nicht so gut? Ach schau. Gerade das ist doch der Beweis für die Probleme dort.

Und in der DDR brauchte es meiner Meinung nach kein HGV Netz. Wozu auch?

Stimmt. Es gab da keinen Wettbewerb in der Mobilität. Da hieß es "friss oder stirb". Da zeigt sich, dass ein staatlich gedecktes Monopol potenziell ein Problem wird.

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Ich brauche keine Aufklärung

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 10:57 (vor 2509 Tagen) @ J-C

Als du 10 warst, war die DDR schon weg. Nichts gegen dich, aber nach viel Lebenserfahrung klingt das ehrlich gesagt nucht.

Da widerspreche ich. Bin selbst sogar erst Jahrgang 1982, habe die DDR aber selbst noch relativ bewusst erlebt.

Warum?

Das Leben war damals viel bewusster, vor allem für Kinder. Da gabs keine SUVs, in die sie gesetzt und mit nem Videospiel in der Hand bis vor die Schultür gefahren wurden.
Ich selbst bin schon im Kindergarten, im letzten Jahr vor der Einschulung (88/89) allein nachmittags mit Bus und Straßenbahn quer durch die ganze Stadt zur Arbeitsstelle meiner Mutter gefahren. Meist problemlos, aber ich erinnere mich z.B. auch daran, dass die Straßenbahn einmal aufgrund eines Unfalls nicht weiterfahren konnte und ich den Rest des Weges laufen musste. All das schärft Bewusstsein und Selbstständigkeit von Kindern und dadurch auch Erinnerungen an diese Zeit.

Deutsche Reichsbahn

ktmb, Sonntag, 02.06.2019, 11:53 (vor 2509 Tagen) @ Christian_S
bearbeitet von ktmb, Sonntag, 02.06.2019, 11:58

Ich finde es schon sehr daneben, was hier JC über die DR fabuliert. Sicher war das Netz nicht das beste. Es gab unzählige Probleme und vergleichsweise sehr schwierige Startbedingungen nach dem Krieg. Es gab das berüchtigte Schwellenproblem, das für einige Zeit akut war. Menschen machen Fehler. Ist das heute bei der DB denn besser? Da werden für Milliarden Löcher in die Erde gebuddelt und zwischen Dortmund und Münster fährt der FV eingleisig.
Jedoch haben die Reichsbahner*innen mit viel Überzeugung etwas draus gemacht. Wir hatten den Städteexpress und echten Fernverkehr in die Fläche. Zeitweilig wurden mehr Güter transportiert als bei der DB. Wir hatten zudem einfach mehr Fernverkehr im Vergleich zur heutigen Situation: Man schaue sich einmal die alten Kursbücher an. Damals hatte sogar Karl-Marx-Stadt Fernverkehr. Selbst die Ostsee war besser mit dem Fernverkehr erreichbar als heute. Wenn ich mir Leipzig Hbf. heute so anschaue, ist das eigentlich nur noch ein kläglicher Rest dessen, was dort einmal in alle Himmelsrichtungen abgefahren ist. Das wird durch einen "wunderschönen" Konsumtempel unter dem Querbahnsteig übertüncht.

Bleibt festzuhalten

Power132, Sonntag, 02.06.2019, 12:47 (vor 2509 Tagen) @ J-C
bearbeitet von Power132, Sonntag, 02.06.2019, 12:50

Das Geschichtsbild von J-C über die DDR ist unverrückbar. Ein Terrorregime, dessen Überwindung die DDR Bürger auf ewig kniehend dankbar sein sollten. Persönliche Berichte und Erfahrungen sind Geschichtsglitterung und nostaligische Verharmlosung dessen - und somit unbrauchbar, in der Schilderung, was da angebelich passiert ist. Obwohl erst acht Jahre nach der politschen Wende geboren, stützt sich sein Bild auf historische Studien und Bildung die er genossen hat, alles andere zählt nicht.

Argumentativ ist ihm daher nicht beizukommen, und es ist alles falsch, wenn angeführt wird, dass es totale Überwachung, so wie er es beschreibt überhaupt nicht gegeben hat. Industirestandorte meist schon vor der Erstehung der beiden deutschen Staaten und - sieh an - auch schon vor dem ersten Weltkrieg (also vor 1914) da waren, wo sie zu DDR Zeiten auch betrieben wurden, Plattenbauten (wo sonst hätte man vier bis zehntausend Beschäftigte sinnvoll und arbeitsnah unterbringen sollen) ein Schandfleck sind und nun in vielen Regionen dem Titel UNESCO Weltnaturerbe entgegenstehen.

Allgemeine Anmerkung!

Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 12:49 (vor 2509 Tagen) @ Christian_S

Huhu.

Bin selbst sogar erst Jahrgang 1982, habe die DDR aber selbst noch relativ bewusst erlebt.

Das Leben war damals viel bewusster, vor allem für Kinder. Da gabs keine SUVs, in die sie gesetzt und mit nem Videospiel in der Hand bis vor die Schultür gefahren wurden.
Ich selbst bin schon im Kindergarten, im letzten Jahr vor der Einschulung (88/89) allein nachmittags mit Bus und Straßenbahn quer durch die ganze Stadt zur Arbeitsstelle meiner Mutter gefahren. Meist problemlos, aber ich erinnere mich z.B. auch daran, dass die Straßenbahn einmal aufgrund eines Unfalls nicht weiterfahren konnte und ich den Rest des Weges laufen musste. All das schärft Bewusstsein und Selbstständigkeit von Kindern und dadurch auch Erinnerungen an diese Zeit.


Das war aber damals im Westen auch nicht anders.


Was generell noch klarzustellen ist: es geht nicht darum, dass die "Ostler" schlechtere Menschen sind. Im Gegenteil, was ich immer bewunder(t)e, ist das zwischen-den-Zeilen-lesen und -formulieren und die Improvisationskunst und ein gewisser Zusammenhalt.

Beispiel: im IC Leipzig - Ruhrgebiet in den 1990ern. Wir standen mit etlichen Reisenden vorne beim Lokführer und diskutierten. Aussage einiger Ruhrpottrentner: ewig hat der Zug Verspätung wegen der Baustellen im Osten. Es gab Widerspruch. Die erlebte Realität: zwischen Halle und Magdeburg auf geschätzt 10 bis 15 km eingleisiger Betrieb. Wir fingen gerade das Abbremsen an vorm roten Signal, da rumpelte der Gegenzug an uns vorbei. Noch vor Stillstand war grün, ab durch die Baustelle, dann wieder auf eigene Gleis, keine 30 Sek später kam der nächste Gegenzug entgegen. Wir waren pünktlich in Magdeburg. Und pünktlich in Helmstedt. Hinter Braunschweig war dann auf 100 Metern auch eine Baustelle - und wir hatten danach 15 Min Verspätung.

Und das war kein Einzelerlebnis. Mit Widrigkeiten, die es reichlich gab! (der Zustand des Netzes war unterirdisch!) kam man im Reichsbahnland deutlich besser zurecht als mit Störungen im Bundesbahnland.

Was aber eben auch richtig ist: 1989 war die DDR ruiniert. Und geblüht hat da nichts und bunt war da auch nichts. Ich stand 3 Tage nach der Wende in Helmstedt auf der Autobahn am berühmten weißen Strich, der die Staatsgrenze markierte und sah den Jubel der ca 10 Std im Stau stehenden Menschen, als sie über eben diesen Strich fuhren und im Westen waren. Ich sah, was in Helmstedt und Co. los war. Ich war wenige Tage, nachdem wir Westler einfach in die DDR durften (Ende 1989) erstmals dort und seitdem regelmäßig. So zu tun, als habe die Wende dort für den Verfall gesorgt, ist Geschichtsklitterung. 1989 war alles verfallen! Was sich seitdem verschärft hat, drastisch, sind die Gegensätze. Wie von Henrik richtig angemerkt, viele Highlights und Hotspots und Verbesserungen und Gewinner auf der einen Seite - auf der anderen Seite, wo kein Geld ankommt, weiterer ungebremster Verfall und Verlierer. Das einst homogene, wenn auch auf extrem niedrigem Niveau, ist vorbei und es ist differenzierter geworden. Im Westen war es im Prinzip von Anfang an differenziert, wenn auch natürlich nicht von Beginn an drastisch.

Ach ja, und es ist nicht die Intention, den DDR-Bürger verantwortlich zu machen für die Zustände in der DDR. Ihm wurde ein Gesellschaftssystem übergestülpt, welches eben, wie anderswo von mir ausgeführt, widernatürlich war und ist und nirgends auf der Welt mittel- und langfristig funktioniert. Weil das Wesen des Menschen nicht zum System passt. In anderen Ländern, die das Gesellschaftssystem propagier(t)en, sah und sieht es ja nicht anders aus.


Schöne Grüße von jörg

Du brauchst wirklich noch ...

Garfield_1905, Sonntag, 02.06.2019, 13:13 (vor 2509 Tagen) @ J-C

(...) Russland und die USA waren damals beides die Großmächte. Russland hätte das Potenzial eines Marshall-Planes wie durch die USA gehabt.

... viel Geschichtsunterricht. Schau' einfach mal nach, wie es in de UdSSR nach dem Krieg ausgesehen hat und zudem wieviel Menschen dort umgekommen bzw. ermordet wurden. Und vergleich' das dann mal mit den USA.

Ob man aus Sicht der UdSSR die Reparationen so konsequent hätte durchführen müssen und ob sie dort viel genutzt haben, darüber mag man streiten. Die Lust des sowjetischen Volkes, 'den Deutschen' nach dem Krieg irgendwie zu helfen, war aber wohl - nachvollziehbar - nicht besonders groß. Wie gesagt: In Geschichte besser aufpassen !

Deutsche Reichsbahn

Christian_S, Sonntag, 02.06.2019, 13:30 (vor 2509 Tagen) @ ktmb

Ich finde es schon sehr daneben, was hier JC über die DR fabuliert. Sicher war das Netz nicht das beste. Es gab unzählige Probleme und vergleichsweise sehr schwierige Startbedingungen nach dem Krieg. Es gab das berüchtigte Schwellenproblem, das für einige Zeit akut war. Menschen machen Fehler. Ist das heute bei der DB denn besser?

Die DR war wirklich keinesfalls schlecht. Klar gabs Unterschiede zur BRD, die hatten aber sowohl mit Ressourcen als auch ganz anderem Bedarf zu tun. Enorm viel Güterverkehr rollte in der DDR auf der Schiene. Personenverkehr war hauptsächlich um die Arbeiter herum ausgerichtet, aber natürlich gabs auch täglich verkehrende Schnellzüge zwischen allen größeren Städten des Landes. Nur eben kein Taktverkehr wie heute. Trotzdem, mit bissl Planung waren sowohl größere Reisen problemlos möglich als auch das tägliche Pendeln zur Arbeit. Und lange Saisonzüge an die Ostsee, aber auch nach Ungarn und Bulgarien gabs damals ebenso. Selbst mehrfach damit gefahren.

Die Bahnhöfe waren sicher nicht so chic wie heute, sahen aber doch zumeist noch deutlich besser und gepflegter aus als Ende der 90er. Lampen waren in gutem Zustand, Sitzgelegenheiten nicht verdreckt, immer wieder standen auch gepflegte Blumenkübel da ...

Ja, es war anders als heute. Damals gabs aber auch noch keine Apps, Navigatoren und auch keine Studenten-all-you-can-ride Karten (allenfalls für Reichsbahner).
Aber sowas gabs damals auch bei der DB noch lange nicht ;-)

Falkenberg (tief)

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 02.06.2019, 21:28 (vor 2509 Tagen) @ ffz

Keine Ahnung, ob der Bahnhof bei der verbal-intensiven Geschichtsschlacht hier schon genannt wurde. Aber vor etwa einem Jahr bot der Bahnsteig beim Warten auf den RE nach Berlin ein für meinen Geschmack starkes Reichsbahn-Flair. Im geschlossenen Kiosk wurde mit Apfelmost geworben - weiß heute wohl kaum einer mehr was das ist.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

DR ...

Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 21:53 (vor 2509 Tagen) @ ktmb

Huhu.

(...) die DR fabuliert. Sicher war das Netz nicht das beste.

Nett ausgedrückt. Es war völlig kaputt.

Es gab (...) vergleichsweise sehr schwierige Startbedingungen nach dem Krieg.

Relativ ... Und für Reparationen eines Bruderstaates kann man eher weniger den bösen Klassenfeind verantwortlich machen.

Wir hatten den Städteexpress

Der allerdings aufgrund einer grandiosen sozialistischen Fehlplanung entstand!! Weil wer anders auch schon pleite war. Außerdem war der weniger für die Arbeiterklasse da, sondern diente vorrangig dazu, die verwaltenden Plüschetagen in die Hauptstadt der DDR zu bekommen. Morgens nach Berlin, abends in die Provinz - und immer Vorrang vor Zügen für's einfache Volk.

und echten Fernverkehr in die Fläche.

Jau! Und den Leerwagenausgleich am frühen Morgen. Da mußten die Werktätigen im Arbeiterzug schon mal warten, damit die hochwichtigen Leergüterwagen aus dem eigenen Bezirk verschwanden. Den Hintergrund wirst du kennen.

Wir hatten zudem einfach mehr Fernverkehr im Vergleich zur heutigen Situation: Man schaue sich einmal die alten Kursbücher an.

Ein schöner Tipp! Schau aber gleich mit auf die Fahrzeiten und ihre Entwicklung in den Jahren der DDR und vergleiche sie mit dem heute möglichen.

Natürlich ist richtig, dass die DR im Verkehrsmix eine andere Stellung hatte als die DB. Allerdings war die Infrastruktur noch unterfinanzierter als bei der DB. Wobei das Straßennetz der DDR ebenfalls deutlich ruinierter war als in der BRD.

Schöne Grüße von jörg

.muss aber erwirtschaftet werden ...

Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 22:03 (vor 2509 Tagen) @ Power132
bearbeitet von Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 22:03

Huhu.

Die Platte mag heutzutage morbide und wenig ansehnlich sein. Aber früher, war es das Mittel um schnell viele Leute nah zur Arbeitsstätte unterzubringen. Und der Wohnraum war ausreichend für Familen, kein übertriebener Luxus aber man hatte bezahlbares Dach über dem Kopf. (...) Und es war für damalige Verhältnisse (in der Gegenüberstellung von Lohn und Lebenshaltungskosten) angemessen (...)

Ja, der "Alltag" war "günstig": Grundnahrungsmittel, Wohnung, ÖPNV, Energie.

Nur halt alles hochsubventioniert mit Geld, was überhaupt gar nicht erwirtschaftet wurde.

Führte dann z.B. dazu, dass die Heizung kein Thermostat hatte. Aus oder volle Pulle an - wurde es zu warm, lüftete man halt. War ja alles egal, kostete ja den Mieter fast nichts ...

so dass durchaus Geld für Urlaub oder auch mal Besonderes über geblieben ist.

Wenn es denn mal was "Besonderes" zu kaufen gab ...

Schöne Grüße von jörg

So "schön" wie früher wird's da nie wieder ...

Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 22:11 (vor 2509 Tagen) @ Alibizugpaar
bearbeitet von Blaschke, Sonntag, 02.06.2019, 22:13

Huhu.

Keine Ahnung, ob der Bahnhof bei der verbal-intensiven Geschichtsschlacht hier schon genannt wurde. Aber vor etwa einem Jahr bot der Bahnsteig beim Warten auf den RE nach Berlin ein für meinen Geschmack starkes Reichsbahn-Flair. Im geschlossenen Kiosk wurde mit Apfelmost geworben - weiß heute wohl kaum einer mehr was das ist.

Ja, unten ist wohl noch nicht viel passiert. Oben mußte man ja, weil das ganze Ensemble ziemlich einsturzgefährdet war. Aber hier lernen wir ja, dass das nur an den 10 Jahren Kapitalismus lag und nicht etwa an den 40 Jahren Kommunismus zuvor.

Immerhin wäre das alte Falkenberg oben für DB FV ein Segen: umgekehrte Wagenreihung wäre kein Problem. Denn vorm und am Bahnsteig war eh nur 10 km/h erlaubt. Jeder Zug zuckelte also urgemütlich rein. Da konnte man sich während der Einfahrt in Ruhe durch gemütliches Mitlaufen oder Entgegenlaufen passend positionieren.

Wobei die östliche Hälfte des Bahnsteiges, der sich auf der Brücke befand, gesperrt war; Betreten streng verboten.


Schöne Grüße von jörg

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