Enttäuschende Rechercheleistung des SPIEGELS (Allgemeines Forum)

Aphex Twin, Mittwoch, 17. April 2019, 15:13 (vor 216 Tagen) @ bigbug21

Schon klar. Nur: Die Fahrschaulinie ist vielfach nicht plausibel, das Niveau der Fahrzeitreserven ungewöhnlich hoch. So fährt der Zug nach Paris zwischen den Minuten ~10 und ~25 mit 180 km/h und beschleunigt dann kurzzeitig auf rund 190 km/h, bevor er auf rund 70 km/h abbremst. Tatsächlich ist die Strecke Mannheim--Stuttgart durchgängig mit 250 km/h befahrbar, bevor die Verbindungskurve Richtung Karlsruhe mit 100 km/h befahren wird.

Es verwundert damit auch nicht, dass die Planfahrzeit und die auf Spiegel Online ausgewiesenen Fahrzeiten nicht zusammenpassen: Während der TGV die rund 86 km zwischen Stuttgart und Karlsruhe ziemlich straff in gerade einmal gut 35 Minuten fährt, soll er in weiten Teilen 50 und mehr km/h langsamer als zulässig und fahrdynamisch möglich fahren. Kein Wunder, dass er laut Fahrschaulinie des Spiegels erst nach gut 45 Minuten in Karlsruhe ankommen soll.

Wenn der Spiegel darstellt (hier als Beispielsrechnung mit stark vereinfachten Zahlen) dass ein ICE 10 km mit 80 km/h, dann 80 km mit 200 km/h und dann wieder 10 km mit 80 km/h fährt ist dies nur eine andere Schreibweise für eine Fahrzeit nach Fahrplan von 34 min (7.5 min mit 80 km/h, 24 min mit 200 km/h, 7.5 min mit 80 km/h) und eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 176.5 km/h. Genauso wenig wie letzteres bedeutet dass der Zug die gesamte Strecke konstant mit 176.5 km/h fährt bedeutet das Geschwindigkeitsprofil des Spiegels dass der Zug erst 80, dann 200, und dann wieder 80 km/h fährt. Was das Geschwindigkeitsprofil des Spiegels aufzeigt ist dass in einer theoretischen Welt in der Zug immer X Prozent langsamer als die Streckenhöchstgeschwindigkeit fährt, der Fahrplan eingehalten werden könnte (wobei hier mit 1 - 190/250, X = 24% wäre).


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