Von korsischer Eisenbahn und russischem Nachtzug – Forts. (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 16.04.2019, 17:23 (vor 2534 Tagen) @ TD

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Der Bahnhof von Calvi liegt am Rande der Innenstadt. Er wurde als Durchgangsbahnhof angelegt, da es seinerzeit Pläne für eine Direktverbindung an der Küste entlang bis Ajaccio gab. Der 1889 eröffnete Bahnhof blieb jedoch Endstation.

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Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich Vorfeld bei der Reisevorbereitung etwas nachlässig war und auch vor Ort nicht bemerkt hatte, dass im Vorort-Verkehr auf der „Tramway de Balagne“ noch alte Dieseltriebwagen eingesetzt werden. Schade, jene Fahrzeuge fehlen mir in meiner Sammlung. Mit dem AMG 800-Triebwagen geht es jetzt zurück, das Kürzel AMG steht für Autorail Métrique Grand confort, die Fahrzeuge sind 100 Stundenkilometer schnell.

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Gut, wirklich Neues lässt sich auf der Rückfahrt nicht entdecken – aber so ist das halt mit Stichstrecken. Trotzdem ist die Rückfahrt erst entlang der Küsten, dann hinauf in die Berge wieder beeindruckend, auch wenn einige Wolken aufziehen.

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Die Bahn windet sich in Schleifen hinauf zum Scheitelpunkt bei Novella auf 462 Meter über dem Meer. Von weitem ist schon der Bahnhof von Palasca zu sehen. Viele der Bahnhöfe und Haltepunkte entlang der Strecke liegen abseits der Ortschaften.

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Das gilt auch für das einsam gelegene Bergdorf Novella im Vallée de l'Ostriconi mit seinen 85 Einwohnern. Im 19. Jahrhundert brachten Olivenhaine der Region einen bescheidenen Wohlstand, ein verheerender Brand vernichtete 1971 die Olivenbäume und veränderte die Landschaft des Tals.

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Der Triebwagen pendelt zwischen Calvi und Ponte Leccia, am Bahnhof von Ponte Leccia steigen wir um in Richtung Bastia. Ponte Leccia war ursprünglich ein kleiner Weiler, als Bahn- und Straßenknoten entstand hier eine Ortschaft.

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Der Zug nach Bastia kommt aus Ajaccio und ist gut gefüllt, uns bleiben nur Steh- bzw. Gangplätze. Von daher habe ich von der weiteren Fahrt nach Bastia nun keine Bilder mehr. Damit endet schließlich unser Besuch bei der Chemins de fer de la Corse. In zwei Tagen haben wir das komplette Streckennetz der CFC mit seinen 32 Tunneln und 76 mittleren und großen Brücken befahren. Bis zum Zweiten Weltkrieg gab es auf Korsika noch eine weitere Strecke an der Ostküste, diese wurde im Krieg zerstört und nicht mehr wiederaufgebaut.

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Bis wir in Bastia angekommen sind und das Gepäck ins Hotel gebracht haben, wird es auch schon dunkel. Hier sind wir auf der Place Saint Nicolas mit der Statue von Napoléon Bonaparte.

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Vorbei an der Kapelle Oratoire de l'Immaculée-Conception aus dem Jahr 1609...

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...laufen wir zum alten Hafen - und mit einem Blick zur Barockkirche Saint-Jean-Baptiste beenden wir diesen Teil des Reiseberichts.

In den nächsten Tagen folgt der dritte Teil mit der Überfahrt nach Nizza und dem russischen Nachtzug von Nizza nach Österreich.

Viele Grüße

Tobias

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