Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.03.2019, 12:03 (vor 2588 Tagen)

Hallo ICE-Fans,

vor einigen Jahren fuhr der Berlin-Amsterdam-IC nicht nach Amsterdam Centraal, sondern nach Amsterdam Zuid und weiter nach Schiphol (s.i.w. einiger Zeit sogar weiter nach Den Haag).
Das wurde aber ziemlich rasch rückgängig gemacht, weil die Reisenden lieber in der Innenstadt von Amsterdam sein möchten, statt am Stadtrand.

Das war aber in einer Zeit, als es die Nord-Süd-Stadtbahn / Metro 52 noch nicht gab. Jetzt wenn diese vorhanden ist, gibt es bei uns die Diskussion, sämtliche Fernzüge (Thalys, e320, Berlin-IC, ICE International, ggf. nightjet?) nach Amsterdam Zuid zu schicken.

Argumente dafür:

1. Reiseziel ist Innenstadt, nicht irgendwelcher Bahnhof (das ist eher etwas für Bahnfans). Auch wenn man nach Amsterdam Centraal reist, dauert es ein bisschen bevor man die Innenstadt erreicht hat. Manchmal ist es schneller, nach Amsterdam Zuid zu reisen und dort auf die Metro 52 umzusteigen.
2. Amsterdam Zuid und Schiphol bieten Umsteigeverbindungen die Amsterdam Centraal nicht anbietet, z.B. "IC" nach Zwolle/Groningen/Leeuwarden (weniger ein Thema wenn man von Berlin kommt, eher von Brüssel kommend).
3. Amsterdam Zuid ist ein mehr überschaubarer Bahnhof als Amsterdam Centraal.
4. Nicht-haltende Züge können am Stadtrand schneller vorbeifahren als durch einen Hauptbahnhof in der Stadtmitte. OK, betrifft Amsterdam weniger, dafür aber deutsche Städte.

Argumente dagegen:

1. Bahnhofsfeeling. In Amsterdam Centraal wird man als Fahrgast empfangen, in Amsterdam Zuid als Beförderungsfall abgeliefert. Allerdings sieht man die schöne Fassade erst wenn man den Bahnhof verlassen hat.
2. Amsterdam Centraal bietet Umsteigeverbindungen die Amsterdam Zuid nicht bietet, z.B. nach Haarlem, Alkmaar und Den Helder.
3. unbekanntes Zugziel: Schiphol kennt keiner, Amsterdam aber schon. Kann man aber leicht lösen = umbenennen nach "Amsterdam Airport (Schiphol)".

Jetzt stelle ich mich die Frage: ist es, in einer Zeit in der man gerne schneller fahren möchte, nicht besser, am Stadtrand zu halten statt in der Innenstadt?
Konkret: nicht Mannheim Hbf oder Heidelberg Hbf, sondern "Mannheim/Heidelberg ICE"?

1. die Korrespondenz Frankflug/Frankfurt - Karlsruhe/Stuttgart kann in "Mannheim/Heidelberg ICE" stattfinden. Meinetwegen halbstündlich. Entlastet damit MA Hbf.
2. MA Hbf und HD Hbf kann man nach wie vor mit IC-Zügen anbinden.
3. MA Hbf und HD Hbf sind ab "Mannheim/Heidelberg ICE" mit RE/S oder meinetwegen Trambahn erreichbar; man kommt dank feiner verteilter Haltestellen ggf. näher zum Ort wo man wirklich sein möchte.
4. nicht-haltende Züge können mit Streckengeschwindigkeit vorbeifahren und brauchen nicht durch MA Hbf oder HD Hbf zu schleichen.
5. "Mannheim/Heidelberg ICE" durfte näher an den Autobahnen liegen; man kann also von der Gegend den Bahnhof leichter erreichen, das Auto am Ortsrand stehen lassen und die Innenstädte von Autofahrten befreien.
6. durchgehende Neubaustrecken ausserhalb der Städte ermöglicht Verbannung von schallreichen Güterzügen und Gefahrgüterzügen aus den Innenstädten. Kommt also Ruhe und Sicherheit zugute. Im Strassenverkehr funktioniert das ja auch; es fahren hier keine Gefahrgut-LKWs kreuz durch Eindhoven.
7. "Mannheim/Heidelberg ICE" durfte bahntechnisch einfacher sein = weniger Weichen. Man kann also mit dem haltenden ICE schnell rein und schnell wieder raus.
8. "Mannheim/Heidelberg ICE" durfte überschaubarer sein = man findet sein/ihr Gleis einfacher, Fahrgastwechsel kosten vermutlich auch weniger Zeit. Zwei Bahnsteige sollten dem Fernverkehr reichen, einer pro Richtung.
9. Umstiege von "Mannheim/Heidelberg ICE" Richtung Umfeld kann man dadurch verbessern, dass Regios, die in Mannheim (Heidelberg) enden, nach Heidelberg (Mannheim) weiterfahren.
10. wenn man doch ohne Widerrede halten muss ("Rhein/Neckar zu wichtig"), geht das immer noch. Aber wenn man irgendwann doch der eine oder andere Zug ohne Halt vorbeifahren lassen möchte (meinetwegen ein Cargo-ICE), ist die benötigte Infra schon da.

Gegenargumente:

1. es gibt auch Ost-West Fernverkehr in Mannheim, nämlich der ICE/TGV nach Paris. Dieser muss man irgendwie vernünftig an die Rennbahn anbinden, und ich sehe zur Zeit nicht wie man dass am besten macht.
2. ein Fernzug Saarbrücken-Stuttgart-München würde nicht an "Mannheim/Heidelberg ICE" vorbeikommen (weil ja via Pfingstbergtunnel geleitet) und kann somit nur in MA Hbf Umstiege erstellen. Alternative wäre Streckenführung via Heidelberg, aber das dauert länger als die Direktverbindung, weil man erst bei Bruchsal auf die Rennbahn kommt.
3. zwar kann man "Mannheim/Heidelberg ICE" als Turmbahnhof bauen, aber dann sind Umstiege zwischen MA-HD Fernverkehr und die Nord-Süd-Strecke garantiert nicht ebenerdig.

Dennoch denke ich, dass diese Nachteile eher im Korb "man kann es nicht allen Recht tun" gehören und summa summarum die Vorteile von "Mannheim/Heidelberg ICE" ausschlaggebend sind.

Wie seht Ihr das?


gruß,

Oscar (NL).

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Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

ICE-TD, Freitag, 08.03.2019, 12:16 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Die Bahn gewinnt ihren Zeitvorteil gegenüber dem Flugzeug weil sie bis in die Innenstädte fährt. Wenn ein Zug von Düsseldorf ICE vor den Toren der Stadt nach München ICE fährt kann der Reisende auch gleich den Flieger nehmen, damit ist er schneller.

FV am Stadtrand -> massiv beste Anbindung last mile nötig

sfn17, Freitag, 08.03.2019, 16:06 (vor 2588 Tagen) @ ICE-TD

Die Bahn gewinnt ihren Zeitvorteil gegenüber dem Flugzeug weil sie bis in die Innenstädte fährt.

Wie in der Überschrift angedeutet: Wenn die Deutsche Bahn einen ICE-Bahnhof am Stadtrand installiert, muss der örtliche Nahverkehr fett nachziehen, und das wird er nicht tun.

Die diversen Stadtrandbahnhöfe europaweit funktionieren doch nur deswegen, weil die örtliche NV-Infrastruktur jeweils gewachsen und stark ausgebaut ist und man bei der Anfahrt auf der letzten Meile quasi gar nicht merkt, dass man eigentlich zu einem Stadtrand fährt (z.B. Montparnasse oder Austerlitz). Oft muss man nicht einmal den "alten" Hauptbahnhof berühren.

Mit ein Grund, warum etwa Frankfurt Süd nicht völlig unpopulär ist.

Kassel-Wilhelmshöhe.

martarosenberg, Freitag, 08.03.2019, 17:18 (vor 2588 Tagen) @ sfn17

Die Bahn gewinnt ihren Zeitvorteil gegenüber dem Flugzeug weil sie bis in die Innenstädte fährt.


Wie in der Überschrift angedeutet: Wenn die Deutsche Bahn einen ICE-Bahnhof am Stadtrand installiert, muss der örtliche Nahverkehr fett nachziehen, und das wird er nicht tun.

Kassel-Wilhelmshöhe ist doch in Deutschland ein gut funktionierendes Beispiel für einen "Haupt"-Bahnhof eher am Rand der Stadt.

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

Lumi25, Freitag, 08.03.2019, 12:28 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Kommt eher auf die Stadt an und auf den dortigen ÖPNV bzw. wie der Bahnhof draußen an die Innenstadt angebunden ist.

In Köln z.B. ist es relativ irrelevant ob man nun in Deutz (Tief) oder am Hbf aussteigt. Die Probleme in Deutz liegen nicht an der Anbindung sondern eher am Bahnhofsumfeld so wie der fehlenden Barrierefreiheit.

Des weiteren fahren abends einige Leistungen nicht ab Köln-Messe/Deutz sondern erst vom Kölner Hbf z.B. der RE 5 um 22.32 Uhr nach Koblenz der in Köln Hbf eine Kurzwende hat als auch die RB 48 um 22.36 Uhr nach Bonn-Mehlem. Insbesondere die RB 48 kommt zumindest wochentags leer aus Richtung Deutz. Da verstehe ich es nicht so ganz warum diese nicht ab Deutz losfährt.

In Flensburg gibt es auch die Diskussion den Fernverkehrshalt nach Weiche zu verlagern. Das kann gelingen, wenn man den Bahnhof gut mit ÖPNV erschließt.

Dagegen halte ich das Modell Limburg (Bahnhof in der Stadt und ICE-Bahnhof draußen auf dem Feld) für totalen Mist. Da ist dann Montabaur doch das bessere Modell.

"Köln ICE"

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.03.2019, 15:03 (vor 2588 Tagen) @ Lumi25

Hallo Lumi25,

In Köln z.B. ist es relativ irrelevant ob man nun in Deutz (Tief) oder am Hbf aussteigt. Die Probleme in Deutz liegen nicht an der Anbindung sondern eher am Bahnhofsumfeld so wie der fehlenden Barrierefreiheit.

Des weiteren fahren abends einige Leistungen nicht ab Köln-Messe/Deutz sondern erst vom Kölner Hbf z.B. der RE 5 um 22.32 Uhr nach Koblenz der in Köln Hbf eine Kurzwende hat als auch die RB 48 um 22.36 Uhr nach Bonn-Mehlem. Insbesondere die RB 48 kommt zumindest wochentags leer aus Richtung Deutz. Da verstehe ich es nicht so ganz warum diese nicht ab Deutz losfährt.

Der grosse Engpass in Köln ist die Kombi Hbf + Hohenzollernbrücke. Mittlerweile erfahre ich die als dermassen unzuverlässig, dass ich Köln Hbf für FV-Umstiege vermeide. Dann steige ich lieber bereits in Düsseldorf gleich im richtigen Zug.
Köln Messe Deutz 11/12 als "Köln ICE" hat zuviele Limitfaktoren.
Wenn schon "Köln ICE", dann muss dieser Bahnhof weiter Richtung Osten. Aber dann ist man auch weiter vom Hbf entfernt.
Köln Mülheim als eine Art "Köln ICE" ist zu nördlich. Man könnte den Austausch zwischen Düsseldorf/Wuppertal - Rennbahn/linksrheinisch nach K-Mülheim verlagern, aber der Bahnhof kann z.B. keine Verkehre aus Aachen aufnehmen. Im schlimmsten Fall muss ich sowohl in Köln Hbf als in "Köln ICE" umsteigen.

Hier braucht man vermutlich eher so eine Lösung wie in Amsterdam. In Amsterdam ist der "Fernverkehr" über 5 Bahnhöfe verteilt (Centraal, Zuid, Bijlmer, Amstel, Sloterdijk). In Köln müssen wohl auch mehrere Bahnhöfe die Rolle von "Köln ICE" übernehmen. Hinzu muss auch eine leistungsfähige Stadtbahn her (wie in Amsterdam), damit man leicht von einem Bahnhof zum anderen kommt. Ich berichtete schon eher.


gruß,

Oscar (NL).

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"Köln ICE"

martin.elsner, Freitag, 08.03.2019, 16:20 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Hehe, gerade Köln und Amsterdam beim Stadtbahn Bau in einem Thread zu erwähnen... beide Städte habe mit den aktuellen Projekten ja genug Probleme gehabt. Beim Bau der M52 ist ja auch nicht immer oberhalb der Baustelle unverändert stehen geblieben. Aber jetzt wo es fertig ist, zumindest auf dem kurzen Stück das ich genutzt habe, ist die M52 sehr schön.
Martin

"Köln ICE"

Lumi25, Samstag, 09.03.2019, 02:07 (vor 2587 Tagen) @ martin.elsner

Amsterdam hat aber eine Metro was Köln hat ist für eine Millionenstadt geradezu lächerlich. Man kann nicht mal eben von Köln-Mülheim in 10-15 Minuten schnell nach Köln Süd fahren. Die Linie 18 fährt ja auch schön am Bf. Süd vorbei und hält dort gar nicht.

Wenn ausgliedern, dann bitte alles!

JumpUp, Freitag, 08.03.2019, 12:42 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Insgesamt bin ich ein Freund von neuer Eisenbahninfrastruktur auf der grünen Wiese.
Wir sehen es in vielen deutschen innerstädtischen Hauptbahnhöfen, bestes Beispiel Hamburg:
Die Bahnsteige sind zu kurz und zu schmal, es gibt insgesamt zu wenig Bahnsteige, die An- und Abreise mit dem Auto ist eine qual, da man sich einmal durch die gesamte Innenstadt kämpfen muss, auf wenigen Quadratmetern teilen sich am Vorplatz Stadtbusse, Fußgänger, Taxen und Zulieferer die Fläche untereinander auf. Und der Verkehr wird steigen und das massiv, eine Erweiterung des Hauptbahnhofs ist nicht möglich, da links und rechts der Hauptbahnhofs schon alles zugebaut ist,. Daher konsequent neue Bahnhöfe auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt bauen. Dann diese ordentlich entwickeln, mit Bus, Tram, S- und U-Bahn gut verknüpfen, Autobahnzubringer und großes Parkhaus.

Der alte Hauptbahnhof muss ja nicht geschlossen werden, nur eben sollte ein Großteil des Verkehrs dorthin verlagert werden, wo eben ausreichend Platz vorhanden ist.
Kassel ist ein super Beispiel: Das Leben spielt am Bahnhof Wilhelmshöhe, direkt an der Neubaustrecke mit ICE-Verkehr durch die ganze Republik. Ein Großteil des NV hält ebenfalls in Wilhelmshöhe, fährt dann aber noch "um die Kurve" weiter zum alten Hauptbahnhof. So sollten die Konzepte insgesamt ausgestaltet werden - damit der Durchreisende Fahrgast im ICE möglichst wenig Zeit verliert, das alte Bahnhofsviertel trotzdem angeschlossen bleibt, die Korrespondenzen und überregionalen Anschlüsse aber außerhalb der Stadt gelagert sind.

Oftmals sind die Bahnhöfe ja gar nicht wirklich Innenstadtnah, Darmstadt Hbf, Karlsruhe Hbf - alles noch 30 Minuten Fußweg zu Innenstadt. Da wäre es nur konsequent zu sagen, "Wenn schon abseits gelegen, dann richtig abseits und mit großer Flächenentwicklung". Ob ich jetzt 10 Minuten in der Tram von der Innenstadt zum Hbf fahre, oder 10 Minuten im non-stop Shuttle-Zug (dafür aber 5 km weiter komme) ist dann auch wieder egal.

Kein ICE Bahnhof auf der grünen Wiese

ffz, Freitag, 08.03.2019, 14:00 (vor 2588 Tagen) @ JumpUp
bearbeitet von ffz, Freitag, 08.03.2019, 14:02

Hallo,

Kassel-Wilhelsmhöhe kann man nicht Pauschal auf Deutschland übertragen und ist auch überhaupt kein positives Beispiel aus folgenden Gründen:

Die Anbindung vom Nahverkehr an die Kasseler Innenstadt ist sehr schlecht, es fährt nur die Regiotram und der RE 30/98(Frankfurt am Main-Gießen-Kassel) weiter zum Kasseler Hbf, der RE 11 aus Düsseldorf, der RE 17 aus Hagen, der RE 9 aus Halle(Saale) sind nicht nach Kassel hbf durch gebunden. Dazu ist die Aufenthaltsqualität in Kassel-Wilhelmshöhe schlecht, das ist ein Parkhaus mit Gleisanschluss, dunkel und zugig, der Bhanhof hat nicht umsonst den Spitznamen "Palast der Winde". Aber da Kassel Hbf ein Kopfbahnhof ist ist die Anbindung der SFS nicht anders möglich gewesen, außer man hätte einen ICE-Innenstadttunnel mit Tiefbahnhof so wie jetzt in Frankfurt am Main geplant gebaut.

In den meisten Städten ist der ÖPNV auf den Hauptbahnhof ausgerichtet, das zu ändern ist sehr teuer und mit sehr viel Aufwand verbunden.

In Frankreich sind die TGV-Bahnhöfe ast immer nur per Auto erreichbar, dementsprechend gering ist auch die Nachfrage, wenn ich eh mit dem Auto fahren muss, dann kann ich das gleich auf der gesamten Strecke tun.

In Hamburg ist das "problem nur so groß, weil LNVG und NAH.SH unbedingt alle RE und viele RB Linien zum Hamburger Hbf durch binden wollen, das kostet sehr viel Kapazität, da es am Hamburger Hbf keine Abstellgleise gibt stehen die Züge dann bis zu 30 Minuten am Bahnsteig rum. Da der Fernverkehr in Deutschland nicht isoliert vom übrigen Verkehr läuft, wie das zB in Italien, Frankreich oder Spanien der Fall ist, sondern für fast alle Reisebeziehungen Nahverkehrsanschlüsse benötigt werden und diese auch von allen als wichtig betrachtet werden, würden in Deutschland fernverkehrsbahnhöfe auf der grünen Wiese nicht funktionieren. Denn wenn die Reisezeit/Umsteigezeit zu lange wird sitzen die Leute doch wieder im Flugzeug/Auto.

Hamburg hbf ist doch gerade so stark nachgefragt, weil die Verknüpfung mit S-Bahn und Hochbahn/U-Bahn so super bequem und gut ist. Die gute Erreichbarkeit mit dem Pkw ist nur dann interessant, wenn die Anbindung an den ÖPNV nicht gut ist, was Langfristig nicht funktionieren kann.

Vom Kalrsruher Hbf in die Innenstadt sind es zu Fuß wenn man langsam geht 15 Minuten, die Kaiserstraße(Fußgängerzone in Kalrsruhe) ist nicht die Innenstadt.

"Kassel ICE": Idee gut, Darstellung kann besser.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.03.2019, 16:04 (vor 2588 Tagen) @ ffz

Hallo ffz,

ich finde die Idee von Kassel-Wilhelmshöhe als "Kassel ICE" gut. Zumal Kassel Hbf ein Kopfbahnhof ist mit zeitraubender Ein-/Ausfahrt.

Zur grünen Wiese: Lorraine TGV ist grüne Wiese. Aber in Deutschland sehe ich eher eine Rolle für Stadtrandbahnhöfe wo unterschiedlichste Verkehrsträger einander treffen. In meinem Beispiel "Mannheim/Heidelberg ICE" sind das Fernbahn, Regiobahn, Trambahn, Bus und motorisierter Individualverkehr.

Die Anbindung vom Nahverkehr an die Kasseler Innenstadt ist sehr schlecht, es fährt nur die Regiotram und der RE 30/98(Frankfurt am Main-Gießen-Kassel) weiter zum Kasseler Hbf, der RE 11 aus Düsseldorf, der RE 17 aus Hagen, der RE 9 aus Halle(Saale) sind nicht nach Kassel hbf durch gebunden.

Dann muss man halt diese RE-Linien durchbinden.

Dazu ist die Aufenthaltsqualität in Kassel-Wilhelmshöhe schlecht, das ist ein Parkhaus mit Gleisanschluss, dunkel und zugig, der Bhanhof hat nicht umsonst den Spitznamen "Palast der Winde".

Fehler beim Bauplan?

In den meisten Städten ist der ÖPNV auf den Hauptbahnhof ausgerichtet, das zu ändern ist sehr teuer und mit sehr viel Aufwand verbunden.

Bin ich mir nicht sicher.
Buslinien lassen sich leicht umplanen. Erst recht in Deutschland; bei uns in NL muss man ja reichlich freie Busspuren berücksichtigen.
Mit schienengebundenem ÖPNV sieht es anders aus.

In Frankreich sind die TGV-Bahnhöfe ast immer nur per Auto erreichbar, dementsprechend gering ist auch die Nachfrage, wenn ich eh mit dem Auto fahren muss, dann kann ich das gleich auf der gesamten Strecke tun.

Nur schade, dass Jean-Pierre mit seinem Renault die 320 km/h-Marke nicht erreicht.
Gut, braucht er auch nicht, aber der TGV erzielt bessere Durchschnittswerte als Renault & Co.
Es sei denn, man muss von Lyon zum südlichen Banlieue von Paris. Dann wird die gewonnen Zeit im TGV ordentlich im RER abgebummelt.


gruß,

Oscar (NL).

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"Kassel ICE": Idee gut, Darstellung kann besser.

mdln, Freitag, 08.03.2019, 16:20 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

Die Anbindung vom Nahverkehr an die Kasseler Innenstadt ist sehr schlecht, es fährt nur die Regiotram und der RE 30/98(Frankfurt am Main-Gießen-Kassel) weiter zum Kasseler Hbf, der RE 11 aus Düsseldorf, der RE 17 aus Hagen, der RE 9 aus Halle(Saale) sind nicht nach Kassel hbf durch gebunden.


Dann muss man halt diese RE-Linien durchbinden.

gab es teilweise schonmal. Der RE17 fuhr mal eine Zeit lang mit Kopfmachen in Wilhelmshöhe weiter zum Hbf oder mit Kopfmachen am Hbf und dann Wilhelmshöhe. Das war Wochentagsabhängig wie rum gefahren wurde. offensichtling lohnte es sich nicht, sonst würde es das ja heute noch geben.

Dazu ist die Aufenthaltsqualität in Kassel-Wilhelmshöhe schlecht, das ist ein Parkhaus mit Gleisanschluss, dunkel und zugig, der Bhanhof hat nicht umsonst den Spitznamen "Palast der Winde".


Fehler beim Bauplan?

Ich würde eher sagen, dieser Baustil war damals "beliebt".


Hier noch ein Video zum Bahnhof - Damals dachte man auch über einen Tiefbahnhof unter dem Hbf nach.

gruß,

Oscar (NL).

Gruß

mdln

"Kassel ICE": Idee gut, Darstellung kann besser.

ffz, Freitag, 08.03.2019, 18:41 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo Oscar,

du darfst nicht vergessen dass der ICE in Deutschland weit mehr ist wie Hochgeschwindigkeitsverkehr um den Flugverkehr zu ersetzen und Geschäftsreisende zu ihrem Ziel zu bringen. Der ICE ist vor Allem ein Pendlerzug. Alleine nach Frankfurt am Main pendeln jeden Tag über 10000 Menschen mit dem ICE, die Pendler kommen aus: Köln, Duisburg, Düsseldorf, Limburg, Siegburg/Bonn, Montabaur, Mannheim, Karlsruhe, Offenburg, Stuttgart, Würzburg, Aschaffenburg, Fulda, Bad Hersfeld, Eisenach, Erfurt, Göttingen, Kassel, Gießen, Mrburg(Lahn),...

Kassel ist dabei der ICE Pendlerbahnhof mit dem schlechtesten Modal-Spilt was die Anreise mit dem ÖPNV zum ICE-Halt angeht, was bei der Anbindung nicht erstaunlich ist. Kein normaler Pendler setzt sich Morgens um 5 Uhr in einen Bus, oder in eine Trambahn, wenn es am Bahnhof ausreichend Parkplätze gibt, Mannheim Hauptbahnhof ist mit der Trambahn aus allen Stadtteilen ohne umsteigen zu erreichen.

Um die RE's nach Kassel Hbf durch zu binden müssten diese in Kassel-Wilhelmshöhe die Fahrtrichtung wechseln was Zeit kostet, da die Wendezeit in Kassel Hbf dann nicht mehr aus reicht bräuchte man auch noch mehr Fahrzeuge und mehr Personal, was viel Geld kostet.

Eine Buslinie um zu legen ist zwar einfacher wie bei einer Schienegebundenen Verbindung, alelrdings muss auch das vom zuständigen Regierungspräsidium genehmigt werden und die Linienkonzession entsprechend angepasst werden. Dazu müssen die Straßen geeignet sein und geeignete Umelitunsgwege müssen vorhanden sein.

In Frankreich ist das Autobahnnetz sehr gut aus gebaut, gerade rund um Paris, wenn man nicht gerade sein Ziel in der Nähe des Paries Zielbahnhofes des TGV hat und eh mit der Metro und dem Bus fahren muss, ist der Zeitgewinn des TGV ganz schnell auf gezehrt, dazu ist man mit dem Auto doch flexibler, wie der sehr abenteuerliche Fahrplan der TGV's der SNCF, Taktfahrplan ist da ein Fremdwort.

Anbindung an die Innenstadt: schlecht = gut

Benjamin.Keller, Freitag, 08.03.2019, 19:37 (vor 2588 Tagen) @ ffz

Die Anbindung vom Nahverkehr an die Kasseler Innenstadt ist sehr schlecht

Man tritt aus dem Bahnhof, schaut einmal entlang der Straßenbahngleise die Chaussee runter und sieht die Einkaufsstraße schon fast. 4 Straßenbahnlinie verbinden den Bahnhof mit dem Rest der Stadt. Und die Straßenbahnfahrt direkt auf die Einkaufsstraße ist auch kaum länger als der Fußweg vom Hauptbahnhof zu selbiger.

Hamburg.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.03.2019, 15:32 (vor 2588 Tagen) @ JumpUp

Hallo JumpUp,

Insgesamt bin ich ein Freund von neuer Eisenbahninfrastruktur auf der grünen Wiese.
Wir sehen es in vielen deutschen innerstädtischen Hauptbahnhöfen, bestes Beispiel Hamburg:
Die Bahnsteige sind zu kurz und zu schmal, es gibt insgesamt zu wenig Bahnsteige, die An- und Abreise mit dem Auto ist eine qual, da man sich einmal durch die gesamte Innenstadt kämpfen muss, auf wenigen Quadratmetern teilen sich am Vorplatz Stadtbusse, Fußgänger, Taxen und Zulieferer die Fläche untereinander auf. Und der Verkehr wird steigen und das massiv, eine Erweiterung des Hauptbahnhofs ist nicht möglich, da links und rechts der Hauptbahnhofs schon alles zugebaut ist,. Daher konsequent neue Bahnhöfe auf der grünen Wiese vor den Toren der Stadt bauen. Dann diese ordentlich entwickeln, mit Bus, Tram, S- und U-Bahn gut verknüpfen, Autobahnzubringer und großes Parkhaus.

Problem von Hamburg ist, dass hier keine Umleiterstrecke existiert.
Vom Norden kommen Fernzüge aus Westerland und Flensburg/Kiel.
Vom Süden kommen Fernzüge aus Münster, Frankfurt, München, Lübeck/Vogelfluglinie und Rostock/Berlin.
Das alles muss über eine einzige Strecke zum Hbf.

Zudem ist Hamburg sehr ausgedehnt; Amsterdam ist damit verglichen eher eine kompakte Stadt. In Amsterdam existiert eine Südumfahrung mit eigenem "Fernbahnhof" (und Metro nach Centraal). In Leiden, Schiphol und Almere kann man Richtung Centraal umsteigen (sowohl "Sprinter" als "IC").
Auch verfügt Amsterdam über eine Westumfahrung für "Sprinter" Schiphol-Hoorn, an Centraal vorbei.


gruß,

Oscar (NL).

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Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Hamburg.

Ludo, Niedersachsen, Freitag, 08.03.2019, 16:00 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Problem von Hamburg ist, dass hier keine Umleiterstrecke existiert.

Doch, die gibt es: Harburg - Abzw. Oberhafen - Rothenburgsort (--> Richtung Schwerin/Berlin) - Horn (--> Richtung Lübeck) - Barmbek - Lokstedt - Eidelstedt (--> Richtung Westerland / Kiel / Flensburg)

Gruß, Ludo

Autoerreichbarkeit des ÖV

Benjamin.Keller, Freitag, 08.03.2019, 19:42 (vor 2588 Tagen) @ JumpUp

die An- und Abreise mit dem Auto ist eine qual, da man sich einmal durch die gesamte Innenstadt kämpfen muss

Ja, der deutsche ÖV muss dringend schlecht bewertet werden wegen der beschwerlichen Anreise mit dem Auto...

Sag mal, liest du, was du da schreibst!?

Wir brauchen keine gute Autoerreichbarkeit der Bahnhöfe. Wir brauchen keine neuen Zentren auf der Grünen Wiese, die nur mit dem Auto gut zu erreichen sind und die nur dazu dienen, mit dem ICE zwischen irgendwelche Grüne-Wiesen-Zentren zu pendeln. Wir müssen die real existierenden Städte qualitativ verbinden! Das sind die Orte, wo die Menschen Zug fahren, mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren und Laufen...

verzahnter Verkehr

sflori, Freitag, 08.03.2019, 13:15 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von sflori, Freitag, 08.03.2019, 13:20

Ich packe grad mal meinen Millionen-Topf aus und werfe folgende Idee ins Rennen:

1.
Frankfurt - Mannheim - Stuttgart - Ulm
2.
Frankfurt - (an Mannheim vorbei) - Stuttgart - Ulm
3.
Frankfurt - Mannheim - (an Stuttgart vorbei) - Ulm

Und schon hab ich mir den verschissen teuren Tunnel in Stuttgart gespart. :) Mist - bin ein paar Jahre zu spät mit der Idee. ;)

Jeweils stündlich.


Bye. Flo.

verzahnter Verkehr

Steffen, Freitag, 08.03.2019, 14:23 (vor 2588 Tagen) @ sflori

Frankfurt - Mannheim - (an Stuttgart vorbei) - Ulm

Und schon hab ich mir den verschissen teuren Tunnel in Stuttgart gespart. :) Mist - bin ein paar Jahre zu spät mit der Idee. ;)

Wie fährst Du ohne neuen Tunnel schnell an Stuttgart vorbei? ;)

--
[image]

Schusterbahn

MC_Hans, 8001376, Freitag, 08.03.2019, 14:29 (vor 2588 Tagen) @ Steffen

Augen zu und durch ;-)

Schusterbahn

Steffen, Freitag, 08.03.2019, 14:32 (vor 2588 Tagen) @ MC_Hans

Augen zu und durch ;-)

Da wirst Du kräftig durchgeschüttelt, wenn die Fahrzeit kürzer als über den HbF sein Soll :D

--
[image]

Schusterbahn

sflori, Freitag, 08.03.2019, 14:55 (vor 2588 Tagen) @ Steffen

Da wirst Du kräftig durchgeschüttelt, wenn die Fahrzeit kürzer als über den HbF sein Soll :D

Ja, die meinte ich.

Habs mir aber grad mal im Atlas angeschaut. Man kommt ja gar nicht von der SFS aus Mannheim auf die Schusterbahn... das war mir nicht bewusst.


Bye. Flo.

Schusterbahn

Steffen, Freitag, 08.03.2019, 14:59 (vor 2588 Tagen) @ sflori

Habs mir aber grad mal im Atlas angeschaut. Man kommt ja gar nicht von der SFS aus Mannheim auf die Schusterbahn... das war mir nicht bewusst.

Doch! Noch im Tunnel der SFS ist eine Weiche, über die man direkt auf die Schusterbahn kommt. Das wird auch von Güterzügen nachts fleissig genutzt - und von ICE/IC, wenn Stuttgart gesperrt ist (Ersatzhalt ist dann meist Esslingen).

Die Stecke ist allerdings sehr "gemütlich" und durch die Topograhie auch nicht mal eben ausbaubar.

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Schusterbahn

MC_Hans, 8001376, Freitag, 08.03.2019, 14:59 (vor 2588 Tagen) @ Steffen

Augen zu und durch ;-)


Da wirst Du kräftig durchgeschüttelt, wenn die Fahrzeit kürzer als über den HbF sein Soll :D

Mal kurz überschlagen:

  • Schusterbahn 11 km mit vmax 70 km/h sind 9,5 Minuten Fahrzeit
  • Zuffenhausen-Hbf 9,2 km, vmax 100 km/h, Bremsverzögerung, Halte- und Wendezeit realistische null Minuten ;-), Beschleunigung auf 100 km/h, 7 km bis Untertürkheim, da komme ich auf 10 Minuten Fahrzeit...

Es kommt also aufs Fahrzeug an, obwohl, ne Draisine rumpelt sicher ganz schön ;-)

Schusterbahn

Steffen, Freitag, 08.03.2019, 15:02 (vor 2588 Tagen) @ MC_Hans

Augen zu und durch ;-)


Da wirst Du kräftig durchgeschüttelt, wenn die Fahrzeit kürzer als über den HbF sein Soll :D


Mal kurz überschlagen:

  • Schusterbahn 11 km mit vmax 70 km/h sind 9,5 Minuten Fahrzeit
  • Zuffenhausen-Hbf 9,2 km, vmax 100 km/h, Bremsverzögerung, Halte- und Wendezeit realistische null Minuten ;-), Beschleunigung auf 100 km/h, 7 km bis Untertürkheim, da komme ich auf 10 Minuten Fahrzeit...

Die 100 km/h sind unrealistisch. Ein bisschen schneller darfst Du schon rechnen ;-))

Vielleicht sparst Du am Ende 2 Minuten (einschließlich Haltezeit) - deshalb den Halt auslassen?

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Schusterbahn

sflori, Freitag, 08.03.2019, 16:19 (vor 2588 Tagen) @ Steffen

Vielleicht sparst Du am Ende 2 Minuten (einschließlich Haltezeit) - deshalb den Halt auslassen?

Bei weniger als 10 Minuten Ersparnis macht das sicherlich keinen Sinn.


Bye. Flo.

Schusterbahn

MC_Hans, 8001376, Freitag, 08.03.2019, 20:05 (vor 2588 Tagen) @ Steffen

  • Schusterbahn 11 km mit vmax 70 km/h sind 9,5 Minuten Fahrzeit
  • Zuffenhausen-Hbf 9,2 km, vmax 100 km/h, Bremsverzögerung, Halte- und Wendezeit realistische null Minuten ;-), Beschleunigung auf 100 km/h, 7 km bis Untertürkheim, da komme ich auf 10 Minuten Fahrzeit...


Die 100 km/h sind unrealistisch. Ein bisschen schneller darfst Du schon rechnen ;-))

Also bitte, ich habe mir schon Mühe gegeben, zu Deinen Gunsten zu rechnen! :-) Die Schusterbahn hat laut OpenRailwayMap nur auf ca. 800 m eine vmax von 70 km/h, sonst bis zu 90 km/h.

& die Bremskurve in den Hbf beginnt sicher nicht erst 800 m vor dem Stutzen (Höhe Budapester Platz) :-))

Vielleicht sparst Du am Ende 2 Minuten (einschließlich Haltezeit) - deshalb den Halt auslassen?

Es gab ja mal den Sprinter über die Schusterbahn (ICE 990/991) von München nach Frankfurt. Zehn Jahre lang hat der sich gehalten; lustigerweise kam irgendwann der Halt Mannheim Hbf dazu, Stuttgart ließ man dagegen weiterhin links liegen.

Ich hätte es für Stuttgart generell interessant gefunden, hätte man einen Durchgangsbahnhof in Cannstatt oder Untertürkheim ernsthaft in Betracht gezogen, sei es zusätzlich oder anstelle des Hbf. Eine gute Anbindung an die S- und U-Bahn vorausgesetzt, mit der man runter in Richtung Königstraße kommt.

Die Frage ist doch, wer die Fernbahn mitten in der Stadt braucht, wenn ein Großteil der Reisenden am Hbf nur umsteigt, sei es in die RB, den RE, die S- oder U-Bahn.

Schusterbahn-Sprinter

JanZ, HB, Freitag, 08.03.2019, 20:20 (vor 2588 Tagen) @ MC_Hans
bearbeitet von JanZ, Freitag, 08.03.2019, 20:20

Es gab ja mal den Sprinter über die Schusterbahn (ICE 990/991) von München nach Frankfurt. Zehn Jahre lang hat der sich gehalten; lustigerweise kam irgendwann der Halt Mannheim Hbf dazu, Stuttgart ließ man dagegen weiterhin links liegen.

Weiß jemand, warum es den nicht mehr gibt? Fahrgast- oder doch eher Fahrzeugmangel?

Schusterbahn-Sprinter

mdln, Freitag, 08.03.2019, 21:04 (vor 2588 Tagen) @ JanZ

Es gab ja mal den Sprinter über die Schusterbahn (ICE 990/991) von München nach Frankfurt. Zehn Jahre lang hat der sich gehalten; lustigerweise kam irgendwann der Halt Mannheim Hbf dazu, Stuttgart ließ man dagegen weiterhin links liegen.


Weiß jemand, warum es den nicht mehr gibt? Fahrgast- oder doch eher Fahrzeugmangel?

Eher letzteres;)

Schusterbahn-Sprinter

MC_Hans, 8001376, Freitag, 08.03.2019, 21:18 (vor 2588 Tagen) @ JanZ

Es gab ja mal den Sprinter über die Schusterbahn (ICE 990/991) von München nach Frankfurt. Zehn Jahre lang hat der sich gehalten; lustigerweise kam irgendwann der Halt Mannheim Hbf dazu, Stuttgart ließ man dagegen weiterhin links liegen.


Weiß jemand, warum es den nicht mehr gibt? Fahrgast- oder doch eher Fahrzeugmangel?

Sprinterzuschlag, wenig Fahrzeitvorteil ggü. Takt-ICE, zunehmende Konkurrenz durch den Flieger, hohe Trassengebühren -> ich vermute Auslastungs- und daher Wirtschaftlichkeitsgründe.

Link zum ICE-Treff

Schusterbahn-Sprinter

Lumi25, Samstag, 09.03.2019, 02:19 (vor 2587 Tagen) @ JanZ

Ganz einfach die Route über Nürnberg ist schneller seitdem die NBS Nürnberg-Ingolstadt in Betrieb ist.

Auch dort gab es mal von Köln aus ein Sprinter mit Halten in Frankfurt Süd und Nürnberg Hbf welcher immerhin Köln-München in 4 Stunden geschafft hat.

Man sieht also auch wenn die DB AG Fahrzeiten auf Hauptrouten von 4 Stunden erreichen könnte setzt diese dies nicht um. Der Takt-ICE benötigt wegen Kopfmachen und zusätzlicher Halte mindestens 30 Minuten länger.

Das wird sich erst ändern wenn S21 und die NBS Wendlingen-Ulm in Betrieb gehen und selbst dann habe ich die Befürchtung, dass auf der ICE-Linie 42 bzw. 47 die neuen Aldi-ICE (ICE 4) zum Einsatz kommen welche die 4 Stundenmarke ebenfalls nicht knacken.

Schusterbahn-Sprinter

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Samstag, 09.03.2019, 15:56 (vor 2587 Tagen) @ Lumi25

Man sieht also auch wenn die DB AG Fahrzeiten auf Hauptrouten von 4 Stunden erreichen könnte setzt diese dies nicht um. Der Takt-ICE benötigt wegen Kopfmachen und zusätzlicher Halte mindestens 30 Minuten länger.

Vielleicht, weil es am Bedarf vorbei geht. Eventuell sind die anderen Halte auf der Linie ja doch relativ wichtig, um den Zug zu füllen und wirtschaftlich zu betreiben.

Schusterbahn-Sprinter

Lumi25, Sonntag, 10.03.2019, 20:23 (vor 2586 Tagen) @ Paladin

Vielleicht, weil es am Bedarf vorbei geht. Eventuell sind die anderen Halte auf der Linie ja doch relativ wichtig, um den Zug zu füllen und wirtschaftlich zu betreiben.

Das hängt viel mehr mit der Gestaltung des Angebotes ab.

Das Problem ist einfach viele Meetings fangen um 10 Uhr an der ICE war allerdings erst um 10.09 Uhr in München Hbf. Nimmt man dann noch ein Umstieg auf die U-Bahn oder Taxi an muss man noch 20 Minuten obendrauf rechnen und schon landet man bei 10.30 Uhr.

Zurück nachmittags gab es gar keinen Sprinter nur den normalen Takt-ICE.

Mit anderen Worten das Angebot ist völlig halbherzig umgesetzt worden wie damals der Metropolitan.

Schusterbahn-Sprinter

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Sonntag, 10.03.2019, 23:51 (vor 2586 Tagen) @ Lumi25

Vielleicht, weil es am Bedarf vorbei geht. Eventuell sind die anderen Halte auf der Linie ja doch relativ wichtig, um den Zug zu füllen und wirtschaftlich zu betreiben.


Das hängt viel mehr mit der Gestaltung des Angebotes ab.

Das Problem ist einfach viele Meetings fangen um 10 Uhr an der ICE war allerdings erst um 10.09 Uhr in München Hbf.

Hm, also ich kenne auch viele Meetings, die bereits um 09:00 Uhr oder 09:30 Uhr anfangen, aber vielleicht ticken die Uhren in Süddeutschland da etwas anders...

Nimmt man dann noch ein Umstieg auf die U-Bahn oder Taxi an muss man noch 20 Minuten obendrauf rechnen und schon landet man bei 10.30 Uhr.

Gut, also wenn man um 09:30 Uhr da sein will, müsste man um 05:30 Uhr ab Köln Hbf losfahren. Ob das jetzt viel attraktiver ist als um 7 am Flughafen zu sein, um 8 loszufliegen und um 9 am Flughafen München zu sein, wage ich mal zu bezweifeln.

Geschwindigkeiten

Murrtalbahner, Freitag, 08.03.2019, 23:41 (vor 2588 Tagen) @ Steffen

Augen zu und durch ;-)


Da wirst Du kräftig durchgeschüttelt, wenn die Fahrzeit kürzer als über den HbF sein Soll :D


Mal kurz überschlagen:

  • Schusterbahn 11 km mit vmax 70 km/h sind 9,5 Minuten Fahrzeit
  • Zuffenhausen-Hbf 9,2 km, vmax 100 km/h, Bremsverzögerung, Halte- und Wendezeit realistische null Minuten ;-), Beschleunigung auf 100 km/h, 7 km bis Untertürkheim, da komme ich auf 10 Minuten Fahrzeit...


Die 100 km/h sind unrealistisch. Ein bisschen schneller darfst Du schon rechnen ;-))

Vielleicht sparst Du am Ende 2 Minuten (einschließlich Haltezeit) - deshalb den Halt auslassen?

Das "bisschen schneller" beschränkt sich aber auch auf die paar hundert Meter nach dem NBS-Tunnel. Schon die Durchfahrt Zuffenhausen ist 110km/h und in Feuerbach ist v/max 70! Danach geht zwar theoretisch wieder 100, aber wirklich beschleunigt wird da auch nicht mehr.

Wöllte man die Schusterbahn fernverkehrstauglich machen, bräuchte man einen Tunnel vom Ende der Neubaustrecke bis kurz vor Münster. Spätestens hinter dem Viadukt dürfte eine höhere Geschwindigkeit nur eine Frage des Streckenausbaus, nicht der Trassierung sein.

grüne Wiese

sflori, Freitag, 08.03.2019, 13:19 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von sflori, Freitag, 08.03.2019, 13:19

Bahnhöfe auf der grünen Wiese halte ich für sinnlos. Man kann dort zwar gut parken und schnell hinkommen, aber die Bahnhöfe wären nur ZUSÄTZLICH zu normalen Bahnhöfen geeignet. Ein Großteil der Fahrgäste möchte ja eben nicht mit dem Auto anreisen und kommt stattdessen mit Regionalzügen oder Bussen zu den ICE-Bahnhöfen. Und der Regionalverkehrt trifft sich nunmal in Mannheim Hbf. oder Kassel Hbf. usw. und nicht auf der grünen Wiese.


Bye. Flo.

Verkehrsträger optimal nutzen!

bendo, Freitag, 08.03.2019, 13:44 (vor 2588 Tagen) @ sflori

Bahnhöfe auf der grünen Wiese halte ich für sinnlos. Man kann dort zwar gut parken und schnell hinkommen, aber die Bahnhöfe wären nur ZUSÄTZLICH zu normalen Bahnhöfen geeignet.

Genau! Und als Bahnbefürworter müssen wir auch genau das (und noch viel mehr) vehement einfordern!

Ein Großteil der Fahrgäste möchte ja eben nicht mit dem Auto anreisen und kommt stattdessen mit Regionalzügen oder Bussen zu den ICE-Bahnhöfen. Und der Regionalverkehrt trifft sich nunmal in Mannheim Hbf. oder Kassel Hbf. usw. und nicht auf der grünen Wiese.

Wir sollten uns davon verabschieden, nur einen einzigen Verkehrsträger in Betracht zu ziehen und den anderen auszuschließen oder gar zu verteufeln. Ich denke, die meisten Menschen sind offen sowohl für die bahn als auch den PkW. D.h. strategisch günstige Bahnhöfe, die auf kurzer Distanz gut per PkW zu erreichen sind um dann große Entfernungen im schnellen Fernverkehr zu bewältigen halte ich für eine sehr sinnvolle Sache! Natürlich soll es auch weiterhin die Möglichkeiten geben alles bis in die Städte hinein per Bahn zu erledigen.

Ich spreche mich für schnelle Umfahrungen aus, mit jeweils Abzweigen/Anschlüsse in die Innenstadtbahnhöfe. Dies brächte v.a. die Möglichkeit, dass nicht jeder Zug durch die Stadt fahren muss und damit die Chance auch schnelle, lange Verbindungen anzubieten. Argumente wurden auch hier schon ausgetauscht.

Gruß, bendo

Verkehrsträger optimal nutzen!

sflori, Freitag, 08.03.2019, 13:52 (vor 2588 Tagen) @ bendo

Ich spreche mich für schnelle Umfahrungen aus, mit jeweils Abzweigen/Anschlüsse in die Innenstadtbahnhöfe.

Das sehe ich genauso.

Ich frage mich jedoch, warum das dort, wo es jetzt bereits möglich ist (Umfahrung Köln, Frankfurt, Stuttgart, Bremen), nicht bereits praktiziert wird. Fahrzeugmangel ist sicher ein Grund, aber man müsste sich auch mal anschauen, ob es dafür genügend Fahrgäste gäbe...


Bye. Flo.

Verkehrsträger optimal nutzen!

JanZ, HB, Freitag, 08.03.2019, 14:21 (vor 2588 Tagen) @ sflori

Ich spreche mich für schnelle Umfahrungen aus, mit jeweils Abzweigen/Anschlüsse in die Innenstadtbahnhöfe.


Das sehe ich genauso.

Ich frage mich jedoch, warum das dort, wo es jetzt bereits möglich ist (Umfahrung Köln, Frankfurt, Stuttgart, Bremen), nicht bereits praktiziert wird. Fahrzeugmangel ist sicher ein Grund, aber man müsste sich auch mal anschauen, ob es dafür genügend Fahrgäste gäbe...


Bye. Flo.

Ich kann nur mutmaßen. Ein Grund dürfte überall sein, dass man an den jeweiligen Hauptbahnhöfen bessere Anschlüsse hat. Was die einzelnen Städte betrifft:

  • Köln: Meinst du Deutz tief? Ich weiß nicht, wie viel Kapazität die zwei Gleise noch hergeben. Außerdem will man wohl möglichst wenig Züge über das schlecht und nicht barrierefrei erreichbare Gleis 12 leiten.
  • Frankfurt: Die Linie 41 fuhr ja mal eine Weile über Frankfurt Süd. Zum einen war die Fahrzeit damals nicht nennenswert kürzer, zum anderen sind laut Bahn die Fahrgastzahlen deutlich gestiegen, seit der Hbf angefahren wird.
  • Bremen: Da man Bremen Hbf vermutlich weiter stündlich bedienen (und keinen Umsteigezwang in Sagehorn oder sowas schaffen) will, ginge ein Sprinterangebot nur zusätzlich. Und wie meine Anfrage zum 2414 gezeigt hat (der übrigens in Bremen nicht hält) scheint sowas sehr schwer zwischen den NV zu quetschen zu sein.
  • Stuttgart: Vermutlich ähnlich wie Bremen, und/oder das Fahrgastpotenzial für Züge ohne Halt ist einfach zu gering.

α-Städte umgeht man nicht

flierfy, Freitag, 08.03.2019, 18:29 (vor 2588 Tagen) @ sflori

Ich frage mich jedoch, warum das dort, wo es jetzt bereits möglich ist (Umfahrung Köln, Frankfurt, Stuttgart, Bremen), nicht bereits praktiziert wird. Fahrzeugmangel ist sicher ein Grund, aber man müsste sich auch mal anschauen, ob es dafür genügend Fahrgäste gäbe...

Weil Köln, Frankfurt(M) und Stuttgart die falschen Städte für Umgehungen sind. Das sind genau jene α-Städte, in denen auch weiterhin alle Züge halten sollen. Wir brauchen die Umgehungen stattdessen für die β- und die γ-Städte.

Genannte Städte haben keine schnellen Umfahrungen..

bendo, Samstag, 09.03.2019, 11:10 (vor 2587 Tagen) @ sflori

Ich frage mich jedoch, warum das dort, wo es jetzt bereits möglich ist (Umfahrung Köln, Frankfurt, Stuttgart, Bremen), nicht bereits praktiziert wird. Fahrzeugmangel ist sicher ein Grund, aber man müsste sich auch mal anschauen, ob es dafür genügend Fahrgäste gäbe...


Bye. Flo.

Hallo Flo,

diese genannten Möglichkeiten entsprechend jetzt allerdings nicht meiner Vorstellung einer schnellen Umfahrung. Diese Umfahrungen wirken sich aktuell nicht besonders vorteilhaft aus, weil ein zusätzlicher Halt aufgrund der ohnehin niedrigen Geschwindigkeit keinen großen Mehraufwand bedeutet.
Eine zeitlich lohnende Umfahrung ist eine, auf der ungebremst mit 300km/h vorbeigefahren werden kann und
- die Geschwindigkeit nicht verringert werden muss
- kein Stopp eingelegt wird
- keine langen Stadtabschnitte zwischen zwei SFS bewältigt werden müssen
- und meist noch ein kürzerer Weg befahren wird

Gruß, bendo

Bonn ICE

ICE-TD, Freitag, 08.03.2019, 16:27 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

gibt es ja bereits, aber der Zeitvorteil gegenüber dem Hbf durch die Nutzung der SFS dürfte ganz schön schrumpfen durch die Anreise mit der Straßenbahn.

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

martin.elsner, Freitag, 08.03.2019, 16:31 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo!

Also grundsätzlich können so Bahnhöfe auf der grünen Wiese funktionieren, Kassel Wihlhelmshöhe und auch Siegburg/Bonn sind da ganz gute Beispiele. Und man sieht welchen Anziehungseffekt solche Projekte dann in Bezug auf Bevölkerungswachstum etc bieten. Limburg ist dann wieder ein Negativ Beispiel, aber Limburg ist auch keine Bevölkerungsreiche Stadt.

Die Bahnhöfe in London waren beim Bau ja auch eher noch noch am Stadtrand, die Stadt ist dann drum rum gewachsen und hat die Bahnhöfe einverleibt.

Amsterdam Zuid als Fernbahnhof würde aber sicherlich das Reiseerlebnis enorm abwerten, bevor man das den Reisenden antut muss man schon noch einiges an dem Bahnhof machen.
Ich bin vor 3 Wochen dort mal 4 Tage lang morgens + abends umgestiegen, von Hoofddrop kommend zum RAI. Es halt alles reibungslos geklappt, das war kein Problem. Aber wenn ich mir jetzt einen Touristen vorstelle der dann die Treppen dort runter kommt und quasi direkt in die Barriere läuft, das ist an Amsterdam Central schon viel schöner gelöst zumal es dort in den Passagen euch mal noch Geschäfte gibt.

Ohne vernünftige Einbindung per Nahverkehr kann man so ein Projekt allerdings knicken, daran lahmt es auch in Siegburg noch, die Anbindung nach Bonn ist ganz OK, aber das Umland, das nicht an der S-Bahn Strecke ist, hat mit dem Bus ewig lange Fahrzeiten - ich brauche von meinen Wohnort 65min bis zum Bahnhof per ÖPNV, mit dem Auto ca. 18min.

Gruß
Martin

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

Steffen, Freitag, 08.03.2019, 17:32 (vor 2588 Tagen) @ martin.elsner

Die Bahnhöfe in London waren beim Bau ja auch eher noch noch am Stadtrand, die Stadt ist dann drum rum gewachsen und hat die Bahnhöfe einverleibt.

Das ist in Deutschland nicht anders. Den neuen Stuttgarer Bahnhof hat man um 1900 sogar von der Innenstadt an den Stadtrand verlegt. Davon sieht man jetzt auch nichts mehr :-))

Der (heutige) Aachener HbF wurde seinerzeit auf der grünen Wiese zwischen zwei Städten gebaut (Aachen und Burtscheid). Inzwischen ist es eine große Stadt und der HbF mittendrin.

--
[image]

Wilhelmshöhe und Siegburg sind/waren keine grüne Wiese

flierfy, Freitag, 08.03.2019, 18:34 (vor 2588 Tagen) @ martin.elsner

Also grundsätzlich können so Bahnhöfe auf der grünen Wiese funktionieren, Kassel Wihlhelmshöhe und auch Siegburg/Bonn sind da ganz gute Beispiele.

Weder Wilhelmshöhe, noch Siegburg sind Bahnhöfe, die auf der grünen Wiese enstanden. Beide wurden in einer urbanen Umgebung angelegt bzw aus- oder umgebaut.

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

Hustensaft, Freitag, 08.03.2019, 17:15 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

Die ganze Diskussion vergisst die Bedürfnisse des Fahrgastes:
Der will möglichst bequem und mit wenigen Umstiegen ans Ziel kommen - und wenn er umsteigen muss, soll das möglichst bequem sein.

Beispiel Frankfurt Süd:
Entgegen häufiger Behauptungen ist Frankfurt Süd ziemlich unpopulär. Nicht nur, dass die Bahnsteige eng, die Überdachung kurz und Treppenplatz knapp ist, auch Anbindung und Umstiege sind suboptimal. Die U-Bahn fährt nur in Richtung Norden, wer nicht entlang dieser Strecken wohnt, muss noch einmal umsteigen (das ist ohnehin ein großes Problem in Frankfurt). Die S-Bahn fährt, aber in einem großen Bogen und erfordert einen Bahnsteigwechsel, also Treppe runter, rüber und wieder rauf, was übrigens auch für fast alle Anschlüsse an den sonstigen Regionalverkehr gilt. Zusatz Regionalverkehr: In einer halben Stunde gibt es viele Anschlüsse, in der nächsten halben Stunde fast keine; je nachdem, wie (pünktlich) ein Zug ist, ist auch das nicht attraktiv.

Beispiel Kassel-Wilhelmshöhe:
Hier verkehren viele Bus- und Straßenbahnlinien, was schon mal ein Vorteil ist, aber auch hier geht es nicht in alle Richtungen. Die Anbindung des Hauptbahnhofes und der Innenstadt ist entweder von der Taktfrequenz oder der Fahrzeit her unattraktiv. Die Örtlichkeit selbst ist zu nahezu jeder Jahreszeit ungemütlich, der bereits zitierte "Ehrentitel" (Palast der Winde) ist mehr als zutreffend.

Merke: Bahnhöfe in Randlage sind wahrlich nicht das Gelbe vom Ei.

Aber auch Innenstadtbahnhöfe haben Tücken, wobei diese in der Regel aber daraus resultieren, dass das historisch gewachsen und nie wirklich angepasst wurde.

Beispiel Hamburg Hbf:
Hier kommt man wirklich in fast alle Richtungen weg, wobei die Anschlüsse insbesondere zur U-Bahn wahrlich weder übersichtlich noch barrierefrei sind und der ZOB ein gutes Stück entfernt ist. Nicht umsonst halten viele Züge auch in Harburg und am Dammtor. Was dem Hauptbahnhof fehlt sind effektive Abstellmöglichkeiten (Gleisvorfeld) und eine leistungsfähige Verbindungsbahn, von der Problematik Gleis 8 als einzige Möglichkeit aus Richtung Nordost in Richtung Süden zu kommen ganz abgesehen. Der Neubau zweier Gleise für die S-Bahn ist kapazitätsmäßig schon lange aufgebraucht und die beiden Stege vollkommen überlastet, was aber auch daran liegt, dass man sich von den lukrativen Mieteinnahmen für viele Geschäfte nicht trennen will.

Beispiel Frankfurt Hbf:
Hier kann man zumindest bahnintern barrierefrei umsteigen, nur der U-Bahn-Anschluss ist seit 1978 (Einstellung der Linien A3 und A4) nicht mehr optimal. Im Gleisvorfeld und bei den Zuläufen gibt es Engpässe, aber insgesamt ist die Situation gar nicht schlecht.

Dabei gibt es auch Innenstadtbahnhöfe, bei denen es richtig gut läuft, beispielsweise seien Bremen, Würzburg und Nürnberg genannt. Natürlich kann man sich auch dort einige Verbesserungen vorstellen und betrieblich ist manch Wunsch offen, aber hier wäre jegliche Verlagerung definitiv eine schlechte Idee.

Endergebnis:
Bahnhöfe in der Innenstadt haben regelmäßig massive Vorteile und sollten daher erhalten und wo möglich (auch betrieblich) optimiert werden. Frage am Rande: Warum bloß hat die DB für viel Geld Berlin Hbf gebaut? Mit Ost, Zoo etc. hätte es durchaus andere Möglichkeiten gegeben.

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

ICE-TD, Freitag, 08.03.2019, 17:31 (vor 2588 Tagen) @ Hustensaft

Warum bloß hat die DB für viel Geld Berlin Hbf gebaut? Mit Ost, Zoo etc. hätte es durchaus andere Möglichkeiten gegeben.

Nein, an den anderen Bahnhöfen hätte es nicht die ideale Verknüpfungsmöglichkeit des Ost-West- und Nord-Süd-Verkehrs gegeben. Dazu hatte man aber vor allem den Vorteil das der Standort bis zur Grenzöffnung quasi Niemandsland und unbebaut war so das man hier einen Hbf mit den heutigen Verkehrsbedürfnissen neu errichten konnte. Diesen Vorteil gab es nur in Berlin durch die Teilung der Stadt. In den anderen Großstädten hat man solch eine Chance nur beim Wiederaufbau nach dem Krieg gehabt und diese nicht genutzt, dadurch sind durch die enge Bebauung kaum Erweiterungen möglich, siehe Köln Hbf und Hamburg Hbf.

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

Paladin, Hansestadt Rostock / Güstrow, Freitag, 08.03.2019, 18:03 (vor 2588 Tagen) @ Hustensaft

Beispiel Hamburg Hbf:
Hier kommt man wirklich in fast alle Richtungen weg, wobei die Anschlüsse insbesondere zur U-Bahn wahrlich weder übersichtlich noch barrierefrei sind und der ZOB ein gutes Stück entfernt ist. Nicht umsonst halten viele Züge auch in Harburg und am Dammtor.

Anschlüsse zur U-Bahn? Die fährt doch alle 5 oder 10 Minuten, muss man da wirklich die Anschlüsse sehen können? Ich denke nicht.
Der ZOB ist doch nicht ein gutes Stück entfernt! An wie vielen Bahnhöfen, die so groß sind wie der Hamburger HBF liegt der ZOB denn so dicht? In Berlin jedenfalls nicht. Und in München auch nicht.

Züge halten in Dammtor, weil ... wohl die paar Hanseln, die da ein- und aussteigen am Hauptbahnhof das Fass zum Überlaufen bringen würden. Ansonsten hat dieser Halt keinen Sinn. Man stelle sich mal vor, dass in Berlin die ICEs am Hbf und am Potsdamer Platz hielten. Oder am Tiergarten und am Hbf ...

naheliegende Bushofe, Hamburg Dammtor.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.03.2019, 19:25 (vor 2588 Tagen) @ Paladin

Hallo Paladin,

Der ZOB ist doch nicht ein gutes Stück entfernt! An wie vielen Bahnhöfen, die so groß sind wie der Hamburger HBF liegt der ZOB denn so dicht? In Berlin jedenfalls nicht. Und in München auch nicht.

Amsterdam Centraal, 15 Gleise.
Der Bushof befindet sich an der Nordseite (PDF). Dort kommen alle Stadt- und Regionalbusse. Die Halle ist überdacht.

Utrecht Centraal, 21 Gleise.
Pro: man kann von der Bahnhofshalle die Busse erreichen.
Kontra: es gibt Busse, die an der Ostseite (PDF) abfahren (Linien 2, 3, 18, 28), und die an der Westseite (PDF) (Jaarbeurs) abfahren.

Rotterdam Centraal, 16 Gleise. (PDF): etwas entfernter, aber akzeptabel.

Züge halten in Dammtor, weil ... wohl die paar Hanseln, die da ein- und aussteigen am Hauptbahnhof das Fass zum Überlaufen bringen würden. Ansonsten hat dieser Halt keinen Sinn. Man stelle sich mal vor, dass in Berlin die ICEs am Hbf und am Potsdamer Platz hielten. Oder am Tiergarten und am Hbf ...

Auf der Fahrt nach Kiel fand ich den Halt in Dammtor angenehm. Aussteigen aus dem Fernzug, warten, einsteigen in den Regionalzug. Aber vermutlich bin ich dann so eine Hansel... ;)


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Fehlende Ortskenntnis?

Hustensaft, Samstag, 09.03.2019, 08:12 (vor 2587 Tagen) @ Paladin

Anschlüsse zur U-Bahn? Die fährt doch alle 5 oder 10 Minuten, muss man da wirklich die Anschlüsse sehen können? Ich denke nicht.

Es geht dabei nicht um die Taktfrequenz, sondern um die Örtlichkeit. Es gibt keinen einheitlichen Wegweiser zur U-Bahn, da es zwei (genau genommen sogar drei) U-Bahn-Haltestellen gibt: Hauptbahnhof Nord (wenn ich aus Richtung Harburg komme muss ich dann in Fahrtrichtung und dann links aus dem Bahnhof heraus) und Hauptbahnhof Süd (dann gegen die Fahrtrichtung und rechts), wobei Süd noch die U1 und die U3 zwei unterschiedliche Abgänge haben, Fahrgäste ohne Ortskenntnis tun sich da schwer, außerdem muss man - recht atypisch - den Bahnhof verlassen.

Der ZOB ist doch nicht ein gutes Stück entfernt! An wie vielen Bahnhöfen, die so groß sind wie der Hamburger HBF liegt der ZOB denn so dicht? In Berlin jedenfalls nicht. Und in München auch nicht.

Der ZOB ist nicht gut zu sehen und man muss wissen, in welcher Richtung man den zu suchen hat. Von der Notwendigkeit der Überquerung einer sehr breiten Straße (ggf. auch zwei, je nachdem, welchen Weg man wählt) ganz abgesehen. Mit Gepäck nicht bequem und ohne Ortskenntnis schwierig, wobei erschwerend hinzu kommt, dass gar nicht alle Linien den ZOB anfahren.

Züge halten in Dammtor, weil ... wohl die paar Hanseln, die da ein- und aussteigen am Hauptbahnhof das Fass zum Überlaufen bringen würden. Ansonsten hat dieser Halt keinen Sinn. Man stelle sich mal vor, dass in Berlin die ICEs am Hbf und am Potsdamer Platz hielten. Oder am Tiergarten und am Hbf …

Nein, weil das der bequemste Ort zum bahnsteiggleichen Umstieg ist, sehr viel übersichtlicher als der Hbf ist und nebenbei gar nicht so wenig Verkehrsaufkommen als nur ein paar Hanseln hat.

Fehlende Ortskenntnis? Hamburg

RhBDirk, Samstag, 09.03.2019, 09:15 (vor 2587 Tagen) @ Hustensaft

Ortskenntnis benötigt man nicht. Einfach den Schildern folgen. Alle U Bahnenlinien sind ausgeschildert. U1 blau, U2 rot, U3 gelb, U4 hellblau.

Aber das Lesen fällt heute den meisten Leuten sehr schwer.

Nicht ganz so einfach

Hustensaft, Samstag, 09.03.2019, 10:49 (vor 2587 Tagen) @ RhBDirk

Aber das Lesen fällt heute den meisten Leuten sehr schwer.

Anders:
Otto Normalfahrgast ist auf die bundesweit üblichen Symbole "U" und "S" programmiert, die nebenbei größer und damit leichter erkennbar sind - und auch in Hamburg zum Einsatz kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass in den Fahrplanauskünften "Hauptbahnhof Süd" bzw. "Hauptbahnhof Nord" steht, diese Begrifflichkeiten aber erst unmittelbar an den jeweiligen Abgängen zu finden sind; hier muss also mehr geleistet werden, als nur ein wenig zu lesen. Selbst die S-Bahn ist ja schon nicht ganz einfach, sehe ich doch die "östlichen" Linien unmittelbar in der Bahnhofshalle, während der Tunnelbahnhof mit den "westlichen" Linien wiederum erst (nahe) am Ausgang zu erkennen ist. Was ich am Hbf schon an Suchenden gesehen habe - unvorstellbar.

Spannend übrigens (und ich denke, dass geht hier im Forum vielen ähnlich):
Wie oft werde ich auch in Städten, in denen ich Auswärtiger bin, nach dem Weg oder dem ÖPNV gefragt - wir müssen diesbezüglich irgendwie eine besondere Ausstrahlung haben ...

OT: ja, wir sknd gebrandmarkt ...

Blaschke, Samstag, 09.03.2019, 11:43 (vor 2587 Tagen) @ Hustensaft

Huhu.

Spannend übrigens (und ich denke, dass geht hier im Forum vielen ähnlich):

JAU!!! Erlebe ich auch immer wieder ... Und staune da auch jedes Mal ...

Wie oft werde ich auch in Städten, in denen ich Auswärtiger bin, nach dem Weg oder dem ÖPNV gefragt - wir müssen diesbezüglich irgendwie eine besondere Ausstrahlung haben ...

JAU!!!! Haben wir!!! Mann/Frau/Divers sieht uns das Bahnfanfuzzyfreak-sein an!


Schöne Grüße von jörg

OT: ja, wir sind gebrandmarkt ...

JanZ, HB, Samstag, 09.03.2019, 12:47 (vor 2587 Tagen) @ Blaschke

Ich hatte mal ein blaues Hemd an, weil ich von einem Geschäftstermin kam, und wartete im Eingangsbereich auf die Abfahrt des Zuges. Natürlich hielt man mich prompt für den Zub ...

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

worfie, Samstag, 09.03.2019, 09:44 (vor 2587 Tagen) @ Paladin

Anschlüsse zur U-Bahn? Die fährt doch alle 5 oder 10 Minuten, muss man da wirklich die Anschlüsse sehen können? Ich denke nicht.

Was in Hamburg Hbf übersichtlicher hätte sein können, wäre gleich auf dem Bahnsteig schon eine Beschilderung zu haben, die einem sagt, ob man nun zur Wandelhalle oder zum Südsteg hoch gehen soll, um die U-Bahn zu erreichen. Ich meine so eine Beschilderung wäre da nicht gewesen oder wenn, dann nur schlecht erkennbar. Wenn man erstmal von den Bahnsteigen weg ist, ist aber alles ausgeschildert. Barrierefrei sollte zumindest auch alles sein, wobei die Betonung auf sollte liegt. Meine Erfahrungen von damals gehen eher dahin, dass der DB, bzw. der S-Bahn Barrierefreiheit ziemlich egal ist (Fahrstuhl oder Rolltreppe kaputt: Wird dann irgendwann in ein paar Wochen oder Monaten repariert. Vielleicht.) Bei der U-Bahn kann auch mal was kaputt sein, aber da wurden (früher zumindest) Schäden relativ zeitnah behoben.

Der ZOB ist doch nicht ein gutes Stück entfernt! An wie vielen Bahnhöfen, die so groß sind wie der Hamburger HBF liegt der ZOB denn so dicht? In Berlin jedenfalls nicht. Und in München auch nicht.

Mit Ortskenntnissen und wenn der Bahnhof nicht überfüllt ist ist man in 2-5 Minuten am ZOB. Mit Gepäck im vollen Bahnhof und ohne Ortskenntnisse kann es vielleicht auch 15 Minuten dauern. Aber in Berlin? Da ist der ZOB doch gefühlt am Arm der Welt. Das Problem in Hamburg ist doch eher, dass am, bzw. in der Nähe des ZOBs immer viel dubioses Publikum unterwegs ist.

Züge halten in Dammtor, weil ... wohl die paar Hanseln, die da ein- und aussteigen am Hauptbahnhof das Fass zum Überlaufen bringen würden. Ansonsten hat dieser Halt keinen Sinn. Man stelle sich mal vor, dass in Berlin die ICEs am Hbf und am Potsdamer Platz hielten. Oder am Tiergarten und am Hbf ...

Ich vermute einfach mal historisch bedingt. Und im Gegensatz zum Zoo (wobei die Umstiegsmöglichkeiten zur U2 und U9 auch nicht zu verachten sind) bringt es eine Menge, wenn man Reisende aus Schleswig-Holstein am Dammtor umsteigen lässt, eben wegen des von dir schon angesprochenen überlaufenden Fasses. Altona ist als Kopfbahnhof ja anders als z.B. Spandau ja auch keine Alternative.
Außerdem ist (meiner persönlichen Meinung nach) Dammtor der schönste Bahnhof in Hamburg und der einzige Fernbahnhof, der nicht versifft ist.

IT: Reggio nell'Emilia AV Mediopadana.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 08.03.2019, 17:42 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 08.03.2019, 17:46

Hallo ICE-Fans,

ein mögliches gutes Beispiel finden wir in Italien, an der Strecke Mailand-Bologna.
Während Piacenza, Fidenza, Parma und Modena eigene Ausfahrten dieser Schienenautobahn haben, hat Reggio nell'Emilia einen Randstadtbahnhof "Mediopadana". Videovorstellung. 2.
Es ist in etwa das italienische Äquivalent von Montabaur oder Limburg Süd. Der Bahnhof sieht aus wie eine gigantische Kirchenorgel.

Merkmale:

+ Anbindung an die Autobahn, mit Parkgarage
+ Anbindung mit Stadt- und Regionalbussen
+ Turmbahnhof, Anbindung mit Regiobahn zur Innenstadt (3 Haltestellen)
+ ICs und FB halten im Stadtbahnhof
+ einzelne FR/Italo Züge halten im Fernbahnhof (etwa stündlich)
+ Züge, die nicht halten, rasen mit 300 km/h durch. (Video)
- etwas sterile, desolate Atmosphäre (dafür ist der Sound von durchrasenden Zügen ein Leckerbissen, zumindest für uns ICE-Fans)


gruß,

Oscar (NL).

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Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Warum sollen Pkw zum Hauptbahnhof fahren?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 08.03.2019, 18:14 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)

5. "Mannheim/Heidelberg ICE" durfte näher an den Autobahnen liegen; man kann also von der Gegend den Bahnhof leichter erreichen, das Auto am Ortsrand stehen lassen und die Innenstädte von Autofahrten befreien.

Es wäre aus meiner Sicht irre Fernzughalte auf die grüne Wiese zu verschieben, nur damit die Leute besser mit ihren Pkw dort hin kommen. Man muß mehr Parkplätze/Parkhäuser an Regional- und S-Bahnhöfen schaffen, wo die Leute auf den Zug zum nächsten Fernbahnhof wechseln können. Wenn wir hier große Knotenbahnhöfe diskutieren, dann gibt es auf den von dort ausgehenden Strecken meist dichtere Takte. Wenn irgendwann also mindestens alle halbe Stunde ein Regionalzug abgeht, braucht man die anreisende Person nicht mit dem Pkw am Hbf abholen, sondern von einem Vorortbahnhof.

Denn warum sollen Reisende, die umweltfreundlich von zu Hause mit Bus/Tram/U-Bahn starten und freiwillig eine längere Anfahrt akzeptieren (statt mit dem Pkw) jetzt noch einen weiteren Umstieg zum Grünwiesen-Fernzughalt hinnehmen? Autofahrer würden sich freuen. Aber ÖPNV-Kunden?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Fernverkehr: Halt in der Innenstadt, oder doch am Stadtrand?

thelasse, Utrecht(NL), Freitag, 08.03.2019, 18:40 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)


Argumente dagegen:

1. Bahnhofsfeeling. In Amsterdam Centraal wird man als Fahrgast empfangen, in Amsterdam Zuid als Beförderungsfall abgeliefert. Allerdings sieht man die schöne Fassade erst wenn man den Bahnhof verlassen hat.

Das Bahnhofsfeeling in Amsterdam Zuid kann man ja durch Umbaumaßnahmen verändern. Es sind doch in den nächsten Jahren sowiso einige Arbeiten (zusätzliche Bahnsteige,neuer Busbahnhof,neue Passage) geplant. Wenn man Amsterdam Zuid als Amsterdam ICE nutzen will muss man diese Arbeiten eben ein wenig ausweiten.

2. Amsterdam Centraal bietet Umsteigeverbindungen die Amsterdam Zuid nicht bietet, z.B. nach Haarlem, Alkmaar und Den Helder.

Wie du aber oben schon selbst sagst bietet Amsterdam Zuid auch Umsteigeverbindungen die Amsterdam Centraal nicht bietet.

3. unbekanntes Zugziel: Schiphol kennt keiner, Amsterdam aber schon. Kann man aber leicht lösen = umbenennen nach "Amsterdam Airport (Schiphol)".

Jetzt stelle ich mich die Frage: ist es, in einer Zeit in der man gerne schneller fahren möchte, nicht besser, am Stadtrand zu halten statt in der Innenstadt?

Ich denke ob sowas Sinn macht hängt stark von der Stadt ab. In einer Stadt wie Amsterdam wo sowiso alle internationalen Fernzüge enden sehe ich für so ein Projekt wenig Nutzen. Da der Zug sowiso in Amsterdam endet kann er dann auch nach Centraal durchfahren.
In einer Stadt wie Rotterdam oder Kassel die immer Unterwegshalt ist sieht das anders aus. Den hier kann man mit einem Bahnhof auf der grünen Wiese unter Umständen die Reisezeiten der Züge verkürzen. Aber wie andere schon sagen muss dann eine vernünftige Nahverkehrsanbindung existieren.

Wesentlicher Punkt vergessen

Murrtalbahner, Freitag, 08.03.2019, 19:37 (vor 2588 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von Murrtalbahner, Freitag, 08.03.2019, 19:37

Dennoch denke ich, dass diese Nachteile eher im Korb "man kann es nicht allen Recht tun" gehören und summa summarum die Vorteile von "Mannheim/Heidelberg ICE" ausschlaggebend sind.

Hallo Oscar,

du vergisst aber den größten Nachteil: Mannheim Hbf ist ein zentraler Umsteigepunkt zwischen Nah- und Fernverkehr. Alle Linien fahren dort vorbei inkl. mehrere Straßenbahnlinien. Baut man "Rhein/Neckar Hbf" sollte man mindestens alle S-Bahnen und Regionalzüge ebenfalls dorthin umbiegen UND noch in den Hbf. Ob das sinnvoll lösbar ist?

In meinen Augen liegt die Lösung eher in einer Schnellfahrstrecke bis kurz vor dem Hbf und nicht nur bis Zuffenhausen, Porz oder Spandau. Damit liese sich noch einiges an Zeit einsparen, wenn auch die Platznot bleibt. In Stuttgart baut man ja gerade an so einem "Stuttgart ICE" direkt unter der Innenstadt. Das Problem: Die Zuckelei zwischen Zuffenhausen und Hbf bleibt. Genau da liegt der Fehler.

Ein Punkt darf man auch nicht außer Acht lassen: Zusätzliche Umsteigevorgänge z.B. in die City machen das Bahnsystem unattraktiv. Wenn ich also ins Zentrum will, müsste ich bei "Rhein/Main Hbf" einmal mehr umsteigen. Der Effekt ist vielleicht in den Niederlanden nicht so groß wie in D, weil die Püntklichkeit und Taktfrequenz eine ganz andere ist, und dank ITF auch auf Umsteigen ausgelegt ist, aber in D nimmt die Attraktivität einer Bahnverbindung mit jedem Umstieg ab (siehe Hesse-Bahn bis Renningen statt Weil der Stadt), insbesondere beim aktuellen Image der DB.

Grüße

Wesentlicher Punkt vergessen

Aphex Twin, Freitag, 08.03.2019, 21:14 (vor 2588 Tagen) @ Murrtalbahner
bearbeitet von Aphex Twin, Freitag, 08.03.2019, 21:18

In meinen Augen liegt die Lösung eher in einer Schnellfahrstrecke bis kurz vor dem Hbf und nicht nur bis Zuffenhausen, Porz oder Spandau. Damit liese sich noch einiges an Zeit einsparen, wenn auch die Platznot bleibt. In Stuttgart baut man ja gerade an so einem "Stuttgart ICE" direkt unter der Innenstadt. Das Problem: Die Zuckelei zwischen Zuffenhausen und Hbf bleibt. Genau da liegt der Fehler.

Ich würde anstelle von 'der Fehler' eher 'ein Fehler' sagen. S21 (zwischen Zuffenhausen und sagen wir einmal Wendlingen) bringt ja eher eine Beschleunigung in der Grössenordnung von 15 Minuten, während ein zusätzlicher Tunnel von Zuffenhausen bis zum zukünftigen nördlichen Tunnelende eher eine Einsparung von vielleicht 3 Minuten bringen würde. Mit anderen Worten, 15 von möglichen 18 Minuten sind 83%, man ist schon ziemlich nah am Idealzustand.

Ich hatte einmal Gelegenheit mich kurz mit einem international tätigen Architekten/Städteplaner der an der Planung der An- bzw. Einbindung eines neuen, ausserortigen TGV-Bahnhofs in die bestehende Siedlungs- und Verkehrstruktur beteiligt war zu unterhalten. Er war auch davon überzeugt dass so etwas wie S21 (in Bezug auf die Führung von SVS) die schlussendlich richtige Lösung ist.

Wesentlicher Punkt vergessen

Murrtalbahner, Freitag, 08.03.2019, 23:31 (vor 2588 Tagen) @ Aphex Twin

Ich würde anstelle von 'der Fehler' eher 'ein Fehler' sagen. S21 (zwischen Zuffenhausen und sagen wir einmal Wendlingen) bringt ja eher eine Beschleunigung in der Grössenordnung von 15 Minuten, während ein zusätzlicher Tunnel von Zuffenhausen bis zum zukünftigen nördlichen Tunnelende eher eine Einsparung von vielleicht 3 Minuten bringen würde. Mit anderen Worten, 15 von möglichen 18 Minuten sind 83%, man ist schon ziemlich nah am Idealzustand.

Die 3 Minuten wären aber wieder 3 Minuten näher an einer Kantenzeit von 30 Minuten zwischen Mannheim und Stuttgart. Der ICE braucht heuer im Idealfall 36/37 Minuten. Minus drei wären wir bei 33 plus zusätzliche Einsparungen durch den Tunnelbahnhof. Somit käne man tatsächlich annährend an die 30 Minuten ran. Dann gäbe es mit Köln-Frankfurt-Mannheim-Stuttgart-Ulm-Augsburg ITF-taugliche Fahrzeiten.

MA-S<30min!

bendo, Samstag, 09.03.2019, 11:22 (vor 2587 Tagen) @ Murrtalbahner

Die 3 Minuten wären aber wieder 3 Minuten näher an einer Kantenzeit von 30 Minuten zwischen Mannheim und Stuttgart. Der ICE braucht heuer im Idealfall 36/37 Minuten. Minus drei wären wir bei 33 plus zusätzliche Einsparungen durch den Tunnelbahnhof. Somit käne man tatsächlich annährend an die 30 Minuten ran. Dann gäbe es mit Köln-Frankfurt-Mannheim-Stuttgart-Ulm-Augsburg ITF-taugliche Fahrzeiten.

Genau! Ich werbe immernoch für einen entsprechenden Ausbau :-)

Gruß, bendo

In dubio pro Wiese

worfie, Samstag, 09.03.2019, 09:02 (vor 2587 Tagen) @ Oscar (NL)
bearbeitet von worfie, Samstag, 09.03.2019, 09:04

Kurze Antwort: Im Zweifelsfall lieber am Stadtrand.

Lange Antwort: Es kommt doch ganz darauf an, wie der Bahnhof und die Strecke ausgestattet ist.
Ich finde das System, wie das Shinkansen-Netz hier in Japan aufgebaut ist, gar nicht mal schlecht. Da sind dann im Zweifel auch Großstadtanbindungen wie Osaka etwas außerhalb angelegt worden, was zwar die Anbindung zum Bahnhof verlängert, aber dafür die Reisezeit auf der Fernstrecke wiederum verringert. Solange diese Fernverkehrshalte gut und vor allem redundant angebunden sind, ist es doch kein so riesiges Problem.

Was die Niederlande anbelangt, kenne ich mich zu wenig aus, aber gerade Deutschland ist für mich ein Negativbeispiel.
Da baut man eine Strecke wie Frankfurt - Köln, was ja an sich nicht verkehrt ist. Aber dann fahren die Züge in Köln erst eine gefühlte Ewigkeit auf einer Altbaustrecke, bevor sie dann auf die Neubaustrecke geleitet werden.

Wie lang mag die Strecke sein? 180-190km ungefährt. Wenn ich jetzt gerade mal bei der Bahn nachschaue, veranschlagt man für die 180-190km eine Fahrtzeit von 65 Minuten. Hier in Japan wäre der Shinkansen-Bahnhof entweder ausgegliedert oder im Falle von Köln und Frankfurt wäre die Neubaustrecke auf Stelzen oder im Tunnel bis in die Stadt hineingeführt worden und man hätte vermutlich eine Fahrzeit von ca. 50 statt 65 Minuten. Der dickste Brocken in Deutschland ist dann ja noch, dass die Infrastruktur wild durcheinander gewürfelt vom NV, FV und GV genutzt wird und irgendeine popelige S-Bahn den Fernverkehr der halben Republik mit Verspätungen segnen kann.

Bei meinen Nachforschungen in der DB Auskunft habe ich gerade gesehen, dass es auch einen ICE Sprinter zwischen Frankfurt und Köln-Deutz gibt, der die Strecke in einer Rekordzeit von 35 Minuten zurücklegt, aber um 10:10 abfährt und um 11:14 Uhr ankommt. Aber gut, vielleicht hat man während meiner Abwesenheit in Deutschland wieder lokale Zeitzonen eingeführt wie anno dazumals.


Und was die Reisequalität bzw. das Bahnhofsfeeling anbelangt:
Ja, natürlich ist es ein Vorteil, so lange wie möglich umsteigefrei zu reisen, und ja, die alte Bahnhofsarchitektur in Deutschland sieht wunderbar aus. Aber hat man in Deutschland wirklich eine Aufenthaltsqualität? Öffentliche Einrichtungen werden ja von der deutschen Gesellschaft kaum respektiert und der deutsche Staat hat auch kein großes Interesse daran, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Wieviele Bahnhöfe sind mit Unrat und Graffitis verschmiert? Wie viele kleinere Bahnhöfe geschlossen, vernagelt oder gleich ganz abgerissen? Wenn ich in Hamburg aus dem Bahnhof gehe, stinkt es nach Zigarettenrauch und Verbindungstunnel zwischen Fern-, S- und U-Bahn werden nicht sauber gehalten, sondern einfach zugemauert, damit sich dort nicht Obdachlose und Drogenabhängige die Klinke geben. Am Berliner Hauptbahnhof bin ich mal durch einen Nebeneingang (vom Tiefbahnhof aus) rausgegangen. Draußen lag bestimmt ein 30-40cm hoher Müllberg und es stank nach Urin. Naja, vermutlich Berliner Gemütlichkeit. Und dann noch diese ganzen Geschichten, die man z.B. aus Köln hört, wo Verbrecherbanden systematisch die Aufenthaltszeit von Zügen im Bahnhof nutzen, um Fahrgäste zu bestehlen?
Sorry, solche Auswüchse haben für mich nichts mit Reise- und Aufenthaltsqualität zu tun und sind hier in Japan fast völlig fremd. Auch in Deutschland ist mir so etwas an Flughäfen auch nie wirklich aufgefallen. Warum es an Bahnhöfen seit jeher tolerieret wird, ist mir ein Rätsel.

Nein, in dubio pro Tunnel

Hustensaft, Samstag, 09.03.2019, 10:54 (vor 2587 Tagen) @ worfie

Es wäre doch wesentlich besser, auch Schnellfahrstrecken an die vorhandene Infrastruktur anzuschließen. In vielen Städten geht das sicher nur über längere Tunnel, wenn ich aber im Gegenzug sehe, wie viele Kilometer Tunnel auf einer NBS entstehen, das kann das Problem nicht sein. Schwierig ist allenfalls, dass diese Tunnel oft im Grundwasserbereich liegen dürften, was sie teurer macht, unlösbar ist das Problem aber nicht.

Aber:
Diese SFS-Bahnhöfe müssen zusätzlich zu den vorhandenen Strecken entstehen und vernünftig geplant sein, Stuttgart 21 macht gerade vor, wie es besser nicht sein sollte, Frankfurt 21 (wenn es denn kommen sollte) hätte das Potenzial für eine Blaupause, auch Hamburg Hbf, Köln und Hannover könnten so wesentlich verbessert werden, München hat aufgrund der Besonderheit als Endstation für viele Züge diesbezüglich andere Voraussetzungen.

Nein, in dubio generell weniger Verkehr!

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 09.03.2019, 17:10 (vor 2587 Tagen) @ Hustensaft

Sehr merkwürdig, daß Freihandelsabkommen mit Kanada und Japan gefeiert werden, das Thema Vermeidung von Verkehren aber NIE zur Debatte steht. Kritische Stimmen kommen nicht durch. Freihandelsabkommen bedeuten noch mehr Warenaustausch: Deutsche Erdbeermarmelade geht künftig nach Kanada, dafür kommt kanadische zu uns. Kann man als eine Errungenschaft feiern, muß man aber nicht.

Dabei geht es nicht nur um Cargo (stellvertretend die berühmte Pellegrino-Mineralwasserflasche, die von Italien nach Skandinavien transportiert wird, weil es im Norden offenbar kein Wasser gibt), sondern auch um den Personenverkehr, der zunehmend zum Flatratepreis zu einer beliebigen Massen-Wegwerfware wird.

Daß JEDER Verkehr Ressourcen verbraucht ist zu vielen gar nicht mehr bewusst bzw sie sehen drüber hinweg. Würden Drittweltländer leben wie wir würde die Erde von jetzt auf gleich ökologisch seitlich wegkippen.

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Jeder Verbraucher kann selbst entscheiden.

ktmb, Samstag, 09.03.2019, 17:32 (vor 2587 Tagen) @ Alibizugpaar

Ich kaufe Lebensmittel nach Möglichkeit regional.

Jeder Verbraucher kann selbst entscheiden.

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 09.03.2019, 18:09 (vor 2587 Tagen) @ ktmb

Wenn es tatsächlich helfen würde, nämlich daß jeder Verbraucher selber nachhaltig verantwortungsvoll entscheiden kann, dann müssten Billigschleuderläden wie der Klamotten-Primark leergefegt und ohne Kundschaft sein.

Wenn es tatsächlich helfen würde, nämlich daß jeder Verbraucher selber nachhaltig verantwortungsvoll entscheiden kann, dann dürfte Deutschland nicht Europameister im Produzieren von Verpackungsmüll und Plastikschrott sein.

Wenn es tatsächlich helfen würde, nämlich daß jeder Verbraucher selber nachhaltig verantwortungsvoll entscheiden kann, dann müsste der Flugverkehr abnehmen statt immer weiter zu wachsen.

Ist es nicht merkwürdig, daß wir dann nicht auch die Straßenverkehrsregeln abschaffen und sagen "Ab nächstem Montag werden alle Schilder und Ampeln abgebaut. Wir setzen darauf, daß sich jeder Verkehrsteilnehmer selber nachhaltig verantwortungsvoll verhält."

Überhaupt: Wozu so viele Gesetze und Regeln? Jeder kann doch selbst entscheiden...

--
Gruß, Olaf

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Goethe an Schiller 1797

Gibt's!

Blaschke, Samstag, 09.03.2019, 19:00 (vor 2587 Tagen) @ Alibizugpaar

Huhu.

Ist es nicht merkwürdig, daß wir dann nicht auch die Straßenverkehrsregeln abschaffen und sagen "Ab nächstem Montag werden alle Schilder und Ampeln abgebaut. Wir setzen darauf, daß sich jeder Verkehrsteilnehmer selber nachhaltig verantwortungsvoll verhält."


Gibt's. Nennt sich SHARED SPACE.

Kannste hier nebenan in Bohmte besichtigen. Knapp 500 Meter Fußweg vom Bahnhof.


Schöne Grüße von jörg

Paßt scho ...

Blaschke, Samstag, 09.03.2019, 18:35 (vor 2587 Tagen) @ Alibizugpaar

Hey.

Daß JEDER Verkehr Ressourcen verbraucht ist zu vielen gar nicht mehr bewusst bzw sie sehen drüber hinweg. Würden Drittweltländer leben wie wir würde die Erde von jetzt auf gleich ökologisch seitlich wegkippen.

Darum lassen wir die Flüchtlinge ja mit Schlauchbooten übers Mittelmeer paddeln statt sie mit dem Flieger zu uns zu holen.


Schöne Grüße von jörg

Nein, in dubio generell weniger Verkehr!

Aphex Twin, Sonntag, 10.03.2019, 20:38 (vor 2586 Tagen) @ Alibizugpaar

Sehr merkwürdig, daß Freihandelsabkommen mit Kanada und Japan gefeiert werden, das Thema Vermeidung von Verkehren aber NIE zur Debatte steht. Kritische Stimmen kommen nicht durch. Freihandelsabkommen bedeuten noch mehr Warenaustausch: Deutsche Erdbeermarmelade geht künftig nach Kanada, dafür kommt kanadische zu uns. Kann man als eine Errungenschaft feiern, muß man aber nicht.

Dabei geht es nicht nur um Cargo (stellvertretend die berühmte Pellegrino-Mineralwasserflasche, die von Italien nach Skandinavien transportiert wird, weil es im Norden offenbar kein Wasser gibt), sondern auch um den Personenverkehr, der zunehmend zum Flatratepreis zu einer beliebigen Massen-Wegwerfware wird.

Daß JEDER Verkehr Ressourcen verbraucht ist zu vielen gar nicht mehr bewusst bzw sie sehen drüber hinweg. Würden Drittweltländer leben wie wir würde die Erde von jetzt auf gleich ökologisch seitlich wegkippen.

Nun, wenigstens Venezuela trägt seinen Teil dazu bei und bewegt sich wieder in Richtung Drittweltstaat.

Das Ziel kann nicht sein die Wirtschaftsleistung zu begrenzen weil dies in einer Demokratie und einem Rechtsstaat einfach nicht durchzusetzen ist. Wenn man die Wirtschaftsleistung z.B. in Europa auf dem heutigen Niveau einfrieren würde, würde man auch CO2-Emissionen auf dem heutigen Niveau einfrieren. Was innerhalb von Jahrzehnten zu einer Katastrophe führen würde. Natürlich würden dabei zu Beginn die Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz weitergeführt. Aber ohne Wirtschaftswachstum würden dafür bald die Gelder bzw. die öffentliche Unterstützung ausgehen. Ohne Wirtschaftswachstum würde z.B. die Arbeitslosigkeit steigen, das hat die Geschichte schon viele Male gezeigt.

Nein, die einzig realistische Lösung ist es die Wirtschaftsleistung von den CO2-Emissionen zu entkoppeln. Dies kann z.B. über den Emissionshandel geschehe, wenn der Verkehrssektor in ihn mit einbezogen würde, würden die Emissionen die durch den Import von kanadischer Erdbeermarmelade entstehen automatisch an anderer Stelle kompensiert werden müssen. Zölle auf Importe zu erheben ist eine sehr ungenaue Methode CO2-Emissionen zu bekämpfen, viel effizienter ist es Steuern CO2-Emissionen zu erheben. Teilweise können auch drastischere Massnahmen nötig sein, wie das Verbot von Verbrennungsmotoren in Autos, etwas das einige europäische Ländern schon beschlossen haben.

Freihandelsabkommen gefeiert?

ES89, Hamburg / Rostock, Sonntag, 10.03.2019, 22:43 (vor 2586 Tagen) @ Alibizugpaar

Sehr merkwürdig, daß Freihandelsabkommen mit Kanada und Japan gefeiert werden, das Thema Vermeidung von Verkehren aber NIE zur Debatte steht. Kritische Stimmen kommen nicht durch.

Ich wüsste nicht, wer jenseits der (Groß-)Industrie oder Poltik Freihandelsabkommen feiert. Mir ist noch niemand begegnet (oder sie halten sich dazu meinungsmäßig hinter dem Berg).
Entweder man ist dagegen oder es ist einem egal.

--
Gegen Großraum-Zwang im Fernverkehr!
Für zumindest drei Abteile je Wagenklasse!

Freihandelsabkommen gefeiert?

Aphex Twin, Montag, 11.03.2019, 11:41 (vor 2585 Tagen) @ ES89

Sehr merkwürdig, daß Freihandelsabkommen mit Kanada und Japan gefeiert werden, das Thema Vermeidung von Verkehren aber NIE zur Debatte steht. Kritische Stimmen kommen nicht durch.

Ich wüsste nicht, wer jenseits der (Groß-)Industrie oder Poltik Freihandelsabkommen feiert. Mir ist noch niemand begegnet (oder sie halten sich dazu meinungsmäßig hinter dem Berg).
Entweder man ist dagegen oder es ist einem egal.

Genau, all dieser Freihandel innerhalb der EU, praktisch niemand mag den wirklich. Sollen die Franzosen doch nur französische Autos fahren, die Deutschen nur deutsche und die Norweger, Finnen, Balten, Dänen, Bulgaren, Kroaten, Slowenen keine Autos fahren. Und Deutschland sollte auch kein Eisenerz, Stahl, Erdöl, Aluminium, Computer, Smartphones usw. importieren.

NL: Stella!

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 11.03.2019, 14:06 (vor 2585 Tagen) @ Aphex Twin

Hallo Aphex Twin,

Genau, all dieser Freihandel innerhalb der EU, praktisch niemand mag den wirklich. Sollen die Franzosen doch nur französische Autos fahren, die Deutschen nur deutsche und die Norweger, Finnen, Balten, Dänen, Bulgaren, Kroaten, Slowenen keine Autos fahren.

Gefällt mir. Wir Niederländer fahren dann Stella, ein solarangetriebenes Auto.
Nur schade, dass wir diese klimafreundliche Erfindung nicht nach unseren (östlichen) Nachbarn exportieren können.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Anbindung Rennbahnen an vorhandene Infra.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 11.03.2019, 08:55 (vor 2585 Tagen) @ Hustensaft

worfie:

Ich finde das System, wie das Shinkansen-Netz hier in Japan aufgebaut ist, gar nicht mal schlecht.

Das Shinkansen-Netz ist aufgrund unterschiedlicher Spurweite (1435 vs. 1067 mm) s.i.w. völlig vom Altnetz getrennt. Oder gibt es inzwischen umspurbare Shinkansen-Züge?

Da sind dann im Zweifel auch Großstadtanbindungen wie Osaka etwas außerhalb angelegt worden, was zwar die Anbindung zum Bahnhof verlängert, aber dafür die Reisezeit auf der Fernstrecke wiederum verringert. Solange diese Fernverkehrshalte gut und vor allem redundant angebunden sind, ist es doch kein so riesiges Problem.

Der Unterschied mit Deutschland durfte vor allem sein, dass der Shinkansen soviel Zeit gewinnt, dass die Bummelei Stadtrand-Innenstadt wenig Einfluss auf die gesamte Reisezeit hat.
In Deutschland müssen die ICEs ihre Strecken mit anderen Zügen teilen. Auf der 300 km/h Rennbahn Nürnberg-Ingolstadt verkehrten einiger Zeit noch n-Wagengarnituren namens "Allersberg Express", auf Berlin-Wolfsburg sogar 120 km/h Dieseltriebwagen auf deren Weg nach Stendal. Sowas gibt es anderswo nur bei uns, wo 300 km/h Thalys und 160 km/h IC Direkt die HSL-Zuid teilen. Dafür ist Schiphol-Rotterdam aber nur 40 km und Nürnberg-Ingolstadt etwa das doppelte. Nicht umsonst haben die Belgier sich dafür entschieden, keine Rennbahn Brüssel-Antwerpen (50 km) zu bauen.

Man kann sagen: in Deutschland gibt es aktuell keinen Platz, lange Strecken mit 300 zu fahren.
Die 140 km zwischen Siegburg/Bonn - Frankflug sind eher eine Ausnahme.
Man kann auch sagen: in Deutschland gibt es keinen Grund, lange Strecken mit 300 zu fahren.
Jede 50-80 km findet man eine Stadt mit ausreichend Potential und Netzwirkung für einen ICE-Halt. Dass man dafür auf der Langstrecke in Vergleich zu FR/ES/IT/TR/CN/JP langsam unterwegs ist, es sei so. Lieber etwas länger unterwegs, dafür dann ein voll ausgelasteter Zug.

Betrachten wir Hannover-Würzburg. Der ICE Sprinter schleicht hier durch Göttingen, Kassel und Fulda.
Man kann sagen: durchschleichen ist schlechter als mit 250-280 km/h vorbeijagen (wie die japanischen Nozomis und Hayabusas).
Man kann auch sagen: durchschleichen ist immerhin besser als eine 0 km/h Lafa (unbedingt halten). Also: Sprinter lieber ein suboptimaler Sprinter als kein Sprinter.

Da baut man eine Strecke wie Frankfurt - Köln, was ja an sich nicht verkehrt ist. Aber dann fahren die Züge in Köln erst eine gefühlte Ewigkeit auf einer Altbaustrecke, bevor sie dann auf die Neubaustrecke geleitet werden.

Passiert genauso in Paris, Mailand und Madrid. Auch dort ist man von Gare de Lyon / Centrale / Atocha etwa 25 km unterwegs bevor man auf eine Rennbahn ist. Aber danach kann der TGV / Frecciarossa / AVE hunderte Kilometer nonstop mit Vollgas fahren. (OK, nur der Frecciarossa nicht ganz, er muss in Bologna, 200 km weiter, auf die Bremse = mit 200 km/h durch einen Tunnelbahnhof).

Wie lang mag die Strecke sein? 180-190km ungefährt. Wenn ich jetzt gerade mal bei der Bahn nachschaue, veranschlagt man für die 180-190km eine Fahrtzeit von 65 Minuten. Hier in Japan wäre der Shinkansen-Bahnhof entweder ausgegliedert oder im Falle von Köln und Frankfurt wäre die Neubaustrecke auf Stelzen oder im Tunnel bis in die Stadt hineingeführt worden und man hätte vermutlich eine Fahrzeit von ca. 50 statt 65 Minuten.

So ein Tunnel würde vermutlich 35 m tief under Erdoberfläche liegen, da in Frankfurt Stadt S- und U-Bahn auch unterirdisch verkehren.

Hustensaft:

Es wäre doch wesentlich besser, auch Schnellfahrstrecken an die vorhandene Infrastruktur anzuschließen. In vielen Städten geht das sicher nur über längere Tunnel, wenn ich aber im Gegenzug sehe, wie viele Kilometer Tunnel auf einer NBS entstehen, das kann das Problem nicht sein.

Im freien Feld ist das leichter als in der Innenstadt.

1. Baumaschinen verursachen Lärm; je dichter das Siedlungsgebiet, umso mehr Anwohner sind davon belästigt.
2. Grossstädte haben auch noch unterirdische Infra; wenn nicht S- oder U-Bahn, dann Abwassersysteme, Strassentunnel, Parkgaragen oder Stromleitungen.

Diese SFS-Bahnhöfe müssen zusätzlich zu den vorhandenen Strecken entstehen und vernünftig geplant sein, Stuttgart 21 macht gerade vor, wie es besser nicht sein sollte, Frankfurt 21 (wenn es denn kommen sollte) hätte das Potenzial für eine Blaupause...,

Für Stuttgart war meine Idee: Beibehalt des Kopfbahnhofes (ggf. 12 statt 16 Gleise) und ein kleiner unterirdischer ICE-Bahnhof für die Karlsruhe/Mannheim - München Züge.
Wenn man dann doch die Bahnfläche zurückerobern möchte: bei uns hat man in Barendrecht eine Breite von 9 Gleisen überdacht (Wiki (NL)). Nebeneinander verkehren Fernverkehr (2 Gleise), Cargos (3 Gleise) und Regios (4 Gleise, mit Bahnhof). Die 1,5 km bei 60 Meter = 9 Hektar hat man als Park wiederverwendet.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

Alle Verkehrsmodalitäten nach wie vor nötig.

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 11.03.2019, 14:47 (vor 2585 Tagen) @ Oscar (NL)

Hallo ICE-Fans,

zuerst mal Danke für die interessanten Blickpunkte.
Ich denke, alle Verkehrsmodalitäten sind nach wie vor nötig.

Strecken wie Frankfurt-New York wird man vermutlich noch sehr lange fliegen.
Erreichbarkeit von Flughäfen ist also nach wie vor wichtig, auch mit dem ICE.
Daher gab es hier auch einen Ansatz einer Rennbahn Ingolstadt-München via Flughafen.

Klar muss man einen Randstadt-Fernbahnhof gut mit ÖPNV anbinden.
Das macht gerade Florenz. Durchgehende Fernzüge wie Mailand-Bologna-Florenz-Rom sollen auf Dauer nicht mehr in Santa Maria Novella halten, sondern in einem neuen Fernbahnhof Belfiore. Eine Trambahn verbindet den Bahnhof mit der Stadtmitte, S.M.N. und dem Flughafen.
Nur Fernzüge die in Florenz enden, halten noch in S.M.N.

Ähnliche Verfahren gibt es in Roma Tiburtina und Napoli Afragola.
In Italien geht das allerdings, weil der ganze Fernverkehr in Florenz/Rom/Neapel von Nordwest Richtung Südost orientiert ist.
In Frankfurt kommen dagegen Fernzüge aus allen Richtungen; aus diesem Grund wird Frankfurt Süd als "Frankfurt ICE" weniger funktionieren (bestenfalls als Korrespondenz Frankflug/Mannheim - Fulda/Würzburg. Züge Mannheim-Frankfurt-Marburg kommen z.B. nicht in Frankfurt Süd.

Benjamin.Keller:

Wir brauchen keine gute Autoerreichbarkeit der Bahnhöfe. Wir brauchen keine neuen Zentren auf der Grünen Wiese, die nur mit dem Auto gut zu erreichen sind und die nur dazu dienen, mit dem ICE zwischen irgendwelche Grüne-Wiesen-Zentren zu pendeln. Wir müssen die real existierenden Städte qualitativ verbinden! Das sind die Orte, wo die Menschen Zug fahren, mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren und Laufen...

1. Stadtrand != grüne Wiese.
Le Creusot TGV ist grüne Wiese. Das wird in Deutschland nicht funktionieren.
Aber sowas wie "Mannheim/Heidelberg ICE" ist nahe zu zwei Städten, zwischen denen auch RE/S und eine Trambahn verkehrt.

2. Auch mit schweizer ÖPNV-Verhältnissen gibt es nach wie vor Leute die per Auto zum Fernverkehr fahren.
Drei mögliche Verfahren:

a. Auto-Stadtmitte-Fernverkehr (Kontra: Autos durch die Stadt)
b. Auto-Stadtrand-ÖPNV-Hbf-Fernverkehr (Pro: Autos aus der Stadt, Kontra: Umstieg mehr)
c. Auto-Stadtrand-Fernverkehr (Autos auch aus der Stadt, ein Umstieg weniger als b.)

Übrigens fahren die Schweizer nicht nur sehr viel Bahn sondern auch sehr viel Auto.


gruß,

Oscar (NL).

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