Mit dem Nachtzug nach Lissabon 6/7 | 40 B Fortsetzung (Reiseberichte)
Deutlich zufriedener mit der Ausbeute als in Vigo geht es nun zurück zum Bahnhof von Santiago de Compostela. Wie im Fernverkehr in Spanien üblich, geht es vor dem Zugang zum Bahnsteig zunächst durch die Gepäck- und Ticketkontrolle.
Spanische Züge sind nun nicht mein Spezialgebiet, aber wenn ich es richtig sehe, müsste das ein Zug der Baureihe 730 sein. Die Züge werden auch Talgo 250 Hybrid genannt und sind wahre Multitalente, sie sind nicht nur umspurbar, sondern können sowohl unter Strom als auch mit Diesel fahren. Hinter den jeweiligen Triebköpfen befindet sich ein Wagen, in dem die Dieselmotoren untergebracht sind. Auf uns warten Sitzplätze in der Preferente-Klasse.
Der Zug verkehrt unter der Zuggattung Alvia und hat das Fahrziel Madrid. Zwischen Santiago de Compostela und Olmedo ist eine Hochgeschwindigkeitsstrecke im Bau, die Línea de alta velocidad Olmedo-Zamora-Galicia. Einige Streckenabschnitte sind bereits fertig und in Betrieb, andere sind noch im Bau. Die Strecke wurde zunächst in Breitspur gebaut, damit die Züge bis zur Fertigstellung der Strecke zwischen alten und neuen Abschnitten wechseln können. Sobald die Gesamtstrecke des Atlantikkorridors fertig ist, soll die Strecke auf Normalspur umgebaut werden. Hier befahren wir gerade einen Abschnitt der neuen Trasse.
Im Stadtgebiet von Ourense treffen wir wieder auf den Rio Miño. Wer sich erinnert: der Unterlauf des Flusses ist der Grenzfluss zwischen Portugal und Spanien. Die Steinbrücke im Bild ist die Puente Romano, sie wurde von den Römern errichtet, die den Ort aufgrund heißer Quellen für Thermal- und Heilbrunnen schätzten.
Ab Ourense geht es auf der Altstrecke weiter, aber auch hier wird an der Hochgeschwindigkeitstrasse gewerkelt. Die Strecke durch die Ausläufer des Kantabrischen Gebirges ist landschaftlich toll, eine Gebirgsstrecke mit vielen Tunneln, wie man sie in Spanien zunächst nicht erwarten würde. Ich habe nur kaum vorzeigbare Bilder, da wir nun in ein Gewitter fahren und sich der Himmel verdunkelt.
Wer kennt es nicht, das Schinken-Käse-Baguette aus der Bordgastronomie der DB? Hier das spanische Pendant aus dem Bordbistro der Renfe.
Schließlich verlässt die Bahnstrecke das Gebirge und führt weiter über das dünn besiedelte Hochland der Meseta. Hin und wieder passieren wir einen verlassenen Bahnhof, ansonsten gibt es hier sehr viel Landschaft. In Zamora durchfährt der Zug eine Umspuranlage, dann geht es auf der Schnellfahrtstrecke weiter bis Madrid. Mit -8 erreichen wir schließlich Madrid Chamartín. Das passt ganz gut, da es am nächsten Tag von diesem Bahnhof aus weitergeht. In Bahnhofsnähe wartet ein Hotel auf uns, nachdem das Gepäck dort abgestellt ist, starten wir mit der Metro noch zu einem Stadtbummel.
Zu den bekanntesten und meistbesuchten Plätzen in der spanischen Hauptstadt gehört die Puerta del Sol, rund um das Denkmal für König Karl III. herrscht reges Treiben.
Das Edificio Telefónica war mit 14 Stöcken und 89 Metern Höhe 1929 das erste Hochhaus Europas, zeitweise war der Bau an der Gran Vía das höchste Gebäude Spaniens. Der Turmaufsatz diente im spanischen Bürgerkrieg als Wach- und Beobachtungsturm.
Und mit dem Hauptplatz Plaza Mayor beenden wir den abendlichen Stadtrundgang und diesen Teil des Reiseberichts.
In den nächsten Tagen folgt der letzte Teil mit der Rückfahrt über Hendaye und Bordeaux an den heimischen Bodensee.
Viele Grüße
Tobias
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TD,
26.02.2019, 18:33
- Mit dem Nachtzug nach Lissabon 6/7 | 40 B Fortsetzung -
TD,
26.02.2019, 18:34
- Danke auch für diesen Teil!
-
JanZ,
26.02.2019, 18:49
- Multitalent mit einem Preis... - Oscar (NL), 03.03.2019, 19:39
- Danke auch für diesen Teil!
- Mit dem Nachtzug nach Lissabon 6/7 | 40 B - Turbonegro, 26.02.2019, 21:54
- Mit dem Nachtzug nach Lissabon 6/7 | 40 B Fortsetzung -
TD,
26.02.2019, 18:34