Auf de Trossinger Eisebahne [m. 14 B.] (Reiseberichte)

JanZ, HB, Sonntag, 16.09.2018, 18:32 (vor 2748 Tagen)
bearbeitet von JanZ, Sonntag, 16.09.2018, 18:35

Für dieses Wochenende war ich mal wieder kurzfristig auf der Suche nach einer Bahntour. Erst am Donnerstag stieß ich durch Zufall darauf, dass zum Jubiläum der Trossinger Eisenbahn mal wieder deren historische Elektrofahrzeuge unterwegs waren – sonst fahren dort ja nur noch Regio-Shuttles der HzL. Da ich die Strecke noch gar nicht kannte und sich auch noch ein günstiger Sparpreis fand, machte ich mich am Samstag auf verschlungenen Pfaden auf den Weg: Aschaffenburg – Babenhausen – Groß Umstadt-Wiebelsbach – Eberbach – Stuttgart – Rottweil – Trossingen Bahnhof. Einzige Besonderheit war ein rappelvoller Zug zwischen Eberbach und Stuttgart, da statt einer Doppeltraktion nur eine Einheit 425er fuhr. Ab TS benutzte ich dann den SBB-IC, der neuerdings auch mit Nahverkehrstickets benutzt werden kann und mit einer ÖBB-Lok bespannt war:
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So ganz normal war das wohl auch nicht, denn an der Strecke standen einige Fotografen, um dieses Ereignis festzuhalten. In Stuttgart begegnete mir auch noch einer der neuen Talent 2 in „bwegt“-Lackierung:
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In Rottweil ging es dann bahnsteiggleich weiter mit einem 611er, der in den Stunden fährt, in denen der HzL-Ringzug nicht fährt. In Trossingen angekommen, hieß es erst mal den langen Bahnsteig hinunter gehen.
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Wie an vielen in der letzten Zeit sanierten Kreuzungsbahnhöfen müssen die Fahrgäste hier keine Gleise überqueren (bzw. in diesem Fall nur das selten befahrene Abstellgleis), dafür aber etwas weiter laufen. Betrieblich hat diese Bauform den Nachteil, dass Kreuzung und Fahrgastwechsel nicht mehr gleichzeitig stattfinden können, was etwas mehr Zeit kostet.
Den Regelzug zum Stadtbahnhof ließ ich fahren, denn ich wartete ja auf die historische Garnitur, die nach einer knappen halben Stunde angefahren kam, vorne mit einem Triebwagen, gefolgt von Beiwagen und Lok:
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Dann ging es im gemächlichen Tempo zum Stadtbahnhof. Gekostet hat die Fahrt übrigens nichts, eine Spende war aber erbeten. Im Stadtbahnhof war das Museum geöffnet, in dem die noch existierenden historischen Fahrzeuge der TE ausgestellt sind.
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Alt und neu im Stadtbahnhof:
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Triebwagen 6 ist draußen abgestellt und daher immer zu sehen. TD hatte ja mal einen kurzen Bericht aus Trossingen im Tiefschnee gepostet.
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Nach dem Museum besuchte ich noch die neue Zentrale der Stadtwerke, die mit der Eisenbahn enstanden sind und daher ebenfalls Jubiläum feierten. Dann spazierte ich noch etwas durch den Ort, der durch seine Mundharmonikabauer und die Musikhochschule bekannt ist und daher auch „Musikstadt“ genannt wird. Die Harmonikabauer waren auch der wesentliche Treiber für den Bau der Trossinger Eisenbahn, um besser über den mehrere Kilometer entfernten Staatsbahnhof ihre Produkte versenden zu können.
Dann war es Zeit für die Rückfahrt:
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Der HzL-Triebwagen pausierte interessanterweise nicht am Bahnsteig, sondern nebenan auf einem Gleis, das in die Wagenhalle führt. Nach der Ankunft des historischen Zugs mussten also erst mal TE-Mitglieder die handbedienten Weichen stellen und die Sh2-Tafel vor dem Triebwagen wegstellen. Der fuhr dann vor bis zur letzten Weiche, die wiederum von Hand umgestellt wurde, so dass der Triebwagen Kopf machen und an den Bahnsteig fahren konnte. Vor der Abfahrt musste er dann noch mal Kopf machen. Der Sinn dieser Prozedur hat sich mir nicht erschlossen.

Die Rückfahrt verlief ebenfalls völlig problemlos: in Trossingen Bahnhof in den HzL-Ringzug bis Villingen, Schwarzwaldbahn (wo im Bf Triberg gerade eine Fahrzeugschau zu Ende gegangen war) bis Karlsruhe. Laut Fahrkarte eigentlich bis Offenburg, aber um die Wartezeit zu verkürzen, blieb ich sitzen – um den Preis, dass sich drei Rentner zu mir setzten, die mir mit absurden politischen Diskussionen in den Ohren lagen. Weiter mit dem ICE nach FF – laut Fahrkarte bis FH, aber so hoffte ich noch auf eine Chilibratwurst, die es aber leider nicht gab. Anschluss-ICE war der nur samstags und mit ICE-T verkehrende 1625, der diesmal wegen Bauarbeiten fast 15 min Aufenthalt in FH hatte. So war es auch kein Problem, NAH pünktlich zu erreichen, immerhin war ich ja auch schon über 13 Stunden unterwegs gewesen.

Danke

mdln, Sonntag, 16.09.2018, 19:24 (vor 2748 Tagen) @ JanZ

Interessant das die Trossinger Eisenbahn elektrifiziert ist, aber die Strecke Rottweil - Villingen nicht.

Gern geschehen!

JanZ, HB, Sonntag, 16.09.2018, 19:47 (vor 2748 Tagen) @ mdln

Interessant das die Trossinger Eisenbahn elektrifiziert ist, aber die Strecke Rottweil - Villingen nicht.

Nicht nur das, es wird auch ein vom übrigen Netz abweichendes Stromsystem verwendet, nämlich 600 V =. Interessant ist auch, dass die Elektrizität erst mit der Eisenbahn nach Trossingen gekommen ist, daher das gleichzeitige Jubiläum von Stadtwerken und Eisenbahn. Schön, dass sich dieses Kuriosum erhalten hat, auch wenn nur noch bei besonderen Anlässen elektrisch gefahren wird. Und der Zuglauf Trossingen Stadt–Trossingen Bahnhof dürfte der kürzeste in Deutschland sein.

Gern geschehen!

Steffen, Sonntag, 16.09.2018, 20:01 (vor 2748 Tagen) @ JanZ

Und der Zuglauf Trossingen Stadt–Trossingen Bahnhof dürfte der kürzeste in Deutschland sein.

Der kürzeste Zuglauf ist Friedrichshafen Stadt-Friedrichshafen Hafen.

Die ÖBB-Tauri fahren schon seit einiger Zeit auf der Gäubahn, und zwar auf allen Umläufen. Wie lange weiß ich nicht. Früher war die Linie immer eine fahrende Restekiste :-))

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Danke für die zusätzlichen Infos!

mdln, Sonntag, 16.09.2018, 20:49 (vor 2748 Tagen) @ JanZ

- kein Text -

Wieder was gelernt!

JanZ, HB, Sonntag, 16.09.2018, 20:54 (vor 2748 Tagen) @ Steffen

Und der Zuglauf Trossingen Stadt–Trossingen Bahnhof dürfte der kürzeste in Deutschland sein.


Der kürzeste Zuglauf ist Friedrichshafen Stadt-Friedrichshafen Hafen.

Immerhin dasselbe Bundesland. Da könnte ich eigentlich auch mal hin :-). Die Südbahn kenne ich auch noch nicht.

Die ÖBB-Tauri fahren schon seit einiger Zeit auf der Gäubahn, und zwar auf allen Umläufen. Wie lange weiß ich nicht. Früher war die Linie immer eine fahrende Restekiste :-))

Danke auch für diese Info.

Auf de Trossinger Eisebahne [m. 14 B.]

MC_Hans, 8001376, Sonntag, 16.09.2018, 21:33 (vor 2748 Tagen) @ JanZ
bearbeitet von MC_Hans, Sonntag, 16.09.2018, 21:33

Für dieses Wochenende war ich mal wieder kurzfristig auf der Suche nach einer Bahntour. Erst am Donnerstag stieß ich durch Zufall darauf, dass zum Jubiläum der Trossinger Eisenbahn mal wieder deren historische Elektrofahrzeuge unterwegs waren – sonst fahren dort ja nur noch Regio-Shuttles der HzL. Da ich die Strecke noch gar nicht kannte und sich auch noch ein günstiger Sparpreis fand, machte ich mich am Samstag auf verschlungenen Pfaden auf den Weg: Aschaffenburg – Babenhausen – Groß Umstadt-Wiebelsbach – Eberbach – Stuttgart – Rottweil – Trossingen Bahnhof. Einzige Besonderheit war ein rappelvoller Zug zwischen Eberbach und Stuttgart, da statt einer Doppeltraktion nur eine Einheit 425er fuhr.

Ich war am Samstagmorgen auch mal wieder mit der Odenwaldbahn unterwegs - Darmstadt nach Eberbach (RB 25233) und als Anschluss auch ein einzelner, gut gefüllter ET 425 nach Süden. Vielleicht waren wir ja in denselben Zügen ;-)

Die Strecke ab Höchst nach Eberbach hat ja ihren Reiz, gerade am Morgen - solange die Sonne etwas scheint und trotz der elend vielen Halte und kurzen -abstände. Dann weiter durchs schöne Neckartal, super.

Falls Du in derselben VIAS saßt: ich war derjenige, der kurz vor Eberbach vorne die Zugbeleitung beim Plausch mit dem Tf unterbrochen und nach dem Anschluss nach Stuttgart gefragt hat. Der Übergang in Eberbach auf den RE hat sich leider schon oft als Illusion erwiesen. Als ich mich also erkundigte, ob man denn pünktlich sei, wollte die gute Frau mich mit "Ich bin erst in Erbach zugestiegen, ich weiß gar nichts" und einem Gesichtsausdruck, wie unverschämt meine Frage sei, loswerden. Aber sie hat dann doch gemerkt, dass sie mich so nicht abwimmeln konnte und nach Rückfrage beim Tf eine pünktliche Fahrt verkündet.

Ganz durchwachsen, was man da für Erfahrungen mit den Zugbegleitern macht; manche sind dann wieder freundlich und zuvorkommend. Nur ob sie mit der S-Bahn Rhein-Neckar Anschlüsse ausmachen können, weiß ich bis heute nicht. Ich hoffe bei Dir hat alles anstandslos geklappt.

Gestern abend dann zum ersten Mal die Spätleistung benutzt, Eberbach ab 22:39. Gut besucht, ruhige Fahrt, pünktlich, ein Hoch auf den RMV, dass die eingeführt wurde.

Danke jedenfalls für Deinen informativen Bericht aus dem Schwabenländle und viele Grüße nach Bayern,

Hans

Auf de Trossinger Eisebahne [m. 14 B.]

JanZ, HB, Sonntag, 16.09.2018, 22:26 (vor 2748 Tagen) @ MC_Hans

Die Strecke ab Höchst nach Eberbach hat ja ihren Reiz, gerade am Morgen - solange die Sonne etwas scheint und trotz der elend vielen Halte und kurzen -abstände. Dann weiter durchs schöne Neckartal, super.

Falls Du in derselben VIAS saßt: ich war derjenige, der kurz vor Eberbach vorne die Zugbeleitung beim Plausch mit dem Tf unterbrochen und nach dem Anschluss nach Stuttgart gefragt hat. Der Übergang in Eberbach auf den RE hat sich leider schon oft als Illusion erwiesen. Als ich mich also erkundigte, ob man denn pünktlich sei, wollte die gute Frau mich mit "Ich bin erst in Erbach zugestiegen, ich weiß gar nichts" und einem Gesichtsausdruck, wie unverschämt meine Frage sei, loswerden. Aber sie hat dann doch gemerkt, dass sie mich so nicht abwimmeln konnte und nach Rückfrage beim Tf eine pünktliche Fahrt verkündet.

Ach, du warst das :-). Ja, ich saß ziemlich weit vorne und habe daher mitbekommen, dass du nach vorne gegangen bist. Jetzt weiß ich auch, was ihr besprochen habt :-). Ich habe erst in Eberbach gemerkt, wie knapp der Anschluss ist, nachdem mich ein chinesisches Paar angesprochen hat, das auch umsteigen wollte. Sie sind dann brav hinter mir her gedackelt und haben es trotz schwerem Koffer ebenso geschafft wie wir.

Danke und ? zu RB Rottweil-Villingen

611 040, Erfurt, Montag, 17.09.2018, 10:42 (vor 2747 Tagen) @ JanZ

Erstmal danke für den tollen Bericht. Ich nin diese Strecke leider auch nur im RS gefahren, dieser Zug ist auf jeden Fall was besonderes.

Nun zu meiner Frage:

Zur Zeit fahren wegen der Sperrung der hinteren Höllentalbahn die RBs ja nur zwischen Rottweil und Villingen. Dafür reicht ja ein Tz aus. Auf deiner Fahrt am Samstag fuhr da ja tatsächlich noch ein 611.
Weiß zufällig jemand ob dieser Umlauf immer mit 611 gefahren wird oder nur am Wochenenden. Oder komplett gemischt mit 612 ? Gerade für diesen Kurzumlauf wären 611 doch sehr wahrscheinlich.
Konkret geht es um den 12-14. Oktober.

Danke schonmal
611 040

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❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

Danke und ? zu RB Rottweil-Villingen

ffz, Montag, 17.09.2018, 10:59 (vor 2747 Tagen) @ 611 040

Planmäßig ist das ein 612er, dass als Ersatz ein 611er zum Einsatz kommt ist allerdings nicht ausgeschlossen.

Planmäßig werden folgende Leistungen im Donautal Ulm-Donaueschingen bis 8.12. mit 611er gefahren:

RE 3208, 3211, 3214, 3217 Mo-Fr
RE 3206, 3209, 3212, 3215 Sa+So

planmäßige 611

611 040, Erfurt, Montag, 17.09.2018, 12:15 (vor 2747 Tagen) @ ffz

Interessant ! Dachte dass die 611er ab 01.05 nurnich als Ersatz fahren. Im Donautal hab ich seitdem auch nurmoch 612 gesehen, war dann wohl Pech.
Toll dass sich die 611er doch noch so lange halten, ursprünglich sollte ja schon 12/2016 Schluss sein.

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❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

Auf de Trossinger Eisebahne [m. 14 B.]

MC_Hans, 8001376, Montag, 17.09.2018, 21:47 (vor 2747 Tagen) @ JanZ

Ach, du warst das :-). Ja, ich saß ziemlich weit vorne und habe daher mitbekommen, dass du nach vorne gegangen bist. Jetzt weiß ich auch, was ihr besprochen habt :-). Ich habe erst in Eberbach gemerkt, wie knapp der Anschluss ist, nachdem mich ein chinesisches Paar angesprochen hat, das auch umsteigen wollte. Sie sind dann brav hinter mir her gedackelt und haben es trotz schwerem Koffer ebenso geschafft wie wir.

In Eberbach ist der Trick, den hinteren Ausstieg zu nutzen, dann reichen auch mal 20 Sekunden ;-) Wenn man auf einen Aufzug angewiesen ist, muss man weiter bis zum Fußgängersteg am Südende des Mittelbahnsteigs laufen. Das ist in 3 Minuten nicht zu schaffen. Aber regulär machen die zwei, drei Trödelminuten der Vias den Anschluss sowieso zunichte, was bei dem riesigen Verkehrsaufkommen der eingleisigen Strecke ab Erbach bei zuvor pünktlicher Fahrt ein echtes Kunststück ist.

Viele Grüße

planmäßige 611

JanZ, HB, Dienstag, 18.09.2018, 09:25 (vor 2746 Tagen) @ 611 040

Interessant ! Dachte dass die 611er ab 01.05 nurnich als Ersatz fahren. Im Donautal hab ich seitdem auch nurmoch 612 gesehen, war dann wohl Pech.
Toll dass sich die 611er doch noch so lange halten, ursprünglich sollte ja schon 12/2016 Schluss sein.

Mir war doch auch so, dass die Dinger gar nicht mehr im Einsatz wären. Aber auf der kurzen RB-Leistung ohne Neigung (?) werden sie sich vermutlich nicht überarbeiten.

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