Winter zw. Schwarzwald und Appenzeller Vorderland 1/2 Forts. (Reiseberichte)

TD, Samstag, 12.03.2016, 18:42 (vor 3668 Tagen) @ TD

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Ihr kennt das vielleicht auch, dass es Bahnstrecken gibt, die eigentlich gar nicht weit von zu Hause entfernt sind, die man aber noch nie befahren hat, weil sie völlig entgegen der eigenen Reiserichtungen liegen. So ist es mir bisher mit der Strecke von Villingen nach Rottweil ergangen; entweder ich fahre von Singen aus über die Schwarzwaldbahn Richtung Villingen oder über die Gäubahn Richtung Rottweil, da taucht die Querverbindung zwischen beiden Städten in keinem Reiseplan auf. Und so mache ich das Beste aus der Situation und nutze die Gelegenheit, diese Lücke in meiner Streckensammlung zu schließen. Die Strecke ist Teil des 3er-Ringzugs.

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Mit einem Regio-Shuttle der HzL geht es nun auf die Strecke. Dabei muss ich mich erstmal mit den Spielregeln vertraut machen. Wer kennt noch mehr Wortspiele?

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Die Strecke führt landschaftlich unspektakulär am Rande der Baar in Richtung Trossingen und Rottweil. Kurze sonnige Abschnitte wechseln sich weiterhin ab mit Schneewolken.

Und da ich gerade auf Streckenerkundungstour bin, steige ich an der Station Trossingen Bahnhof um und nehme auch noch die kurze Stichstrecke der Trossinger Eisenbahn mit.

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Nach knapp 4 Kilometern ist dann die Endstation Trossingen Stadt erreicht. Die Stichstrecke gehört heute ebenfalls zum Netz des 3er-Ringzugs und wird mit Dieseltriebwagen bedient. Dabei ist die Strecke mit Gleichstrom elektrifiziert. Da die Bahnstrecke Rottweil-Villingen die Stadt Trossingen nicht anbindet, hatten die Trossinger im Jahr 1896 eine Privatbahn gegründet und eine Bahnstrecke von der Stadt zum „Staatsbahnhof“ gebaut und diese auch gleich elektrifiziert, wobei der Abschnitt bis heute ein elektrischer Inselbetrieb ist.

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Ein Teil des historischen Fahrzeugparks blieb erhalten und wird heute im Museumsbetrieb eingesetzt. Der Triebwagen T 6 ist mit Baujahr 1968 das jüngste Fahrzeug der Trossinger Eisenbahn, er hat ein Plätzchen vor dem Museum gefunden.

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Ich drehe nun noch eine kleine Runde durch die 16.000-Einwohner-Stadt, die sich aufgrund ihrer Musikinstrumentenindustrie und der Musikhochschule als Musikstadt bezeichnet. Am bekanntesten dürfte die Firma Hohner mit ihren Mundharmonikas und Akkordeons sein.

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Am stattlichen Rathaus vorbei...

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...geht es dann wieder zurück an den Bahnhof, wo der Zug noch auf die Rückfahrt wartet. Die elektrifizieren Gleise links führen zum Museumsbahnsteig.

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Von der Hochebene der Baar geht es nun um 66 Höhenmeter hinunter zurück zur Station Trossingen Bahnhof, die schon auf der Gemarkung einer Nachbargemeinde liegt.

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Als ich auf dem Bahnsteig auf den Anschlusszug Richtung Rottweil warte, kommt für einen kurzen Moment die Sonne heraus. Der Bahnhof besteht eigentlich nur aus einem Mittelbahnsteig am Rande eines Gewerbegebiets.

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Außer von der HzL wird Trossingen Bahnhof zweistündlich auch von der DB angefahren vom Regional-Express Neustadt-Rottweil. Neben der Baureihe 611 sind auf der Linie auch lokbespannte Züge anzutreffen, so wie jetzt.

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Und so lässt sich die Fahrt nun am offenen Fenster genießen, wobei sich auch hier Sonnenschein und Schneegestöber wieder in kurzer Folge abwechseln.

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Etwas unmotiviert stehe ich schließlich auf dem Bahnsteig von Rottweil. Am Nachbargleis fährt gleich der RE nach Singen ein, aber so schnell will ich eigentlich auch nicht wieder nach Hause. Die ursprünglich geplante Rundfahrt passt aber auch nicht mehr, und so steige ich gleich wieder in den n-Wagen-Zug und fahre über Villingen nach Hause. Die Strecke kennen wir nun ja schon, deshalb gibt es von der Rückfahrt keine weiteren Bilder mehr und der Reisebericht endet an dieser Stelle.

Aber halt, ich habe noch eine Zugabe.

Vier Wochen später war ich an einem Freitagabend nochmals in Trossingen. Der Freundeskreis der Trossinger Eisenbahn e. V. unternimmt regelmäßig Bewegungsfahrten der historischen Fahrzeuge, die sogenannten Mondscheinfahrten ersetzen dabei reguläre HzL-Fahrten.

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Ich muss mir zuhause zwar etwas Spott anhören, dass ich gut 5 Stunden für An- und Abreise sowie den Preis eines Baden-Württemberg-Tickets investiere für eine 7-minütige-Bahnfahrt, aber was tut man nicht alles, um einen dünnen Reisebericht etwas aufzupeppen. Nach der Anreise mit einem Regio-Shuttle weist ein Schild am regulären Bahnsteig darauf hin, dass bestimmte Züge am Museumsbahnsteig abfahren. Und dort wartet schon der Triebwagen T 5, der die Leistung des HzL86260 übernehmen wird.

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Der Triebwagen T 5 wurde am 27.06.1956 in Dienst gestellt, er ist heute das jüngste betriebsfähige Fahrzeug bei der Trossinger Eisenbahn.

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Tja, und dann ist die Fahrt an der Station Trossingen Bahnhof auch schon wieder zu Ende. Auf dem Nachbargleis fährt gleich der RE nach Rottweil ein (diesmal BR 611), mit dem es dann wieder heimwärts geht.

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Während in meinem Rücken schon der RE einfährt, gibt es im letzten Moment noch ein Bild vom Triebwagen T 3, der ebenfalls bei der Bewegungsfahrt dabei ist. Der Triebwagen wurde 1938 in der Maschinenfabrik Esslingen gebaut.

So, damit sind wir nun am Ende des ersten Reiseberichtsteils angelangt. In den nächsten Tagen folgt Teil 2, dort geht es dann von Konstanz aus in die andere Richtung in den Schnee.


Viele Grüße und einen schönen Sonntag


Tobias


PS: Ok, wer den Scrollbalken im Blick hat, hat schon gemerkt, da kommt noch was. Als Ersatz für die durch die Streckenunterbrechung entfallenen Bilder habe ich jetzt noch einige Winterbilder von der Schwarzwaldbahn zwischen Villingen und Hornberg. Die Bilder entstanden letzte Woche, als ich aus anderen Gründen auf der Schwarzwaldbahn unterwegs war.

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Wir sind gerade auf dem interessantesten Streckenabschnitt der badischen Schwarzwaldbahn unterwegs, die Gebirgsbahn überwindet hier in zahlreichen Kehrschleifen und durch zahlreiche Tunnel den mittleren Schwarzwald.

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Und hier gibt es sogar noch einen kurzen Blick auf die weltgrößte Kuckucksuhr unten im Tal, die im Maßstab 60:1 nachgebaut wurde.

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Und damit es jetzt aber wirklich für heute Schluss.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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