Über die Pfefferminzbahn zum Neusiedler See – 1/5 Fortsetz. (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 24.07.2018, 18:38 (vor 2796 Tagen) @ TD

Mittlerweile ist der Himmel grau und es hat begonnen zu regnen. Aber immerhin ist es hier nur ein leichter Regen, im Süden muss es kräftiger zugegangen sein, denn der gebuchte ICE hat 65 Minuten Verspätung wegen Unwetters. Aber egal, dann nehmen wir halt die nächstbeste andere Verbindung mit einem ICE 2 nach Hannover.

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Ohne besondere Ereignisse verläuft die weitere Fahrt auf der Schnellfahrtstrecke bis Hannover. Mit einem kleinen Spurt in Hannover...

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...klappt sogar der Übergang auf den IC 2 und wir sind wieder im ursprünglichen Plan.

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Die weitere Fahrt über das flache Land von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ist unspektakulär. Wer hätte das gedacht, dass wir trotz Rastatt-Sperre und Unwetter pünktlich unser heutiges Tagesziel Magdeburg erreichen?

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Und so starten wir schließlich noch zu einem Abendspaziergang durch die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Vorbei an der von Friedensreich Hundertwasser entworfenen Grünen Zitadelle...

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...geht es an die Elbe...

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...und zum Magdeburger Dom. Der „Dom zu Magdeburg St. Mauritius und Katharina“ – so der offizielle Name – ist der erste gotisch konzipierte Bau einer Kathedrale auf deutschem Boden und einer der größten Kirchenbauten im Land.

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Und zum Abschluss noch ein Bild vom Kloster Unser Lieben Frauen, das heute als Kunstmuseum und Konzerthalle genutzt wird.


Tag 2: Magdeburg – Leipzig – Erfurt – Weimar – Kranichfeld – Weimar – Erfurt – Sömmerda – Buttstädt – Großheringen – Naumburg - Magdeburg

Der geneigte Leser fragt sich vielleicht, warum wir überhaupt nach Magdeburg gefahren sind, soll das Ziel doch eigentlich die Pfefferminzbahn sein. Nun, auch bei dieser Reise soll das Hobby meines Bruders nicht zu kurz kommen, er hat bei einem Angelguide eine Zandertour an der Elbe bei Magdeburg gebucht. Währenddessen will ich die Pfefferminzbahn besuchen - und beim Studium von Streckenkarte und Fahrplan kam ich auf die Idee, zum Streckensammeln auch noch die Ilmtalbahn mitzunehmen.

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Und so ziehe ich also alleine los und starte am Hauptbahnhof von Magdeburg zunächst mit einem IC2 bis Leipzig.

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Die Fahrt verläuft ereignislos und graue Regenwolken lassen die landschaftlich eher langweilige Strecke noch trister erscheinen. Aber der Wetterbericht macht Hoffnung für den Rest des Tages.

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In Leipzig heißt es Umsteigen...

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...und mit einem ICE geht es nun weiter nach Erfurt. Da ich nicht so häufig in diese Ecke des Landes komme, ist dies eine gute Gelegenheit, die Neubaustrecke Leipzig-Erfurt mal bei Tageslicht zu sehen, ich hatte die Strecke bisher erst einmal kurz nach der Eröffnung befahren, damals aber bei Dunkelheit (zum Reisebericht vom Dezember 2015).

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Mit über 2,6 Kilometern ist die Unstruttalbrücke die zweitlängste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Unter uns liegt die Unstrutbahn, auch da habe ich einen Link auf einen Reisebericht parat.

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Erfurt ist zwar auch immer einen Besuch wert – aber da ich die Stadt schon kenne, bleibt es diesmal bei ein paar Schritten vor den Bahnhof, dann geht es gleich weiter mit einem Talent 2 von Abellio Mitteldeutschland.

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Wow – man kann also auch in einen Triebzug eine hochwertige und großzügige erste Klasse einbauen mit einem echten Mehrwert. Als Baden-Württemberger wird man da richtig neidisch.

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Auf der Thüringer Bahn führt die Tour eine Station weiter bis Weimar, nach 13 Minuten steht schon der nächste Umstieg an.

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In Weimar unternehmen wir ein paar Schritte vor das neoklassizistische Empfangsgebäude und für einen Kaffee beim Bahnhofsbäcker reicht die Zeit auch noch, dann gibt es endlich Neuland zu entdecken.

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Denn die Ilmtalbahn von Weimar nach Kranichfeld kannte ich noch nicht. Die 25 Kilometer lange Stichstrecke ist nicht elektrifiziert, zur Fahrt ins Ilmtal wartet ein Regioshuttle der Erfurter Bahn.

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Noch im Stadtgebiet von Weimar gibt es im Berkaer Bahnhof einen Fahrtrichtungswechsel, dann geht es gemütlich und landschaftlich ganz nett durch das Thüringer Becken. Die Höchstgeschwindigkeit auf der eingleisigen Strecke liegt bei 50 Stundenkilometern.

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Ab Bad Berka verläuft die Bahnstrecke durch das Tal der Ilm im Tannrodaer Waldland. Nach knapp 50 Minuten erreicht der Zug die Endstation Kranichfeld.

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Der Bahnhof Kranichfeld wurde 1888 als Endbahnhof der damaligen Weimar-Berka-Blankenhainer Eisenbahn (WBBE) eröffnet. Schon wenige Jahre nach der Eröffnung zeigte sich, dass sich der Bahnverkehr auf der Strecke nicht wie erhofft entwickelte und in den Jahren 1966 und 1991 stand der Bahnverkehr auf der Kippe. Letztendlich bewahrten Angebotsverbesserungen die Strecke vor der Stilllegung. 1997 wurde aus dem Bahnhof ein Haltepunkt, denn seither gibt es nur noch ein Gleis.
Der Zug fährt 5 Minuten später zurück nach Weimar – aber das wäre ja langweilig...

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...denn dann würden wir ja einen Besuch in Kranichfeld verpassen. Die Landstadt hat gut 3.000 Einwohner und nennt sich „Zwei-Burgen-Stadt“. Dann wollen wir mal schauen, wie weit wir in einer Stunde kommen, über den Dächern der Stadt ist jedenfalls schon mal das erste Ziel zu sehen...

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...nämlich das Oberschloss. Das Renaissanceschloss ging aus einer mittelalterlichen Burg hervor und hat Wurzeln im 12. Jahrhundert.

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Nun geht es wieder hinab in den Ort – ob die Zeit auch noch für die zweite Burg reicht?

Wir werden sehen – aber erst im nächsten Teil. Jetzt machen wir jedenfalls eine Pause, in den nächsten Tagen folgt der zweite Teil mit der Rückfahrt nach Weimar und der Bereisung der Pfefferminzbahn.

Viele Grüße

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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