OT: Fotos von LED-Anzeigen (Reiseberichte)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 14.06.2018, 09:46 (vor 2837 Tagen) @ 611 040

Diese LED-Anzeigen werden um Energie zu sparen so angesteuert, dass immer nur jede 2.te Zeile zeitgleich leuchtet. Nach einem Sekundenbruchteil wird dann gewechselt und die jeweils anderen Zeilen leuchten. Das passiert so schnell dass unser Auge es als Dauerleuchten wahrnimmt und wir die Schrift gut lesen können.

Nicht ganz richtig. Sie werden zwar nicht alle gleichzeitig angesteuert, aber das hat weniger mit Energiesparen zu tun als mit der Hardware hintendran. Wollte man jede LED einzeln ansteuern, bräuchte man Controller, die so viele Ausgänge haben, wie LEDs anszuteuern sind. Als Beispiel habe ich mir gerade mal die technischen Daten einer Anzeige von LAWO rausgesucht, die bei einer Breite von 1728 mm und einer Höhe von 156 mm eine Auflösung von 26x288 LEDs hat. Da kommt man auf knapp 7500 LEDs, und somit knapp 7500 benötigte Steuerausgänge.
Jetzt kommt der elektronische Kniff - von den zwei Anschlüssen aller LEDs in einer Zeile wird einer komplett durchgängig verbunden und kommt an einen Ausgang des Controllers, und der andere Ausgang wird spaltenweise durchverbunden und kommt ebenfalls an einen Ausgang. Damit braucht man nicht mehr 26x288 Ausgänge, sondern nur noch 26+288, also 314 Ausgänge.
Jetzt wird, um die Anzeige aufzubauen, zuerst geschaut, welche LEDs in der ersten Zeile leuchten sollen - dort werden die "Schalter" der Spalten aktiviert und gleichzeitig der Schalter für die erste Zeile. Sofort danach wird das Prinzip für die zweite Zeile, die dritte Zeile, die vierte Zeile, etc. wiederholt. Nennt sich dann Multiplexbetrieb.

Das ganze geht so schnell, daß das Auge es als stehendes Bild wahrnimmt, so wie auf dem guten alten Röhrenfernseher, wo letztlich auch nur ein Elektronenstrahl (eigentlich drei, jeder für eine Farbe, die aber synchron bewegt werden) das komplette Bild aufbaut.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, eine Anzeige aus mehreren solcher Multiplex-Matritzen zusammenzubauen oder diese ineinander zu verschachteln, letztlich kommt aber immer dabei raus, daß zu keinem Zeitpunkt alle LEDs leuchten, sondern unser träges Auge es uns nur vorgaukelt.

Die Belichtungszeit der Kamera ist aber ggf. kürzer daher erkennt man auf dem Foto dass echt nur jede 2te Zeile leuchtet.

Man erkennt zumindest irgendwas, was sich aus der Wiederholrate des Displays und der Abtastung des Bildsensors ergibt, solange die Belichtungszeit kürzer ist als eine komplette Darstellung des Displays.
Bei den alten Flip-Dot-Anzeigen trat der Effekt aufgrund der mechanisch stabilen Anzeigeelemente nicht auf, aber das Prinzip der sequenziellen Ansteuerung konnte man beim Anzeigewechsel gut erkennen, wenn sich die Anzeige nicht schlagartig geändert hat, sondern entweder reihen- oder spaltenweise.

Erklärende Grüße
der Colaholiker

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