Ein Wintertag bei der Transports Montreux-Vevey-Riviera |58B (Reiseberichte)

TD, Samstag, 06.01.2018, 21:11 (vor 2995 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem ich kürzlich einen aktuellen Reisebericht von einer vorweihnachtlichen Fahrplanwechseltour zwischen Thüringer Wald und Franken eingestellt hatte, will ich nun mit der Aufbereitung von Bahntouren aus dem Jahr 2017 beginnen. Den Anfang macht ein erstklassiger Tagesausflug vom Januar 2017. Die Vorgaben lauteten „Schweiz und Schnee“, wobei ich die Osthälfte der Schweiz mittlerweile weitgehend abgegrast habe und die Wahl schließlich auf die Region zwischen Genfersee und Waadtländer Voralpen fiel.

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Von Konstanz fahren wir quer durch die Schweiz an den Genfersee und besuchen dort die Zahnradbahnen der Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR) von Montreux auf den Rochers de Naye und von Vevey nach Les Pléiades. Normalerweise bevorzuge ich ja Rundfahrten, aber da es auf der Rückfahrt ohnehin dunkel sein wird, geht es anschließend auf dem gleichen Weg zurück an den Bodensee.

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Wir starten morgens gegen sieben Uhr am Bahnhof von Konstanz und fahren zunächst mit dem Interregio nach Zürich. Der Zug führt diesmal EC-Wagen, es stecken noch Reservierungen Lugano-Zürich und es hängen auch Sicherheitshinweise für den Gotthard-Basistunnel aus.

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Gut, der Blick aus dem Zugfenster irgendwo zwischen Winterthur und Zürich verspricht zwar schon etwas Schnee, aber ein schöner Wintertag sieht anders aus. Auch über der Limmat in Zürich hängt dichter Nebel.

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In Zürich wechseln wir auf den Intercity in Richtung Genf, im Oberdeck der IC2000-Garnitur fahren wir bis Lausanne.

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Auch in Bern nichts Neues, über der Aare herrscht ebenfalls Nebel.

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Doch dann, zwischen Fribourg und Lausanne ein Lichtblick: für eine kurze Etappe bei Billens auf einem Höhenrücken im Freiburger Mittelland gibt es Sonnenschein und blauen Himmel.

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Dann geht es hinab zum Genfersee – oder das was davon zu erahnen ist. In Lausanne steigen wir um, dann geht es mit einem Interregio noch 20 Minuten entlang des Seeufers bis nach Montreux.

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So, die Anreise ist geschafft und wir haben unser erstes Ziel erreicht. Der Bahnhof Montreux hat die Besonderheit, dass hier drei unterschiedliche Spurweiten aufeinandertreffen. Die Normalspurstrecke der Simplonlinie kennen wir bereits, ebenso die Meterspurstrecke nach Zweisimmen – und so haben wir diesmal die Schmalspurstrecke auf den Rochers de Naye ins Auge gefasst. Das 800 mm-Gleis befindet sich unter dem Goldenpass Center und einem Hotel, für die Bergfahrt wartet der Zahnrad-Doppeltriebwagen Bhe 4/8 303.

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Die Strecke schlängelt sich zunächst durch das Stadtgebiet von Montreux und überwindet dabei schon einige Höhenmeter, dann geht es mit Blick auf den Genfersee weiter bergauf.

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Unsere Reise findet am Tag nach der Vereidigung von Donald Trump statt, im Zug ist eine Gruppe Amerikaner, denen es offenbar ein Bedürfnis war, sich öffentlich vom Präsidenten zu distanzieren; sie sitzen nun mit einem selbstgebastelten Plakat mit der Aufschrift „Not my President“ im Zug.

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Glion liegt bereits 300 Meter oberhalb von Montreux, der Schneeräumer vermittelt schon einen Eindruck vom Winter auf dem Berg.

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So hatte ich mir das vorgestellt: zwischen Glion und Caux verlassen wir den Nebel. Wir sind hier etwa auf 1.000 Meter über dem Meer auf dem „Balkon des Genfersees“ – auch wenn vom See jetzt nichts zu sehen ist.

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Kurz darauf findet im Bahnhof von Caux eine Begegnung mit einem anderen Triebwagen statt, der das Goldenpass-Design trägt. Die Zahnradbahn wird von dem Verkehrsunternehmen Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR) betrieben, wobei die MVR zusammen mit der MOB unter der Marke Goldenpass auftritt.

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Auf der weiteren Bergfahrt bietet sich den Fahrgästen nun ein beeindruckender Panoramablick über das Nebelmeer des Genfersees und die Berglandschaft der Waadtländer Voralpen.

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Nach rund 50 Minuten ist die Bergstation auf dem Rochers de Naye erreicht. Hier nochmals ein Blick auf den Triebwagen, der uns auf den Berg gebracht hat. Der Zahnradtriebwagen 303 mit Taufname Villeneuve stammt aus dem Jahr 1983. Links davon steht mit dem Triebwagen 207 ein Vertreter der Vorgängergeneration aus dem Jahr 1949.

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Der Rochers de Naye ist der Hausberg von Montreux, der Gipfel hat eine Höhe von 2.042 Meter über dem Meer und bietet einen Blick über den Genfersee und die Schweizer und Französischen Alpen. Während sich im Sommer hier Murmeltiere beobachten lassen und ein Alpengarten auf die Besucher wartet, dominiert heute der Wintersport.

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Hier bringt der nächste Zug schon weitere Wintersportler und deren Gerätschaften auf den Berg. Im Hintergrund die Galerie Fontaines, eine von zahlreichen Tunneln und Galerien der Strecke. Mit diesem Zug fahren wir nun wieder hinab nach Montreux. Der Triebwagen 305 aus dem Jahr 2011 ist der jüngste der Triebwagen auf der Strecke.

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Die Zahnradbahn von Glion auf den Rochers de Naye wurde 1892 erbaut, seit 1938 ist der Verkehr durchgebunden bis Montreux. Durch mehrere Fusionen entstand aus der Glion-Rochers-de-Naye-Bahn (GN) die Montreux-Territet-Glion-Rochers-de-Naye-Bahn (MTGN), die in der heutigen Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR) aufging. Hier noch ein letzter Blick auf die Bergstation, sie liegt auf 1.973 Metern über dem Meer.

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Die Bahnstrecke ist 7,7 Kilometer lang, sie überwindet einen Höhenunterschied von 1.300 Metern. Nachfolgend noch ein paar Eindrücke von der Talfahrt mit Blick auf die Berge und die Nebeldecke über dem Genfersee.

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Bei Glion tauchen wir wieder in den Nebel ein...

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...wobei diesmal der Genfersee sogar schemenhaft auszumachen ist. Bei einem solchen Ausblick wartet man doch sicher gerne auf dem Bahnsteig.

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Wir haben diesmal einen eng getakteten Plan, in Montreux geht es gleich mit dem nächsten Interregio eine Station zurück nach Vevey.

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Es geht gleich weiter...

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