"Sozial-Ticket" (NRW) künftig nicht mehr vom Land finanziert (Allgemeines Forum)

kater_k, BBRN, Freitag, 24.11.2017, 12:28 (vor 3055 Tagen) @ agw

Persönliche Meinung: der soziale Status hat meiner Ansicht nach nichts in einem Tarif zu suchen. Vielmehr ist ein Bedürftiger durch den Staat (Steuersystem, Sozialhilfe etc.) so auszustatten, dass er am normalen Leben teilnehmen kann - und dazu gehören auch die Tickets für öffentliche Verkehrsmittel.


Das wäre aber konsequenterweise auch das Aus für weitere Tarife wie Studententickets oder Jobtickets. Grundsätzlich ist deine Überlegung aber etwas mit dem ich mich anfreunden kann - nur halt gegenwärtig nicht sehr realistisch, der ALG II-Regelsatz sieht ja lächerlich wenig für Mobilität vor (gemessen an tatsächlichen Ticketpreisen).


Studententickets und Jobtickets sind doch gar nicht staatlich bezuschusst?

Nein (zumindest die mir bekannten Varianten), aber sie hängen im weiteren Sinne vom sozialen Status ab.

Die Studententickets sind doch Solidartickets, das heisst, die Studenten, die nicht fahren, tragen das Ticket.
Und Jobtickets sind doch nicht viel mehr als Geschäftskundenrabatte?

Nun, Sozialtickets könnten ja durchaus ähnlich gehandhabt werden. Ich glaube zumindest damals™ in Köln war der Unterschied zwischen verbundweitem Jobticket und Sozialpassticket für das Tarifgebiet Köln allein nicht allzu gewaltig. Hinzu kam, dass das Jobticket natürlich frei vom Stigma "gesellschaftlicher Verlierer" ist (während das Sozialticket immer die Vorlage eines labrigen A5-Papiers erfordert, so dass die ganze Bahn sehen kann, dass da vorne ein Harzer kontrolliert wird).

Hier muss aber natürlich ein politischer Wille da sein, im VRS sehe ich da genauso schwarz wie für die NRW-Verkehrspolitik im Allgemeinen.


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