Savoyen, Toskana und zurück – Teil 3.1 [12 Bilder] (Reiseberichte)

MC_Hans, 8001376, Donnerstag, 23.11.2017, 20:24 (vor 3048 Tagen)

Hallo zusammen!

Weiter geht es mit dem Bericht von meiner kleinen Sommertour durch fünf Länder. Im zweiten Teil war ich mit TER und TGV aus Annecy über Chambéry weiter durch die Savoyen und das Piemont gereist. Schließlich kam ich mit einem Frecciarossa, dem Flaggschiff der Trenitalia, am Etappenziel Florenz an.

Im dritten und letzten Teil zeige ich Euch ein paar Eindrücke von Florenz, San Gimignano und Siena sowie der Rückfahrt mit .italo und Brenner-EC nach Deutschland.

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Nach der ganztägigen Anreise am Vortag lasse ich den ersten Morgen in Florenz gemütlich angehen. Es soll wieder sehr heiß werden, und so starte ich den Streifzug durch die Stadt mit einem Eis an der Piazza di Santa Maria Novella.

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Die Renaissance-Kirche Santa Maria Novella wurde im 13. und 14. Jh. gebaut und leiht heute nicht nur dem angrenzenden Platz ihren Namen, sondern im Kürzel „S.M.N.“ auch dem Hauptbahnhof der Stadt, an dem ich nur ein paar Schritte entfernt am Vorabend angekommen bin.

Es sind sehr viele Touristen in den Straßen unterwegs. Unter den Fortbewegungsmitteln fallen mir viele sehr leise Elektro-Taxen auf. Manchmal auch etwas spät, na wenn man sie auch kaum hört… Diese jedenfalls sind ganz neu, nachdem die Stadtverwaltung im Vorjahr 70 zusätzliche Taxilizenzen für einen rein elektrischen Betrieb ausgegeben hat.

Die Straßenbahn befindet sich noch im Aufbau und besteht derzeit nur aus einer Linie, die von Santa Maria Novella nach Westen führt. Für die zweite und dritte Linie wird derzeit rund um den Bahnhof kräftig gebaut. In der Innenstadt kann man sich einfach ein Fahrrad leihen oder zu Fuß gehen. Mir reicht letzteres, denn im Zentrum liegen die Hotspots meist nur 5 Minuten auseinander.

Ebenfalls ökologisches und dazu klassisches Verkehrsmittel in der Innenstadt:
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Florenz ist die Hauptstadt der Provinz Toscana und zählt mit knapp 400.000 Einwohnern zu den zehn größten Städten Italiens. Hier sind zahlreiche Museen und Kunstwerke beheimatet, das berühmteste ist wohl der David von Michelangelo. Ein Besuch der Stadt ist daher besonders Kunst- und Geschichtsfreunden zu empfehlen. Der z.T. hohe Eintrittspreis und die langen Wartezeiten vor den Museen sind dabei aber zu berücksichtigen.

Palazzo Vecchio mit Kopie des David davor:
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Der Palazzo Vecchio wurde im 14. Jahrhundert gebaut und diente als Parlament und Abgeordnetenhaus. Heute sind darin das Rathaus und in den ehemaligen Schlafgemächern ein großes Museum beheimatet, wo Gemälde und Statuen aus der Zeit der Medici zu sehen sind.

Die Aussicht vom 94 m hohen Turm aus entlohnt dann für das Warten und die vielen Stufen. Außerdem geht ein angenehm kühler Wind, im Gegensatz zur stehenden Hitze in den Straßen.

Blick nach Norden auf den Dom, links davon mit dem weißen Dach das achteckige Battistero di San Giovanni. Rechts im Vordergrund die Badia Fiorentina, eine mittelalterliche Abteikirche:
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Blick nach Osten mit Santa Croce:
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Blick nach Südosten über den Arno, Stadtteil San Niccolo. Leicht erhöht liegt dort die berühmte Piazzale Michelangelo, von wo es ebenfalls eine gute Aussicht über die Stadt und abends auf die untergehende Sonne gibt.
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Der Vollständigkeit halber noch ein Foto nach Westen, dem Arno hinterher:
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Blick runter auf die Piazza della Signoria:
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Im Stadtzentrum kann man herrlich viel Geld in Modegeschäften, in Cafés, Restaurants oder bei Straßenverkäufern ausgeben. Die persönliche Eissorte bekommt man im Magnum Store. Ich will nicht wissen, was das kostet, beschränke meine Einkäufe lieber auf andere Genussmittel und kleine Souvenirs :-) Danach drängt sich eine Siesta geradezu auf, und ich mache eine Pause. Die Hitze fordert ihren Tribut.

Blick über Florenz bei Nacht vom Piazzale Michelangelo:
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Abends hatte ich den Stadtteil San Niccolo besucht. In den Sträßchen gibt es viele Restaurants, die nicht so überlaufen sind wie jene im Zentrum. Das Essen dort ist typisch regional und die Preise auch nicht überzogen. Was mir auch sehr gut gefiel, war der schnelle und freundliche Service, und man weiß mit den vielen ausländischen Besuchern geduldig umzugehen. Die Speisekarten sind in der Regel zweisprachig, und falls nicht, war es auch kein Problem sich etwas erklären zu lassen.

Abschließend noch ein Foto des wohl berühmtesten Einwohners der Stadt, David in der Galleria dell‘Accademia:
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Gleich geht’s weiter...

Savoyen, Toskana und zurück – Teil 3.2 [16 Bilder]

MC_Hans, 8001376, Donnerstag, 23.11.2017, 20:27 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans

Den zweiten Tag in Florenz bin ich zu einem kleinen Ausflug in die Toskana aufgebrochen. Auch hier habe ich leider keine wirklichen Bahnbilder, Asche auf mein Haupt.

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Einer Empfehlung folgend suche ich das mittelalterliche Städtchen San Gimignano und Siena, die berühmte zweite Hauptstadt der Toskana, auf.

San Gimignano entstand aus einer etruskischen Siedlung und wuchs aufgrund seiner Lage an der Via Francigena, einer Nord-Süd-Verbindung mit vielen Rom-Pilgern. Handel und Landwirtschaft sorgten ebenfalls für eine gewisse Bedeutung und Wohlstand.

Hinter dem Bahnhof Santa Maria Novella beginnt mein Ausflug am Busbahnhof. Die SITA, eine Tochter der Trenitalia, betreibt von hier aus mehrere überregionale Buslinien. Die Preise sind ähnlich den Ticketpreisen der TI im Regionalverkehr. Die Fahrt mit Umstieg in Poggibonsi dauert etwa 90 Minuten und führt zunächst über die Autobahn. Es fahren akzeptable Reisebusse. Bis zum Umstieg Poggibonsi kommt man aber auch direkt per Bahn, sofern einem das lieber ist.

Zwei Bilder aus dem Bus:
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Wie in Florenz zählt auch in San Gimignano das historische Zentrum zum Weltkulturerbe der UNESCO, und zwar auch wegen seiner mittelalterlichen Türme. Diese dienten den Familien als Wohn- und Verteidigungsbauwerk. Torre ist im Italienischen übrigens feminin, genauso wie Piazza – im Deutschen sind beide Herren, der Turm, der Platz.

Seit dem Mittelalter wurde auf Geheiß der Florentiner Stadtoberen jegliche Investition in Städtebau gestoppt, sodass eine architektonische Starre eintrat.

In der Fußgängerzone auf dem Weg ins Zentrum, zentral der Rathausturm, rechts daneben die Torre dei Becci:
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In den Lädchen gibt es allerlei Tand zu kaufen. Auch hier sind sehr viele Tagestouristen unterwegs, die mit dem Mietwagen anreisen oder mit Bussen herangekarrt wurden (bin ja auch einer). Pro Jahr sollen es mehrere Zehntausend sein. Es ist aber auch mit den vielen Menschen sehr schön hier.

Auf der dreieckigen Piazza della Cisterna: Rechts der kalksteinerne Brunnen mit darunterliegendem Wasserspeicher, zentral die Torre del Diavolo. Der Platz diente als Handelsplatz und Schaustellerbühne.
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Eigentlich besteht der Tag bisher nur aus Essen, herumfahren, herumlaufen und Geld ausgeben. Am Ende der Fußgängerzone kombiniere ich Aktivität eins und vier und verweile in einer Bar bei Brot, Käse, Schinken, Bier und Wein – lecker. Sie heißt I Macchaioli und hat sehr herzliche Gastgeber – eine Empfehlung eines Mitreisenden auf der Busfahrt.

Man könnte einen Besuch sicher auf ein bis zwei Tage ausdehnen, es gibt Museen und ein paar schöne Restaurants. Ich bin nach ein paar Stunden aber schon wieder am Aufbrechen, da ich noch nach Siena fahren möchte.

Zum Abschied die Sicht auf die Hügel östlich der Stadt:
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Nach etwas Verwirrung, wo nun der richtige Bus abfährt, erreiche ich wieder Poggibonsi und steige dort in den nächsten Bus nach Siena.

Vorbeifahrt an Monteriggioni:
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Die Ticketkontrolle in den Bussen verläuft etwas eigentümlich. Das Ticket muss zunächst bei Fahrtantritt im Bus entwertet werden. Am Ziel in Poggibonsi wartet dann ein Kontrolleur, der auf dem Bussteig kontrolliert. Auf meiner letzten Fahrt zwischen Poggibonsi und Siena wurde dann wieder während der Fahrt kontrolliert – und das gleich zweimal und mit je zwei Mann.

Einfahrt in Siena:
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Nach der Ankunft suche ich den Weg durch die Gassen ins Zentrum und schlendere ein bisschen umher. Auch in Siena zählt die Altstadt zählt zum UNESCO-Welterbe. Gegründet worden soll es von den Kindern des Remus – also genau wie Rom eine göttliche Abstammung. Heute leben ca. 50.000 Einwohner in der Stadt.

Immer der Nase nach – Blick auf den berühmten Turm des Pallazo Pubblico:
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Nochmal von weiter unten:
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Jetzt bin ich direkt an der berühmten Piazza del Campo mit dem rötlichen Pflaster. Hier stand einst ein antikes Theater, später wurde dann der Platz angelegt. Das berühmteste Event in Siena, das Pferderennen Paliodie Siena findet zweimal im Jahr auf dem Campo. Manch einer kennt diese Kulisse aus dem James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“.

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Hinüber zum Dom: Romanisch-gotische Front, Baubeginn im 13. Jh., Vergrößerung im 14. Jh. angestrebt, aber nie fertiggestellt:
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Hier geht mir leider die Zeit aus, da ich abends verabredet bin und den nächsten Zug nach Florenz erwischen möchte. Der Bahnhof liegt ca. 20 Fußminuten von der Altstadt entfernt, wenn man nicht weiß, dass es auch einen Stadtbus gibt, oder welcher der richtige ist ;-) Es reicht aber noch um das Ticket zu kaufen und zu entwerten.

Siena liegt an der sog. Centrale Toscana, einer größtenteils eingleisigen, nicht-elektrifizierten Bahnstrecke zwischen Empoli und Chiusi. Sie wurde 1849 eröffnet.
Stündlich verkehrt ein Zug nach Florenz und Chiusi, beide beginnen und enden in Siena. Früher hielt auch mal ein IC aus Florenz nach Rom, inzwischen aber nicht mehr. Von der Centrale zweigt in Siena ein Ast nach Montepescali ab und mündet dort in die Strecke Pisa – Rom. Wegen eines Erdrutsches ist er derzeit nicht durchgängig befahrbar.

Ich nehme einen der Regios nach Florenz, leider aus Zeitnot wieder ohne Bild. Hier fährt eine Lok-Wagen-Garnitur mit einer D.445 an der Spitze. Die Großraumwagen sind in der Aufteilung ähnlich den bekannten n-Wagen in Deutschland. Der Zug ist gut besucht und mindestens ebenso gut klimatisiert.

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Die Fahrt dauert dann ca. 90 Minuten und verläuft ruhig und pünktlich. Auch schön fand ich, dass unterwegs Reinigungspersonal zusteigt, welches sich sehr sorgfältig um die Sauberkeit an/auf den Sitzen und in den Toiletten kümmert.

Kurz nach der Galleria Bellosguardo:
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Am letzten Abend unternehme ich noch einen kleinen Spaziergang vor der Rückreise. Mit dem Blick von der Ponte alle Grazie auf die Ponte Vecchio verabschiede ich mich in den dritten und letzten Teil.

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Gleich geht’s weiter...

Savoyen, Toskana und zurück – Teil 3.3 [14 Bilder]

MC_Hans, 8001376, Donnerstag, 23.11.2017, 20:31 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans
bearbeitet von MC_Hans, Donnerstag, 23.11.2017, 20:32

Heute steht die Rückreise nach Deutschland auf dem Programm. Es wird ein langer Tag mit über 1000 km - ich wähle deshalb die naheliegendste Variante: Über die Schnellfahrstrecke bis Bologna und ab da mit einem Brenner-EC weiter nach Deutschland.

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Der Fahrplan:

AV 9902  Florenz    ab 09:25
   Bologna   an 10:00

EC 84   Bologna   ab 11:52
   München Hbf   an 18:27

ICE 524  München Hbf   ab 18:55
   Aschaffenburg Hbf  an 21:34

RB 15736  Aschaffenburg Hbf  ab 21:46
   Darmstadt Hbf  an 22:27


Dazu hätte es natürlich Alternativen gegeben. Durch die Schweiz hätte es mir aber mit den Anschlüssen bzw. Aufenthalten nicht so gut gepasst, es wäre um einiges teurer gewesen, die Gäubahnzüge passten nicht, wieder wäre ich durchs Rheintal gekommen. Also über die Brennerroute, die ich erstmalig kennenlerne.

Ein paar Tage vor der Fahrt kam mir noch die Idee, das günstige .italo-Ticket wegen der Tunnelstrecke zwischen Florenz und Bologna verfallen zu lassen. Aber für die Direttissima (Florenz – Prato – Bologna) oder die Strecke Pistoia – Bologna fehlten mir die Geduld und die Ruhe… das nächste Mal vielleicht ;-)

Nach dem Frühstück schnappe ich mein Gepäck und mache ich mich auf zum Bahnhof. Es ist ein Wetterumschwung angekündigt, trotzdem hat es um 9 Uhr morgens schon um die 30°C.

Der Bahnsteig ist bis wenige Minuten vor der Ankunft des Zuges abgesperrt. Dann kommt ein .italo-Mitarbeiter und lässt die Reisenden nach einem kurzen Blick auf das Ticket passieren. Der AGV rollt währenddessen auf die Minute pünktlich ein:
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Der Kopfbahnhof von Florenz stellt für den Nord-Süd-Verkehr übrigens einen nicht unerheblichen Zeitverlust dar, der mit einem dezentralen Tiefbahnhof (in Belfiore) und einer Nord-Ost-Untertunnelung beseitigt werden soll. Baubeginn derzeit unklar, es soll aber 2022 fertig werden – ich taufe die Idee „Florenz 21“.

Im .italo herrscht Flugzeugatmosphäre: enge Reihenbestuhlung, graue Kunstledersitze, wenig Stauraum für Gepäck. Der Waggon ist fast vollständig besetzt mit gemischtem, internationalen Publikum. Trotzdem wird es schnell familiär, als eine ältere Italienerin die Suche nach ihrem Ring beginnt. Leider nicht von Erfolg gekrönt.

Gut ist, dass die Züge so gut nachgefragt werden. Die Sitze sind allerdings schon etwas „runter“, und es läuft eine Art Zugradio, das ab und zu Werbung kundtut. Das stört. Aber die Fahrt dauert ja nur 35 Minuten.

Der Tiefbahnsteig in Bologna Centrale:
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Eine Zwischenebene:
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Das Bahnhofsgebäude:
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Zufällig ist es gerade 10:20 Uhr, aber wenn man genau hinschaut, zeigt die linke Uhr 10:25 Uhr. Das tut sie permanent als ein Denkmal für den Terroranschlag von 1980 an diesem Bahnhof.

Füße vertreten an der Porta Galliera:
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Ich bummele die Zeit in einem Café ab und besorge etwas Proviant; direkt am Bahnhof ist ein kleiner Supermarkt. Obwohl es einer der größten Durchgangsbahnhöfe Europas sein soll, ist an diesem Vormittag nicht viel los.

EC 84 kommt aus Rimini eingefahren:
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Fahrt durchs platte italienische Land:
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Bis Verona habe ich ein Abteil für mich. Die Strecke soll 200 km/h zulassen, es kommt mir aber langsamer vor. Für den 115 km langen Abschnitt sind großzügige 55 Minuten veranschlagt.

In Verona ist 15 Minuten Aufenthalt und die Lok umkurvt ihr Gespann. Ein paar Minuten nach der Ausfahrt kommt die Durchsage (auf deutsch), dass es keinen Speisewagen gäbe. Dafür wird nicht um Entschuldigung oder Verständnis gebeten, sondern lediglich informiert. Na immerhin gibt es einen Notverkauf im Abteil.

Im Etschtal, Nähe Salurn:
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Das Wetter ist hier oben schon deutlich durchwachsener. Gestern noch in der Hitze der Toskana, jetzt ca. 20° weniger.

Noch scheint die Sonne kurz hinter Bozen:
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Der Notverkauf im vordersten Abteil hinter der Lok wird mit einem kleinen Kaffee-Vollautomaten bespielt. Dafür herrscht reger Durchgangsverkehr durch die beiden vollbesetzten A-Waggons, die Fahrgäste dort tun einem leid... Weiter oben am Brenner sieht es dann richtig regnerisch und ungemütlich aus. Die Wolken hängen tief. Aber der First-Class-Kaffee ist gut.

St. Jodok Süd – da kommt was entgegen:
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St. Jodok Nord:
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Die Zeit plätschert vor sich hin, ich bin am Lesen. Eine Mutter mit Kind hatte sich in Südtirol zu mir ins Abteil gesellt, später kommt noch eine weitere Person dazu.
Der Rest der Fahrt verläuft ruhig, zwischendrin sind mal Beamte der Grenzpolizeien im Zug unterwegs. Die Fahrt über die Unterinntalbahn und weiter nach Bayern zieht sich dann aber. Mit drei Minuten Verspätung komme ich gegen 18.30 Uhr am Münchner Hauptbahnhof an.

Der schnellste Weg nach Darmstadt führt jetzt über Nürnberg-Würzburg-Aschaffenburg – ICE 524 wartet schon:
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Der Einteiler am Donnerstagabend ist sehr gut ausgelastet, die Fahrt unspektakulär und pünktlich. In Aschaffenburg steige ich in den letzten Zug meiner Reise um, eine Regionalbahn nach Darmstadt und Wiesbaden. So wie die Hinfahrt begonnen hatte – Regio-Dosto und 403 – so endet sie nun in umgekehrter Reihenfolge.

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Gegen halb elf komme ich zuhause an. Damit ist auch der dritte Teil des Berichts von meiner kleinen Rundfahrt zu Ende. Alles hat wie geplant und verspätungsfrei funktioniert, auch wenn fast nur offizielle Anschlüsse dabei waren.

Danke für Euer Interesse und einen guten Abend!

Savoyen, Toskana und zurück – Teil 3.3 [14 Bilder]

Regiosprinter, Donnerstag, 23.11.2017, 21:32 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans

Hallo,
vielen Dank für deine interessanten Eindrücke aus Italien!
Ist bestimmt schon 20 Jahre her, dass ich dort mal mit dem Zug unterwegs war...
Klaus

Savoyen, Toskana und zurück – Teil 3.3 [14 Bilder]

Murrtalbahner, Donnerstag, 23.11.2017, 21:39 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans

Vielen Dank für die Mühe und den tollen Bericht, auch wenn nur ganz wenige Zugbilder drin vorkommen. Die Gegend rund um Florenz und Siena ist einfach großartig. Es lohnt sich auch ein Mietauto nehmen und südlich von Siena durch die Berge zu fahren. Auch Monteriggioni, an dem du vorbei gekommen bist, ist mindestens so sehenswert wie Siena oder San Gimignano.

Also nochmal: Danke!!

Nachtrag

MC_Hans, 8001376, Donnerstag, 23.11.2017, 22:52 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans

Ein Bild hat sich doppelt eingeschlichen, ich korrigiere:

Palazzo Pubblico nochmal von weiter unten:
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Auch von mir ein Dank!

Matze86, München, Donnerstag, 23.11.2017, 23:11 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans

- kein Text -

Jaja, die Zeiten ändern sich, Klaus...

Matze86, München, Donnerstag, 23.11.2017, 23:12 (vor 3048 Tagen) @ Regiosprinter

Hallo,
vielen Dank für deine interessanten Eindrücke aus Italien!
Ist bestimmt schon 20 Jahre her, dass ich dort mal mit dem Zug unterwegs war...
Klaus

Grüße aus dem EN...

Zwischenstop Bozen Rittnerbahn und 3S-Bahn Bozen - Oberbozen

ThomasK, Freitag, 24.11.2017, 01:53 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans
bearbeitet von ThomasK, Freitag, 24.11.2017, 01:54

Vielen Dank für die schönen Bilder.

Ich bin die Brennerstrecke schon etliche Male gefahren.

Ein Tipp für die nächste Brennerfahrt. Etwa 600 m nördlich des Bahnhofs Bozen, dort, wo die Linkskurve (in Richtung Norden betrachtet) beginnt, steht an den Bahngleisen links, also westlich, die Talstation der 3S-Bahn Bozen - Oberbozen (Rittnerseilbahn). Vom Bahnhof Bozen sind die Stützen 1, 2, 3 und gerade so eben auch noch 4 der Rittnerseilbahn zu sehen.

Was ich dir bei der nächsten Fahrt über Bozen sehr empfehlen kann, ist folgendes.

In Bozen aus dem Eurocity Richtung München aussteigen, z.B. um 14.34 Uhr. Dann eine Mobilcard für 15 € kaufen. Dies ist eine Tageskarte, die für 15 € in ganz Südtirol im ganzen ÖPNV gilt. Sie gilt auch bei 7 Seilbahnen und einer Standseilbahn.

Dann zu Fuß etwa 8 Minuten nach Norden gehen bis zur Talstation der Rittnerseilbahn, also der 3S-Bahn Bozen - Oberbozen. Die Fahrt dauert 12 Minuten. Wenn du also um 14.50 Uhr losfährst, dann bist du um 15.02 Uhr in Oberbozen.

Dann auf der sehenswerten Schmalspurbahn weiter nach Klobenstein (Rittnerbahn). Üblicherweise wird im 30-Minuten-Takt gefahren. Meist fährt man in Oberbozen zur Minute 10 oder 40 ab. Um 15.10 Uhr geht´s also los und um 15.26 Uhr ist die Ankunft in Klobenstein. Die Meterspurbahn fährt Vmax = 30 km/h und fährt mit 800 Volt Gleichstrom. Um 15.40 Uhr geht´s dann von Klobenstein zurück nach Oberbozen mit Ankunft um 15.58 Uhr. Danach wieder Talfahrt mit der 3S-Bahn. Ankunft in Bozen ca. 16.15 Uhr. Um 16.25 Uhr ist dann wieder der Bahnhof erreicht, sodass man um 16.34 Uhr genau 2 Stunden später mit dem nächsten Eurocity nach München weiterfahren kann.

Der Spaß kostet gerade einmal 15 €. Für 3 Tage kostet die Mobilcard für ganz Südtirol 23 € und für 7 Tage 28 €. Mit Ausnahme der Fernzüge (EC usw.) dürfen alle Züge benutzt werden. Die Mobilcard gilt bis Trento. 7 Seilbahnen und die Mendelbahn sind ebenfalls inbegriffen.

Immer wenn ich die Mobilcard kaufe, lege ich nicht nur eine Runde mit der 3S-Bahn Bozen - Oberbozen ein, sondern auch mit der Standseilbahn auf die Mendel.

28 € für 7 Tage ist absolut unschlagbar günstig. So gut der ÖV in der Schweiz auch ist, aber was die Preise angeht, da könnten die Schweizer ruhig mal nach Südtirol schauen.

Wo bekommt man schon für 15 € eine tolle Seilbahnfahrt und eine tolle Fahrt mit der Schmalspurbahn über das Rittnerplateau geboten? Fantastischer Blick auf die Dolomiten.

In Oberbozen hält die Schmalspurbahn unmittelbar vor der Bergstation der 3S-Bahn.


Hier die Rittnerbahn: https://www.youtube.com/watch?v=UWB5-IS_Y6I

Und hier eine vollständige Talfahrt mit der Rittnerseilbahn.

https://www.youtube.com/watch?v=p40zSfPND4E


Vor der Bergstation steht die Stütze 7. Den Bahnhof Bozen sieht man ab der Stützenüberfahrt über die Stütze 4. Bemerkenswert ist, dass fast die gesamte Höhendifferenz von 948 m zwischen der Talstation und der Stütze 4, also auf etwa 45% der Streckenlänge, erbracht wird. Auf 55% der Streckenlänge, die 4559 m beträgt, also zwischen Stütze 4 und der Bergstation verläuft die Trasse - abgesehen von der Kettenlinie a * cosh (x/a) für den Seildurchhang natürlich - weitgehend flach. Gefahren wird mit 7 m/s; lediglich bei den Stationseinfahrten wird auf 3 m/s reduziert, da an der Talstation wegen der Straßenüberquerung kein Platz für eine Einfahrstütze vorhanden war. Da in diesem Betriebszustand immer gleichzeitig eine Kabine in der Bergstation und eine Kabine in der Talstation ein- bzw. ausfahren, bedeutet dies, wenn mit 10 Kabinen gefahren wird, dass an den Viertelspunkten, also nach 25%, 50% und 75% der Streckenlänge ebenfalls auf 3 m/s reduziert wird, da dann von den 10 Kabinen nur 6 auf der Strecke sind und die anderen 4 Kabinen gerade ein- und ausfahren. An den Achtelspunkten, die keine Viertelspunkte sind, also nach 12,5%, 37,5%, 62,5% und 87,5% der Streckenlänge wird logischerweise die Geschwindigkeit von 7 m/s beibehalten, da dann keine Kabine ein- oder ausfährt. 8 Kabinen befinden sich in diesem Fall auf der Strecke und jeweils eine Kabine befindet sich in der Bergstation bzw. Talstation in der Warteposition, sodass dann keine Notwendigkeit besteht, die Geschwindigkeit auf 3 m/s zu reduzieren.

Bis 2015 wurde nur mit 8 Kabinen gefahren, sodass damals an den Drittelspunkten, also nach 33,3% und 66,7% der Streckenlänge auf 3 m/s reduziert worden ist. Wenn mit 2n Kabinen gefahren wird, dann muss die Geschwindigkeit auf der Strecke logischerweise n-2 mal reduziert werden.

Als die 3S-Bahn Bozen - Oberbozen noch mit 8 Kabinen fuhr, betrug die Kabinenfolge 240 Sekunden. Jetzt, bei 10 Kabinen, beträgt die Kabinenfolge genau 192 Sekunden, also 3:12 Minuten. Da jede Kabine 35 Personen fasst, ergibt sich dadurch eine Leistung von (60 / 3,2) * 35 = 656,25 Personen pro Stunde und Richtung. Bei täglich bis zu 5000 Fahrgästen an Spitzentagen in der Hochsaison ist dieses Angebot - wenngleich noch ausreichend - dennoch recht knapp bemessen. Mit so einem hohen Besucherandrang hatte man nicht gerechnet, zumal auch noch ein ÖPNV-Linienbus von Bozen nach Oberbozen fährt. Die Mobilcard gilt selbstverständlich nicht nur in der 3S-Bahn, sondern auch im Bus. Allerdings benutzen nur diejenigen Fahrgäste, die Teilstrecken fahren, den Bus. Wer die Gesamtstrecke befahren will, nimmt immer die Seilbahn, zumal der Bus auf der kurvenreichen Passstraße zwischen Bozen und Oberbozen gegen die Seilbahn völlig chancenlos ist. Die Seilbahn benötigt 12 Minuten und der Express-Bus 33 Minuten.

Nach 21.30 Uhr bis zum Betriebsschluss der Rittnerseilbahn um 22.57 Uhr fahren meistens nur noch 2 Kabinen, sodass dann mit 7 m/s voll durchgefahren wird. Auch die Nachtfahrt ist absolut sehenswert, zumal man dann bei der Talfahrt ab der Stütze 4 das Lichtermeer der Großstadt Bozen unter sich sieht.

Im Video wird ab 8:40 auf den Bahnhof Bozen gezoomt. Zum Zeitpunkt des Zooms zwischen Stütze 4 und 3 liegt der Bahnhof Bozen etwa 850 m unterhalb des Youtube-Filmers.

Das größte Seilfeld ist 958 m lang und befindet sich zwischen den Stützen 5 und 6. Zum Vergleich: Das neue Seilfeld zwischen der Stütze 1 und der Bergstation Zugspitze der neuen Seilbahn Zugspitze ist 3213 m lang und würde auf der 3S-Bahn Bozen - Oberbozen etwa von der Stütze 2 bis zur Bergstation reichen.

Zwischenstop Bozen Rittnerbahn und 3S-Bahn Bozen - Oberbozen

Gunny Highway, Freitag, 24.11.2017, 07:50 (vor 3048 Tagen) @ ThomasK

Toller Bericht und sehr schöne Fotos, vielen Dank!!!

Vielen Dank!

oppermad, Wuppertal/Wunstorf, Freitag, 24.11.2017, 08:16 (vor 3048 Tagen) @ MC_Hans

Hallo,

das hat mir sehr gefallen, besonders der Blick über den Tellerrand Eisenbahn hinaus. Gilt übrigens auch für die beschriebene Gastfreundschaft, die leider nicht selbstverständlich ist.
Auch wenn ich wegen des Wetters und der Pünktlichkeit der Züge etwas neidisch geworden bin (Donnerstag hat es die S-Bahn Rhein-Ruhr sogar geschafft, bei einer Taktung von 20 Minuten mit 45 Minuten Verspätung in Wuppertal anzukommen wobei uns der "Folgetakt" unterwegs überholte). Es sei dir gegönnt!

Falls du mal wieder solche Fahrten machst, würde zumindest ich mich über einen Reisebericht sehr freuen!

Viele Grüße,

Dirk

--
Wer ist kundig auf folgenden Baureihen:
101, 103, 110, 111, 112, 120, 139, 140, 141, 143, 150, 151, 155, 181.2, 218, 225, 233, 362, 420, 472, 601, 605, 624, 628, 643 und 644?
Richtig: Bender!

Mille grazie!

JanZ, HB, Freitag, 24.11.2017, 13:17 (vor 3047 Tagen) @ MC_Hans
bearbeitet von JanZ, Freitag, 24.11.2017, 13:17

Danke für den Bericht und besonders für das Bild an meinem Heimatbahnhof :-)! Witzigerweise bin ich deine letzte Etappe am Osterdienstag 2010 fast genau so gefahren, allerdings begann die Reise in Certaldo und endete in Aschaffenburg (wen es interessiert, hier der Blogbeitrag dazu). Schade fand ich insbesondere, dass die Strecke zwischen Florenz und Bologna fast nur aus Tunneln besteht.

Vielen Dank für die Rückmeldungen

MC_Hans, 8001376, Sonntag, 26.11.2017, 10:32 (vor 3045 Tagen) @ MC_Hans

Ich habe mich sehr über Eure Kommentare, Anmerkungen und Dankesbotschaften gefreut!

Viele Grüße & einen schönen Sonntag
Hans

Zwischenstop Bozen Rittnerbahn und 3S-Bahn Bozen - Oberbozen

MC_Hans, 8001376, Sonntag, 26.11.2017, 10:35 (vor 3045 Tagen) @ ThomasK

Tolle Tipps, vielen Dank!

Ja Südtirol ist ein sehr schönes Fleckchen Erde, und das nächste Mal werde ich da einiges mehr an Zeit einplanen.

Wenn ich recht sehe, gilt die Mobilcard sogar im Bus zwischen Mals und Martina, sodass die Vinschgaubahn dort einen günstigen Anschluss bekommt... :-)

Viele Grüße

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