Von Côte Bleue, Train Jaune & Tramvia Blau (Forts. Teil 5) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 28.10.2017, 18:36 (vor 3073 Tagen) @ TD

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Mit 427 Metern über dem Meer ist der Bahnhof Villefranche – Vernet-les-Bains der tiefste Punkt der Ligne de Cerdagne, hier beginnen wir die Rückfahrt hinauf ins Gebirge. Diesmal wählen wir einen geschlossenen Personenwagen.

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Im Depot sehen wir die beiden Stadler GTW, die 2004 ausgeliefert wurden, um die betagten Triebwagen zu entlasten. Die GTW sind nicht kompatibel mit den Altbaufahrzeugen, wodurch auch der Einsatz der bei den Fahrgästen beliebten Aussichtswagen nicht möglich ist. Die Neubaufahrzeuge scheinen während unseres Besuchs nicht im Betrieb zu stehen, dafür spricht auch ein Graffiti an einem der Züge. Bei den Altbaufahrzeugen handelt es sich im Grunde noch um die ursprünglichen Fahrzeuge aus der Anfangszeit der Bahn, die im Laufe der Zeit jedoch mehrfach umgebaut wurden.

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Die Ligne de Cerdagne ist eine reine Adhäsionsbahn, mit einer Maximalsteigung von 60 Promille führt die Strecke durch das schluchtartige Tal des Têt in die Höhe, schon nach knapp 20 Kilometern ist eine Höhendifferenz von 600 Metern überwunden.

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Bei der Fahrkartenkontrolle vor dem Einsteigen in Villefranche – Vernet-les-Bains hatte der Schaffner nochmals nachgefragt „Thuès-Carenca?“ Während die meisten Touristen bis zu einem der größeren Halte fahren, sind wir die einzigen Fahrgäste, die an dem kleinen Bedarfshalt aussteigen wollen. Wie auf der Hinfahrt wollen wir auch auf der Rückfahrt einen Zwischenhalt einlegen, den Tipp mit Thuès-Carenca hatte ich aus dem DSO-Auslandsforum bekommen. Unweit des Haltepunkts befindet sich der Zugang zur Schlucht Gorges de la Carança.

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Gut zwei Stunden wandern wir nun durch die Schlucht. Der Weg beginnt anfangs wie ein gemütlicher Spaziergang entlang eines Bergbachs, wenig später finden wir uns in einer atemberaubenden Landschaft auf einem schwindelerregend in den Fels geschlagenen Fußweg. Am Felsen gibt es ein Seil zum Festhalten, während es auf der andere Seite ohne Geländer in die Tiefe geht. Ein tolles Abenteuer!

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Nach der Erfahrung mit der Fahrplantreue auf der Hinfahrt machen wir uns frühzeitig auf den Rückweg zum Haltepunkt. Die Ligne de Cerdagne wird elektrisch betrieben mit Wasserkraft des Flusses Têt. Ungewöhnlich ist jedoch, dass die Stromversorgung über eine von oben bestrichene Seitenstromschiene erfolgt, was der Bahn auch den Beinamen „Pyrenäenmetro“ einbrachte. Hier die Stromschiene am Bahnübergang beim Haltepunkt Thuès-Carenca.

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Der letzte Zug des Tages fährt durch bis Latour-de-Carol – Enveitg, mit diesem Zug starten wir nun auf die letzte Etappe mit dem train jaune. Bis zum Scheitelpunkt liegen nochmals 800 Höhenmeter vor uns. Nachdem ich Strecke und Landschaft auf der Hinfahrt schon beschrieben hatte, die weiteren Streckenbilder nun ohne Kommentar.

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Die letzten Kilometer bis zum Endbahnhof Latour-de-Carol – Enveitg legen wir bei einbrechender Dunkelheit zurück. Nach einem tollen und an Eindrücken reichen Tag nehmen wir schließlich Abschied vom kleinen gelben Zug.

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Und mit einem Abendbild der Kirche Saint-Étienne in Latour-de-Carol beenden wir diesen Reiseberichtsteil. In den nächsten Tagen folgt Teil 6 mit der Fahrt nach Barcelona und einem Abstecher zur Zahnradbahn von Núria.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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