Reisebericht Kroatien (Teil 1/3 - Anreise) (Reiseberichte)

DG, Sonntag, 03.09.2017, 21:58 (vor 3128 Tagen)

Guten Abend,

wer glaubte, dass es mir mit dem, was ich einleitend in meinem letzten Reisebericht geschrieben habe, nicht ernst war, oder es für eine leere Floskel (à la "Wer kennt es nicht?") wie Journalisten sie gerne benutzen hielt, den muss ich jetzt enttäuschen.
Denn um nach dem mit etwa 18-22°C recht kühlen Aufenthalt in Stockholm wollte ich noch etwas die Sonne und Wärme genießen, wie es sich für einen Sommerurlaub gehört. Daher hatte ich (übrigens schon eine Woche vor der Stockholm-Buchung) einen siebentägigen Aufenthalt in Kroatien, genauer in Zagreb, gebucht.
Gebucht waren für Hin- und Rückfahrt wieder Sparpreise Europa 1. Klasse für je gut 75€, los ging es streng genommen 4 Tage nach Rückkehr aus Stockholm.

Es handelt sich wieder um Smartphone-Bilder, das möge man mir nachsehen. Ansonsten gilt wieder, dass ich für Hinweise und Ergänzungen offen bin, gefundene Rechtschreibfehler verlange ich nicht zurück. Während der Bahn-Teile werde ich die Bilder dem beschreibenden Text voranstellen, während der Impressionen aus der Stadt umgekehrt.


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Los ging es diesmal gar nicht so früh, sondern gegen kurz vor halb sieben. Irgendwie hatte ich es noch in Erinnerung von einer früheren Fahrt, als ich auf einem Nachbarbahnsteig stand, dass um diese Zeit der ICE4 fahren könnte, und so kam es. Bei der Online-Reservierung wurde jedoch der Standard-ICE1-Sitzplan angezeigt, an dem hatte ich mich orientiert. So war mein gewünschter Reihensitzplatz hier ein Tischplatz, zu allem Überfluss hatte die Mitreisende, die den Platz gegenüber reserviert hatte, eine Transportbox mit zwei Mini-Hunden dabei, sodass ich mich für einen Platz im Nachbarwagen entschied. Es war und wurde nicht sehr voll, sodass das kein Problem war. Interessant war, dass die Wagennummern wohl zwischen 401 und 412 unterschiedlich sind, einige Reservierungen könnten so ins leere gelaufen sein. Wenn ich jetzt nochmal gucke, wird kein Wagenplan angezeigt.

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Im Innern konnte mich der Zug nicht so richtig überzeugen. Die Sitze ließen sich wie erwartet nicht neigen, sondern wieder mal nur die Sitzfläche nach vorne ausziehen. Der Abstand ist aber super. Was mich stört ist aber, dass die Sitze sehr hoch sind und man wie auf eine Wand guckt, das hatte ich so extrem noch in keiner anderen Baureihe. Die Fahrt verlief sehr ruhig. Alles in allem war es hier aber nicht unbequem. Was ich sehr positiv fand, waren die klaren Ansagen ohne Rauschen oder Auflege-Ton.
Das Bistro bietet jedoch eine andere Auswahl, die womöglich nicht jedermann so zusagt, wie die klassische Speisekarte. Zweimal rollte der Zug nach Halt im Bahnhof und Öffnen der Türen etwas zurück, in Nürnberg recht weit, bis wieder gebremst wurde.

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An Bord wurde das ICE-Portal sowie maxdome-onboard angepriesen, was ich mal ausprobieren wollte. Das Portal lief nur so halb, es waren keine Infos zur Fahrt verfügbar. Maxdome lief nach Installation einer separaten App sehr gut und ich konnte den Film 'Bad Neighbors' problemlos schauen und war damit fertig, noch bevor wir die Würzburger Weinberge erreichten. Etwas anderes spannendes habe ich im Gratis-Bereich nicht gefunden, höchstens noch Jurassic World, auf den ich aber gerade keine Lust hatte.

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Nach der Ankunft wurde der Zug zu ICE 77777 nach 'Wir reinigen - Bitte nicht einsteigen' umgelabelt, und ein ICE3 mit gleichem Ziel stand gegenüber.

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Nach einer Stärkung in der sehr gut besuchten DB-Lounge und der Besorgung von etwas Proviant im Bahnhof ging ich zum Gleis, es war noch genügend Zeit. Der Zug sollte von einem anderen als dem geplanten Gleis abfahren und die Ankunft minimal verspätet sein. Ich hatte mir vorher auf dem eigentlich planmäßigen Gleis noch den Wagenanzeiger angesehen und bin dann zum heutigen Gleis gegangen, zum Glück musste ich nicht wieder den ganzen Bahnsteig entlang laufen. Der Zug lief dann auch bald ein.

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Etwas verwundert war ich, als nach den zwei 2.-Klasse-Wagen als dritter noch ein solcher einlief, und nicht der erwartete Wagen 275 erster Klasse. Ein Blick durch die Fenster und auf die Tür zeigte dann, dass die Wagennummer stimmte, und die Abteile manuell als 1. Klasse ausgewiesen waren. Na toll. Immerhin war meine Reservierung da, mir gegenüber war ab Bischofshofen ebenfalls bis Zagreb reserviert. Die Mitreisende ab München (Spiegelung im Bild etwas zensiert) hatte wohl erst die Aklassierung (Gegenteil von Deklassierung?) nicht gesehen, ging dann nach einer Weile jedoch in einen anderen Wagen. Ich merkte rechnt schnell, dass die Fahrt wohl nicht so angenehm würde, da wegen der verschiebbaren Kopfstützen die Sitze nur halbhoch waren und mein Rücken daher deutlich über diese hinausgeht. Nach einer Weile habe ich dann ebenfalls den Wagen gewechselt, die Rückenlehne war angenehmer, doch die Sitzfläche kürzer, weshalb ich dann doch wieder meinen reservierten Platz eingenommen habe. Die Zugbegleiterin die ich um Bestätigung des Umstands bat, meinte dann sowas wie 'ist halt kein Leder - ja und?'. Am Ende bestätigte sie mir aber auf der Fahrkarte, dass ein B-Wagen statt eines A-Wagens vorhanden war. Beim comfort-service habe ich angefragt, an wen ich mich wegen einer Erstattung wenden muss, mal schauen wie das läuft.

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Während wir an spektakulären Landschaften vorbei fuhren führte mich der Weg irgendwann ins österreichische Bistro, vorbei an dem mittlerweile leeren A-Wagen nach Klagenfurt, in dem es sich in meinem kurzen Test deutlich besser saß. Ein Umsetzen lohnte aber wegen der nahenden Trennung der Kurswagen nicht mehr, so gab es für mich eine Leberkäsesemmel und ein Citrus-Radler.

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Vorbei an weiteren tollen Landschaften erreichten wir bald Villach, wo unsere drei Wagen vom Rest des Zuges getrennt wurden, und eine Lok mit zwei kroatischen Wagen ankam, die an den Zugteil gehängt wurden und fortan gemeinsam nach Zagreb fahren sollten. Der dortige digitale Wagenstandsanzeiger war übrigens gut informiert, von einem A-Wagen nach Zagreb wusste er nichts.

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Bald war Slowenien erreicht und auch hier ging es durch wunderschöne Berglandschaften, fast immer entlang eines Flusses, leider wurden die Fotos davon nicht sehr gut.

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Der slowenische Hauptstadtbahnhof Ljubljana war auch der einzige nach dem Verlassen Österreichs, der noch angesagt wurde, ansonsten hielt der Zug immer halbwegs unerwartet und fuhr nach wenigen Sekunden ab.

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Die slowenischen Bahnhöfe waren auch malerisch, ein Stationsvorsteher war immer zusehen und auch Blumen hingen zahlreich aus, oder standen in Kübeln auf dem Boden. Sehr ansehnlich.

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Eine Grenzkontrolle später kamen wir dann in Zagreb an, selbige erfolgte in Dobova, kroatische Beamte kamen durch den Zug und scannten den Personalausweis, wollten aber nichts weiter wissen. Dort wurde auch die 1116 (bzw. wohl eher das slowenische Äquivalent 541) gegen eine kroatische 1142 getauscht.

Weiter geht es in Teil 2 mit einigen Eindrücken aus Zagreb ohne Bahnbezug, in Teil 3 folgt dann die Abreise.


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