Der Mittwochsbahnhof, Teil 31.1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 23.08.2017, 18:04 (vor 3170 Tagen)

Moin.

Erstmal schauen wir mal ins Kursbuch.


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1944: Hamburg-Harburg, Hamburg Unterelbe, Hamburg-Hausbruch, Hamburg-Neugraben, Daerstorf, Buxtehude, Neukloster, Horneburg, Dollern, Agathenburg, Stade, Hammah, Himmelpforten, Hechthausen, Basbeck-Osten, Warstade-Hemmoor, Höftgrube, Cadenberge, Neuhaus (Oste), Otterndorf, Altenbruch, Cuxhaven.

1975: Hamburg-Harburg, Hamburg Unterelbe, Hamburg Tempo-Werk, Hamburg-Hausbruch, Hamburg-Neugraben, Neu Wulmstorf, Buxtehude, Neukloster, Horneburg, Dollern, Agathenburg, Stade, Hammah, Himmelpforten, Hechthausen, Basbeck-Osten, Warstade-Hemmoor, Wingst, Cadenberge, Neuhaus (Oste), Otterndorf, Altenbruch, Cuxhaven.

2017: Hamburg-Harburg, Harburg Rathaus, Heimfeld, Neuwiedenthal, Hamburg-Neugraben, Hamburg-Fischbek, Neu Wulmstorf, Buxtehude, Neukloster, Horneburg, Dollern, Agathenburg, Stade, Hammah, Himmelpforten, Hechthausen, Hemmoor, Cadenberge, Otterndorf, Cuxhaven.

Das ist die Niederelbebahn mit ihren Stationen (2017 inklusive Harburger S-Bahn). Zum 1. April 1938 wurde per Groß-Hamburg-Gesetz die hannoversche Stadt Harburg-Wilhelmsburg der Freien und Hansestadt Hamburg zugeschlagen. Somit entfallen im Rahmen dieser Serie schonmal ein paar mehr oder minder interessante Stationen. Es verbleiben Horneburg, Hammah, Himmelpforten, Hechthausen und Hemmoor. Warstade-Hemmoor ist Geschichte, Höftgrube umbenannt. Zusammen sind es immer noch zu viele, um sie in einem Portrait abzuhandeln. Wir schauen heute auf die Geschichte der Bahnstrecke, danach besuchen wir noch Horneburg.


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Am 1. April 1881 eröffnete die Unterelbesche Eisenbahngesellschaft ihre Bahnstrecke von Harburg über Buxtehude nach Stade. Am 1. November folgte die Fortsetzung ins damals noch hamburgische Cuxhaven. Zum 1. April 1890 ging die Strecke an Preußen. Die anfangs eingleisige Strecke ist mittlerweile - mit Ausnahme des Abschnitts zwischen Himmelpforten und Hechthausen - zweigleisig. Sie verläßt Harburg nordwärts, so dass für Fernzüge vom/zum Hamburger Hauptbahnhof ein Fahrtrichtungswechsel erforderlich ist. Die S-Bahn verläuft ja bekanntlich im Tunnel. Über viele Kilometer läuft die Niederelbebahn am Übergang von der Marsch (zwischen Hamburg und Stade befindet sich das Alte Land, in erster Linie durch sein Obst bekannt) zur Geest. Das sieht man in Horneburg besonders gut.
1968 wurde zwischen Harburg und Stade der elektrische Betrieb aufgenommen. Größere Veränderungen kamen 1984: Damals wurde die Harburger S-Bahn eröffnet. Diese verläuft in Harburg selbst unterirdisch, hat dann bis Neugraben ein eigenes Gleispaar südlich der Niederelbebahn.
Weitere Veränderungen gab es zum Fahrplanwechsel im Dezember 2007: Die bisher durch die DB gefahrenen Eilzüge Hamburg - Cuxhaven wurden wettbewerblich vergeben. Zum Einsatz kommen nun lokbespannte Doppelstockzüge aus dem niedersächsischen Fahrzeugpool. Die Ausschreibung gewann Metronom. Die Firma wird bis Dezember 2018 unterwegs sein, danach übernimmt für neun Jahre wieder DB Regio das Szepter. Ebenfalls im Dezember 2007 übernahm die S-Bahn Hamburg die bisherigen Nahverkehrszüge zwischen Neugraben und Stade. Westlich der Bahnsteige in Neugraben wurde dafür eine Systemwechselstelle errichtet, hier wechseln die Züge von der Gleichstromschiene auf den Wechselstromabnehmer oder umgekehrt. Sitzkomfortmäßig ein Rückschritt, schätzen die Fahrgäste die S-Bahn durchaus, entfiel nun der Umstieg in Neugraben. Damit einher ging auch eine Taktverdichtung. Im Berufsverkehr wird bis Buxtehude alle zehn, bis Stade alle 20 Minuten gefahren. Im Zusammenhang mit der S-Bahn-Verlängerung wurden die Stationen zwischen Neugraben und Stade komplett modernisiert, in Fischbek entstand ein neuer Halt. Meine Großeltern, die auch schon über 20 Jahre tot sind, würden "ihren" Bahnhof, Neu Wulmstorf, wohl nur noch anhand der Bahnhofsschilder wiedererkennen.
Auch zwischen Stade und Cuxhaven präsentiert sich die Strecke mehr oder minder modern. Nur noch Cuxhaven verfügt über Formsignale. Der Abschnitt Stade - Cadenberge (jeweils ausschließlich) wird seit dem 24. November 2014 duch das ESTW Hechthausen bedient. Der Fahrdienstleiter sitzt in Hechthausen und hat noch ein paar Anrufschranken zu versorgen. Durch fehlende Ausweichgleise und Blocksignale kommt es auf der Strecke immer mal wieder zu Verzögerungen. Denn neben dem stündlichen Regionalzug gibt es auch Güterverkehr nach Cuxhaven (in erster Linie Autos für den Export). Weitere Güterzüge haben Stade zum Ziel. Und auch der Hamburger Hafen wird über die Strecke erschlossen.


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Geht gleich weiter.


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