Dann kann der Bahntower ja schonmal abgerissen... (Allgemeines Forum)

ALR997, Freitag, 10.03.2017, 19:07 (vor 3315 Tagen) @ Quasar

...und die Mitarbeiter nach Valenciennes umgesiedelt werden.

Selbstverständlich nur ein kleiner Spaß ;-)

Die europäischen Partner sind der Meinung, dass die Eisenbahn, das Verkehrsmittel, das auch ein riesiges Gebiet wie die Vereinigten Staaten zu einer einzigen Nation verbunden hat, dem alten Kontinent als Kitt dienen könnte.

Die Idee ist natürlich interessant. Mindestens zum Zwecke der Verknüpfung von Regionen wäre und ist ein international verknüpftes Verkehrsnetz immer gut - und warum bitte den Spaß nur der Straßenbauindustrie überlassen?

Der technischen Homogenisierung hat das Europäische Parlament nun die Liberalisierung des Eisenbahnsektors innerhalb von drei Jahren hinzugefügt. Es können also auch private Anbieter in den Markt einsteigen.

Wobei wir von einem Abschluss dieser Homogenisierung wohl noch ein bisschen weit entfernt sind. Selbst wenn man von Stromsystemen absieht ist ETCS eine Technik, noch nicht gerade flächendeckend verbreitet ist.

Ein Zug mit Reisenden oder Fracht, der mehrere Länder durchqueren will, braucht spezielle Genehmigungen und muss seine Waggons an jede einzelne nationale Gesetzgebung anpassen. Ein bürokratischer Vorgang, der Monate dauern kann.

Da die EU das vereinheitlichen der Regelungen bereits beim Straßenverkehr geschafft hat, sollte ihr dies auch im Schienenverkehr gelingen.

Das im Dezember verabschiedete Programm – das sogenannte vierte Paket – muss daher die Europäische Eisenbahnagentur stärken. Sie soll als Ticketschalter fungieren und den Verkehr zwischen den einzelnen Staaten regulieren.

Nun möchte ich zwar nicht unbedingt jedes Mal nach Nordfrankreich fahren, wenn ich einen Ticketschalter besuchen möchte, ansonsten erinnert mich der Gedanke an dieser Stelle an die britische National Rail-Website, die den Vertrieb aller Fahrkarten auf der Insel über eine Plattform anbietet. Sowohl der Franchise-Anbieter, als auch der eigenwirtschaftlichen Betreiber.

In mancher Hinsicht mag man sich wohl keine britischen Verhältnisse wünschen, aber in diesem Fall kann es sicher nicht verkehrt sein, sich das eine oder andere Scheibchen abzuschneiden.

Dankeschön für den Link und den Artikel - der im Übrigen auch die Sichtweise eines niederländischen Lokführers behandelt, welcher wohl Angst hat, er müsse wegen einer solchen Vorgehensweise bald Züge von Warschau nach Budapest fahren. Ob das nun seine persönliche Meinung ist weiß ich nicht, im Zweifelsfall schübe ich es aber auf den klassischen Welt-Qualitätsjournalismus.


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