Drei Tage durch die Schweiz (Reiseberichte)

Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 05.03.2017, 14:44 (vor 3305 Tagen) @ TD

Hoi TD,

Vielen Dank für den schönen Reisebericht!

Auf dem Ostteil der Seelinie von Kreuzlingen nach Schaffhausen bin ich recht selten unterwegs, da diese Strecke im Schatten meiner üblichen Reiserouten liegt.

Im Zuge besserer Anschlüsse in Schaffhausen wird die Strecke gerade punktuell ausgebaut. Das betrifft den Bahnhof Stein am Rhein mit neuer Personenunterführung und auch auf der Strecke St. Katharinental-Schlatt wird ausgebaut, wo gleich westlich der Station St. Katharinental auf einer Länge von 1'000 Metern auf Doppelspur ausgebaut wird. Wenn dann im Dezember 2018 die gesamte Seelinie um 15 Minuten gedreht wird, werden die S-Bahn-Züge dann dort statt in Diessenhofen kreuzen. Dies ermöglicht dann in Schaffhausen eine ideale Einbindung in den 15/45-Knoten mit guten Anschlüssen an den Fernverkehr nach Zürich, aber auch schlankeren Anschlüssen auf die S33/S12 nach Winterthur. Dann hättest du aber leider auch weniger Zeit für Schaffhausen gehabt, falls du dann keinen Zug früher genommen hättest. ;-)

Ich hatte bei der letzten Tour schon von der Liste der schönsten Ortschaften der Schweiz aus dem via-Magazin berichtet, die uns damals nach Guarda geführt hatte. Mit Marthalen besuchen wir nun einen weiteren Ort von jener Liste.

Ich hätte noch empfohlen, ab dem Rheinfall mit dem Boot nach Rheinau zu fahren, ab wo es PostAutos nach Marthalen gibt. Das ist auch sehr schön wenn das Wetter so gut passt wie bei dir.

Der Bahnhof von Marthalen wurde unlängst verlegt und rund 400 Meter näher an das Dorf gerückt. Die Bahnsteige mit gläsernem Windschutz sind bereits für den Einsatz längerer Züge vorbereitet.

In Form der HVZ-D-Pendelzüge mit sechs Doppelstockwagen und zwei Re420 im Sandwich verkehren dieser längeren Züge zur HVZ schon heute. Mit 220 Metern Länge passt das ideal für zwei DPZ/DTZ oder eine HVZ-D-Komposition mit sechs Wagen. Ab Dezember 2018 wird dann noch Montag bis Freitag eine stündliche S33 durch die dann im Stundentakt nach Schaffhausen verlängerte S12 ersetzt. Da die S12 mit 300m-Zügen fährt, wird diese dann jeweils in Winterthur gestärkt oder geschwächt. Man wird nicht mit den vollen 300 Metern nach Schaffhausen tuckern.

Für eine kurze Etappe nutzen wir nun den Fernverkehr, mit einem ICN fahren wir von Winterthur nach Zürich.

Der einzige ICN am Tag, der aus Winterthur in Zürich HB oben reinfährt, ist ein einzelner IR-Umlauf St. Gallen-Basel-St. Gallen. Der wird nach der morgendlichen HVZ von einem ICN Lausanne-St. Gallen genommen und kompensiert in St. Gallen einen "Kompositionsmangel" mit den zwei EC Richtung München (191 und 193) mit nur einem EC in die Gegenrichtung zur entsprechenden Zeit (196). Dadurch fehlt bei den IR ab St. Gallen dann rechnerisch eine Komposition, für die dieser ICN dann zwischen den morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten einspringt. Du warst also um 10:53 Uhr in Zürich HB.

...zum unterirdischen Bahnhofsteil der SZU, der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn. Hier beginnen die beiden Bahnstrecken der SZU, die Sihltalbahn und die Uetlibergbahn.

Da kann man noch anmerken, dass dies eigentlich eine U-Bahn-Station war. Nach der negativen Abstimmung zur U-Bahn war diese Station schon gebaut (den Zrücher Tramtunnel hast du glaube ich schonmal besucht?). Mit der Verlängerung der SZU von Selnau nach Zürich HB konnte man den Bau noch sinnvoll weiter verwenden. Dabei war die Bauhöhe noch ein kleines Problem für die grösseren SZU-Doppelstockzüge. Mit Deckenstromschiene und in der Bauhöhe kleineren Y-Stahlschwellen an Weichen und sonst eine feste Fahrbahn mit Kunststoffschwellen passte das Doppelstocklichtraumprofil dann gerade noch so rein.

Mit der Zeitangabe war Google Maps deutlich präziser und die Hektik umsonst: früher als erwartet ist der Bahnhof Sihlwald erreicht.

Die Zeitangaben auf den Wegweisern entsprechen dem durchschnittlichen Wandertempo. Da wandern natürlich auch ältere Leute und von Zeit zu Zeit machen Wanderer hin und wieder auch mal eine kleine Pause. So kommen dann die ca. 50 Minuten auf den Wegweiser. Wandern soll ja kein Stress, sondern Erholung sein. :-)

Die weitere Strecke durch das Sihltal ist weiterhin betriebsfähig, die Zürcher Museums-Bahn veranstaltet auf der Strecke Nostalgiefahrten.

Die Dampfzüge stehen sogar im Kursbuch: http://www.fahrplanfelder.ch/fileadmin/fap_pdf_fields/2017/714.pdf

Vor knapp zwei Jahren konnte man aber auch auf andere Art die Strecke erkeben. An einem Aprilwochenende wurden in Horgen Oberdorf Weichen erneuert. Die nationalen Taktschnellzüge ins Tessin wurden via aargauische Südbahn umgeleitet (mit Lenzburg-Wohlen wirst du die am Tag 2 auch noch teilweise befahren). Für die zweistündlichen EC nach Milano wurde eine Speziallösung gefunden, mit der auch Zug trotz Baustelle an den EC angebunden blieb.

Die EC-Züge wurden ab Zürich HB via Sihltal und damit auch auf der Strecke Sihlwald-Sihlbrugg geführt, auch die Verbindungslinie Giesshübel-Wiedikon durch den Manessetunnel wurde dabei befahren, wo sonst auch keine planmässigen Züge verkehren. Da die SBB-Lokführer nicht streckenkundig sind, fuhren SZU-Lokführer zum pilotieren mit. Diese stiegen jeweils in Sihlbrugg aus oder zu, wofür dort ein Betriebshalt eingelegt wurde. Es gab da diverse Fotos und auch Videos, eines mal hier auf die schnelle rausgesucht: https://www.youtube.com/watch?v=V1NDyiIfv2o


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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