Von Engadin, Pinzgau & Rosental [1/4 m. 43 B.] (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
bei meinem vorletzten Reisebericht mit der Bereisung der Gailtalbahn hatte ich angekündigt, bald wieder nach Kärnten zu reisen, um dort noch eine zweite ebenfalls vor der Einstellung stehende Strecke zu befahren. Nachdem ich kurzfristig einen Reisebericht einer Adventsreise dazwischen geschoben hatte, geht es nun mit einer Reise aus dem Juni 2016 weiter. Der eigentliche Reiseanlass ist ein Besuch der Rosentalbahn, allerdings ist das etwas „dünn“, und so pimpen wir die Tour auf mit einem Umweg durch das Engadin und einen Besuch der Pinzgauer Lokalbahn.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/072-Engadin-Pinzgau-Rosental/72-000Karte.jpg)
Wir fahren vom Bodensee durch das Rheintal zur Rhätischen Bahn bis nach Scuol-Tarasp. Mit Postauto und Postbus geht es weiter nach Österreich und über die Arlbergstrecke zur Pinzgauer Lokalbahn bis zum Endpunkt Krimml. Am zweiten Reisetag fahren wir von Krimml über die Tauernbahn nach Rosenbach. Der letzte Tag steht im Zeichen der Rosentalbahn sowie der Heimfahrt mit dem EC „Wörthersee“.
Ich will noch einen redaktionellen Hinweis vorwegschicken: die Reise hat so nicht stattgefunden. Die Reise war zwar so geplant, nachdem der Wetterbericht für den ersten Reisetag aber sehr schlecht war, bin ich auf dem kürzesten Weg über Bregenz nach Krimml gefahren und habe den Schlenker durch das Engadin wenige Tage später nachgeholt. Für den Reisebericht habe ich die beiden Touren so zusammenpackt, wie der Ablauf eigentlich geplant war.
Tag 1: Konstanz – St. Gallen – Landquart – Guarda – Scuol-Tarasp – Martina – Landeck-Zams – Innsbruck – Zell am See – Krimml
Die Tour beginnen wir wie üblich in Konstanz am Hauptbahnhof, diesmal nutzen wir den RegioExpress nach St. Gallen, zum Einsatz kommt ein GTW von Thurbo.
Am Ufer des Bodensees führt uns die Reise es auf der Seelinie nach Südosten, hier beim Zwischenhalt am Hafen von Romanshorn. Anschließend verlässt der Zug den See und fährt durch das Hinterland hinauf nach St. Gallen.
In St. Gallen steht der erste Umstieg an, mit einem Regio-Dosto geht es nun erst wieder hinunter zum Bodensee, dann dem Rheintal folgend Richtung Chur.
Für eine Reise nach Krimml in Österreich würde man üblicherweise in Buchs aussteigen und auf einen Fernzug in Richtung Arlberg wechseln. Die Arlbergstrecke ist auch durchaus reizvoll – nur bin ich jene Strecke jetzt auch schon häufiger gefahren, da darf es gerne mal eine Abwechslung sein und so soll es diesmal durch das Engadin in Richtung Österreich gehen, weshalb wir noch drei Stationen weiter durch das Rheintal bis Landquart fahren.
In Landquart trifft die Rheintallinie der SBB erstmals auf das Schmalspurnetz der Rhätischen Bahn. Und so steigen wir hier um auf einen RegioExpress der RhB in Richtung Scuol-Tarasp.
Auf der Davoserlinie oder Prättigauerlinie fahren wir nun in Richtung Klosters, die Strecke folgt dem Tal des Flusses Landquart durch das Prättigau.
Die Strecke gewinnt ab Landquart kontinuierlich an Höhe, hier in Saas ist der letzte Halt unter der 1.000-Meter-Marke. Der kleine Ort hat ein schmuckes Bahnhofsgebäude in Holzbauweise.
Die Begegnung mit einem Gegenzug ist das letzte Bild nördlich des Vereinatunnels. Der 3501 ist der erste Allegra-Triebzug, der im Oktober 2009 in Betrieb genommen wurde. Er trägt den Namen Willem Jan Holsboer, der als Begründer der Rhätischen Bahn gilt.
Mit über 22 Kilometern ist der Vereinatunnel der weltweit längste meterspurige Eisenbahntunnel. Südlich des Tunnels sind wir nun im Engadin angekommen. Hier bei Lavin treffen wir das erste Mal auf den Inn, der uns auf der weiteren Reise begleiten wird. Der Fluss (rätoromanisch „En“) gab auch dem Hochtal seinen Namen.
Auf der sogenannten Unterengadinerbahn führt die Strecke hoch über dem Fluss nach Osten vor der Kulisse der Rhätischen Alpen.
Im SBB-Magazin „via“ war vor einiger Zeit eine Liste der schönsten Ortschaften der Schweiz abgedruckt. Ich hatte die Übersicht damals aufbewahrt, denn vielleicht liegt einer der Orte ja mal an einer Reiseroute. Und genau das ist jetzt der Fall, so dass wir in Guarda einen Zwischenstopp einlegen. Der Bahnhof liegt abseits, ein Postauto stellt die Verbindung zum Ort her. Wir entscheiden uns jedoch für den Fußweg...
...und der hat es in sich! Auf Google Maps sah die Entfernung mit Luftlinie 400 Meter ja noch harmlos aus, bei der weiteren Reiseplanung war ich dann sensibilisiert, nachdem ich bei Wikipedia gelesen hatte, dass der Ort 40 Fußminuten entfernt sei. Hier beim Bahnhof sind wir auf einer Höhe von 1.432 Metern, vor uns liegen jetzt über 200 Höhenmeter.
Gut, man sollte vielleicht schwindelfrei sein und etwas Kondition mitbringen – aber ich bin schon hässlichere Wege zwischen Bahnhof und Ort gelaufen.
Die nächste Verschnaufpause tarnen wir als Fotohalt. Im Vordergrund führt die Straße in Serpentinen vom Bahnhof zum Ort, der weitere Blick geht ins Inntal, durch das wir vorhin mit der Bahn angereist sind.
Es geht gleich weiter...
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