Vom Vatikan zur Wocheiner Bahn (5/5 m 79 B) Fortsetzung (Reiseberichte)

TD, Samstag, 03.12.2016, 17:29 (vor 3398 Tagen) @ TD

[image]

Ich glaube Villach kommt mittlerweile recht häufig in meinen Reiseberichten vor, als Knotenpunkt verschiedener internationaler und nationaler Verbindungen verschlägt es uns regelmäßig hierher. Und auch heute ist die Übergangszeit ausreichend groß, um über die Drau bis zum Hauptplatz zu laufen.

[image]

[image]

Als letzter Zug für heute steht der EC 110 auf unserem Reiseplan. Der Zug fährt bis München, wobei wir schon in Salzburg aussteigen.

[image]

[image]

Anfangs ärgere ich mich über das volle Gegenlicht auf der Tauernbahn, das den landschaftlich reizvollen Blick in das Mölltal schwierig macht...

[image]

...aber dann besinne ich mich darauf, dass es mit den Relikten der früheren Streckenführung auch rechts der Strecke interessante Ausblicke gibt, hier die Pfeiler der alten Pfaffenberg-Zwenberg-Brücke.

[image]

Im Schatten des Felsgrats mit der Johanneskirche von Oberfalkenstein ist ein Viadukt zu sehen, das in einen Tunnel unter der Kirche führt.

[image]

[image]

Das Laskitzer-Viadukt ist durch die Neutrassierung ebenfalls entbehrlich geworden. Die aktuelle Streckenführung schneidet die alte Strecke der Tauernbahn in einem 90-Grad-Winkel.

[image]

Auf der Fahrt durch den Tauerntunnel testen wir den Am-Platz-Service. Als Liebhaber österreichischer Süßspeisen freue ich mich immer auf die wechselnden Angebote von Henry am Zug, diesmal gibt es Beeren-Semmelschmarren mit Vanillesauce.

[image]

Bei Bad Gastein gibt es die letzten Sonnenstrahlen beim Blick auf die Bergwelt der Hohen Tauern und ins Gasteinertal. Für weitere Streckenbilder ist es dann bald zu finster.

[image]

[image]

Den Abend verbringen wir mit einem Stadtbummel durch Salzburg zwischen Getreidegasse, Dom und Salzach.

[image]

[image]


Tag 6: Salzburg – München – Dachau – Altomünster – München – Stuttgart – Singen - Konstanz

So, der letzte Reisetag ist angebrochen, heute geht es wieder nach Hause. Mein Favorit für die Fahrt von Salzburg an den Bodensee ist eigentlich die Route über den Arlberg; da mein Bruder aber am Nachmittag in Mainz sein muss, begleite ich ihn noch bis München.

[image]

Die Sache mit dem Termin in Mainz hatte sich recht kurzfristig ergeben, sonst hätte ich bei der Planung die Übernachtung wahrscheinlich nach München gelegt. Aber so heißt es früh aufstehen - der Nachtportier im Hotel begrüßt uns beim Auschecken gar noch mit „Guten Abend“.

[image]

[image]

Mit dem IC 1296 fahren wir nach München, die Fahrt verläuft ohne besondere Ereignisse und in der Morgendämmerung gibt es auch noch keine Streckenbilder. Bei der Fahrt am Simssee geht die Sonne auf.

[image]

In München verabschiede ich mich von meinem Bruder, er bleibt im Zug sitzen, ich will noch einen kleinen Ausflug ins Münchner Umland unternehmen. Wenn ich schon mal zur morgendlichen Hauptverkehrszeit in München bin, will ich die Baureihe 420 auf dem Außenast von Dachau nach Altomünster besuchen.

[image]

Mit der S 2 geht es nun zum Bahnhof Dachau. Bis zur Elektrifizierung der Ludwig-Thoma-Bahn verkehrten von hier Dieseltriebwagen der Baureihe 628 als S-Bahn-Linie A nach Altomünster.

[image]

Gut, es kann nicht immer alles klappen. Nachdem in den vergangenen Tagen alle Anschlüsse und Züge gepasst hatten, gibt es nun eine kleine Enttäuschung, statt des erhofften 420ers fährt ein 423er ein.

[image]

Aber egal, wenn ich schon mal hier bin, geht es jetzt trotzdem nach Altomünster. Die knapp 60 Kilometer lange Bahnstrecke ist benannt nach dem Schriftsteller Ludwig Thoma, der in Dachau als Rechtsanwalt tätig war. Weitere Namen für die Strecke sind auch Bummerl und Bockerl. Landschaftlich ist die Strecke durchs flache Grün nicht sonderlich interessant.

[image]

[image]

In Altomünster ist der Name Programm: der Ortsname setzt sich zusammen aus dem heiligen Alto, dem Gründer des Ortes und dem lateinischen Wort Monasterium für Kloster. Und so prägt das Kloster mit der Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta den Ort.

[image]

[image]

[image]

Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort geht es zurück an den Bahnhof von Altomünster. Das ehemalige Bahnhofsgebäude beherbergt heute eine Pizzeria und hat keinen direkten Gleisanschluss mehr. Mit der S 2 geht es für mich dann zurück nach München.

[image]

[image]

Die Strecke ist landschaftlich nicht viel interessanter geworden als bei der Hinfahrt. Die S-Bahn fährt diesmal durch bis München und da ich noch Zeit habe, fahre ich bis zum Marienplatz.

[image]

[image]

Von München aus fährt man normalerweise via Ulm oder auch durch das Allgäu an den Bodensee – aber ist so ein „verkehrsüblicher Weg“ nicht langweilig, wenn es auch anders geht? Baustellenbedingt bieten sich für den Heimweg nämlich zwei Exoten an. Als Kompensation für die Umleitung aufgrund der Sperre der Frankenwaldbahn wurde zu jener Zeit die IC-Linie 61 von Karlsruhe nach Nürnberg verlängert über Augsburg bis München. Zeit habe ich genug – warum also nicht die seltene Möglichkeit nutzen, in einem durchgehenden Zug von München via Nürnberg nach Stuttgart zu fahren?

[image]

[image]

Während es vorhin in Altomünster noch sonnig war, nehmen nun die Wolken zu und wir fahren in ein Regengebiet. Mit grauen Bildern und Regentropfen am Zugfenster endet die Rundreise nun so, wie sie am ersten Tag begonnen hatte.

[image]

Ein Bild mit dem Schloss Möhren unweit von Treuchtlingen habe ich noch, dann entsteht witterungsbedingt bis Stuttgart eine Lücke im Reisebericht. Damit kann ich aber gut leben, denn auf den interessanten Strecken der Tour hatten wir perfektes Wetter und die Strecken in Deutschland kenne ich ohnehin schon.

[image]

Und hier kommt der zweite Exot: auch auf der Gäubahn gibt es baustellenbedingt eine Besonderheit: unter ungewohnter Zugnummer bringt eine DB-Garnitur Abwechslung auf die üblicherweise von schweizerischen Fernverkehrswagen geprägte Strecke.

[image]

Auch hier nur zwei Beweisbilder, jetzt am Ende der Tour ist etwas die Luft raus, wobei sich die Strecke ja schon in vielen meiner Reiseberichte findet.

[image]

[image]

Nach einem letzten Umstieg in Singen geht es dann im Nahverkehr am Ufer des Untersees nach Hause.

Damit sind wir am Ende des kleinen Reiseberichts angelangt, ich hoffe bei der bunten Mischung an Strecken und Verkehrsmitteln war für jeden etwas dabei – mir hat diese abwechslungsreiche Tour jedenfalls sehr gefallen.

Ich bedanke mich für die Kommentare, Ergänzungen und Korrekturen zu den letzten Beiträgen. Ich habe mir jetzt einen Reisestopp verordnet, um zunächst die übrigen Touren aus diesem Jahr aufzubereiten. Allerdings weiß ich nicht, ob ich den Hausarrest durchhalte, denn mir spuken schon wieder mindestens zwei Ideen für neue Touren durch den Kopf. Insofern weiß ich noch nicht, wann es mit einem nächsten Reisebericht weitergehen wird...


Viele Grüße


Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

--
[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum