Vom Vatikan zur Wocheiner Bahn (3/5 m 60 B) Forsetzung (Reiseberichte)

TD, Samstag, 26.11.2016, 16:55 (vor 3410 Tagen) @ TD

Tag 4: Triest – Villa Opicina – Sežana – Bled Jezero

Der Tag beginnt mit perfektem Frühlingswetter und strahlendem Sonnenschein. Mir gefällt Triest mit dieser italo-österreichischen Mischung ausgesprochen gut, so dass wir den Vormittag nochmals zu einem Spaziergang durch die Stadt nutzen. Ich hoffe, Ihr seid noch nicht genervt von den vielen Off-Topic-Bildern, bevor es nachher mit der Straßenbahn weitergeht.

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Vom Canal Grande laufen wir...

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...zur Alten Börse...

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...und zum Opernhaus Teatro Verdi.

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Auf der Piazza dell’Unità d’Italia waren wir gestern schon.

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Der Palazzo del Lloyd Triestino ist das ehemalige Verwaltungsgebäude des Triester Lloyd, dem Nachfolger der Schifffahrtsgesellschaft Österreichischer Lloyd.

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Von der Molo Audace, einem Kai am alten Hafen, werfen wir einen Blick zu den ehemaligen Hafengebäuden und dem „Ursus“, mit 75 Meter einer der größten und ältesten Schwimmkrane.

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Das Jugendstil-Gebäude mit dem Glockenturm ist der alte Fischmarkt. Auch heute gibt es hier noch Fische – allerdings in anderem Zusammenhang, denn das Gebäude beherbergt eines der ältesten Aquarien der Welt.

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Trotz unseres entspannten Zeitplans am heutigen Tag wird es nun so langsam Zeit für die Weiterreise. Mit der Überlandstraßenbahn möchten wir von Triest in den Vorort Opicina fahren. Die Linie 2 ist die einzige verbliebene Straßenbahnlinie in Triest. Die italienische Bezeichnung für die Bahn lautet Tranvia oder Trenovia di Opicina, vor Ort findet man aber auch häufig die triestinische Bezeichnung Tram de Opcina. Hier erreicht die meterspurige Straßenbahn gerade die Endhaltestelle Piazza Oberdan.

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Der Wagen 402 gehört zu den insgesamt sechs regulär eingesetzten Triebwagen, er stammt aus der ersten Serie aus dem Jahr 1935. Wir fahren zunächst aber nur die 400 Meter bis zu ersten Haltestellte Piazza Scorcola...

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...und beobachten hier den Betriebsablauf, der der Bahn zu einer außergewöhnlichen Bekanntheit verholfen hat und sie zu einer Touristenattraktion macht. Denn an der Piazza Scorcola beginnt ein Steilstreckenabschnitt, der mithilfe einer Standseilbahn überwunden wird.

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Hier kommt eine Bahn auf Talfahrt die Steilstrecke hinunter in die Talstation. Der Triebwagen wird talwärts vom Schiebewagen der Standseilbahn gebremst.

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Auf dem Stumpfgleis kommt die Fuhre schließlich zum Halt...

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...die Straßenbahn setzt zurück...

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...und umfährt den Schiebewagen.

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Hier befindet sich auch die Haltestelle Piazza Scorcola. Durch die Standseilbahn ist ein 20-Minuten-Takt vorgegeben, so dass stets drei Kurse im Einsatz stehen. Der Antrieb für die Standseilbahn befindet sich in der Bergstation, die Anlage wird von den Fahrern der Straßenbahn ferngesteuert. Mit der nächsten Bahn werden wir nun als Fahrgäste Zeugen des gleichen Prozedere bei der Bergfahrt.

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Der Steilstreckenabschnitt ist knapp 800 Meter lang und überwindet 160 Höhenmeter. Mit bis zu 12 Stundenkilometern werden der bergfahrende Wagen geschoben und der talwärts fahrende Wagen gebremst, hier die Begegnung in der Ausweiche.

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Der Steilstreckenabschnitt hat eine Steigung von bis zu 26 Prozent, auch eine Haltestelle liegt im Seilbahn-Abschnitt.

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Die Fahrt mit der Tram ist nicht nur für technisch interessierte Fahrgäste attraktiv, sondern bietet auch landschaftlich interessante Ausblicke auf den Golf von Triest und das Stadtgebiet.

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Der Übergang von der Standseilbahn auf die Adhäsionsstrecke ist dann weniger spektakulär, da der Schiebewagen schlicht zurückgelassen wird und der Triebwagen die Fahrt aus eigener Kraft fortsetzt. Knapp vier Kilometer klassische Überlandstraßenbahn liegen noch vor uns.

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Insgesamt überwindet die Bahn 340 Höhenmeter und dem Fahrgast bietet sich nun ein toller Blick aus dem Zugfenster über den Golf von Triest.

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Nach gut fünf Kilometern ist die Endstation Villa Opicina erreicht, hier befindet sich auch die Remise. Bis zum Jahr 1938 führte die Bahn noch weiter bis zum Staatsbahnhof. Diese Strecke gibt es nicht mehr und wir überwinden die etwa einen Kilometer große Lücke zum Bahnhof zu Fuß. Allerdings ist dieser Teil jetzt schon recht lang geworden, daher machen wir hier einen Schnitt. In den nächsten Tagen folgt der vierte Teil mit der Fahrt auf der Wocheiner Bahn zum Bleder See.

Viele Grüße

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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