Wirklich Problem der Privatisierung? (Allgemeines Forum)

thelasse, Utrecht(NL), Montag, 19.09.2016, 11:53 (vor 3487 Tagen) @ moonglum

Es zeigt vor Allem ein Jammerbild und weist deutlich darauf hin, wo ein von Privatisierung durchdrungenes Europa heute steht und wie kompliziert man es dem Reisenden heute macht. Die internationalen Verbindungen nach BE und F sind ein echtes Problem geworden.

Es gab Zeiten, da löste man ein Ticket nach Brüssel und/oder Paris und fuhr einfach los. Wenn ein Zug ausfiel, nahm man den Nächsten. Und heutzutage? Verspätungen sind an der Tagesordnung, Ausfälle im Regionalverkehr auch, und wenn dann der internationale Anschluss weg ist, dann hat man auch noch erheblichen Ärger - siehe hier in diesem Fallbeispiel.

Kann man Niemandem mehr empfehlen, am Besten von Ddorf oder Köln fliegen, da plant man anders, es geht unterm Strich schneller, wenn man Online-Checkin für den Flieger macht und nur Handgepäck hat, und während der Bahnkunde noch in Köln verzweifelt nach einer Verbindung fahndet, die er nutzen kann, sitzen die Flugreisenden dank schneller RER B Verbindung von CDG Airport schon am Gare du Nord beim 2. Frühstück im weltbekannten Bahnhofsrestaurant und warten und warten auf die Bahnreisenden aus dem Rheinland - ökologisch ist das natürlich nicht gedacht... absurd klingt es auch,
ist aber nervenschonender und durchaus realistisch.

Zum Glück gibt es so einen Sch... noch nicht bei Fahrten nach Österreich, Schweiz, Dänemark, Polen, Tschechien, Luxembourg usw. Dort gilt noch das Gesund Klingende: Ich habe ein Ticket und nehme den nächsten Zug. Fehlte noch, dass da plötzlich der EC7 nach Interlaken zur Nutzung verboten wäre, wenn mal wieder in Köln der 103 wegen Kupplungsproblemen scheitert. Was für ein absurder Gedanke.

Da ist in Richtung Belgien und Frankreich i.p. Fernverkehr auf den Gleisen Erhebliches schief gelaufen.

Aber ist es wirklich so das das nur durch die Privatisierung ist? Der Hochgeschwindigkeitszug hat auch seinen Teil hierzu beigetragen. Früher gab es auf den internationalen IC und EC-Zügen keine Reservierungspflicht. Man konnte einfach einsteigen wenn man eine Fahrkarte hatte.
Heute braucht man für TGV,Thalys und ICE(in Belgien eine Reservierung). Das macht es für Reisende auch nicht einfacher. Bestes Beispiel aus Europa ist die Strecke Brüssel-Straßburg. Früher konnte man einfach eine Fahrkarte kaufen und mit dem nächsten Zug nach Luxenburg fahren und dann in Luxemburg umsteigen oder die EC-Züge nehmen. Heute muss man den TGV mit Reservierungspflicht nehmen.


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