Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 7/7 m 42 B (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum letzten Teil unserer kleinen Deutschland-Rundreise. Im sechsten Teil waren wir von Usedom nach Köln gefahren und weiter auf der Eifelstrecke nach Trier.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/067-Elbe-Ostsee/67-000Karte.jpg)
Wir sind noch mitten im sechsten Reisetag, auf der letzten Etappe fahren wir von Trier entlang der Saar nach Saarbrücken, von dort nehmen wir die Abkürzung durch Frankreich und fahren schließlich über die Schwarzwaldbahn nach Hause an den Bodensee.
Nach unserem Stadtrundgang durch Trier kehren wir an den Hauptbahnhof zurück. Als wir das letzte Mal hier waren, sind wir noch mit einem IC durch den Bahnhof gefahren (zum Reisebericht), seit dem Fahrplanwechsel 2014/2015 ist Trier vom Fernverkehr abgehängt.
Mit dem SÜWEX (Südwest-Express) geht es nun nach Saarbrücken. Betrieben wird die Linie von DB Regio, der Flirt 3 trägt nach Bestellervorgabe das Landesdesign. Auch im Innenraum gibt es ein vom Regio-Standard abweichendes Farbkonzept mit einer durchaus ansprechenden Einrichtung.
Bei der Fahrt auf der Saarstrecke macht mir das Gegenlicht das Leben schwer, deshalb gibt es von diesem Abschnitt nicht so viele Bilder. Das hier ist noch die Mosel, ab Konz folgen wir dann der Saar flussaufwärts.
Das Anbaugebiet des Saarweins liegt noch in Rheinland-Pfalz, später queren wir die Grenze zum Saarland. Durch das enge Tal folgt die Strecke nun äußerst kurvenreich den Schleifen der Saar, lediglich ein Tunnel verkürzt die Strecke.
Mit der Völklinger Hütte begegnet uns das nächste UNESO-Welterbe, diesmal in der Kategorie Industriedenkmal. Das Eisenwerk wurde 1986 stillgelegt.
Der Hauptbahnhof von Saarbrücken trägt den Beinamen „Eurobahnhof“. Diese internationale Ausrichtung wollen wir nun ganz praktisch nutzen und über Straßburg nach Hause fahren. Beim Blick auf die Landkarte ist das eigentlich die direkte Linie und mitunter schlägt auch die Fahrplanabfrage diese Route vor, wobei der Hinweis „Teilpreis“ oder „Auslandstarif“ sicherlich viele Reisenden abschreckt. Wie sagte doch der nette Verkäufer im Reisezentrum in Konstanz: „Gute Verbindung, aber aufwändig zu buchen“.
(Bevor nun jemand fragt: „Nanu, warum geht es denn jetzt mit einem Sonnenbild zur Mittagszeit weiter, nachdem auf dem letzten Bild schon eine leichte Abendstimmung herrschte?“ wieder der Hinweis aus dem letzten Teil: wegen schlechten Wetters hatte ich die Originaltour abgebrochen und die fehlende Etappe später abschnittsweise nachgeholt.)
Ein Blauwal-Pärchen von TER Alsace wartet schon auf die grenzüberschreitende Fahrt nach Straßburg. Auf der Oberen Saartalbahn geht es nun zunächst nach Saargemünd/Sarreguemines, mit Hanweiler(GR) kann ich dabei einen mir bis dahin noch unbekannten Grenzübergang abhaken.
Bis zum Bahnhof Sarreguemines hätten wir auch mit der Saarbahn fahren können, die Regionalstadtbahn wartet am Hausbahnsteig, dem einzigen elektrifizierten Gleis.
Landschaftlich reizvoll geht es nun durch das Bitscher Land (Pays de Bitche), auch der Saarkanal begleitet uns abschnittsweise.
Wir haben zwischenzeitlich Lothringen verlassen und fahren durch das Elsass, das hügelige Gebiet hier im Nordwesten wird Krummes Elsass genannt.
Zwischendurch ein ländliches Bahnhofsbild, hier der Gare de Diemeringen. Der 1.600-Einwohner-Ort liegt im Naturpark Nordvogesen.
Im Dorf Frohmuhl/Frohmühl gibt es eine bekannte Fotokurve, die bei der Bildersuche zu der Strecke häufig auftaucht. Deutlich seltener die Perspektive aus der Fahrgastsicht.
Der Bahnhof von Obermodern verfügt über mehrere Gleise, hier zweigt eine Bahnstrecke nach Schweighouse-sur-Moder ab.
Nach einer Stunde und 45 Minuten ist der Zielbahnhof Straßburg erreicht. Ich hatte oben erwähnt, dass die Route durch Frankreich eine durchaus schnelle Verbindung zwischen Saarland und Südbaden sein kann – allerdings nur dann, wenn man nicht der Versuchung erliegt, bei dem schönen Wetter einen Zwischenstopp mit Stadtbummel in Straßburg einzulegen.
Und genau das ist uns passiert. Hier sind wir schon in der Altstadt zu Füßen des Straßburger Münsters angekommen.
Die historische Altstadt von Straßburg gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe, dazu gehören auch die Fachwerkhäuser am Münsterplatz, rechts vorne die Schnitzfassade des Kammerzellhauses.
Zum klassischen Touristenprogramm würde jetzt noch eine Fahrt auf der Ill einmal um die Altstadt gehören, aber dafür reicht die Zeit auf der Durchreise dann doch nicht...
...zumal auch der Bahnhof interessant und sehenswert ist. Der Gare de Strasbourg wird seit dem Jahr 2007 von einem gläsernen Vorbau umgeben, die 120 Meter lange Hülle umfasst rund 6.000 Quadratmeter an Glaselementen.
Im Innern der Hülle gibt es einen überdachten Vorplatz vor dem denkmalgeschützten Empfangsgebäude aus dem Jahr 1883. Wegen des Denkmalschutzes und zur Erdbebensicherheit ist das Glasdach strukturell nicht mit dem historischen Empfangsgebäude verbunden.
Wir verlassen nun aber die Bahnhofshalle, denn das Regioshuttle der SWEG nach Offenburg fährt draußen am Kopfgleis 25 ab. Der Triebwagen trägt die Landesfarben, innen gibt es auf den Sitzpolstern ein Design mit dem Stauferlöwen.
Über den Rhein und damit die französisch-deutsche Grenze geht es nun auf der Europabahn nach Kehl und durch das Hanauerland in der Rheinebene nach Offenburg.
Wenn der Name der Heimatstadt schon mal auf dem Zugzielanzeiger der Lok auftaucht, kündigt sich das Ende einer Reise an. Die letzten Bahnbilder zeigen die Einfahrt eines Zugs der Schwarzwaldbahn in den Bahnhof von Offenburg und das Oberdeck des Doppelstockwagens unserer letzten Etappe.
Vom Sonnenstand her wäre jetzt eigentlich die andere Seite besser geeignet für Fotos der Schwarzwaldbahn, aber dort sind alle Fensterplätze besetzt oder mit Gepäck belegt. Aber das ist jetzt auch nicht so schlimm, denn von der Schwarzwaldbahn habe ich schon so viele Bilder in anderen Reiseberichten, dass zwei Alibibilder der Strecke durchaus genügen.
Und damit sind wir am Ende der kleinen Rundreise angelangt. Ich hoffe, dass der Reisebericht Gefallen gefunden hat und bedanke mich für die Kommentare, Ergänzungen und Korrekturen zu den bisherigen Teilen.
Ich hätte ja gerne noch mehr Werbung für Bahnreisen durch Deutschland gemacht, aber mangels einer Neuauflage des Deutschland-Passes werden sich die Reiseberichte aus 2016 dann wohl in Richtung Ausland verschieben.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Tobias
PS: Meine bisherigen Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
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TD,
05.08.2016, 16:28
- Danke! :) owt
-
brandenburger,
07.08.2016, 12:31
- Vielen Dank -
462 001,
07.08.2016, 18:29
- Vielen Dank - TD, 07.08.2016, 21:38
- Danke! :) owt