Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 4/7 m 41 B (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zur Fortsetzung unserer kleinen Deutschland-Reise. Im dritten Teil hatten wir von Dresden aus eine Rundfahrt durch Sachsen und Nachbarländer unternommen, heute wechseln wir nun den Standort - zwei Nächte im gleichen Hotel waren ja schon ein Ausnahmefall.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/067-Elbe-Ostsee/67-000Karte.jpg)
Tag 4: Dresden – Altenberg – Dresden - Binz
Bei der Grobplanung der Tour war dieser Tag eigentlich nur für die Fahrt von Dresden an die Ostsee vorgesehen. Bei der Detailplanung hatte ich dann festgestellt, dass am Vormittag eigentlich noch etwas Zeit übrig war und ein Ausflug zur Müglitztalbahn nach Altenberg perfekt in die Lücke passt.
Wir starten am Morgen in Dresden und fahren mit der S 1 bis Heidenau. Nachdem die S-Bahn-Strecke durch das Elbtal in den vorherigen Teilen schon mehrfach Thema war, überspringen wir diesen Teil und finden uns hier schon in einem Desiro der Städtebahn Sachsen zur Fahrt nach Altenberg.
Die Müglitztalbahn ist eine 38 Kilometer lange Nebenbahn. Sie wurde zunächst als Schmalspurbahn errichtet, zwischen 1935 und 1938 auf Normalspur umgebaut und teilweise neu trassiert. In jener Zeit entstanden auch die Bahnhofsgebäude, wobei man die zwischen Elbtal und Osterzgebirge ortstypische Bauweise aufgriff. Mit den schiefergedeckten Steildächern und Sgraffito-Elementen sind die Bahnhofsgebäude schmuck anzusehen, hier der Bahnhof Niederschlottwitz.
Die Strecke quert mehrfach die Müglitz, hier in Glashütte. Die Lage im engen Flusstal wurde der Bahnstrecke bereits mehrfach zum Verhängnis, zuletzt wurde die Strecke im Jahr 2002 durch eine Jahrhundertflut weitgehend zerstört und war über ein Jahr nicht befahrbar.
Die Endstation Kurort Altenberg liegt auf 757 Metern über dem Meer, die Bahnstrecke überwindet von Heidenau im Elbtal über 600 Höhenmeter. Nachdem die Bahnstrecke das Müglitztal verlassen hat, führt sie an den Hängen des Geisenbergs nach Altenberg und eröffnet dabei einen Ausblick auf die Landschaft des östlichen Erzgebirges.
Nach einer Fahrzeit von einer knappen Stunde ist Altenberg erreicht. Werktags verkehren die Züge im Stundentakt, so dass wir nun eine Stunde Pause machen, uns etwas umschauen wollen und erst mit dem nächsten Zug zurückfahren.
Das ehemalige Bahnhofs- und Empfangsgebäude der Kleinbahn wird heute von der Historischen Sammlung Altenberg als Museum genutzt.
Ein Geocache führt uns dann ins Unterholz unweit des Bahnhofs, wo ein alter Wagenkasten offenbar zunächst einer anderen Verwendung zugeführt wurde und nun dem Verfall preisgegeben ist.
Jetzt aber zurück in die Zivilisation. Altenberg hat rund 8.000 Einwohner und liegt im Osterzgebirge unweit der Grenze zu Tschechien. Geprägt war Altenberg über Jahrhunderte vom Zinnerzbergbau; nachdem der Bergbau eingestellt wurde, konzentriert man sich auf Fremdenverkehr, Kurwesen und Wintersport.
Ich hoffe hier im Forum sind keine Altenberger unterwegs – aber so wahnsinnig aufregend finde ich den Ort nun nicht. Naja, so bleibt Zeit um uns mit der Bergbaugeschichte zu beschäftigen, dieser unscheinbare Sandsteinquader ist ein Meridianstein.
Doch jetzt zurück an den Bahnhof. Das Empfangsgebäude macht einen einladenden Eindruck, es gehört heute der Stadt und beherbergt die Touristinformation. Ich habe nun ja schon so manche Stichstrecke besucht, wobei häufig nach diversen Modernisierungen gerade mal noch ein Gleis übrig geblieben ist. Anders in Altenberg, hier gibt es vor dem Hintergrund des Wintersportverkehrs noch drei Gleise.
Es gab früher Pläne, die Bahnstrecke von Altenberg nach Tschechien oder zur Weißeritztalbahn zu verlängern, diese Pläne wurden aber nicht umgesetzt. Mit der Städtebahn Sachsen geht es für uns deshalb zurück nach Heidenau.
Und auch in Bärenstein ein kleines Bahnhofsportrait aus dem fahrenden Zug, dieses Empfangsgebäude ist ebenfalls mit einem Sgraffito verziert. Der Bahnhof wurde von einem Verein museal aufgearbeitet, das Empfangsgebäude befindet sich nun aber in Privatbesitz.
Bahnstrecken in engen Flusstälern sind für den Fahrgast landschaftlich eigentlich recht reizvoll – für einen Reisebericht aber undankbar, da die Ausbeute an brauchbaren Bildern überschaubar bleibt.
Aber dafür erwische ich Schloss Weesenstein, das sich auf einem Felsvorsprung über die Müglitz erhebt. Das Schloss ging aus einer um das Jahr 1200 errichteten Burg hervor, der Rundturm entstand um 1300.
Auch kleinere Haltepunkte wie hier in Köttewitz erhielten Dienstgebäude, diese wurde in Holzbauweise ausgeführt.
In Heidenau steigen wir um auf die S 1 und fahren zurück nach Dresden.
Es geht gleich weiter...
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Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 4
Nun heißt es endgültig Abschied zu nehmen vom Dresdner Hauptbahnhof. Nachdem wir in den letzten Tagen überwiegend im Regionalverkehr unterwegs waren, gibt es nun etwas Abwechslung von den allgegenwärtigen Desiros. Denn jetzt gibt es wieder Fernverkehr, internationalen Fernverkehr sogar.
Mit dem EC 378 fahren wir nach Binz auf Rügen. Der Zug kommt aus Bratislava und besteht aus einer tschechischen Garnitur.
Große landschaftliche Höhepunkte sucht man bei der Fahrt von Dresden über Elsterwerda nach Berlin wohl vergebens – man könnte auch sagen die Fahrt ist recht eintönig. Als Teil der Verbindung Prag-Berlin sind viele ausländische Touristen im Zug. Ich frage mich zwar, was es hier zu fotografieren gibt – aber gut, drücke ich halt auch mal ab.
Der Zug steht 20 Minuten im Berliner Hauptbahnhof – genug Zeit, um das Außenbild unseres Wagens nachzuholen. Die Wagenreihung ist etwas durcheinander, der Speisewagen und der Erste-Klasse-Wagen sind vertauscht.
Bei der Fahrt aus dem Hauptbahnhof über den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal gibt es einen kurzen Blick über die Dächer der Hauptstadt, dann wird es bei der Fahrt durch die Uckermark wieder ländlicher.
So langsam ist Kaffeezeit – schauen wir also einen Wagen weiter und besuchen wir den tschechischen Speisewagen für Kaffee und Kuchen.
Bei der Fahrt über das flache Land Vorpommerns blättere ich etwa gelangweilt durch den Reiseplan. Und wundere mich...
...über den nächsten Halt „Grefswald“. Ich war ja bis dahin fest davon ausgegangen, dass die Druckdaten für den Reiseplan aus dem Fahrplan generiert werden. Aber wie kann es dann zu so einem Fehler kommen? Tippt da jemand den Fahrplan ab?
Interessant wird es nach dem Fahrtrichtungswechsel in Stralsund, denn nun geht es auf dem Rügendamm über den Strelasund und anschließen über Deutschlands größte Insel.
Das letzte Streckenbild gibt es von der Fahrt am Ufer des Kleinen Jasmunder Boddens, dann ist der Endbahnhof Binz erreicht.
Im Abendlicht noch ein Bild des Zuglaufschilds, Bratislava-Binz ist schon eine etwas eigenwillige Kombination. Der Zug trägt den Namen „Slovenská Strela“ (slowakischer Pfeil). Die Durchbindung nach Binz ist mittlerweile schon Geschichte, aktuell fährt der EC 378 als „Porta Bohemica“ von Prag nach Kiel.
Wir bringen nun das Gepäck ins Hotel und bis wir dann an die Ostsee kommen, wird es dunkel. Mit einem Besuch auf der Seebrücke beenden wir den vierten Reisetag.
Und damit sind wir auch am Schluss dieses Teils angekommen. In den nächsten Tagen folgt Teil 5, auf dem Programm stehen dann Sassnitz, der Rasende Roland und die Überfahrt nach Usedom.
Viele Grüße
Tobias
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Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 4/7 m 41 B
Wie gemein, dass der Ersteklassewagen ein Großraumexemplar ist. Außerhalb der Saison habe ich mich im 174 immer in den DB-Wagen an der Zugspitze verkrümelt. Jetzt in den Ferien blieb ohne Reservierung nur noch der Mittelplatz im Abteil.
Viele werden das anders sehen, aber für mich sind Abteile nur bis maximal 50 % Auslastung tragbar - vor allem im Fernverkehr bei mehr Reisenden mit großem Gepäck. Aufgrund dieses unbequemen Reisens (und der in der Hochsaison nicht mehr verfügbaren 29-€-Sparpreise) bin ich für Chemnitz - Seebad Heringsdorf wieder auf die Nahverkehrsverbindung über Elsterwerda - Falkenberg ausgewichen.
Vielen Dank:)
- kein Text -
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Stand: 20.02.2026