Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 3/7 m 60 B (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum dritten Teil unserer kleinen Deutschland-Rundreise. An den ersten beiden Reisetagen waren wir vom Bodensee über Umwege nach Dresden gereist. Heute starten wir von Dresden aus zu einer Rundfahrt durch Sachsen und ins benachbarte Ausland.
![[image]](http://www.bahnreiseberichte.de/067-Elbe-Ostsee/67-000Karte.jpg)
Tag 3: Dresden – Bautzen – Görlitz – Zittau – Rybniste – Rumburk – Bad Schandau - Dresden
Der heutige Reisetag ist überwiegend touristisch geprägt, denn wir wollen ein paar Städte besuchen – aber ein paar bahnbezogene Bilder sind auch abgefallen.
Die Bahnsteighalle des Dresdner Hauptbahnhofs liegt in der Morgensonne und der blaue Himmel verspricht gutes Ausflugswetter. Als erster Zug steht der trilex in Richtung Görlitz auf unserem Reiseplan. Zu meiner Überraschung...
...wird die Leistung mit einem DB-Desiro gefahren. Auf der Strecke verkehren abwechselnd der trilex (TL) und der beschleunigte trilex-Express (TLX).
Vorbei an der bekannten „Moschee“, der ehemaligen Zigarettenfabrik Yenidze, die im orientalischen Stil erbaut wurde, erreichen wir die Elbe.
Die weitere Fahrt durch die Lausitz ist unspektakulär, nach knapp einer Stunde Fahrzeit ist unser erster Zwischenstopp Bautzen erreicht, wo wir zu einem kleinen Stadtrundgang starten.
Bei Wikipedia heißt es etwas verschwurbelt „Die Bautzener Altstadt wird oft als sehenswert beschrieben“. Nun – ich fand sie durchaus sehenswert, hier das Rathaus.
Durch die Altstadt laufen wir zu einem auf dem Stadtplan eingezeichneten Aussichtspunkt, von dort bietet sich eine Stadtansicht mit Dom St. Petri und Nicolaiturm...
...bis zur Nikolaikirchenruine und zur Ortenburg. Die Nikolaikirche wurde im Jahr 1620 im Krieg zerstört und nicht mehr aufgebaut.
Bis wir auf dem Rückweg zum Bahnhof am Reichenturm vorbeikommen, hat die dortige Aussichtsplattform geöffnet. Also dann...!
Hier der Blick über die Dächer der Stadt zu Dom und Rathausturm...
...und zur Alten Kaserne mit dem Wendischen Turm. Damit ist wohl auch der Wahrheitsgehalt des städtischen Werbeslogans „Viele Türme. Gute Aussicht“ bewiesen.
Doch nun zurück an den Bahnhof, auch dieser ist wie schon gestern in Kamenz zweisprachig beschriftet. Da die Empfangshalle geschlossen ist, gibt es leider keine Innenbilder. Bautzen erhielt 1846 – ach, lest selbst:
Und weiter geht die Bahnreise durch die Oberlausitz, mit dem trilex-Express dauert die Fahrt nach Görlitz eine knappe halbe Stunde.
Hier der TLX1 nach der Ankunft in Görlitz, diesmal ein Original-trilex-Fahrzeug, noch dazu in einer grünen Werbe-Variante.
Was jetzt kommt, ist klar, oder? Die nächste Altstadttour steht auf dem Programm. Görlitz ist Deutschlands östlichste Stadt und besitzt eine der am besten erhaltenen Altstädte Mitteleuropas. Ich war vor einigen Jahren im Rahmen einer vorweihnachtlichen Rundreise an einem bitterkalten Tag schon einmal in Görlitz (zum Reisebericht), nun der zweite Besuch im Sommer. Wir beginnen in der Altstadt mit Blick auf den Rathausturm...
...und auch hier gibt es einen Nikolaiturm, er ist Teil der ehemaligen Stadtbefestigung.
Vorbei am neuen Rathaus...
...laufen wir zur Neiße, machen ein paar Schritte hinüber ins polnische Zgorzelec und blicken von dort auf das Turmpaar der Peterskirche.
Der Rathausturm verfügt über mehrere Uhren, neben der Uhrzeit werden hier auch die Mondphasen angezeigt.
Über den Obermarkt...
...und die Berliner Straße laufen wir schließlich zurück an den Bahnhof. Am Ende der Straßenflucht ist bereits das Empfangsgebäude mit seinem Türmchen zu sehen.
Der Bahnhof Görlitz wurde 1847 eröffnet, das heutige Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1917. Der Bahnhof wird heute nur noch im Regionalverkehr angefahren, während es früher Interregioverbindungen bis ins Allgäu oder nach Wilhelmshaven gab, auch eine Verbindung von Paris nach Warschau führte einst durch Görlitz.
Mit der ODEG fahren wir weiter auf der Neißetalbahn nach Zittau. Die Strecke ist nicht nur landschaftlich interessant, sondern auch politisch, denn sie führt abschnittsweise über polnisches Staatsgebiet.
Südlich von Hagenwerder quert die Strecke das erste Mal die Neiße und damit die Grenze zu Polen. Hier bei Ręczyn kommt aus Osten die Strecke aus Mikułowa hinzu, auf der jedoch kein Personenverkehr mehr stattfindet. Der nächste Bahnhof Krzewina Zgorzelecka wird seither nur noch von deutschen Zügen angefahren. Die Situation erinnert mich etwas an das deutsch-schweizerische Grenzgebiet am Hochrhein.
Ein solches Bild von der Fahrt durch Polen wäre 1948 nicht möglich gewesen, denn damals durften deutsche Personenzüge das polnische Gebiet im Transitverkehr nur im verschlossenen Zustand und nur mit vorgezogenen Gardinen befahren.
Insgesamt vier Mal quert die Bahnstrecke die Neiße und damit die deutsch-polnische Grenze, landschaftlich reizvoll führt die Strecke dabei durch das Durchbruchstal des Flusses.
Wenn ich es richtig deute, gehört der Braunkohletagebau am Horizont zum Tagebau Turów jenseits der polnischen Grenze.
Nach der Ankunft in Zittau...
...starten wir zur letzten größeren Stadtbesichtigung für heute. Mit einer Dreiviertelstunde ist der Aufenthalt hier etwas knapp, aber für eine kleine Runde reicht die Zeit.
Die Johanniskirche mit ihren zwei ungleichen Türmen wurde 1837 fertiggestellt und prägt zusammen mit dem Rathaus die Altstadt.
Der Marktplatz ist zur Hälfte eine Baustelle, vom Rathaus selbst deshalb nur ein abgeschnittenes Bild. Vorbei am schmalen Turm der Klosterkirche geht es dann zurück an den Bahnhof.
Es geht gleich weiter...
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