Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 3/7 m 60 B (Reiseberichte)
Das Empfangsgebäude präsentiert sich in strahlendem Weiß, durch die Grenzlage zu Tschechien war der Bahnhof als Grenzbahnhof angelegt worden. Im Vordergrund auf dem Bahnhofsvorplatz liegen die Gleise der Zittauer Schmalspurbahn, aber die steht diesmal nicht auf unserem Reiseplan.
Wenn wir schon im Dreiländereck unterwegs sind, soll es nun auch noch nach Tschechien gehen. Hierzu nutzen wir den trilex nach Rybniště, der mit einem von der ODEG übernommenen Regioshuttle gefahren wird.
Ab Mittelherwigsdorf fahren wir auf der sogenannten Mandaubahn über die deutsch-tschechische Grenze nach Varnsdorf und durch das Lausitzer Gebirge nach Rybniště.
Endstation ist das 700-Einwohner-Dorf Rybniště (deutsch Teichstatt), hier wollen wir umsteigen auf einen tschechischen Regionalzug nach Rumburk. Allerdings bleibt es beim „wollen“ - da hätte ich im Vorfeld wohl noch besserer recherchieren sollen, dann wäre uns die Überraschung mit dem SEV erspart geblieben. Egal, fahren wir halt im Bus weiter nach Rumburk.
Von der Busfahrt habe ich keine Bilder, hier sind wir schon an der Pestsäule in der Innenstadt von Rumburk (deutsch Rumburg) angekommen.
Rumburk ist ein Eisenbahnknotenpunkt und Grenzbahnhof, von hier aus gibt es im Zweistundentakt mit der sogenannten Nationalparklinie U 28 eine internationale Verbindung nach Deutschland, es verkehrt eine Desiro der DB.
Landschaftlich äußerst reizvoll führt die Strecke durch den Schluckenauer Zipfel durch das Lausitzer Bergland.
Wobei mancher Bahnhof entlang der Strecke schon bessere Zeiten gesehen hat.
Der grenzüberschreitende Abschnitt von Dolní Poustevna nach Sebnitz wurde nach 1945 nicht mehr befahren. Nachdem 1948 ein Güterwagen in Dolní Poustevna entlief und nach Deutschland rollte, wurde die Strecke durch eine Gleislücke an der Grenze unterbrochen. 2014 wurde die grenzüberschreitende Strecke wieder eröffnet und wird seither von der U28 befahren. Hier der Blick auf Sebnitz.
Durch das Tal der Sebnitz geht es nun landschaftlich äußerst reizvoll hinab nach Bad Schandau über 27 Brücken und durch sieben Tunnel. Der kurvenreiche Abschnitt der Sebnitztalbahn wurde auch als Sächsischer Semmering bekannt – nachdem dieser Begriff aber anderweitig geschützt ist, wird die Strecke heute als Sächsisch-Böhmische Semmeringbahn vermarktet.
Bei Bad Schandau führt die Strecke auf der Carolabrücke über die Elbe.
Die Nationalparkbahn / Dráha národního parku fährt weiter ins tschechische Děčín, wobei wir nun in Bad Schandau aussteigen...
...und auf die S 1 umsteigen. Während langsam die Abenddämmerung einsetzt, fahren wir durch das Elbtal nach Dresden.
In der Altstadt von Dresden zwischen Frauenkirche und Dresdner Schloss beschließen wir den Tag. Der achteckige Hausmannsturm wurde um 1400 erbaut und ist der älteste noch existierende Teil des Schlosses.
Und damit sind wir auch am Ende dieses Teils angelangt. Der nächste Reisetag ist zweigeteilt, am Vormittag fahren wir auf der Müglitztalbahn nach Altenberg und am Nachmittag an die Ostsee, aber dazu mehr in den nächsten Tagen im vierten Teil.
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Tobias
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