Bonjour & Dobrou noc - Teil 1/2 [m40B] (Reiseberichte)

Breisgau-S-Bahn, Freiburg/Gera, Mittwoch, 20.07.2016, 15:14 (vor 3538 Tagen)

Bonjour & Dobrou noc - Teil 1/2 Mannheim - Paris - Dortmund

Schönen guten Abend zusammen,

wie an anderer Stelle schon erwähnt, fand am 16.07. in Paris ein kleines Forentreffen statt. Da seitdem der verlinkte Thread mit Bildern von RhBDirk und ICE1223-Limburg schon einige Zeit her ist, hänge ich meinen Beitrag mal nicht an diesen Thread an.

Bei der Planung der Fahrt nach Paris stand ich vor dem Problem, dass wir einerseits möglichst viel Zeit für Sightseeing zur Verfügung haben wollten, ich aber andererseits ungern des nächtens an irgendeinem Bahnhof stranden wollte und mir unbequem die Nacht um die Ohren schlagen wollte. Deshalb habe ich an die Fahrt nach Paris noch einen klitzekleinen Schlenker angehängt für meine erste Fahrt in einem richtigen Nachtzug.


[image]
00: Tatsächlicher Fahrtverlauf: Mannheim Hbf ab 09:25 - Gera Süd an 13:03 +1 Tag

Begonnen habe ich den Tag mit einem Frühstück in der Mannheimer Lounge zu dem sich auch bald der User agw hinzu gesellte.

Als der ICE 9566 Richtung Paris schon am Bahnsteig stand, bestiegen wir diesen und trafen an Bord auf weitere User. Es fuhr ein Velaro-D, der in meinem subjektiven Empfinden tagsüber komfortabler ist als der 406.

Alsbald erreichten wir dann, nach der Systemtrennstelle Kehl und einer Querung des Rheins Frankreich. Da der ICE 9566 aus irgendwelchen Gründen mit einer sehr großzügigen Fahrzeit von Karlsruhe nach Strasbourg und mit einem längeren planmäßigen Aufenthalt in Strasbourg ausgestattet ist, hatten wir fast eine halbe Stunde Aufenthalt in Strasbourg. Diese wollten wir zu einem Besuch in der Lounge (hier: Salon Grand Voyageur) nutzen. Leider hat diese nur Montag bis Freitags geöffnet. Also stromerten wir etwas durch den Bahnhof und die Glaskuppel, die über selbigen gestürzt wurde.

[image]
01: Bei der Einfahrt in den Bahnhof Strasbourg....

[image]
02: .... kommt linkerhand das Betriebswerk in Sicht.

[image]
03: Velaro-D am Hausbahnsteig

[image]
04: DerZug wartet hier einige Anschlüsse aus dem ganzen Elsaß und der Schweiz (TER200) ab.

[image]
05: Die Glasglocke erinnert mich so ein bisschen an Simpsons - Der Film.

[image]
06: Nichtsdestotrotz eine recht gelungene Kombination von Klassik und Moderne.

Sodann ging es nach Paris weiter. Wenige Tage vor unserer Fahrt wurde das fehlende Teilstück der LGV Est europeenne zwischen Vendenheim und Baudrecourt eröffnet. Die Züge können somit fast durchgehend mit 320 km/h durch die Lande rasen. Diese Geschwindigkeiten machen natürlich schon sehr viel Spaß. Leider ist die Landschaft entlang der Strecke nicht sehr abwechslungsreich und bis auf einen gelegentlichen Ausweichbahnhof können auch keine bahntechnischen Einrichtungen bewundert werden.

[image]
07: Gibt das schon Punkte in Flensburg?

Pünktlich erreichten wir um 12:53 den Pariser Ostbahnhof, wo RhBDirk und Luxi schon warteten.

[image]
08: TGV und Velaro-D im Ostbahnhof.

[image]
09: Der Querbahnsteig.

Zunächst ging es zu den Automaten der Metro, wo ein Tagesticket gelöst wurde. RhBDirk hatte freundlicherweise schon eine Route ausgearbeitet, die mithilfe von RER und Metro abgearbeitet wurde. Zunächst ging es vom Ost über den Nordbahnhof zum Eiffelturm. Von dort sind wir zum Triumpfbogen gefahren und haben an der Champs Elysees traditionell französisch gespeist. Okay, das war eine Lüge, es gab Burger. Mit Pommes. Und Cola.
Etwa anderthalb Stunden vor der Abfahrt des Thalys trafen wir dann am Nordbahnhof ein.

Hier eine kleine Bildersammlung aus Paris:

[image]
10: Dreigleisige, unterirdische Metrostation Cluny La Sorbonne.

[image]
11: Bahnhof der gummibereiften Linie 6 an einem Hochbahnabschnitt.

[image]
12: Die Seine.

[image]
13: Hochformatfotos sind ja nicht so meins, aber bei diesem Bauwerk darf ich glaube ich eine Ausnahme machen.

[image]
14: Triumpfbogen.

[image]
15: Auf dem RER-Netz (S-Bahn) verkehren in dichtem Takt lange (Doppelstock-)Züge.

[image]
16: Der Klimaanlagenhinweis wird in Paris konsequent ignoriert.

[image]
17: TGV-Parade

Für die Bilder vom Eurostar und von der Thalys-Lounge verweise ich auf die bereits erschienenen Berichte. Ich muss aber noch anmerken, dass ich von der Thalyslounge sehr begeistert bin, gerade wenn man die niedrigen Zugangshürden bedenkt.
Aufgrund des Notstandes in Frankreich und der allgemeinen Terrorgefahr stehen auch die Thalyszüge unter speziellem Schutz. Der Bahnsteig, von dem die Züge abfahren ist temporär abgesperrt und der Zugang wird mit Metalldetektoren und Röntgengepäckkontrolle reguliert. Da wir das wussten, haben wir uns rechtzeitig vor Abfahrt auf den Weg gemacht.

[image]
18: Eine lange Schlange hatte sich bereits gebildet.

An dieser Stelle sei erwähnt, dasss ich als Einziger aus unserer Gruppe von der Polizei aus der Schlange gewinkt wurde. Nicht etwa wurde ich für eine besonders gründliche Untersuchung ausgewählt, nein, ich durfte die Kontrolle auf der PRIORITY LANE vollkommen unkontrolliert passieren. Scheinbar sehe ich so liebenswürdig aus, dass man mir nicht zutraut, eine Bombe in meiner Tasche zu haben. Außer mir wurde das Privileg vor allem Businesskaspern mit gezückter Thalys Platinum Card und einigen Familien zuteil.

[image]
19: Nur der vordere Zugteil fährt bis Dortmund, der hintere wird in Brüssel Süd abgehängt und verbleibt dort.

[image]
20: Paris Nord.

Die folgenden Stunden verbrachten wir im Thalys auf dem Weg nach Deutschland. Leider war ich vom gebotenen Komfort nicht sehr begeistert. An Sitz verstellen, war nicht zu denken, da meine Beine den Platz nach vorne stark begrenzten. Durch die niedrige Bauform wirkt der Thalys auch sehr gedrungen, ja eng. Ich werde jedoch in Zukunft auf jeden Fall noch die Klasse comfort1 testen, von der ich mir mehr erhoffe.

[image]
21: THA 9473 auf der LGV Nord.

[image]
22: Liege Guillemins.

Alsbald war auch schon Köln erreicht, wo sich die ersten verabschiedeten. Auch an den Folgehalten stiegen immer mehr aus, bis ich ab Essen der letzte verbleibende aus unserer Gruppe war.

Am Endbahnhof Dortmund verließ ich den Zug und wartete knapp anderthalb Stunden auf den CNL Richtung Prag. Zur Überbrückung der Wartezeit wollte ich mich eigentlich ein bisschen im und um den Bahnhof umsehen, in Anbetracht des sich dort aufhaltenden Prekariats beschränkte ich das jedoch auf ein Mindestmaß und begab mich wieder auf den Bahnsteig. Nachdem ich mir jedoch etwas zu trinken gekauft hatte, wurde ich schon von einem professionellen Pfandsammler verfolgt, der Bedarf an meiner Dose angemeldet hat, sobald diese leer ist. Meinem Hinweis, dass das noch eine Weile dauern könne, ich sie ihm aber gerne da lasse, entgegnete er, dass er gerne warte. Die folgenden Minuten scharwenzelte er immer in meiner Nähe herum, bis die zufällig auftauchende DB Sicherheit ihren alten Bekannten an sein Hausverbot erinnerte.

es geht gleich weiter

--
Für eine DB Lounge in Erfurt!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum