Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | 2/7 m 46 B (Reiseberichte)

TD, Dienstag, 19.07.2016, 20:35 (vor 3539 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Deutschland-Rundreise. Im ersten Teil waren wir nach einem Abstecher zur Wiesentalbahn mit dem Nachtzug nach Bad Schandau gereist und mit der Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall gefahren.

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Am Lichtenhainer Wasserfall setzen wir den Bericht nun fort, der Rest des Tages ist nun etwas touristisch.

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Hier kommt die nächste Straßenbahn aus Bad Schandau, mit der wir die Rückfahrt antreten wollen. Jetzt am Vormittag bringt die Bahn viele Ausflügler und Wanderer in die Sächsische Schweiz, wir sind die einzigen Fahrgäste, die bereits wieder zurückfahren.

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Als einzige deutsche Straßenbahnlinie trägt die Kirnitzschtalbahn übrigens keine Liniennummer, im DB-Hafas wird sie als „STRKBahn“ geführt.

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Von der Rückfahrt durch das Kirnitzschtal habe ich jetzt nur noch dieses Alibi-Bild, denn die Streckenbilder hatte ich ja schon im ersten Teil gezeigt.

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Durch die Altstadt von Bad Schandau laufen wir zur Elbe, für den Rückweg zum Bahnhof wählen wir diesmal die Elbfähre.

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Nach etwa 10 Minuten ist der Bahnhof von Bad Schandau erreicht, die Bahnhofsfähre wird dort schon von Fahrgästen erwartet.

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Wir steigen nun um von der Fähre...

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...auf die S 1 in Richtung Dresden.

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Das Hinsetzen lohnt sich kaum, mit gerade mal neun Minuten haben wir nur eine kurze Etappe vor uns. Auf einem der schönsten Abschnitte der Elbtalbahn fahren wir zwei Stationen bis zum Kurort Rathen.

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Und hier sind wir schon in Rathen angekommen. Erneut wollen wir jetzt das Elbufer wechseln, das geht hier nur per Fähre. Ich muss jetzt nur aufpassen, dass wir am Ende nicht mehr Fähre- als Eisenbahnbilder im Reisebericht haben, schließlich sind wir ja in einem Bahnforum. Jedenfalls verkehrt hier eine Gierseilfähre, die an einem langen Drahtseil hängt und von der Strömung über den Fluss bewegt wird. Die historische Fähre steht unter Denkmalschutz.

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Vom rechtselbischen Ortsteil Niederrathen beginnt nun der Aufstieg zur Bastei, eine der Touristenattraktionen in der Sächsischen Schweiz.

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Beim Blick hinunter ins Elbtal lässt sich auch schön der Bahnverkehr beobachten, im Bild hat gerade die S 1 den Haltepunkt Kurort Rathen erreicht.

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Imposant aber auch der Blick auf die Felsformationen des Elbsandsteingebirges. Die steinerne Basteibrücke wurde 1851 errichtet, seinerzeit setzte ein regelrechter Touristenstrom ein. Es gab auch Pläne für eine Bergbahn vom Elbtal auf die Bastei, diese wurden jedoch nicht umgesetzt.

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Mit 1,5 Millionen Besuchern im Jahr ist die Bastei das meistbesuchte Ziel in einem deutschen Nationalpark – angesichts dieser Zahl hätte ich mir die Bilder wahrscheinlich sparen können, da ohnehin der Großteil der Leser aus dem Forum wohl schon dort war.

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Und noch ein Blick stromabwärts, der markante Felsen rechts ist der sogenannte Wartturm. Im Jahr 2000 brach ein Drittel des Felsens ab und 800 Tonnen Sandstein stürzten ins Tal.

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Nach diesem Ausflug geht es nun mit der Gierseilfähre zurück nach Rathen...

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...und an den Bahnhof.

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Mit der S 1 fahren wir nun nach Dresden. In einer Liste der landschaftlich schönsten S-Bahn-Linien hat die Strecke einen Platz sicher.

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Nach der Ankunft in Dresden bringen wir das Gepäck ins Hotel und starten dann zu einem kleinen Stadtrundgang zwischen Residenzschloss und Frauenkirche.

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Und auch der Blick über die Elbe auf die Altstadt ist immer wieder nett. Der Rest des Tages ließe sich sicherlich auch angenehm in Dresden verbringen, aber wenn wir schon auf Erkundungstour sind, wollen wir den Abend nicht ungenutzt verstreichen lassen.

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So bietet sich eine Fahrt nach Kamenz an. Bequem im Stundentakt und mit einer Fahrzeit von etwa einer Dreiviertelstunde ist die Stadt in der Oberlausitz genau richtig für eine kleine Abendtour. Auf der Strecke verkehrt die Städtebahn Sachsen mit Desiro-Triebwagen.

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Bei der Fahrt vom Hauptbahnhof über die Elbe nach Dresden-Neustadt können wir den sogenannten Canaletto-Blick auf die Altstadt von Dresden einfangen. Im weiteren Verlauf führt die Strecke ohne große Höhepunkte durch das Westlausitzer Hügel- und Bergland nach Kamenz.

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In der Oberlausitz im Städtedreieck zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda liegt ein Zentrum der sorbischen Minderheit in Deutschland. So ist auch das Bahnhofsschild zweisprachig. Meine erste Begegnung mit der sorbischen Kultur war der Roman Krabat. Bis zur Mühle im Koselbruch bei Schwarzkollm kommen wir diesmal zwar nicht, aber mit der Figur des Ochsenblaschke aus Kamenz gibt es zumindest einen Berührungspunkt zum Roman.

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Wir drehen nun eine kleine Runde durch die Altstadt des 15.000-Einwohner-Orts, hier die turmlose Klosterkirche St. Annen.

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In meiner alemannischen Heimat würde man sagen, dass hier schon die Narrenbändel hängen – aber hier hat der Straßenschmuck sicherlich eine andere Bedeutung und Fasnacht im September wäre auch ungewöhnlich.

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Rotes Rathaus? Das Rathaus am Marktplatz soll an einen venezianischen Palazzo erinnern, es wurde 1847/48 erbaut.

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Der Rote Turm ist ein Überbleibsel der mittelalterlichen Stadt- und Klosterbefestigung, rechts davon die Hauptkirche St. Marien.

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Doch nun zurück an den Bahnhof Kamenz (Sachs) / Dwórnišćo Kamjenc (Sakska). Kamenz ist heute Endstation im Personenverkehr, bis 1998 gab es noch Reisezugverkehr weiter bis Hosena, eine andere ehemalige Bahnstrecke nach Bischofswerda ist bereits abgebaut.

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Der Personenverkehr wird vom Hausbahnsteig abgewickelt, hier treten wir nun die Rückfahrt nach Dresden an.

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Wären wir hier in der Kinder-Ecke des Forums, hätte ich eine nette Quiz-Frage: worin unterscheidet sich der Innenraum des SBS-Desiros von der Hinfahrt zu dem von der Rückfahrt? Hochscrollen gilt nicht!
Die Lösung: Die Sitzbezüge vorhin waren im blauen DB-Regio-Design, hier sind sie andersfarbig.
Aufgrund der Dämmerung gibt es nun keine Streckenbilder mehr.

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Mit der Rückkehr nach Dresden beschließen wir den zweiten Reisetag. Wir haben diesmal sogar zwei Nächte in der gleichen Stadt gebucht, denn am nächsten Reisetag steht nochmals eine Rundfahrt durch den Südosten Sachsens mit kleinen Abstechern ins Ausland an – aber dazu mehr in den nächsten Tagen im dritten Teil.

Viele Grüße

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/

Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | zu Rathen

RhBDirk, Mittwoch, 20.07.2016, 06:32 (vor 3538 Tagen) @ TD

Und ich dachte, ihr hättet in Rathen auch http://www.eisenbahnwelten-rathen.de besucht.

Zum Lichtenhainer Wasserfall muss man ja nicht mehr viel sagen. Ich fand das eher Verarsche. Aber immerhin ist die Fahrt mit der Überlandtram nett ;-)

Vielen herzlichen Dank für...

heinz11, Mittwoch, 20.07.2016, 07:57 (vor 3538 Tagen) @ TD

...den schönen Reisebericht aus meiner Heimat!

Hallo zusammen,

willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Deutschland-Rundreise. Im ersten Teil waren wir nach einem Abstecher zur Wiesentalbahn mit dem Nachtzug nach Bad Schandau gereist und mit der Kirnitzschtalbahn zum Lichtenhainer Wasserfall gefahren.


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Beim Blick hinunter ins Elbtal lässt sich auch schön der Bahnverkehr beobachten, im Bild hat gerade die S 1 den Haltepunkt Kurort Rathen erreicht.

Der Blick von der Bastei ist für mich wie der Blick auf eine Modellbahnanlage...

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Mit 1,5 Millionen Besuchern im Jahr ist die Bastei das meistbesuchte Ziel in einem deutschen Nationalpark – angesichts dieser Zahl hätte ich mir die Bilder wahrscheinlich sparen können, da ohnehin der Großteil der Leser aus dem Forum wohl schon dort war.

Für diese Aussage würde ich nicht meine Hand ins Feuer legen wollen...
;)


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In der Oberlausitz im Städtedreieck zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda liegt ein Zentrum der sorbischen Minderheit in Deutschland. So ist auch das Bahnhofsschild zweisprachig. Meine erste Begegnung mit der sorbischen Kultur war der Roman Krabat. Bis zur Mühle im Koselbruch bei Schwarzkollm kommen wir diesmal zwar nicht, aber mit der Figur des Ochsenblaschke aus Kamenz gibt es zumindest einen Berührungspunkt zum Roman.

Und nicht zu vergessen, Kamenz ist die Lessing-Stadt.

Viele Grüße

Tobias

Nochmals vielen Dank!

heinz

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