Zwischen Elbe, Ostsee und Eifel | Fortsetzung Teil 1 (Reiseberichte)

TD, Samstag, 16.07.2016, 16:32 (vor 3541 Tagen) @ TD

Tag 2: Bad Schandau – Kurort Rathen – Dresden – Kamenz - Dresden

Während der Nacht sind wir über Frankfurt, Erfurt, Leipzig und Dresden ins Elbtal gefahren. Über dem Fluss hängt noch der Morgennebel.

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Der tschechische Schlafwagenbetreuer bietet perfekten Service. Zur vereinbarten Frühstückszeit werden wir in das Nachbarabteil gebeten, wo das Frühstück schon bereit steht.

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Langsam lichtet sich der Nebel und erste Sonnenstrahlen machen sich bemerkbar – perfektes Wetter für unseren heutigen Ausflugstag. Nach der Ankunft in Bad Schandau kann ich noch das Außenbild des Schlafwagens nachholen.

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Seit dem Lokwechsel in Leipzig ist eine tschechische Lok am Zug, die den CNL in den nächsten zwei Stunden nach Prag bringen wird. Als Grenzbahnhof hat Bad Schandau ein stattliches Empfangsgebäude, als einziger Fernverkehrshalt in der Region wird er als „Nationalparkbahnhof“ vermarktet, wobei der Bahnhof selbst gar nicht im Nationalpark Sächsische Schweiz liegt.

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Der Bahnhof liegt – anders als der Ort Bad Schandau – auf der linken Elbseite und auch ein Stück vom Zentrum entfernt. Als Verbindung zwischen Stadt und Bahnhof gibt es eine Fähre, wobei wir den Hinweg zu Fuß zurücklegen. Hier der Blick von der Elbbrücke flussaufwärts mit dem Turm der Johanniskirche...

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...während die Morgensonne flussabwärts die Carolabrücke ins rechte Licht rückt. Üblicherweise knipse ich nur die Züge, die wir auf unserer Reise selbst nutzen – aber hier gibt der Desiro schon einen Vorgeschmack, denn morgen steht diese Strecke auf unserem Reiseplan.

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Hauptsehenswürdigkeit von Bad Schandau ist eigentlich der Marktplatz – nur ist der gerade in eine große Baustelle verwandelt. Die St.-Johannis-Kirche am anderen Ende des Marktplatzes stammt aus dem 18. Jahrhundert.

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Aber unser eigentliches Ziel ist ohnehin nicht der Marktplatz, sondern das hier: die Kirnitzschtalbahn. Die knapp acht Kilometer lange Überlandstraßenbahn führt von der Haltestelle Kurpark in Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall.

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Die Streckenbilder entstanden eigentlich erst auf der Rückfahrt aus dem letzten Wagen, ich denke es ist als kleines Streckenportrait aber sinnvoller, die Bilder in Fahrtrichtung geordnet zu zeigen. Die Strecke führt zunächst durch das Stadtgebiet von Bad Schandau.

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Die eingleisige meterspurige Strecke führt in Seitenlage auf der Kirnitzschtalstraße in den Nationalpark Sächsische Schweiz. Ungewöhnlich ist das dann vor allem auf der Rückfahrt, wenn die Straßenbahn den Autos auf der „falschen“ Seite als Geisterfahrer entgegen kommt.

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Das Depot der Kirnitzschtalbahn befindet sich etwas außerhalb direkt an der Strecke. Auf dem Dach des Betriebshofs befindet sich eine Photovoltaikanlage, die etwa ein Fünftel des für die Bahn benötigen Stroms erzeugt.

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Namensgeber ist das Flüsschen Kirnitzsch, das im Lausitzer Bergland in Tschechien entspringt und in Bad Schandau in die Elbe mündet.

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Links schon das Gasthaus am Lichtenhainer Wasserfall, nach rund 30 Minuten Fahrzeit ist jetzt gleich die Endstation erreicht.

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An der Endhaltestellen wird der Triebwagen gleich umgesetzt. Die Strecke wurde am Pfingstsamstag des Jahres 1898 eröffnet, sie diente von Anfang an rein touristischen Zwecken.

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Wenn man schon eigens eine Ausflugsbahn hierher baut, wollen wir uns natürlich den „Wasserfall“ ansehen. Die Anführungszeichen habe ich bewusst gesetzt, denn hier hilft man etwas nach, mit dem Rheinfall (zum Reisebericht) oder den Krimmler Wasserfälle (Reisebericht kommt) ist der Lichtenhainer Wasserfall nicht unbedingt zu vergleichen.

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Der Lichtenhainer Dorfbach wird oberhalb des Wasserfalls angestaut und im 30-Minuten-Rhythmus wird zu theatralischer Musik der Wasserfall gezogen, d.h. das Schwallwehr geöffnet, und das Wasser ergießt sich über den Wasserfall.

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Zum Schluss noch ein Blick auf die Kirnitzsch. Das hier sanft plätschernde Flüsschen hatte im Jahr 2010 mit einer Flutwelle schwere Zerstörungen im Tal angerichtet und sowohl die Strecke als auch die Fahrzeuge der Kirnitzschtalbahn erheblich getroffen. Erst zwei Jahre später wurde der Verkehr auf der Gesamtstrecke wieder aufgenommen.

Mit 52 Bildern ist nun eine gute Länge erreicht, so dass wir hier einen Schnitt machen. In den nächsten Tagen fahren wir in Teil 2 mit der Kirnitzschtalbahn zurück nach Bad Schandau und mit einem Abstecher zur Bastei nach Dresden und Kamenz.

Viele Grüße

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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