[SI] Teil 3/3: Von Wasserfällen und Pannen (Reiseberichte)

Taurus83, Nürnberg, Sonntag, 05.06.2016, 17:38 (vor 3691 Tagen) @ Taurus83

Hallo,

so, und wo ich nun schon dabei bin, hier dann auch gleich den dritten Teil.

Mittlerweile ist es Samstag, immer noch wunderschönes Wetter (bzw. die Luft ist wieder klarer) und ich befinde mich am Bleder See. Die Umgebung desselben wollte ich mir am Sonntag vornehmen, wo ich nicht den ganzen Tag Zeit habe, wegen der Rückreise.

Eigentlich wollte ich an einer Tour teilnehmen, die dann aber wegen zu geringer Teilnehmerzahl nicht stattfand. Gut, dann halt auf eigene Faust. Zunächst besorgte ich mir ein Fahrrad, mit diesem ging es dann vom Bleder See zum Bohinjsee, auf Deutsch auch Wocheiner See.

Den ersten Teil von Bled aus ging es hinter dem Bleder See durch ein Waldstück, wo der Radweg die Bahnstrecke von Jesenize nach Trieste - die sog. Wocheinerbahn - kreuzt. Im Nachhinein schade, dass ich mir die nicht genauer vorgenommen habe aber man kann in knapp vier Tagen auch nicht alles haben. Jedenfalls kam grad zufällig ein Güterzug, und da musste ich doch zum Handy greifen:

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In Bohinjska Bistrica angekommen wollte ich mir kurz den Bahnhof anschauen. Hauptsächlich um herauszufinden, ob ich auf dem Rückweg evtl. das Fahrrad mit im Zug mitnehmen könnte, denn eigentlich hatte ich eine längere Wanderung geplant. Der Regionalzug kam eine halbe Stunde verspätet, und so konnte ich erst einen Autozug (mit dem man Autos durch den Wocheiner Tunnel mitnehmen kann und so etwas Fahrzeit spart):

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Irgendwann kam dann der Regionalzug, und ja, es stiegen Fahrräder aus, also es geht.

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Nach einem Mittagessen war es plötzlich 14 Uhr, zu spät für meine geplante Wanderung um den See und zum Wasserfall. Somit fuhr ich den Weg bis zum Wasserfall direkt mit dem Fahrrad. Letzterer ist definitiv einen Besuch wert.

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Hier noch einen Blick auf den See selbst:
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Zurück ging's wieder mit dem Fahrrad, die Wanderung fiel ja aus, also reichte auch die Zeit. Der Bleder See dann am Abend:

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So, am nächsten Tag besichtigte ich noch die Burg in Bled selbst. Diese war aus meiner Sicht eine Enttäuschung. Im Vergleich zur Burg Predjama kann sie einfach nicht mithalten. Der Blick vom Burgberg aus ist super, aber den gibt's im Wesentlichen auch ohne Eintritt.

Burg
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Der letzte Programmpunkt, den Tipp hatte ich von der Unterkunft, in der ich übernachtete, war der Vintgar-Klamm. Lässt sich gut zu Fuß von Bled erreichen und ist sehr schön erschlossen. Entsprechend war auch (an einem Sonntag) ziemlich viel los.

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Zurück ging's durch den Wald entlang eines gut ausgeschilderten Wanderweges. Zeitlich hat das alles gut gepasst, um noch gemütlich das Gepäck zu holen und dann mit dem Bus zum Bahnhof Lesce Bled zu fahren.

Vor mir hatte ich die letzte Verbindung des Tages nach Nürnberg. Viele gibt es nicht, mit dem Zug sind es eigentlich nur drei: Vormittag mit der Kurswagengruppe von Zagreb direkt nach München, nachmittags über Villach und München und eben nachts im »Lisinski«. Da ich am Montag arbeiten musste, wollte ich aber nicht Nachtzug reisen sondern vorher in Ruhe zu Hause schlafen. Dann gibt es noch die Busse von Ljubljana nach München, aber erstens mag ich die Busse nicht so gerne und zweitens muss man da erst nach Ljubljana zurückfahren, wodurch diese dann von Bled gesehen langsamer sind als die Bahnverbindung.

Leider waren an dem Wochenende zwischen Ljubljana und Jesenice Bauarbeiten, weshalb der Zug durch Busse ersetzt wurde. Der Hinweise war in der ÖBB-Fahrplanauskunft eingepflegt, in der von der DB nicht. Ich hatte den Hinweis trotzdem gelesen, konnte aber nichts dagegen tun. Zwischen Jesenice und Villach gibt es außer den internationalen Zügen keinerlei Verbindung. Keine Regionalzüge, keine Busse (zumindest habe ich nichts gefunden), nichts. Die Reise um praktisch einen Tag verkürzen, da hatte ich auch keine Lust, also ließ ich es auf mich zukommen.

Die Situation am Vortag war folgendermaßen (hatte ich in Scotty abgecheckt): Beide Züge verfehlen ihren Anschluss. Am Sonntag vormittag wurden zwar nicht die Kurswagen angekoppelt, der Zug hat aber dann tatsächlich noch 20 Minuten gewartet so dass die Reisenden umsteigen konnten. Insofern war ich noch ganz guter Dinge, dass der Anschluss klappt. Ich habe mich dann noch mit dem, ich nenne es mal, Schalterbeamten in Bled unterhalten. Er meinte nur, er weiß dass die Situation blöd ist, kann aber natürlich nichts machen. Er hat aber in Ljubljana angerufen und gemeint die Busse hätten aktuell eine Verspätung von 10 Minuten.

Am Bahnhof traf ich dann noch zwei Reisende nach München, welche von dem Schienenersatzverkehr gar nichts wussten. Sie hatten nur die DB-Auskunft gecheckt. Jedenfalls war der Schalterbeamte sehr bemüht. Als der Bus kam hat er die Leute vom Bahnsteig noch eingesammelt und ihnen den Weg erklärt. Der Bus war pünktlich und wir fuhren auch zügig ab. Leider war der Bus voll und es musste erst das Gepäck unten abgeladen werden. Sowas hält natürlich auf.

Es ging dann auch zügig nach Jesenice. Dort eine Verspätung von knapp 10 Minuten, ich war immer noch leicht optimistisch. Der dort wartende Zug (es stand wieder Personal bereit, um die Leute gleich zum Zug zu führen, das wäre in Deutschland schlechter gelaufen) war dann auch schon recht voll und wurde durch den Bus noch voller. Es fehlten zwei Wagen, vermutlich weil die kroatische Bahn ja den Zug teilten musste (Zagreb - Ljubljana und Jesenize - Villach). Aber er fuhr und fuhr nicht ab. Ich fragte den ÖBB-Schaffner, worauf wir denn warten. „Auf den dritten Bus.“, meinte er nur etwas genervt. „Beschweren Sie sich bei der slowenischen Bahn, das ist immer eine Katastophe mit dem SEV bei denen.“ Die Verspätung der Abfahrt in Scotty war dann auch bei +30. „Es schaut schlecht aus“, meinte er auf die Frage, wie es mit dem Anschluss aussieht. Er ging aber den ganzen Zug durch um die Leute zu zählen, die es betrifft. Im ersten Wagen bin ich ihm gefolgt auf dem Weg zu meinem Platz. Sehr viele Leute nach München, aber mit mir nur drei darüber hinaus. Da nach München noch ein Meridian zu später Stunde fährt, hat das dann offenbar nicht gereicht.

Der Zug in Villach war natürlich buchstäblich längst abgefahren. Ich ging sehr zügig zum Fahrkartenschalter. Letztendlich hat mir der freundliche und hilfsbereite ÖBB-Mitarbeiter dann einen Hotelgutschein ausgestellt, mit dem ich in Salzburg übernachten konnte. Ich wäre ja noch bis München gekommen, aber um 1 Uhr noch ein Hotel suchen musste ich jetzt auch nicht haben. Die Fahrt im zwei Stunden späteren IC nach Salzburg war dann problemlos. Leider war es schon fast zu dunkel. Eine wirklich schöne Strecke. Und die Rückreise am nächsten Tag von Salzburg nach Nürnberg mit IC und ICE war dann problemlos. Die Polizei ging in Salzburg mal durch, mehr aber nicht.

FAZIT: Slowenien hat mich positiv überrascht. Es muss nicht immer Österreich, die Schweiz oder Südtirol sein, wenn man in die Alpen möchte. Die Sache mit dem SEV und dem verpassten Anschluss kommt mir schon vor als ein Streit zwischen Bahngesellschaften auf dem Rücken der Kunden, letztlich war ich von der unkomplizierten Hilfe der ÖBB bei der Übernachtung dann aber doch positiv überrascht.


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