Von Königssee und Nebelhorn | 7/7 Fortsetzung (Reiseberichte)

TD, Samstag, 14.05.2016, 17:04 (vor 3631 Tagen) @ TD

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Nach der strengen Logik des Reiseberichtsaufbaus müsste an dieser Stelle nun ein Außenbild des Bahnhof Bruxelles-Midi/Brussel-Zuid kommen. Allerdings gibt es an den Zugängen zum Bahnhof Ausweis- und Gepäckkontrollen. Würden wir den Bahnhof verlassen, müssten wir uns anschließend wieder in die Schlange stellen – und deswegen vielleicht doch noch den Anschluss zu verpassen ist mir zu riskant.
Wir bleiben deshalb im Bahnhof und nutzen den Aufenthalt noch für einen Mittagsimbiss, denn mit Bordgastronomie wird es heute nichts.

Unser Objekt der Begierde ist auch schon angeschrieben, der „INT“ nach Namen/Namur und Basel SBB.

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Bis Anfang April gab es mit den Zügen „Iris“ und „Vauban“ zwei tägliche internationale Direktverbindungen zwischen Brüssel und Basel. Für eine Abschiedsfahrt haben wir uns den „Iris“ ausgesucht. Die Verbindung wurde 1974 als TEE „Iris“ eingerichtet und verkehrte damals bis Chur, später wurde er zum IC und zwischenzeitlich auch zum EC. Im Laufe der Zeit wurde der Zuglauf auf Zürich und dann auf Basel gekürzt. Namensgeber ist eine Pflanze, nämlich die gelbe Iris, die im Tal des Flusses Zenne bei Brüssel verbreitet ist. Der ganze Sinn des Pflanzennamens erschließt sich, wenn man weiß, dass die Iris zudem auf der Flagge der Region Brüssel abgebildet ist und dass es früher auf der Strecke auch einen TEE „Edelweiß“ gab und so jede Pflanze symbolisch für eines der beiden Zielländer stand.

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Ja was denn nun? Es wird wohl ein Rätsel bleiben, unter welcher Zuggattung der „Iris“ unterwegs war. Vorhin am Bahnsteig war angegeben „INT“, hier auf der Tafel im Wagen steht „EC“ und der Fahrplanausdruck der DB meint „Verkehrt als IC 97 bis Bettembourg(fr), danach als IR 97“, während die DB-Reservierung wiederum für den „Zug 97 EC“ ausgestellt ist.

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Nach der Reservierung war ich eigentlich von einem Abteilwagen ausgegangen, stattdessen erwartet uns ein belgischer Großraumwagen.

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Warum steht denn auf dem Reservierungszettel das Wort „Wagen“. Werden die Reservierungen im deutschsprachigen Raum gedruckt? Das gelbe Papier erinnert mich ja an die SBB.

@User Reservierungszettel: Interesse an diesen und anderen Reservierungszetteln? Dann bitte PN.

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Von Bruxelles Midi geht es nun wieder in den Tunnel unter der Stadt zu den Bahnhöfen Bruxelles-Central und Nord. Auch in Brüssel-Schuman wäre ein planmäßiger Halt gewesen, dieser Bahnhof ist nach den Anschlägen aber noch gesperrt und der Zug rollt ohne Halt durch den Bahnhof. Durch die Wallonie fahren wir nun nach Süden. Der Zug hat großzügige Fahrplanreserven und erreicht viele Unterwegshalte vor Plan.

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Die Strecke ab Namur durch die Ardennen ist landschaftlich ganz nett, nur wollen mir keine vorzeigbaren Bilder gelingen.

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In Luxemburg hat der Zug einen längeren Aufenthalt, hier ändert sich nicht nur die Fahrtrichtung, sondern der Zug wird auch um zwei SBB-Wagen verstärkt. Auf dem Zugzielanzeiger wird hier auch der Name „Iris“ genannt. Ist „E“ eigentlich auch eine Zuggattung?

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Weiter geht es nun zur französischen Grenze und durch das Elsass nach Basel, bei diesem Bild queren wir gerade die Mosel. Die Fahrt durch vier Länder ist ganz nett, neben der Landschaft ändern sich auch die Schilder an den Bahnhöfen, die Uniformen des Zugpersonals und die Züge und Baureihen, die uns unterwegs begegnen. Nur schade, dass es keine Bordgastronomie gibt, zumindest ein Kaffee wäre jetzt schön.
Ganz nett dann auch die Fahrt entlang des Rhein-Marne-Kanals bei Saverne, nur habe ich da keine Bilder mehr, da sich das Wetter weiter eintrübt.
Zwischen Strasbourg und Mulhouse wird der Zug dann richtig voll, denn Pendler und Schüler stürmen den Zug.

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Nach 7 Stunden und 6 Minuten endet die Fahrt des „Iris“ im französischen Bahnhofsteil von Basel SBB. Schade, wieder ein klassischer internationaler Wagenzug weniger.
Und damit sind wir eigentlich auch schon fast am Schluss des Reiseberichts angelangt, denn der „Iris“ war der letzte große Programmpunkt der Reise, jetzt wollen wir eigentlich nur noch nach Hause.

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Und so durchqueren wir den Bahnhof Basel SBB...

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...um dann mit der S 6 auf der Basler Verbindungsbahn über den Rhein zum Badischen Bahnhof zu fahren.

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Von dort geht es mit einem IRE auf der Hochrheinstrecke nach Singen und mit dem Seehas weiter nach Konstanz.

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Mit einem nächtlichen Bild aus der Baureihe 611 beenden wir damit den Reisebericht. Sicherlich ist man nach jeder Reise froh, wohlbehalten zu Hause anzukommen, das gilt für diese Reise wohl ganz besonders, denn etwas bedrückend war die Reise durch Brüssel schon.

Ich bedanke mich für das Interesse und die Kommentare, Ergänzungen und Korrekturen zu den bisherigen Teilen.

Viele Grüße und schöne Pfingsttage

Tobias

PS. Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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