Durch Deutschland mit dem DB-Geschenkticket (Reiseberichte)

michael_seelze, Donnerstag, 18.02.2016, 00:31 (vor 3737 Tagen)
bearbeitet von michael_seelze, Donnerstag, 18.02.2016, 00:33

Es galt das Geschenkticket zu nutzen, welches ursprünglich für eine andere Fahrt erworben worden war.

Dank vorhandener Zeitkarte ließen sich einige Strecken in Niedersachsen außerhalb der Gültigkeit von DB-Geschenkticket bzw. Ticket zu einfachen Fahrt durchführen.

Ich fuhr zunächst mit dem ME 82814 von Göttingen nach Hannover. Im niedersächsischen Nichtanschlussbahnhof (siehe Beiträge des nutzers Blaschke) durfte ich dann eine kappe Stunde auf RE 4418 warten. Die Zeit wusste ich zu nutzen: Ich kaufte mir im RZ das Heft "Abfahrt/Ankunft Deutschland", welches ich auf größeren Bahnreisen mitzuführen pflege. Aus diesem suchte ich mir die in der auf Textbasis erstellten DB-Fahrplanauskunft fehlenden Gleisangaben heraus. Zudem galt es noch das Problem zu lösen, mir eine Fahrkarte zur einfachen Fahrt für das "berühmte" Stück Norddeich Mole-Norddeich (0,70 €) zu beschaffen. Das DB-Geschenkticket gilt ja nicht im Wechselverkehr DB-SEE, womit Norddeich Mole als Startbahnhofseintrag ausfiel. Der Kauf beim ersten Versuch scheiterte an der Fehlermeldung "Start-/Zielbahnhof äquivalent" verbunden mit dem Hinweis, einen Kauf vor Ort zu versuchen bzw. beim Zugbegleitpersonal nachzufragen. Beim zweiten Versuch gestaltete sich die Sache (vielleicht auch dank des Hinweises "nichtfahrplanbasierter Express-Verkauf" als sehr schnell zu erledigende Angelegenheit. Diese Strecke verursache manchmal Probleme, so das Schalterpersonal.

Nach pünktlicher Ankunft um 17:18 wurde gegen 17:50 dann der Wagenpark für IC 2209 bereitgestellt. Ich nahm Platz in einem 1994 in Weiden umgebauten Bimz der Bauart 264.3, dessen Vorhänge in den Abteilen komplett waren. Nach pünktlicher Abfahrt in Norddeich Mole ergaben sich in Norddeich +3 wg. Verspätung des Gegenzuges 2200. Bis Emden kam noch eine Minute hinzu, da bei einem Hauptsignal in Abelitz das Nachtzeichen Hp 0, das Tagzeichen aber Hp 1 zeigte, das am selben Standort befindliche Vorsignal Vr 1. Bis Papenburg (Ems) war die Verpätung wieder hereingefahren bei der Ankunft in Rheine waren es wiederum +4, da in Leschede wg. einer Bü-Störung mehrfach gehalten werden musste. Ab Münster wurde wieder pünktlich gefahren. Nebenbei: Die Fahrkarte Norddeich Mole.Norddeich wurde selbstverständlich mit einem Zangenabdruck versehen.
In Duisburg Hbf stieg ich dann in den IC 61419 Pegasus (Amsterdam-Zürich) um, welcher, getreu dem Motto "internationale Nachtzüge haben Verspätung zu haben" mit +17 abfuhr. Die etwa +20 hielten sich bis zum Kurswagenübergang in Frankfurt/Main Hbf, danach ging es einigermaßen pünktlich bis Basel Bad Bf.
Was Station&Service noch überarbeiten sollte, ist die Zugzielanzeige. Es sollte doch möglich sein, Kurswagenläufe sauber abzubilden, damit nicht als Ziel München hinter dem "Zwischenhalt" Basel auftaucht, was bei einigen Fahrgästen am Bahnsteig für Verwirrung sorgte. Auch von der Zugteilung in Frankfurt war nichts zu lesen.
Der Wagen 174, einer des aus 4 Wagen gebildeten IC 61419 sollte ja ein Bomdz sein. Diesmal lief als Ersatz ein Bvcmbz 249.1 mit. Nach der Fahrkartenkontrolle mit der Erkundigung bis wohin man führe und das bei verriegeltem Abteil wohl keiner mehr kommen dürfte und er(= Kontrolleur) Bescheid wisse, machte ich dann meine Liege zurecht. Eine herrliche Sache ist so ein verriegeltes Liegewagenabteil in 1er-Belegung inkl. Bettwäsche und einbaubarem Tisch schon. Anschließend ging es am Rhein entlang. Das Fenster schloss ich dann aber schon recht bald, denn es war ziemlich kalt.
Weiter ging es nun von Basel Bad Bf nach Friedrichshafen Stadt im IRE 3041 (Triebzug 611 031, man sieht der Inneneinrichtung ihr Alter an) mit fast durchgängig +3.
Die Fahrt im von 218 439 (mit CH im Raster) gezogenen Doppelstockwagen entlang des Bodensees nach Lindau Hbf erfolgte dann pünktlich und unspektakulär. Damit war die erste einfache Fahrt des DB-Geschenktickets "gut ausgenutzt und preislich günstig", so das Kontrollpersonal.

Ich besichtigte das nähere Bahnhofsumfeld von Lindau, bevor ich mich zur Rückfahrt aufmachte.
Am Empfangsgebäude hängt da ein Schaukasten mit einem Werbeplakat: "Kopfvoran ins Stadtvergnügen CityNightLine Europas moderner Nachtreisezug. Nachtreise buchen auf www.citynightline.ch oder überall, wo es Fahrkarten gibt". In der Nähe des Schildes ÖBB-Schlußsignale, das Sören in seinem Bahnhofsporträt hat, hängt in der Nähe der Bremsprobeanlage ein langer, gelb gestrichener Metallstab mit Gummigriff (Beschriftung dort: Metzeler ÖLP 50D 376), dessen Funktion mir unbekannt ist. Ggf. zur "Klangprüfung" der Räder?
Mit dem EC 193 (gebracht nach Lindau von 421 383, von dort weiter mit 218 418 und 218 428) ging es nach München, welches trotz 3-minütigem Halt in München Leienfelsstraße und Fahrt über die Abstellbahn pünktlich erreicht wurde. Ich wechselte in einen 1991 in Weiden umgebauten Bimz der Bauart 264.4, der als Wagen mit der ON 15 zwischen Triebfahrzeug (120 152) und 1.Klasse-Wagen des IC 2064 eingereiht war. Das Übergangsblech auf der Lokseite war wohl etwas locker und klapperte fast ununterbrochen.
In Nürnberg Hbf setzte ich nach pünktlicher Ankunft meine Reise mit 612 480 fort, der mit 612 486 nach Hof fuhr. Vermutlich wegen der ausgeschalteten Neigetechnik wurde Hof mit +6 erreicht. Glücklicherweise wartete der mit einer Lokomotive der Baureihe 143 bespannte RE 4773 nach Dresden Hbf den bahnsteiggleichen Anschluss ab, was ihm 5 Minuten Verspätung eintrug, die er bis Chemnitz Hbf, wo ich ausstieg, auf 2 Minuten reduziert hatte.
Im geräumigen Abteil in einem Wagen der Bauart ABomz 512 (sitze wie im 628er) ging es mit der MRB 74792 weiter nach Leipzig Hbf, das aufgrund verspäteter Kreuzungen mit +4 erreicht wurde. Manko hier waren 3 nicht funktionierende Toiletten. Von Leipzig nach Hannover verkehrte noch als IC 2030 noch eine IC1-Garnitur darauf wurde auf den ZZA (heute mit Wagen 12 bis 5" und in den Ansagen im Zug ("willkommen im IC1 der deutschen Bahn...") auch hingewiesen. Ich nutzte einen 1991 in Weiden umgebauten Bimz der Bauart 264.4, der als Wagen mit der ON 6 verkehrte bis zum Endbahnhof Hannover Hbf. Vor Halle(Saale) wurde das Tunnelgleis benutzt.
Von Hannover Hbf nach Hamburg-Altona wurde dann der ICE 272 (ICE 1)genutzt. Nach dortiger Ankunft galt es knapp 2 Stunden zu warten, wobei sich der Mangel an beheizten Wartemöglichkeiten unangenehm bemerkbar machte. Um 4:00 Uhr ging es dann mit D/SSP 1406 (628 540 mit A,CH,F,DK und L im Zulassungsraster) Richtung Westerland (Sylt).
Niebüll wurde pünktlich erreicht. Der weitere betriebliche Ablauf wurde den Fahrgästen per Lautsprecherdurchsage ausführlich erklärt. In Westerland (Sylt) war Ankunft mit +14 nach Kreuzungen in Lehnshallig (NOB), Klanxbüll (AZ), Morsum (AZ) und Keitum (NOB). Hinter Lehnshallig und vor dem Halt in Keitum wurden 100 km/h erreicht.
Zum Sylt-Shuttle Plus vgl. auch den Bericht des Benutzers Blaschke. Zum Vergleich die Fahrgastzahlen: Es konnten maximal 7 Fahrgäste gezählt werden. Altona: 7 Fahrgäste, Elmshorn 1 Aussteiger, 1 Einsteiger, Itzehoe: 1 Aussteiger, Niebüll 4 Aussteiger. Eine Fahrkartenkontrolle fand nur auf Nachfrage statt. Der Zug war gut beheizt (Einstellung auf 26°C und "Winter"), was einem Fahrgast nicht gefiel. Meinem Vorschlag, den Tf um Anpasssung zu bitten, wurde dann aber auch wieder nicht nachgekommen. So schlimm kann es also nicht gewesen sein. Die etwas abgegriffenen Armlehnen könnten in den für den Syltshuttle plus zum einsatz kommenden Zügen mal eine Erneuerung gebrauchen.

Von Westerland ging es dann mit einem OT weiter. Die mit +7 abgefahrene NOB erreichte pünktlich Elmshorn, von wo aus die Fahrt im Dosto hinter einer 112 im RE 21015 nach Hamburg Hbf (an mit +2) fortgesetzt wurde.
Von dort wurde u.a. noch ein Ausflug mit ME-Zügen nach Cuxhaven gemacht, bevor es mit einem Zug der Linie S1 nach Hamburg-Altona ging. Hier wurde ein Bomz 236.3 bestiegen, der als IC 60491 nach Nürnberg Hbf am EN 491 lief. Die frostigen Temperaturen trugen wohl ihr ihriges dazu bei, dass fast bei jeder schnell befahrenen Weiche ein Lichtbogen die Umgebung des Zuges erhellte, der mit +2 in Hannover Hbf eintraf, von wo aus ich mit dem ME 82835 mit ca 10 Minuten Verspätung wieder Göttingen erreichte.
Manchmal fragt man sich, warum Zugfahrten in einer scheinbar unlogischen Reihenfolge abgewickelt werden. Nachtzug nach Wien in Hannover Hbf ca. 22:30 ab, danach Gz-Durchfahrt, dann um 22:38 ME nach Göttingen ab. In Nordstemmen Überholung des ME durch eben diesen Nachtzug.


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