Bericht: Mein Senf zum IC2 (Reiseberichte)

Bartleby, Leipzig, Freitag, 12.02.2016, 22:31 (vor 3810 Tagen)

Ich gebe jetzt meinen Senf auch noch zum IC2. Wer findet, dass das dann ein Reisebericht zu viel war, sei um Nachsicht und Entschuldigung gebeten und soll bitte weiter lesen.

Ich hab heute endlich die Zeit gefunden mit dem IC2038 von Leipzig (11:39) nach Hannover (14:23) zu fahren, nachdem unsere »Fahrt« beim Forentreff in Erfurt mir dann doch ein bisschen kurz war. Ich habe mir im gut reservierten Oberdeck von Wagen 4 ein Plätzchen ganz in der Mitte mit Rücken zum Gepäckraum gesucht, es hätte aber im UG auch bahn.comfort-Plätze gegeben.

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Mit der Sitzqualität bin ich sehr zufrieden. Ich finde, es gibt genug Bein- und Kniefreiheit und auch mit der leichten Verstellmöglichkeit bin ich gut bedient gewesen. Ich kann mir vorstellen, dass große Personen (ich bin nur 1,73 m klein) die Dachschräge nicht als angenehm empfinden. Bei mir ist das Gegenteil der Fall, weil ich mich da für ein Nickerchen gut anlehnen kann. Diese Idee haben auch andere, weshalb die Scheiben überall voller Haarpflegeprodukte sind.

Den Lavazza-Kaffee habe ich von einer sehr freundlichen Mitarbeiterin gekauft und ich finde ihn in Ordnung. Mir ist er ein bisschen zu dünn und für den Preis nehme ich mir dann lieber einen Starbucks-Eimer am Bahnhof mit. Er ist mir aber immer noch lieber als das abgestandene, saure Pumpkannengesöff aus dem ICE (in dem man ja aber normalerweise auf den guten Café crème ausweichen kann.) Dass der Lufthansa-Imbiss natürlich in keinster Weise Restaurant oder Bistro ersetzt, sondern nur ein schmales Trostpflaster für diese ist, versteht sich.

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Die Laufruhe im Oberdeck gefällt mir sehr gut. Man hört wenige Fahrgeräusche, was ich als komfortabel empfinde. Außerdem ist die Aussicht von da oben natürlich einfach großartig. In anderen Berichten wurde von unangenehmer Zugluft berichtet und das muss ich leider bestätigen. Immer wenn die Zwischentüren zwischen den Wagen geöffnet werden und an den Bahnhöfen streift eine steife Brise durch den Wagen. Bei knackigen Minusgraden dürfte das sehr unangenehm sein.

Der Handyempfang war sehr gut. Ich hatte durchgehend LTE und auch prima Internetempfang, was wohl an den neuen Repeatern liegt.

Zum Wanken: der größte Teil der 2h44 Fahrt verlief ohne Wanken und auch bei der Weichenfahrt finde ich das alles vollkommen akzeptabel. Kurz hinter Leipzig und kurz vor Halle und dann immer mal wieder zwischendurch begann allerdings ein Wanken, bei dem man glaubte, der Zug kippte gleich um. Sehr unangenehm, vollkommen inakzeptabel und ganz sicher übelkeiterregend, wenn man das länger ertragen muss.

Zum Gepäck: ich selbst reiste nur mit einem kleinen Rucksack und hatte keine Probleme. Das bleibt aber die größte Schwäche dieses Zuges. Alle Passagiere, die den Zug betraten, fragten, was sie denn mit ihrem Gepäck machen sollen. Das ist Gesprächsthema Nummer eins. Überall sind die zweiten Sitze zugestellt und wäre der Zug voll gewesen, hätte ich das Chaos lieber nicht sehen wollen.

Die Monitore mit den Bahnhofsinfos, der Geschwindigkeitsanzeige und den Karten finde ich informativ, übersichtlich und gelungen.

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Leider war das Lautsprechersystem direkt ab Leipzig gestört. Während die Zubs versuchten das zu reparieren, mussten wir uns die ganze Zeit über ein ohrenbetäubendes Piepen und Pfeifen anhören. So hörte sich das an: (Achtung: Lautstärke runter!)

Video bei Youtube

Zwei kleine Gimmicks zum Schluss: die Bahn hat sogar für die Generation Smartphone gesorgt. Wer sich auf dem Klo langweilt, kann durch Scannen eines QR-Codes bekannt geben, ob es ihm auf der Schüssel gefallen hat oder nicht.

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Und offenbar sehnte sich der Zug selber auch nach den guten alten Zeiten im Fernverkehr zurück und träumte von einer Nachtfahrt in den 50er-Jahren:

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Mein Fazit: sofern die Kinderkrankheiten und insbesondere natürlich das Wanken noch beseitigt werden, ist dieser Zug einigermaßen akzeptabel aber leider weit davon entfernt Begeisterung auszulösen und schon überhaupt gar keine Verbesserung zur vorherigen IC-Situation. Gravierend bleibt für mich die katastrophale Gepäcksituation, an der sich meiner Meinung nach unbedingt dringend etwas ändern muss. Ich bin gespannt, ob sich die Entscheidung für Fernverkehr light für die Bahn rentiert.

Nach Museumsbesuch und einem grandiosen Stück Eierlikörtorte in Hannover, ging es dann lieber über Berlin und im ICE2 bzw -T zurück nach Leipzig, leider mit +19 in L wegen Gedöns. Die Passagiere, die weiter nach Eisenach wollten, mussten in Leipzig sogar in einen bereitstehenden Ersatzzug wechseln.

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Homebase 8010205, BC100, Lieblingswagen Bpmz


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