Mit Panorama- & Wellblechschlafwagen nach Slowenien 1/4 |40B (Reiseberichte)

TD, Donnerstag, 04.02.2016, 17:24 (vor 3786 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem ich mich als Nicht-Narr heute am schmotzigen Dunschtig nicht aus dem Haus getraut habe (wer ebenfalls in einer alemannischen Fasnachtshochburg wohnt, weiß was ich meine), habe ich die Zeit nach dem Wecken durch die Mäschgerle genutzt, um einen Reisebericht aus dem letzten Jahr zum Abschluss zu bringen. Und während jetzt gleich der Hemdglonkerumzug am Haus vorbeizieht, kann ich den ersten Teil des Reiseberichts einstellen.

Wer meine Reiseberichte verfolgt, weiß, dass ich nur ungern für Hin- und Rückfahrt dieselbe Strecke wähle und vorzugsweise Rundreisen zusammenstelle. Beim Blick auf die nachfolgende Karte werdet Ihr feststellen, dass ich diesmal von dieser Philosophie abgewichen bin. Der Grund hierfür ist ganz banal: ich konnte mich nicht entscheiden, welcher Zug für die Strecke Zürich-Graz verlockender ist, der Panoramawagen im EC Transalpin oder der „Wellblech“-Schlafwagen im EN Zürichsee. Die beiden Zügen waren ursprünglich das Hauptmotiv für eine Fahrt in die Steiermark, bei der weiteren Planung war ich dann noch auf die Idee gekommen, zwei Runden durch Slowenien und einen Besuch bei der Graz-Köflacher Bahn einzubauen.

[image]

Wir fahren von Konstanz über Zürich nach Graz und von dort am zweiten Tag über Maribor und Ljubljana nach Villach und Klagenfurt und weiter bis Bleiburg. Am dritten Tag geht es von Bleiburg wieder ins slowenische Maribor und anschließend auf das Streckennetz der Graz-Köflacher Bahn nach Wies-Eibiswald und Köflach, bevor wir am Abend den Nachtzug nach Zürich besteigen. Die erstklassige dreieinhalbtägige Tour fand Ende August statt, begleitet hat mich mein Bruder.


Tag 1: Konstanz – Zürich - Graz

Wir starten am Samstagmorgen um 7.03 Uhr in Konstanz mit einem Interregio nach Zürich. Den Zug hatte ich zuletzt bei der Jura-Reise ausführlich vorgestellt, deshalb will ich diese Etappe überspringen.

[image]

Und so beginnen wir mit dem ersten Bild im Hauptbahnhof Zürich, wo der EC 163 zur Fahrt nach Graz bereitsteht. Wir haben es auf den letzten Wagen abgesehen und auch Reservierungen für Wagen 312 – den Panoramawagen.

[image]

Innerschweizerische Fahrten mit dem Panoramawagen haben ja den Nachteil, dass die Fahrt nach längstens gut vier Stunden zu Ende ist. Das ist hier anders, wir richten uns nun für ganze neuneinhalb Stunden ein.

[image]

In der Online-Auskunft von SBB und ÖBB trägt der Zug den traditionsreichen Namen „Transalpin“. Komisch, dass es der Name nicht bis auf den Reisebegleiter geschafft hat. Von 1958 bis zur Umstellung auf den Railjet im Jahr 2010 war der Transalpin der Paradezug von SBB und ÖBB zwischen Basel/Zürich und Wien. 2013 wurde der Name mit der neuen Direktverbindung von Zürich nach Graz wiederbelebt.

[image]

So, jetzt braucht Ihr etwas Geduld, es kommen nun 19 Streckenbilder. Aber bei dem Prachtwetter konnte ich mich einfach nicht zurückhalten, zumal wir stundenlang durch beeindruckende Alpenlandschaften fahren. Den Anfang machen wir am Zürichsee.

[image]

Wenig später dann die Fahrt durch die Linthebene mit Blick Richtung Glarner Unterland...

[image]

...dann folgt schon bald der Walensee.

[image]

Zum Lokwechsel in Buchs unterbrechen wir den Reigen der Streckenbilder kurz. Eine Taurus-Doppeltraktion wird uns nun über den Arlberg ziehen, mit dabei eine Werbelok für die österreichische Polizei-Spezialeinheit Cobra. Wobei es mit dem Begriff „Werbelok“ so eine Sache ist, man ist wohl eher froh, wenn man nicht in die Lage gerät, die Dienstleistungen dieser Einheit in Anspruch nehmen zu müssen.

[image]

Im Transit fahren wir nun durch Liechtenstein, dann geht es über Feldkirch und Bludenz auf die Arlbergbahn. Von Feldkirch auf rund 450 Meter über dem Meeresspiegel geht es auf dem Arlbergpass hinauf bis zum Scheitelpunkt im Arlbergtunnel auf 1.311 Meter, dann hinab durchs Inntal nach Innsbruck.

[image]

[image]

Durch die Galerie der Mittenwaldbahn an der Martinswand möchte ich auch gelegentlich wieder fahren – am liebsten Mal mit dem ICE. Aber sehe ich es richtig, dass das diese Fahrplanperiode mit dem ICE 1206/1207 nichts mehr wird? Der scheint im Januar das letzte Mal bis Innsbruck gefahren zu sein und fährt jetzt maximal bis Mittenwald.

[image]

Im Stadtgebiet von Innsbruck queren wir den Inn, weiter geht es auf der Unterinntalbahn nach Wörgl. Unser Wagen hat sich schon in Innsbruck deutlich geleert, in Wörgl wird es nochmals etwas ruhiger im Wagen.

[image]

Ab Wörgl wird es für mich dann besonders interessant, denn nun geht es auf der Salzburg-Tiroler-Bahn weiter, auf die es mich eher selten verschlägt. Die Strecke über Kitzbühel und Zell am See ist auch unter den Namen Giselabahn, Kaiserin-Elisabeth-Bahn oder Brixentalbahn bekannt. Wir verlassen nun das Inntal und fahren hinauf in die Kitzbüheler Alpen.

[image]

Vorbei am Schwarzsee mit der Kulisse des Kitzbüheler Horns...

[image]

...kommt dann das Kaisergebirge ins Blickfeld der Fahrgäste.

[image]

Durch das Pillerseetal gewinnt die Strecke weiter an Höhe, bis zum Scheitelpunkt bei Hochfilzen haben wir seit Wörgl rund 470 Höhenmeter überwunden.

[image]

Über den Grießenpass geht es nun über den Hochfilzensattel, dabei queren wir auch die Grenze zwischen den Bundesländern Tirol und Salzburg.

[image]

Vor dem Panoramafenster ziehen nun die Leoganger Steinberge vorbei...

[image]

...dann erreichen wir den Zeller See.

[image]

Die sanfte Alpenlandschaft vor dem Zugfenster weicht nun einer Etappe durch das wild-romantische Tal der Salzach. In Schwarzach-St. Veit trifft die Salzburg-Tiroler-Bahn auf die Tauernbahn. Beide Strecken verlaufen ein Stück weit in Sichtweite, so dass sich nun eine Paralleleinfahrt beobachten lässt. In Schwarzach-St. Veit gibt es nämlich einen Korrespondenzhalt mit einem IC von Klagenfurt nach Wien mit einer offiziellen Übergangszeit von 2 Minuten. Beide Züge kommen fast zeitgleich am Bahnsteig an.

[image]

Einige Minuten nach dem IC geht es dann auch für uns weiter, bis Bischofshofen folgen wir dem IC, hier bei der Fahrt über die Salzach.

[image]

Wir verlassen nun die Salzburg-Tiroler-Bahn und fahren auf der Ennstalbahn nach Osten. Vom Tal der Salzach geht es rund 300 Höhenmeter nach oben ins Ennspongau.

[image]

Auf der eingleisigen Strecke fahren wir landschaftlich sehr reizvoll zwischen Dachsteingebirge und Niederen Tauern durch das obere Ennstal. Allerdings wird es mittlerweile im Wagen unangenehm warm, bis der Zugbegleiter feststellt, dass ein Spaßvogel die Klimaanlage ausgeschaltet hat. Der Panoramawagen hat eine kräftige Klimaanlage, nachdem sie wieder eingeschaltet ist, ist der Wagen sehr schnell wieder heruntergekühlt.

[image]

Nach dem Fahrtrichtungswechsel in Selzthal geht es auf der Rudolfsbahn über den Schoberpass nach St. Michael und weiter auf der Südbahn nach Graz. Nachdem wir nun bereits den ganzen Tag durch beeindruckende Alpenlandschaften, über Pässe und durch Flusstäler fahren, muss ich zugeben, dass irgendwann die Aufnahmefähigkeit nachlässt. Da das Wetter zudem etwas eintrübt, wollen wir es nun damit mit den Streckenbildern belassen.

[image]

Pünktlich 11 Stunden und 11 Minuten nach der Abfahrt in Konstanz stehen wir dann in Graz auf dem Bahnsteig. Wer Lust hat auf eine tolle und ausgiebige Alpenstrecke im Panoramawagen (abseits der Gotthardbahn), dem kann ich das alpenquerende Erlebnis „Transalpin“ nur empfehlen!

Es geht gleich weiter...

--
[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum