SSP-Mitfahrt (Reiseberichte)

462 001, Taunus, Sonntag, 27.12.2015, 16:32 (vor 3787 Tagen) @ Blaschke

Guden,

In Niebüll kommen wir - ihr kennt es schon, aber ich erwähne es wieder, weil es an ein Wunder grenzt - pünktlich an!

Nicht das du die ganze Pünktlichkeit ausgeschöpft hast. In den nächsten 2 Woche könnte ich noch etwas gebrauchen:)

Der Lokführer verschwindet wieder aus seinem Führerstand und wechselt wieder auf die andere Seite. Ich folge ihm durch den öffentlichen Teil des Zuges! Das schöne beim 628 ist ja, dass man im Vorraum direkt hinter der Führerstandstür stehen kann. Bei zugezogenem Vorhang sieht man zwar nichts - aber zumindest bekommt man teilweise den Funkverkehr mit. Für einen Bahnfreak eine schöne Sache. Darüber mag nun vielleicht der Lokführer nicht sehr glücklich sein, sich wie im Zoo bei der Arbeit begaffen zu lassen. Andererseits: Wenn dem Kunden schon Unterhaltung geboten wird, dann ist es genauso verständlich, dass er daran dann auch teilhaben möchte.

Früher, als die 628er noch regelmäßig Limburg - Wiesbaden fuhren, hatten die Tfs dort immer die Tür auf und waren beinahe glücklich, wenn man sie anspach und sich über Gott und die Welt unterhielt.

Bahnfuzzy-Fett, Trainingsbuchse in schwarz, ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift "Das kannste schon so machen aber dann isses halt Kacke", dazu 'ne schwarze Dienstweste meines Zeitungszustellerunternehmens und ausgenudelte bunte Nike Skyline.

Mit dem T-Shirt musste dich in Köln oder Hamm aufhalten, wenn mal wieder ne Fuhre ICEs getrennt(oder auch vereinigt) wird.

Dann fahren wir in Keitum in die Ausweiche. Und hier erklärt sich wohl, warum der hintere Führerstand besetzt ist. Denn unser Lokführer funkt nach einem Blick nach draußen durch, dass wir vollständig in der Ausweiche stehen! Wir kommen dann auf eben diese Ausweiche zu sprechen. Die Herren in den Entscheidungsetagen wären von den Angaben in den Plänen über die Länge dieser Ausweiche nicht so ganz überzeugt gewesen - denn man habe sich jahrzehntelang nicht wirklich drum gekümmert. Ich übernehme mal wieder die Lästerei und das Plüschetagen-Bashing: Verständlich. Wegen Erderwärmung und Plattentektonik und so - man könne ja nie wissen. "DOCH!", meinte der Lokführer, "wenn man einfach uns fragt". Denn ab und an habe man auch wohl mal einen zweiten dieser Motorradzusatzwagen mitgenommen und das habe auch gepaßt und überhaupt, man wisse schon, was paßt und was nicht.

Das ist nicht nur bei DB ein Problem, fast überall würde es besser laufen, wenn man einfach mal seine Mitarbeiter "an der Front" befragen würde. Ist bei mir auf der Arbeit leider genau so´n Problem...

Nun fahren wir aber Richtung Gleis 104. Eine 218ist auch schon in dem Gleis. "Das Gleis ist sooo lang. Aber er steht hier vorne...". Wir passen aber noch dazu. Dann heißt es erneut: Führerstand wechseln. Und dann: Warten! Der andere Mitreisende hat sich mittlerweile zu uns gesellt - Lokführer und er scheinen sich zu kennen. Gemeinsam unterhalten wir uns also über das ganze Brimborium, was da veranstaltet wird und sind uns alle sicher: Das wird ein Platz in den Geschichtsbüchern geben. Und wenn in 300 Jahren die Nachfolger Jauchs fragen: "Welcher dieser Orte hatte mal DB Fernverkehr?", dann wissen wir, falls BREDSTEDT dabei ist, dass das die richtige Lösung ist!

Das heiß dann ja vlt. Wer wird Trillionär?

Ankunft planmäßig: 7:30 Uhr
Ankunft tatsächlich: 7:42 Uhr

WIR HABEN VERSPÄTUNG!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ist das nicht GEIL?

Na endlich, jetzt hat die Reise doch einen Sinn gehabt^^

Gruß aus dem Taunus

--
Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1627
- Euro. Ausland: 717


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