Tarife nach Eichhörnchenmentalität (Fahrkarten und Angebote)

Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Freitag, 18.09.2009, 16:56 (vor 6171 Tagen) @ Blaschke

Hallo,
für Tommyboy, für blaschke, für viele andere Leute und auch für Holger_HAM kommt das Bahnfahren zum Normalplreis nicht in Frage. Das ist ein Mondpreis, hoch astronomisch und den will keiner bezahlen. Aber man erhält ihn, wenn man sich einfach so mal nach einer Verbindung erkundigt.
Das andere Extrem sind extrem ausgedehnte Europa-Spezial-Fahrkarten für Tariffüchse. Die DB ist selbst schuld, wenn sie ihr System nicht im Griff hat, solche Fahrkarten buchbar sind. Und natürlich ist es vollkommen legitim sowas zu buchen und auch "unter der Hand" weiter zu geben.

Aber beide Extreme taugen nicht dazu, die Züge zu füllen, den Mitarbeitern Beschäftigung zu bieten, einen ordentlichen Lohn zu zahlen, schnelle moderne komfortable Züge auf die Strecke zu schicken und das alles noch auf einem schönen modernen und gut instand gehaltenen Fahrweg.

Beim ersten Angebot vergrault man die Kunden durch einen zu hohen Preis und die von euch praktizierte Variante ist ja im eigentlichen Sinn kein Angebot der DB sondern wohl eher ein von der DB in Eichhörnchen-Mentalität vergrabener und vergessener Schatz, den man nach langer und intensiver Suche im Tarifdickicht findet. Das Eichhörnchen mit Namen DB Bahn hat beim Vergraben kaum an die Kunden gedacht.

Nun hat man aber das Problem, dass man einerseits Züge füllen muss und andererseits damit möglichst viel Geld verdienen muss. Die Geschichte mit den zwei Säulen des DB-Tarifs, eine zur Grundauslastung mit BC50 und die andere mit den auslastungssteuernden Elementen wie Sparpreisen und Dauer-Spezial ist ja eigentlich gut durchdacht, jedoch leider etwas aus den Fugen geraten. Es ist sehr verlockend schön auf den auslastungssteuernden Bereich zu schauen, mal schnell und einfach über Sondertickets ein paar Euro dazu zu verdienen, die man sonst nicht gehabt hätte. Aber andererseits gräbt man damit der anderen Säule, den Stammkunden die flexibel reisen wollen, das Wasser ab. Schiebt man sie erst einmal in den Bereich der Sparfüchse, so tummeln sie sich plötzlich auch bei den Billigfliegern und da möchte man doch seine treuen Kunden eigentlich gar nicht sehen. Das Problem ist hausgemacht.

Wenn zwei Leute mit den gleichen Anforderungen ein Produkt kaufen und an der einen Kasse mehr bezahlen als an der anderen, so freut sich der eine Kunde und der andere kommt sich veräppelt vor. Genau das kann ganz schnell bei der DB passieren und es liegt nicht am Kassenpersonal sondern am System.

Natürlich ist es für die DB ein Vorteil, wenn nun plötzlich Leute nach Italien fahren oder eine Deutschland-Rundreise machen und vorher ihnen sowas nie in den Sinn gekommen wäre. Aber andererseits gibt es viele Leute, die in Deutschland einfach nur von A nach B wollen und zurück. Im Idealfall ncoh regelmäßig. Das sind die Leute, die ein solides Einkommenspolster dem Unternehmen geben. Und genau diese Leute werden mit der Eichhörnchenmentalität der DB nicht erreicht, die haben keine Lust zwei Stunden nach dem günstigsten Preis zu suchen und den zweitgünstigsten zu finden, die setzen sich einfach in ihr Auto und fahren los.

Wer preiswert Bahn fahren will muss sich das Verkehrsmittel mit möglichst vielen Mitfahrern teilen und die bekommt er nur bei einem transparenten, nachvollziehbaren und als fair empfundenen Preissystem.

Ich glaube, wir liegen alle gar nicht so weit auseinander.

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Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
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Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
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