Eins, zwei, drei: Die Heidebahn (Teil 3, 45 Bilder) (Reiseberichte)

fabs, Braunschweig, Samstag, 25.07.2015, 21:58 (vor 3946 Tagen) @ Sören Heise

Bennemühlen...nun ja!

Moin!
Vielen Dank für die Bilder!

Bennemühlen hat eine kleine, nicht alltägliche Besonderheit: Es ist einer von wenigen Bahnstationen in Deutschland, von denen man nicht umsteigefrei zu allen Nachbarstationen kommt. Für die Fahrt Bennemühlen <-> Lindwedel ist immer ein Umstieg in Mellendorf nötig. Es ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal, aber selten ist es trotzdem.
Weiterhin waren die Planer der S-Bahn scheinbar von ihrem Konzept, die Heidebahn in Bennemühlen enden zu lassen derart überzeugt, dass man den Spurplan total verunstaltet hat. Die Strecke ist eigentlich in diesem Bereich schnurgerade und die Streckengeschwindigkeit beträgt 120 km/h. "Dank" der Anpassung der Infrastruktur an das "tolle" Betriebskonzept hat man nun die Ein- und Ausfahrten mit maximal 80 km/h, da auch das durchgehende Hauptgleis eine geschwindigkeitreduzierenden Bogen an den Bahnsteig - der sich eben nicht direkt an der Achse des Streckengleises befindet - macht.
Und trotz (oder gerade wegen?) dieser ganzen Unzulänglichkeiten für einen flüssigen Betriebsablauf hat man es geschafft, den (einzigen) Bahnsteig an nur ein Gleis zu bauen. Umstieg direkt gegenüber mit kurzen Wegen waren auch zu Zeiten, als die Heidebahn dort endete nicht möglich. Wenn die Heidebahn in Doppeltraktion (628er) kam und man hinten ausstieg, dann waren die gut und gerne 200 Meter zur ersten erreichbaren Tür der S-Bahn für unsportliche Fahrgäste in den vorgesehen 3(!) Minuten zwischen Ankunft und Abfahrt kaum zu schaffen. Und wenn die Heidebahn Verspätung hatte (nach 100 km auf einer eingleisigen Strecke kann das durchaus vorkommen), war der Anschluss generell weg.
Fazit: Ein katastrophaler Bahnhof sowohl für umsteigende Fahrgäste, als auch für Eisenbahner (Fdl., Tf.) und zu allem Überfluss konstruktiv eine absolute Betriebsbremse (für alle bisher durchgeführten Konzepte).
Als letztes stellt sich die Frage, wer sich ausgedacht hat, diesen Ort mit seinen 333 Einwohnern (Quelle: Wikipedia) als Endpunkt einer S-Bahn Linie auszuwählen. Rein vom logischen wären Mellendorf oder Schwarmstedt (beide über 5.000 Einwohner) deutlich besser. Am Konstrukt "Region Hannover" kann es nicht liegen; das gab es beim Bau der S-Bahn noch nicht. Und die Grenzen des damals bestehenden "Landkreis Hannover" wird von der S-Bahn auf allen anderen Ästen auch überschritten - warum also hier nicht?

Nochmals: Vielen Dank für die Bilder und ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mit meinen Ausführungen gelangweilt habe. Aber diese unsägliche Station Bennemühlen - da könnte ich stundenlang mit wachsender Begeisterung drüber schimpfen ;-)

Viele Grüße
fabs

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Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...


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