Von Dirndln, Linzer Torte und Moselwein 2/4 (33 B) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zurück zum nächsten Teil unserer kleinen Runde zwischen Obersteiermark und Mittelmosel. Im ersten Teil waren wir nach einer verregneten Anreise in Mariazell angekommen und zum Erlaufsee gewandert. Nun wollen wir die Rückfahrt antreten.
Nachdem es auf der Hinfahrt witterungsbedingt nur Innenbilder aus dem Zug gab, wollen wir uns auf der Rückfahrt die Strecke anschauen. Beginnen wir am heutigen Endbahnhof Mariazell. Im Jahr 1907 wurde der Personenverkehr nach Mariazell aufgenommen. Bis zum Jahr 1988 führte die Strecke noch rund 10 Kilometer weiter in die Gemeinde Gußwerk.
Für die Rückfahrt wählen wir nun die nostalgische Variante in Form des „Ötscherbär“. Der Nostalgiezug ist seit 2007 unter diesem Namen unterwegs und wird wechselnd von einer Dampflok oder einer im braunen Farbschema gestalteten Elektrolok der Baureihe 1099 gezogen. Der Name erinnert an den ersten echten Ötscherbären, der 1972 in die Region einwanderte. Noch heute gibt es im Naturpark Ötscher-Tormäuer Braunbären.
Für den „Aufpreis Nostalgie“ gibt es hier unbequeme Stühle – da werde ich die Fahrt wohl im Stehen am offenen Fenster verbringen müssen.
Wir verlassen nun den Bahnhof Mariazell, hier nochmals ein Blick auf einen der Himmelstreppe-Panoramawagen, mit denen wir angereist waren.
So richtig schön ist das Wetter ja nicht, aber immerhin regnet es nicht mehr, so dass ich nun ein paar Streckenbilder zeigen kann. Schon nach einigen Minuten Fahrt verlassen wir die Steiermark und queren die Grenze zum Bundesland Niederösterreich.
Dann folgt bald der Erlaufstausee, nicht zu verwechseln mit dem Erlaufsee, den wir im ersten Teil des Reiseberichts besucht hatten. Auf ihrem Weg zur Donau verbindet die Erlauf beide Seen.
Es folgen nun mehrere kurze Tunnel, dazwischen fällt der Blick auf die „Zinken“-Felsen, die die Erlauf-Schlucht prägen. Insgesamt 21 Tunnel werden wir auf der Strecke durchfahren.
Die Bahnlinie umrundet den Lassingstausee, rechts die Gleise am gegenüberliegenden Ufer. Der Stausee und das Kraftwerk Wienerbruck wurden zur Stromversorgung der Mariazellerbahn gebaut, die seit 1911 elektrifiziert ist.
Dann gewinnt die Strecke wieder an Höhe und wir nähern uns dem Scheitelpunkt im Gösingtunnel bei gut 890 Meter über dem Meeresspiegel.
Nun fällt der Blick das erste Mal in das Natterstal. In einer doppelten Kehre geht es am Südhang des Turmkogels hinab ins Tal.
Bei diesem Bild befinden wir uns immer noch auf der Fahrt durch die Kehren ins Tal. Links das Gleis der tieferen Ebene, in der Bildmitte der Ort Laubenbachmühle. Das große Gebäude ist übrigens der Bahnhof und das Zentrum der neuen Mariazellerbahn. Es vereint Betriebszentrum, Werkstatt und Remise der NÖVOG. Die landeseigene Niederösterreichische Verkehrsorganisationsgesellschaft übernahm Ende 2010 Strecke und Betrieb von den ÖBB.
In Laubenbachmühle endet die Bergstrecke, es schließt sich nun die Talstrecke an, die zunächst durch das enge Tal des Nattersbachs führt. In dem schluchtartigen Tal bleibt neben Fluss und Straße kaum Platz für die Gleise, so dass die Bahnstrecke in Tunnel ausweicht.
Die Strecke erreicht dann den Fluss Pielach und führt durch dessen Tal, das sich allerdings weitet und nicht mehr von so engen Felswänden geprägt ist. Im ersten Teil hatte ich erwähnt, dass wir alle drei Fahrzeugtypen auf der Mariazellerbahn kennenlernen wollen. Und so verlassen wir in Kirchberg an der Pielach den Ötscherbär um die Fahrt später mit einem Himmeltreppe-Triebzug fortzusetzen. Zuvor aber noch ein Blick auf die über 100 Jahre alte E 10.
Über dem 3.000-Einwohner-Ort an der Pielach wurde wenige Wochen vor unserem Besuch ein Skywalk eröffnet. Also nichts wie hinauf...
...und hier der Blick aus der Gegenposition. Rechts der Bildmitte das Schloss Kirchberg, im 16. Jahrhundert ursprünglich als Wasserschloss erbaut.
Hier oben auf dem Kirchberg befindet sich auch die namensgebende Sankt-Martins-Kirche, eine dreischiffige Pfeilerbasilika aus dem 15. Jahrhundert.
Und noch ein Blick vom Skywalk flussaufwärts in das Pielachtal, die Mariazellerbahn verläuft an der linken Talseite.
Nachdem wir auf der Hinfahrt über den im Panoramawagen angebotenen Dirndl-Saft gerätselt hatten, gibt es nun am Schneckenweg hinab in den Ort eine Infotafel über die Pielachtaler Dirndl, in Deutschland wohl besser als Kornelkirsche bekannt.
Nun aber zurück an den Bahnhof. Die Stammstrecke der Mariazellerbahn von St. Pölten nach Kirchberg wurden 1898 eröffnet, Kirchberg ist heute Systemkreuzungsbahnhof.
Als letzten Zug auf der Mariazellerbahn wollen wir nun noch die Himmeltreppe in Augenschein nehmen. Die dreiteiligen Elektrotriebzüge von Stadler sind seit 2013 im Einsatz, unser Zug hat zusätzlich die Panoramawagen im Schlepptau.
Die Triebwagen haben 116 Sitzplätze der 2. Klasse, eine 1. Klasse wird nur in Form der Panoramawagen angeboten.
Die weitere Fahrt auf der Talstrecke durch das leicht hügelige und landwirtschaftlich geprägte Mostviertel ist nun nicht mehr ganz so spannend.
Und noch ein letztes Bild von der Abendstimmung an der Talstrecke, dann erreichen wir den Endpunkt der Mariazellerbahn in St. Pölten.
Da ich St. Pölten auch noch nicht kenne, bietet sich nun ein kleiner Rundgang durch die Altstadt an.
Vorbei am Dom zu St. Pölten..
...zum Rathausplatz. Das Wahrzeichen von St. Pölten ist das Rathaus mit dem achteckigen Turm und der barocken Fassade, die allerdings erst im 18. Jahrhundert entstand.
Und noch ein Blick Richtung Norden mit der Dreifaltigkeitssäule und der Franziskanerkirche.
Dann geht es zurück an den Bahnhof. Seit 1858 hat St. Pölten einen Bahnanschluss, 2010 wurde eine Sanierung des Empfangsgebäudes abgeschlossen.
Wir steigen nun in einen Intercity und fahren zurück nach Linz, damit endet der zweite Reisetag und auch der dieser Teil des Reiseberichts. Im nächsten Teil machen wir dann einen Sprung nach Karlsruhe, aber dazu demnächst mehr.
Viele Grüße
Tobias
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Von Dirndln, Linzer Torte und Moselwein 2/4
Hey Tobias,
danke für deinen Bericht(auch noch für den 1.Teil).
Ich bin im Juli in Linz, viielleicht kauf ich mir dann dort auch eine Linzer Torte, mal schauen:)
Gruß
ICE1223
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Von mir besuchte Bahnhöfe
- Deutschland: 1644
- Euro. Ausland: 726
Merci
Moin Tobias,
ich möchte mich mal für die ganzen Reiserouten/Berichte/Ideen bei dir bedanken. Es ist echt interessant, was du alles für verschiedenene Routen von Konstanz findest & der tollen ÜBersichtskarte.
Und ich hoffe, die Torte hat geschmeckt :)
Weiter so und ich wünsche immer genug Umsteigezeit ;)
Grüße Sven