Von Tendabahn und Pinienzapfenzug 8/8 (46 Bilder) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum letzten Teil unserer kleinen Rundreise. In Teil 7 waren wir auf der Fahrt von Annecy nach Konstanz in Vallorcine aus dem Zug der Schmalspurbahn gestiegen, hier setzen wir den Bericht nun fort.
Vallorcine ist ein kleines französisches Dorf mit 400 Einwohnern im Tal der Eau Noire unweit der Grenze zur Schweiz, hier der Blick ins Tal in Richtung Eidgenossenschaft.
Das größte Gebäude im Ort ist wohl der Bahnhof. Der offizielle Grenzbahnhof ist eigentlich eine Station weiter in Le Châtelard-Frontière, dennoch wird die Zugverbindung hier gebrochen. Auf Wikipedia lese ich etwas von durchgehenden Zügen, die unter dem Namen Mont-Blanc-Express von Saint-Gervais bis Martigny verkehren sollen, die Fahrplanauskunft spukt jedoch nur Umsteigeverbindungen aus.
Achtmal täglich treffen sich hier die Züge aus Frankreich (links) und aus der Schweiz (rechts). Im Schutze einer stählernen Bahnsteigüberdachung können die Reisenden bequem umsteigen. Im Vordergrund die Stromschiene, über die die Züge hier die Energie beziehen.
Der Verkehr auf der schweizerischen Seite wird von der Transports de Martigny et Régions (TMR) betrieben, die aus der früheren Martigny–Châtelard-Bahn (MC) hervorging. Für die touristische Vermarktung ist jedoch die Bezeichnung „Mont-Blanc-Express“ einprägsamer. Egal wie die Bahn nun heißt, hier ein Innenbild. Im Gegensatz zum französischen Pendant lassen sich die Fenster öffnen – und das lohnt sich!
Durch das Tal der der Eau Noire geht es bergab und bald queren wir die Grenze von Frankreich zur Schweiz.
Der Grenzbahnhof Le Châtelard-Frontière macht einen etwas verlassenen Eindruck, ein Fahrgastwechsel findet hier nicht statt.
Es geht nun nochmals leicht bergauf nach Le Châtelard, wo wir mit 1.226 Metern über dem Meer den höchsten Punkt der Strecke erreichen. Das Aquädukt vor uns gehört zum SBB-Wasserkraftwerk Châtelard. Hier fahren wir übrigens gerade unter Oberleitung...
...während 3 Minuten später der Strom aus einer Stromschiene bezogen wird. Ursprünglich war die Strecke mit Ausnahme des Talabschnitts komplett mit einer Stromschiene ausgerüstet, da diese weniger anfällig ist für Unwetterschäden. Aus Sicherheitsgründen wurde die Strecke teilweise auf Oberleitung umgestellt, in Tunneln und in für Fußgänger unzugänglichen Bereichen blieb jedoch die Stromschiene, so dass auch auf den nachfolgenden Bildern wechselnd mal Oberleitungsmasten und mal Stromschienen zu sehen sind.
Es folgt nun ein wunderschöner Streckenabschnitt, bei dem die Bahn hoch oben durch das Trient-Tal führt und sich vor dem Zugfenster spektakuläre Ausblicke ins Tal und zu den umliegenden Berggipfeln eröffnen.
In Finhaut gibt es Bahnhofsidylle mitsamt blühenden Blumenkästen am Bahnsteig. Der 400-Einwohner-Ort liegt im oberen Trienttal auf 1.224 Metern über dem Meer.
Das Dorf Le Trétien klebt regelrecht am Berghang...
...ebenso wie auch der zugehörige Haltepunkt.
Jetzt kommt noch der Bahnhof Les Marécottes, danach kommt der nächste der insgesamt 9 Tunnel auf der Strecke, dann ist Salvan erreicht.
Nach Salvan beginnt ein Zahnstangenabschnitt. Auf einer Länge von 2,4 Kilometern überwindet der Zug nun einen Höhenunterschied von 477 Höhenmetern. Hier ein Blick aus dem rechten Zugfenster auf Gleise, Zahnstange und Stromschiene.
Allerdings sollte man an dieser Stelle doch besser aus dem linken Zugfenster schauen, da bietet sich nämlich ein beeindruckender Blick weit über das Rhône-Tal. Die Bahn windet sich nun am Berg entlang nach unten bis auf den Talboden, der letzte kurze Abschnitt führt dann in der Ebene nach Martigny.
Und hier noch ein letzter Blick auf den Schmalspur-Triebwagen nach der Ankunft in Martigny.
Am Bahnhof von Martigny füllen wir unseren Proviant wieder etwas auf, dann geht es in Normalspur mit einem Interregio der SBB weiter.
Die Fahrplanauskunft bietet als schnellste Verbindung nach Konstanz die Variante über Visp und den Lötschberg-Basistunnel an, wir entscheiden uns aber für die nur unwesentlich langsamere Alternative über Lausanne. Wir fahren nun durch das Rhône-Tal...
...und erreichen den Genfer See. Durch die Waadtländer Riviera an dessen Nordufer fahren wir bis Lausanne.
In Lausanne wechseln wir auf einen Intercity nach Zürich. Bei diesem Bild sind wir immer noch am Nordufer des Genfer Sees unterwegs, nun aber in Gegenrichtung und beim Anstieg durch die Weinberge des Lavaux.
Und noch ein letzter Blick von weiter oben auf das Panorama des Genfer Sees...
...dann ändert sich die Landschaft und wir fahren durch das Schweizer Mittelland über Bern nach Zürich. Auf der Strecke gibt es wohl etwas Luft im Fahrplan, denn obwohl wir wegen einer Türstörung mit 9 Minuten Verspätung in Lausanne abgefahren sind, kommen wir pünktlich in Zürich an.
Hat zufällig jemand mitgezählt, wie oft wir unterwegs umgestiegen sind und wie viele verschiedene Züge wir auf dieser Tour genutzt haben? Ich nicht. Jedenfalls steht nun in Zürich der letzte Umstieg auf dem Programm, vom Doppelstock-IC rechts wechseln wir auf den Interregio links.
Man sehe es mir nach, dass ich nun zum Ende hin etwas abkürze und mit einem Kombi-Bild, das gleichzeitig den Sonnenuntergang über dem Thurgau als auch den Innenraum des Wagens zeigt, noch ein Bild einspare.
Tja, und dann ist es soweit, wir Erreichen den Endbahnhof unserer Runde. Ich hoffe, dass Euch dieser kleine Reisebericht gefallen hat und bedanke mich für die Kommentare zu den bisherigen Teilen.
Ich habe nun schon annähernd 60 Bahnreisen zu den unterschiedlichsten Zielen im In- und Ausland in Form von Reiseberichten zusammengetragen. Diese Tour gehört auf jeden Fall zu meinen persönlichen Highlights, sicherlich auch weil das Wetter so perfekt mitgespielt hat, aber auch wegen der vielen Strecken, die nicht zu Unrecht in diversen Büchern und Hitlisten der schönsten Bahnstrecken geführt werden und in dieser Tour konzentriert aneinandergereiht waren.
Eine weitere Altlast aus dem letzten Jahr harrt jetzt noch der Aufbereitung, da gibt es dann zur besonderen Freude für den User "ICE1223-Limburg" demnächst eine sehr verschrobene Tour aus einem skurillen Reiseanlass - aber mehr wird noch nicht verraten.
Viele Grüße
Tobias
PS: Eine Sammlung meiner bisherigen Reiseberichte findet Ihr unter www.bahnreiseberichte.de. Wer den Anfang dieses Berichts verpasst hat, findet dort jetzt auch den kompletten Reisebericht am Stück mit allen 260 Bildern.
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TD,
03.06.2015, 17:59
- Von Tendabahn und Pinienzapfenzug 8/8 (46 Bilder) - 462 001, 03.06.2015, 18:52
- Vielen Dank - safe go, 04.06.2015, 09:06