Von Tendabahn und Pinienzapfenzug 7/8 (37 Bilder) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 30.05.2015, 17:29 (vor 4068 Tagen)

Hallo zusammen,

willkommen zurück zu unserer kleinen Rundfahrt. Im letzten Teil waren wir von Digne-les-Bains mit Bus und Bahn nach Grenoble gefahren.

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In Grenoble ist nun ein kleiner Aufenthalt eingeplant. Eine Seilbahn führt über die Isère hinauf zur Bastille, allerdings schreckt uns die lange Warteschlange an der Talstation ab, denn wir wollen später mit dem Zug noch weiter.

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Und so laufen wir ein paar Schritte zu Fuß den Berg hinauf, um uns von oben einen Blick über die Stadt zu verschaffen.

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Nach einer Runde durch die Altstadt, hier der Place Grenette, geht es entlang der Isère wieder zurück an den Bahnhof.

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Mit einem Regionalzug soll es nun weitergehen nach Annecy, auf der Strecke verkehrt ein Triebwagen der Reihe B 82500, der zur AGC-Familie gehört (Autorail à grande capacité).

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Bei der Fahrt durch das Stadtgebiet von Grenoble gibt es nochmals einen Blick zur Bastille, im Vordergrund ein Rasengleis der 1987 wiedereröffneten Straßenbahn.

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Die knapp zweistündige Fahrt führt zunächst entlang der Isère durch das Grésivaudan, dann streifen wir das Weinbaugebiet Savoyen. Am Rande der Bauges-Voralpen geht die Fahrt dann nach Annecy. Die Strecke ist zwar nicht so spektakulär wie die Ligne des Alpes, aber keinesfalls hässlich.

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In Annecy ist die letzte Übernachtung unserer Tour vorgesehen. Die 50.000-Einwohner-Stadt liegt am Ufer des gleichnamigen Sees. Die schmucke Altstadt und die Lage an Frankreichs sechstgrößtem See machen die Stadt zu einem Touristenmagneten. Und für Bahnreisende ganz praktisch: es gibt hier ein Hotel am Bahnhof direkt über den Gleisen. Zum Abschluss des Tages nun ein paar Abendbilder aus der Stadt.

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Die Altstadt wird vom Fluss Thiou geprägt, beide Ufer werden von historischen Gebäuden gesäumt, die Stadt wird deshalb auch als „Venedig der Alpen“ beworben. Zu verhungern braucht man hier auch nicht, die Gastronomiedichte ist außerordentlich hoch.

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Es ist ein lauer Samstagabend, die Stadt ist voller Menschen und wir genießen das muntere Treiben.

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Zu den Wahrzeigen von Annecy gehört das Palais de l’Isle. Das Turmhaus wurde im 12. oder 13. Jahrhundert auf einer Insel erbaut und besitzt auch eine Kapelle sowie Gefängniszellen. Es wurde als Gerichtssaal und Münzprägeanstalt genutzt, heute beherbergt es ein Heimatmuseum.

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Und mit einem Blick zur beleuchteten Fontaine am Lac d’Annecy endet unser vierter Reisetag.


Tag 5: Annecy – St. Gervais-les-Bains – Vallorcine – Martigny – Lausanne – Zürich – Konstanz

Heute ist der letzte Reisetag angebrochen und wir möchten zurück fahren an den Bodensee. Hätten wir es eilig gehabt, hätten wir besser den Umweg über Annecy weggelassen und wären von Grenoble direkt über Genf zurück nach Konstanz gefahren. Aber unser Motto lautet ja „Der Weg ist das Ziel“, und so habe ich mir die Variante via Chamonix und Mont-Blanc-Express ausgesucht.

Außerdem wäre es wirklich schade gewesen, wenn wir Annecy ausgelassen hätten. Die Stadt gefällt mir so gut, dass wir etwas früher frühstücken und vor der Abfahrt unseres Zugs noch einmal in die Altstadt laufen.

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Wie genießen die Morgensonne und am Sonntagmorgen um 8 Uhr sind auch die Fotomotive noch nicht so umlagert wie gestern Abend.

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Und nochmals der Palais de l’Isle, diesmal bei Tageslicht, dann laufen wir ans Ufer des Lac d’Annecy, der als der sauberste See Europas beworben wird.

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Auf dem Rückweg gibt es einen Blick auf die mittelalterliche Burg Annecy, die auf einem Felsvorsprung über der Stadt thront. So, jetzt müssen wir uns aber doch losreißen...

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...und uns auf den Weg zum Bahnhof machen. Für die erste Etappe bis St. Gervais-les-Bains wartet ein Elektrotriebwagen der Reihe Z 27500.

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Die Strecke führt nach Nordosten durch das Genovois, dann geht es in einer großen Schleife hinab ins Arvetal nach La Roche-sur-Foron. In Luftlinie sind es von hier nur rund 20 Kilometer nach Genf. Unser Zug wechselt allerdings in La Roche-sur-Foron die Fahrtrichtung und es geht nun weiter ins Arvetal.

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Wir fahren im Tal der Arve nach Südosten in Richtung des Mont-Blanc-Massivs. Das Tal wird langsam enger und die Berge links und rechts der Strecke höher.

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Im Gemeinschaftsbahnhof Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet endet die normalspurige Strecke. Irgendwie stehe ich mit diesen langen Bahnhofsnamen auf Kriegsfuß und den Bahnen scheint es ähnlich zu gehen. Während die DB-Fahrplanauskunft von „St-Gervais-les-Bains“ spricht, steht auf der SNCF-Fahrkarte „St Gervais Fayet“. Aber egal, wir sind nun in eben jenem Ort angekommen.

Gegenüber dem Bahnhof ist die Haltestelle der Zahnradbahn Tramway du Mont-Blanc, die hätte mich schon auch gereizt, aber das hätte dann den Rahmen der Tour gesprengt und wir müssen uns ja auch noch ein paar Reiseziele für zukünftige Touren aufheben.

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Und so geht es für uns mit der SNCF-Schmalspurbahn nach Vallorcine weiter. Ein dreiteiliger Stadler-Triebzug der Reihe Z850 wartet zur Fahrt ins Mont Blanc-Gebiet und zur schweizerischen Grenze.

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Die Meterspurstrecke startet auf 580 Metern über dem Meer und wird uns auf den nächsten 32 Kilometern auf bis zu 1.365 Meter hinaufbringen. Zunächst gibt es noch einen Blick auf die Savoyer Alpen...

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...dann geht es durch das dicht bewaldete Tal der Arve weiter bergauf.

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Eigentlich freue ich mich ja über das strahlende Spätsommerwetter – wenn die Sonnenstrahlen nur nicht aus der falschen Richtung kämen. Wegen der Spiegelungen sind die Bilder von dieser Strecke nur bedingt vorzeigbar, aber den Gletscher Glacier des Bossons an der Nordflanke des Mont Blanc wollen wir trotzdem nicht unterschlagen.

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Der bekannteste Ort an der Strecke ist sicherlich das Wintersportzentrum Chamonix, vom Ort aus gibt es nochmals einen Blick auf den Gletscher. Wir haben mittlerweile rund 1.000 Meter über dem Meer erreicht und es geht weiter hinauf.

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Nach dem Bergdorf Argentière folgt bald der Montets-Tunnel. Der Scheiteltunnel unter dem Col des Montets ist über 1.800 Meter lang. Wenn im Winter die Passstraße gesperrt ist, wird der Eisenbahntunnel zweckentfremdet und als Straßentunnel genutzt, er wurde hierfür eigens mit einer Betonfahrbahn neben dem Gleis ausgerüstet.

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Nochmals ein Eindruck der Bergwelt am Col des Montets, dann ist bald Vallorcine erreicht.

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Die Bahnstrecke aus Saint Gervais trifft in Vallorcine auf die ebenfalls meterspurige Martigny–Châtelard-Bahn. Hier nochmals ein Blick auf den Triebzug, der uns nach Vallorcine gebracht hat. Für uns geht es nach einem kleinen Aufenthalt weiter in Richtung Schweiz, aber dazu dann mehr im letzten Teil.

Viele Grüße

Tobias

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[image] "Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/


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