Von Tendabahn und Pinienzapfenzug 2/8 (34 Bilder) (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zur Fortsetzung unserer kleinen Rundreise durch die Schweiz, Italien und Frankreich. Im ersten Teil waren wir über die Gotthardstrecke nach Lugano gefahren und hatten die Lugano–Ponte Tresa-Bahn besucht. Nun setzen wir die Tour am Bahnhof Lugano fort.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofs hat schon einen neuen Anstrich bekommen, präsentiert sich ansonsten aber noch als große Baustelle. Der Umbau soll 2016 abgeschlossen werden.
Mit einem ETR 470 setzen wir nun unsere Reise in Richtung Mailand fort. Der Zug ist pünktlich und angenehm leer, da gibt es diesmal nichts auszusetzen.
Über den Seedamm von Melide geht es über den Luganersee, dann ist bald die schweizerisch-italienische Grenze bei Chiasso erreicht. Die SBB scheinen sich in Sachen Erste-Klasse-Aufmerksamkeiten etwas an den Nachbarbahnen zu orientieren, denn es gibt nun noch ein kleines Mini-Schokolädchen.
In der Stazione di Milano Centrale herrscht wie immer geschäftiges Treiben. Mailand ist diesmal nur eine Umsteigestation auf unserer Reise, wir wollen gleich weiter nach Turin.
Die Frecciarossa benötigen auf der Schnellfahrstrecke von Mailand nach Turin eine Stunde. Da mir aber der Frecciabianca (weißer Pfeil) noch in meiner Fahrzeugsammlung fehlt, entscheiden wir uns für die langsamere Variante über die Altbaustrecke.
Die Strecke führt durch die weite Po-Ebene des Piemonts, in der Ferne sind die Alpen zu sehen.
Es gibt ein Gratisgetränk und Gebäck. Die Becher werben schon für die Weltausstellung EXPO 2015 in Mailand.
Hier queren wir den Sesia, er entspringt in den Alpen und mündet unweit von hier in den Po.
Schließlich endet unsere erste Etappe im Bahnhof Torino Porta Nuova. Wir bringen nun das Gepäck ins Hotel und begeben uns dann auf einen Abendspaziergang durch die viertgrößte italienische Stadt.
Über die Piazza Castello...
...geht es zunächst Richtung Mole Antonelliana. Das Wahrzeichen von Turin sollte ursprünglich eine Synagoge werden, aufgrund des Größenwahnsinns des Architekten ging der jüdischen Gemeinde jedoch irgendwann das Geld aus und die Stadt übernahm den Bau. Bei der Fertigstellung im Jahr 1889 war der Bau das zweithöchste begehbare Gebäude der Welt, es überragt den Kölner Dom um elf Meter.
Prächtige Häuserzeilen prägen die Hauptstraßen, hier die Mündung der Via Po auf die Piazza Vittorio Veneto.
Am anderen Ende begrenzt der Po die Piazza Vittorio Veneto. Ok, zugegeben, vom Fluss sieht man auf diesem Bild nicht viel mehr als die Spiegelung der Chiesa della Gran Madre di Dio.
Und zum Schluss noch ein Bild von der Piazza San Carlo mit dem Reiterstandbild des Herzogs Emanuele Filiberto und den beiden Zwillingskirchen Santa Cristina und Santa San Carlo.
Damit beschließen wir den ersten Reisetag.
Tag 2: Turin - Cuneo - Ventimiglia - La Brigue
Heute wollen wir über die Tendabahn nach Ventimiglia an der italienischen Riviera fahren. Ganze zwei Verbindungen bietet die Fahrplanauskunft über die Tendabahn an, alle anderen Verbindungen führen „außenherum“ über Savona oder gar über Genua. Aber gut, dann brauchen wir uns wenigstens nicht so viele Gedanken über die Auswahl der Verbindung zu machen und wählen gleich die „Spätverbindung“, allerdings mit etwas ausgedehntem Aufenthalt in Cuneo. Um 11.25 Uhr geht es erst los, so dass wir nach dem Frühstück noch ausreichend Zeit haben, um einen Eindruck von Turin bei Tageslicht zu bekommen.
Wir laufen auf der Via Roma Richtung Zentrum…
…überqueren die Via Petro Micca…
…und erreichen den Palazzo Reale. Der königliche Palast wurde im 17. Jahrhundert gebaut und gehört als ehemalige Residenz des Hauses Savoyen zum Unesco-Weltkulturerbe.
Hier noch ein Abstecher in die Via Milano, dann geht es in die andere Richtung über die Via Po zum namensgebenden Fluss.
Nachdem oben schon mehrere Abendbilder von Turin zu sehen waren, will ich es jetzt nicht übertreiben, wenden wir uns nun also wieder der Bahn zu.
Der Bahnhof Torino Porta Nuova ist nach Rom und Mailand der drittgrößte Bahnhof Italiens. Die Fassade des Bahnhofs lässt sich allerdings gerade nur unter einem Baugerüst erahnen. Der Kopfbahnhof wurde in den Jahren 1861 bis 1868 erbaut, er hat mittlerweile jedoch Konkurrenz durch den neuen Tunnelbahnhof Porta Susa AV bekommen, der vom durchgehenden Fernverkehr genutzt wird.
Und noch ein Blick ins Innere. Der Bahnhof wurde zuletzt vor fünf Jahren umgebaut und präsentiert sich zu den Gleisen hin modern mit zahlreichen Shoppingmöglichkeiten.
Von Turin nach Cuneo gibt es einen Stundentakt mit Regionalzügen, abwechselnd als Direktzüge und mit Umstieg in Fossano. Wir wählen eine Direktverbindung und besteigen den Regionale Veloce (Regionalexpress) nach Cuneo.
In zügiger Fahrt geht es nun teils schnurgerade durch das Piemont, hier passieren wir gerade Cussanio mit den Türmen einer Wallfahrtskirche. Ausgedehnte Maisfelder säumen die Strecke, in der Ferne sind die Alpen zu sehen.
Wenn ich zu langsam bin, um die Lücke zwischen zwei Brückenpfeilern zu treffen, würde ich ein solches Bild normalerweise nicht einstellen. Zu meiner Entlastung muss ich aber sagen, dass wir hier gerade kurz vor dem Bahnhof Cuneo über den Viadotto Soleri fahren. Der kombinierte Bahn- und Straßenviadukt über den Fluss Stura ist mit über 800 Meter Länge ein beeindruckendes Bauwerk. Die Straße verläuft eine Ebene über uns und deren Träger sind nun mal in sehr engen Abständen positioniert.
Hier sind wir noch immer auf dem Viadotto Soleri, die Straße verläuft nun aber auf einer eigenen Brücke. Kurz darauf erreichen wir den Bahnhof von Cuneo.
Bis zur Weiterfahrt auf der Tendabahn bleiben nun gut eineinhalb Stunden Zeit um die Provinzhauptstadt zu erkunden.
Der Weg führt uns über den Corso Nizza zur Piazza Galimberti, nur sind wir am falschen Tag hier, denn dienstags erstreckt sich auf der Piazza ein großer Markt, heute wirkt der Platz mit seinen 24.000 Quadratmetern hingegen etwas überdimensioniert.
Auf der Piazza beginnt die Via Roma, die durch das historische Zentrum von Cuneo führt.
Cuneo hat rund 55.000 Einwohner und liegt auf einer Hochebene; hier der Blick vom Plateau über das umliegende Land.
Und noch ein Blick in eine Seitengasse, dann geht es zurück zum Bahnhof. Der nun beginnenden Fahrt über die Tendabahn wollen wir aber ein eigenes Kapitel widmen, deshalb ist für heute hier Schluss. Im nächsten Teil geht es dann durch die Seealpen hinab zum Meer.
Viele Grüße
Tobias
--
"Fensterplatz, bitte." - Meine Bahnreiseberichte.de.| instagram.com/fensterplatz.bitte/
gesamter Thread:
- Von Tendabahn und Pinienzapfenzug 2/8 (34 Bilder) -
TD,
13.05.2015, 17:41
- Vielen Dank!
-
462 001,
13.05.2015, 19:08
- Campione: Italien in der Schweiz... - Blaschke, 14.05.2015, 01:15
- Vielen Dank!
-
GUM,
14.05.2015, 17:11
- Vielen Dank!