Berlins wahrer Hauptbahnhof (20 Bilder), Teil 2 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 01.04.2015, 17:43 (vor 4069 Tagen) @ Sören Heise

Im Laufe dieser Serie haben wir zwei Gesichter, nicht nur einen Endbahnhof, Hamburgs Tor zum Süden, das Tor zur Welt, einen Bahnhof über Kreuz, den immer noch jüngsten Hauptbahnhof, einen postkutschenlosen, einen mit speziellem Charme, einen französischen, einen mit eigenem Fernbahnhof, einen mit und einen ohne List und einen maritimen Hauptbahnhof besucht. Ferner den Vierminutenbahnhof, eine Baustelle, Frankfurt (Main), einen in Randlage, einen stromlosen und einen gleislosen. Ich habe euch in Gütersloh begrüßt, zum 200. waren wir in Darmcagestadt, ohne Anlaß in Stuttgart, am häßlichen Rhein, bei einem Absteiger, irgendwo vor dem Umbau, tief im Westen und im Baustellenzirkus. Mittendrin und im Bundesdorf waren wir, meisterhaft war es oder auch nicht, das waren aber nicht die beiden Dreigleiser eines Doppelportraits. Ein Europabahnhof stand auf dem Fahrplan, ein Hauptbahnhof kurz vor Österreich. Wir waren noch tiefer im Westen und nicht unbedingt mitten in der Stadt, auf einem kleinen Hauptbahnhof und auf Wuppertals wunderbarem Wohlfühlbahnhof, unterm Hügel wie auf dem HauptbahnHof, auf dem Heide- wie auf dem Stadthauptbahnhof.
Irgendwo kam der Zug, ein anderer Hauptbahnhof war fast hundert. Ein preußisch-bayrisches Doppel hat erschreckend wenige interessiert, viel mehr wollten wissen, warum der Hauptbahnhof zum Auto einen Halt wert ist. Ein Hauptbahnhof liegt zentral, einer ist nur ein Hhp, anderswo ist die Stadt schöner - die zeigte ich aber nicht. Am Ende vom Anfang waren wir, in einer Metropole, nicht nur auf dem Mond (sondern auch nebenan) und bei den drei Fritzen. Ein übersichtlicher Hauptbahnhof sah uns aussteigen, einer der bergischen ehemaligen Hauptbahnhöfe war bequem zu erreichen, der andere mit einem dreiachsigen Schnellzug. Fast in die Schweiz kamen wir problemlos, ebenso nach Essen Hbf. In Hagen sind wir trotz Warnung ausgestiegen, für Cineasten war etwas dabei, auch für Zweifler an der Internationalität. 25 Aufnahmen standen im Zeichen der 66; Hohenlohes Hauptbahnhof sahen wir, anderswo geriet nicht nur ich ins Zweifeln.
Den Hauptbahnhof der weiten Wege und den, der vorne hui ist, stellte ich in 40 Bildern vor. Das war ein nicht immer erreichtes und gefühlt noch öfter übertroffenes Idealmaß. Ein Drittel des Mülheimer Trios hat uns nicht interessiert, es war trotzdem dabei. Ein Hauptbahnhof war seit meinem ersten Besuch völlig umgekrempelt worden, einen empfand ich als riesig, einen als völlig unquadratisch. Den letzten Hauptbahnhof zeigte ich euch im Sommer 2013, danach ging es in die Sommerpause und an den schönen Rhein. Sachsens Solz sahen wir und aus aktuellem Anlaß den Mainzelbahnhof. Wir besuchten den Mittelpunkt und Wengerohr. Ein höllisch neuer Hauptbahnhof hatte ein Jahr später neue Schilder ohne Hbf, wir waren rechtzeitig da. Manch ein Hauptbahnhof ist wichtig, auf einem anderen hatte es sich ausgewählt. Ins Land der Niedersorben durftet ihr mich begleiten und in Mecklenburgs Moränen. Vor dem Umbau waren wir in Ulm, nur um der gerne genutzten Alitteration willen versah ich Heilbronn Hauptbahnhof mit einem "heute", dafür hätte ich den (damals) nördlichen Nachbarhauptbahnhof fast vergessen. Herrlich war es anderswo und wir sahen auch noch einen weiteren echten 50er. Einzigartig war es und königlich, Rostock mußte ohne Prädikat auskommen, bei Neuss irrte ich mich gar in der Titelgebung. Ich führte euch zu einem gut versteckten Hauptbahnhof, zu einem modernen, zu einem vielleicht bald anders aussehenden auch. Und riesig war es zum Jahresabschluß 2013, aber war es das nicht schon eher?
Das Jahr 2014 begann mit viel Patina, bevor wir das nächste Ziel pünktlich um dreizehn Uhr vierundvierzig erreichten. Dann wurde es großherzoglich, unmittelbar danach besuchten wir einen Absteiger. Einen Bilderbogen gab es, den nächsten Hauptbahnhof erreichten wir mit großer Verspätung. Zentral wurde es, bevor wir uns auf machten nach Delmenhorst. Den Reußen statteten wir einen Besuch ab, bevor es uns mittendrin nach Sachsen zog. Anschließend wurde es furchtbar fein, ganz in der Nähe von Neustadt Hauptbahnhof. Zu Dessau fiel mir nichts Vernünftiges für die Betreffzeile ein, den nächsten Hauptbahnhof sehen Zugreisende nur noch im Vorbeifahren. O Freude hieß es, bevor wir dem Spielzeughauptbahnhof unsere Aufwartung machten, dann zeigte uns eine junge Stadt ihren großen Bahnhof. Zweimal sahen wir gar einen Hauptbahnhof aus Versehen, ein echter ließ uns tief in die Geschichte blicken. Verhext war es, aber das war nicht am Meer. HB stellte die Fraktion der Freunde der Eisenbahnkürzel ebenso zufrieden wie die Vertreter der autofahrenden Zunft. Einen umgezogenen Hauptbahnhof sahen wir und anderswo sonst nichts. Keineswegs ländlich war es, auch nicht in der Vorstadt.
Einer von Deutschlands Hauptbahnhöfen ist nur fast ein Haupthaltepunkt. Das ist aber nicht der Bahnsteigtunnelrekordhalterhauptbahnhof, auch nicht ein zum Provinzbahnhof abgestiegener Hauptstadthauptbahnhof. In der Pfalz waren wir (mal wieder) und auf einem höchst kurzlebigen Hauptbahnhof. Im Schwäbischen besuchten wir einen Ex-Hauptbahnhof und den Ex von Senftenberg auch, an der Mosel den jungen Hauptbahnhof verglichen mit dem Alter der Stadt. Von einem anderen meinte jemand, er sei das Schönste der Stadt. Es stand mal wieder ein ehemaliger Hauptbahnhof auf dem Fahrplan, immer noch weit draußen. An der Ecke waren wir und auf dem Westbahnhof. Dann waren die Vokale alle, auf dem einstigen Westbahnhof hatte ich aber wieder welche. Nicht naß war es anderswo, an der Pfettrach hingegen dezentral. Den größten Hauptbahnhof besuchten wir und gleich danach die kleinste Bahnsteighalle, auf der Insel waren wir und vorschnell. Den Jahresabschluß sollte der Hauptbahnhof der Superlative bilden.
Resterampe lautete der Sammelbegriff fürs Jahr 2015. Das merkte man hoffentlich nicht. Denn es wurde ortsfest, kleinbahnamtlich, hellschweinchenrosa, tierisch, absolut unauffällig, gleich zweimal doppelt. Dann schickte mich jemand mal so eben ins nasse Dreieck. Im März verbreitete ein Hauptbahnhof Endzeitstimmung, bei A schauten wir vorbei, bei Z auch und dann dort, wo alles begann. Alle Portraits sind selbstverständlich über mein Beitragsverzeichnis abrufbar, der Link dorthin befindet sich in meiner Signatur. Und mit dem heutigen Portrait ist diese Serie nach 160 Folgen (plus fünf Prototypen) vorbei.

Das möchte ich zum Anlaß nehmen, mich bei allen zu bedanken, die zu dieser Serie beigetragen haben. Ohne euch wäre sie anders geworden als sie ist. Vielen Dank!

Abschließend zwei Fragen, die ihr mir vielleicht stellen wollt, auf die ich aber keine klare Antwort habe. Die erste ist, wieviele Hauptbahnhöfe es in Deutschland in seinen heutigen Grenzen gab oder gibt. Es weiß nicht einmal die Deutsche Bahn, wieviele Hauptbahnhöfe sie gerade hat. Man vergleiche hierzu hier und hier beispielhaft die Angaben zu Oldenburg in Oldenburg oder zu Wilhelmshaven. Da bin ich nur konsequent und nehme mir die Freiheit, nicht zu wissen, ob die 160 vorgestellten Hauptbahnhöfe alle waren, zu wenige oder gar zu viele.

Die zweite Frage ist die nach meinem Lieblingshauptbahnhof. Natürlich mag ich manch einen Hauptbahnhof lieber als einen anderen, aber den Favoriten kann ich nicht benennen. Dafür sind die Bahnhöfe einfach zu unterschiedlich. Es fällt mir schwer, München mit Thale zu vergleichen oder Stralsund mit Pforzheim. Ludwigshafen ist wiederum völlig anders. Und unser heutiges Ziel paßt ohnehin in kein Schema.

Was nun? Die Frage stelltet ihr mir in den letzten Tagen öfter mal. Mir scheint, daß die Bahnhofsportraits auf ein gewisses Interesse bei euch stoßen. Wenn das wirklich so ist, werde ich nach Lust und Laune weitere Portraits erstellen, wahllos herausgegriffene Stationen ebenso mit Stationen mit einem thematischen Zusammenhang, so zum Beispiel Deutschlands restliche Q-Bahnhöfe. Zukünftige Portraits werden in loser Folge erscheinen, bevorzugt kurz nach 18 Uhr.


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Aber ich glaube, für diesen Monat reicht es. :-)


Viele Grüße
Sören

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