Berlins wahrer Hauptbahnhof (20 Bilder), Teil 1 (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 01.04.2015, 17:42 (vor 4069 Tagen)

Guten Tag,

Hauptstadt und Hauptbahnhof ist in Deutschland so eine Sache. Denn Berlin hat da drei Stück im Angebot, die alle nicht überzeugen.


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1 Der erste wäre dieser. Er hieß während seiner Hauptbahnhofszeit noch nichtmal Berlin.


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2 Hier war Hauptbahnhof nur ein Name unter vielen.


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3 Dann gibt es da noch diesen Glaspalast auf der grünen Wiese, mittlerweile von Baukränen umgeben. Er liegt so zentral, daß Sonnabendfrüh die Straßenbahn nur alle 20 Minuten fährt.
(Geht der Blick überhaupt noch? Die Aufnahme entstand 2012.)


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Welche das sind, erfahrt ihr durch Klicks aufs jeweilige Bild.
Doch halt, es gibt noch einen vierten. Der ist unser heutiges Ziel. Und er überzeugt auf ganzer Linie. Martin Kop. rief ihn mir wieder ins Gedächtnis - vielen Dank nach Schöneberg!


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4 Er überzeugt durch die klare und deutliche Ausschilderung.


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5 Er überzeugt durch Uhr und Fahrtzielanzeiger.


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6 Er überzeugt durch Bahnsteig und Empfangsgebäude. Ziemlich viel Personal, das arbeitet aber ehrenamtlich.
(Susi lieferte verkohlte Buletten aus der Kantinenküche an, wie ich sehen konnte. Sie wurden in Eimern am Bahnsteigende abgestellt und später, da ungenießbar, verbrannt.)


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7 Er überzeugt eher nicht durch seinen Bahnhofsvorplatz.


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8 Er überzeugt durch sein Formsignal. Der Wasserkran sieht hingegen ein wenig schmalbrüstig aus. (Und da stehen die Buletten.)


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9 Er überzeugt durch seine gediegene Lounge. Der Kilometermesser ist hingegen eine Nullnummer.


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10 Er überzeugt durch durch die eigene Internetpräsenz der Bahngesellschaft. Zum Aufrufen bitte aufs Bild klicken.


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11 Er überzeugt durch den besetzten Fahrkartenschalter.


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12 Er überzeugt durch durch die Nähe zu Straßenbahn (gelb) und S-Bahn (silbern).


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13 Er überzeugt durch das zweimännig besetzte Qualitätsprodukt aus Niedersachsen, das unter den kritischen Blicken der Bediensteten den Bahnhof erreicht. Diesmal zum Glück richtigrum.


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14 Die Ausfahrt steht. Höchste Zeit einzusteigen und eine Runde mitzufahren.


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Das ist die Berliner Parkeisenbahn oder Parkeisenbahn Wuhlheide. Die Wuhlheide wiederum ist eine Parklandschaft zwischen Schweineöde und Hauptmann Schuster, äh, zwischen Schöneweide (ein herrlicher Bahnhof!) und Köpenick. Im Süden verläuft die Straßenbahn, im Norden die Hauptbahn von Paris nach Moskau. Pardon, zwischen Moskau und Paris. Und dort in der Wuhlheide wurde am 10. Juni 1956 eine Pioniereisenbahn eröffnet. Die 600 mm-Bahn befand sich anfänglich in städtischer Trägerschaft, 1978 übernahm die Reichsbahn die Betriebsführung. Zuvor war 1973 der Wagenpark generalüberholt worden, Basis für die Reisezugwagen waren Fahrzeuge der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn. 1990 wurde die Pionier- zur Parkeisenbahn, hierbei wurden auch einige Bahnhöfe umbenannt, so der Bahnhof Pionierpark „Ernst Thälmann” in Hauptbahnhof. Das war vor 25 Jahren. Genau diese Zeit hatte auch Spandau einen Hauptbahnhof. Spandau wurde damals geschluckt, die Parkeisenbahn wird weiterbestehen. Somit kann man ihren Hauptbahnhof als Berlins wahren Hauptbahnhof bezeichnen: Der Ostbahnhof war nur elf Jahre lang Hauptbahnhof und der Lehrter Bahnhof ist sechzehn Jahre jünger als der Hauptbahnhof der Parkeisenbahn. 1991 kündigte die Reichsbahn ihren Rückzug an, 1993 übernahm die neugegründete Berliner Parkeisenbahn gGmbH den Betrieb.

Pioniereisenbahnen zeichneten sich dadurch aus, daß ein Großteil des Betriebes durch Kinder und Jugendliche durchgeführt wird. Das ist bei der Parkeisenbahn Wuhlheide noch heute so. Ab und an verkehren sogar Dampfzüge, am Morgen des 28. März war jedoch die bei Schöma gebaute 199 105-8 im Einsatz.


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15 Bereit zur nächsten Abfahrt.


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16 Los geht's. Beachte den Hochbahnsteig.


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17 Und es gibt sogar eine Weiche, zwar nicht direkt am Bahnsteig, aber es gibt sie. Im Hintergrund das Stellwerk. Also ein richtiger Hauptbahnhof.


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18 Unmittelbar vorm Bahnsteig eine Schranke. Sie wird vom Bahnsteig aus bedient und nicht aus dem Stellwerk.


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19 Die Kurbel steht im Freien.


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20 Eine Bank gibt es auch. Sie lädt an Betriebstagen ein zum Verweilen.


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Gleich geht es weiter.


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