Hellschweinchenrosa Hauptbahnhof (45 Bilder) (Reiseberichte)

Sören Heise, Region Hannover, Samstag, 24.01.2015, 18:10 (vor 4133 Tagen)

Bäh. Einerseits schön, daß das Empfangsgebäude saniert ist. Aber mußte man es wirklich in dieser am ehesten als hellschweinchenrosa zu bezeichnenenden Farbe anstreichen? Vielleicht hat aber auch eine international besetzte Kommission von Kunsthistorikern festgestellt, daß genau das die Originalfarbe bei Fertigstellung des Empfangsgebäudes war. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß das nicht schön aussieht. Der Ort des Geschehens ist der Hauptbahnhof einer Stadt in Brandenburg, die in oder an der Havel liegt oder beides und demnächst ein Mopsdenkmal erhält, zu Ehren des Rezensenten.


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Beginnen wir mit dem, was in Brandenburg hält. Da kann man sich kurzfassen: Ein IC-Paar, das zwischen Cottbus und Ostfriesland unterwegs ist. Ein paar mehr Paare, mit denen die ODEG zwischen Brandenburg und Rathenow pendelt (Baureihe 646 zwischen zwei 946ern). Und ganz viele Züge mit roten Stieren: Der RE 1 der DB, der stündlich von Magdeburg kommt und zweimal stündlich über Potsdam und Erkner nach Frankfurt fährt, teilweise sogar bis Eisenhüttenstadt (was für ein Name!) und noch seltener weiter über Nicht-mehr-Wilhelm-Pieck-Stadt Guben (das ist die geteilte Stadt, deren Zentrum jenseits der Oder-Neiße liegt) nach Cottbus. Und ab und an ein Hamster.


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Setzen wir fort mit der Eisenbahngeschichte. Sie läßt sich dreiteilen, wobei ein Drittel nichts mit dem Hauptbahnhof zu tun hat. Das lasse ich der Einfachheit halber weg.

Brandenburg erhielt am 7. August 1846 Eisenbahnanschluß, mit Eröffnung der Bahnstrecke Potsdam - Magdeburg. Zu der habe ich vermutlich in den Bahnhofsportraits Magdeburg und Potsdam bereits etwas geschrieben. Die Links dorthin wie auch zu allen anderen bereits erschienenen Bahnhofsportraits findet ihr übrigens über den Link in meiner Signatur. Noch nicht erschienen sind die Portraits über Altenburg, Elbingerode, Kassel, Mundenheim, Mutterstadt, Rübeland, Schweinfurt, Speyer und Ziesar sowie das Zweitportrait Ludwigshafen.

Nach dieser kleinen Werbepause können wir uns nun der Brandenburgischen Städtebahn zuwenden. Das war bis zur Verstaatlichung eine Privatbahn, die im Westen Brandenburgs eine Nord-Süd-Bahnstrecke erbaute. Sie verband einstmals Treuenbrietzen, Belzig, Brandenburg, Rathenow und Neustadt miteinander. Am 25. März 1904 erfolgte die Eröffnung. Heute wird nur noch die Teilstrecke Brandenburg - Rathenow von Reisezügen befahren, die Einstellungsdaten: Treuenbrietzen - Belzig 1. Oktober 1962, 30. November 2003 Rathenow - Neustadt und 13. Dezember 2003 Belzig - Brandenburg.

Das Empfangsgebäude von Brandenburg wurde in den letzten Jahren modernisiert, oder auch mehr oder minder völlig neugebaut. Das war die Stadt, die es von der DB übernommen hat, wohl den mit dem Zug anreisenden Besuchern der diesjährigen Bundesgartenschau schuldig. Die findet aber nicht nur in der Stadt Brandenburg statt, sondern auch in anderen Orten der Region. Schon etwas länger her ist die Modernisierung der Gleisanlagen und die Elektrifizierung der Hauptstrecke. Das geschah vor knapp 20 Jahren, dabei verschwand alles Alte, so auch Stellwerk W 2.

Beenden wir das ganze mit photographischen Nichtmeisterwerken vom 2. August 2012, vom 5. August 2013 und vom 14. Januar 2015, als ich das hellschweinchenrosane Meisterwerk nach seiner Vollendung erblicken mußte. Chronistenschicksal.


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1 Beginnen wir im Jahre 2012. Die Bauarbeiten wirbeln Staub auf. 232 349 wurde knapp drei Monate später abgestellt, 114 024 ist noch immer unterwegs.


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2 Das Empfangsgebäude, damals noch in gelb.


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3 Hinweisschild aufs Reisezentrum. Es war wegen des Umbaus ungezogen.


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4 Bushaltestelle.


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5 Dampflok (gibt es immer noch) vorm entkernten Empfangsgebäude.


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6 Busbahnhof mit dem Städtebahnersatzverkehr nach Belzig.


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7 Güterabfertigung.


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8 Altes Gleis.


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9 Luftbild, westwärts.


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10 Luftbild, ostwärts.


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11 Straßenbahnhaltestelle mit 184 (alt) und 103 (neu). Anderswo hätte man so umgebaut, daß man zwischen Straßen- und Eisenbahn keine Straße queren muß.


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12 Gegentlichtaufnahme.


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13 Ein Blick hin zum Bahnhof.


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14 Der Städtebahnhof.


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15 Anno 2013. Es scheint, als sitze neuer Beton auf dem alten Backstein.


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16 Seitenansicht.


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17 Ausgang.


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18 Ende der Städtebahn mit elektronischem Zwergsignal.


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19 Die Bahnsteige der Hauptstrecke sind stinklangweilig.


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20 Es sind zwei seitliche und ein beidseitiger.


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21 442 128.


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22 Zeitschnitt. Zur dieses Jahr stattfindenden Buga wurde das Empfangsgebäude quasi vorzeitg fertiggstellt. Hellschweinchenrosa. Die schwarze Linie auf dem Vorplatz stellt markante Türme der Stadt dar, das ist nett.


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23 Dezente Liniennetzpläne des Stadtverkehrs. Es gibt gewisse Unterschiede zwischen Tag (links) und Nacht (rechts).


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24 Der neue Busbahnhof.


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25 Der Buga-Infopavillon.


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26 Gegenlicht.


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27 Gedenktafel.


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28 Im Empfangsgebäude: Leerstand, Reisezentrum, Thai-Imbiss und Bäcker.


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29 Ein Durchgang. Er hat morgens großzügige Öffnungszeiten, ist aufgrund der Bahnsteigferne aber ein wenig ungeeignet als Warteraum.


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30 Innendrin.


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31 Rund und eckig.


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32 Blick zur Straßenbahn.


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33 Haupteingang. Hier fiel ich der fast schon obligatorischen Spieglung zum Opfer.


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34 Wieso soll der Umbau dieses Bahnhofs eine Investition in meine ganz persönliche Zukunft sein?


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35 Der Personentunnel.


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36 Das Bahnbetriebswerk.


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37 Rückansicht.


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38 Bahnsteigbild.


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39 Geteilter Wartebereich.


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40 Blick nach oben.


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41 Der Städtebahnsteig.


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42 Hinterm Hauptbahnhof das Nichts. Denn er liegt am südlichen Stadtrand.


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43 646 043 ist soeben angekommen.


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44 Die Ausfahrt der Städtebahn.


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45 Gleich kommt der Zug.


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Wie verlassen nun die Streusandbüchse zum vorletzten Mal. Nächste Woche bleibt es tierisch.

Viele Grüße
Sören

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