Auf deutscher Seite schon (Allgemeines Forum)

Eingleisigkeit, Mittwoch, 10.12.2014, 11:26 (vor 4144 Tagen) @ JumpUp

Es wird ständig über den Verlust dieser Verbindung
gejammert. Ja! Die Reisezeit verlängert sich durch den 1
Stündigen Aufenthalt in Prag. Dieser lässt sich doch super
für ein Mittagessen in Tschechien nutzen?

Hm, das Argument kannst du ja jetzt immer bringen, wenn sich irgendwo eine Verbindung verlängert: Ist doch nicht schlimm. Geh einfach Mittagessen oder triff ein paar Freunde. Du hast keine in Prag? Dann such dir mal welche, hast ja demnächst häufiger Zeit, die zu sehen.
Ich finde eine Reisezeit-Verlängerung um mind. 30 Minuten (bei Fahrt über Fulda und Mannheim) ist schon ganz ordentlich. Dresden - Wien ist noch mehr.

Wer fährt schon von Berlin bis Wien in einer Tour, nur wenige wie es selbst in dem Artikel steht.

Du sagst schon richtig, dass die Verbindung auf gesamter Länge eher wenig genutzt wird und bis Breclav erhalten bleibt. Auf der anderen Seite sind gerade die Prager ECs im Sommer bevölkert von Interrailern und Eurailern, die sehenswerte europäische Städte verbinden (Hamburg, Berlin, Dresden, Prag, Wien/Budapest). Ich kann dir leider auch nicht sagen, wieviele davon Dresden-Wien durchfahren und nicht noch ein paar Tage in Prag zwischenschieben.

Außerdem gibt es noch schnelle Umstiege in Breclav, wer nicht in Prag warten möchte.

Welche denn? Ich finde nur einen: Von 175 auf 105 gegen 19 Uhr abends. Vorher passt es immer gerade nicht.
Okay, morgens mit IC 60457, EC 277 und EC 103 auch. Aber da muss ich erstmal den Anschluss in Prag bekommen und vor allem noch vor fünf Uhr in Berlin weg. Für Touristen eher keine Option.
In bisheriger Zeitlage um 08.45 Uhr ab Berlin, gibt es leider nix.

Ab 2017 hat sich das Thema sowieso erledigt! Dann führt
der schnellste Weg von Berlin nach Wien über Nürnberg!

Das ist auch jetzt schon der Fall (bis auf die zwei oben erwähnten Umstiegsverbindungen über Breclav). Aber es ist doch sicher nicht im Sinne des Erfinders, diesen Verkehrsstrom über gut ausgelastete ICEs der Nord-Süd-Achse zu lenken. Zumal hier die Sparpreis-Verfügbarkeit deutlich schlechter ist. Aber auch das wäre noch in Ordnung, weil es ja schließlich nicht so viele Reisende sind.

Die aus meiner Sicht entscheidende Crux an der neuen Variante ist sowieso die Gegenrichtung: Die Budapester ECs 174 und 170 sind regelmäßig massiv verspätet, weil irgendwo in der Slowakei die Lok abkratzt oder der Wagenpark insgesamt marode ist. Bislang war der Vindobona für Reisende von Dresden nach Berlin oder Hamburg abends eine recht zuverlässige Bank. Die fällt nun weg und wird ersetzt durch einen weiteren anfälligen Wagenpark aus Budapest. Gerade zwischen Dresden und Berlin könnte das noch mehr Reisende in die Busse drängen, die hier zuhauf und recht zuverlässig verkehren (selten Verspätungen >15 min).

Außerdem empfinde ich - das ist vielleicht Geschmackssache - die ÖBB-Garnitur deutlich ruhiger und angenehmer als die MAV-Garnitur.

Aus meiner Sicht sind diese letzten beiden Argumente die aus deutscher Sicht relevanten, wenn es um die Vindobona-Abschaffung geht.

Grüße
Eingleisigkeit


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