Mit besonderen Zügen zur Oberweißbacher Bergbahn 2/4 m 42 B. (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
in Teil 1 unserer Deutschland-Rundreise mit besonderen Zügen waren wir in Bad Tölz angelangt. Wir befinden uns immer noch am zweiten Reisetag und wollen heute noch bis München fahren.
Im Jahr 1874 erreichte die Bahn Bad Tölz. Im Zuge des Weiterbaus der Strecke nach Lenggries 1924 wurde der alte Bahnhof aufgegeben und der heutige Bahnhof errichtet.
Mit der BOB fahren wir nun nach Holzkirchen.
Unverhofft hatten wir ja schon auf der Hinfahrt den Meridian kennengelernt, der stand eigentlich erst jetzt auf dem Plan. Jedenfalls steigen wir in Holzkirchen um auf den Flirt 3 nach Rosenheim.
Auf der Mangfalltalbahn fahren wir nun parallel zu den bayerischen Alpen nach Osten. Wir haben einen ehrgeizigen Lokführer, der Türblockierern per Lautsprecherdurchsage umgehend mit der Polizei droht, schließlich habe der Zug bereits eine Minute Verspätung.
Häufig schon bin ich durch Rosenheim gefahren – die Stadt selbst kenne ich hingegen noch nicht. Das soll sich heute bei einem abendlichen Stadtspaziergang ändern. Hier der Max-Josefs-Platz mit Bürgerhäusern im Inn-Salzach-Stil.
Das Mittertor ist als einziges von einst fünf Stadttoren erhalten geblieben. Die Wurzeln des Tors reichen ins 14. Jahrhundert, die heutige Form erhielt das Tor nach einem großen Stadtbrand 1641.
Aber wir sind ja hier in einem Bahnforum, deshalb zurück an den Bahnhof von Rosenheim. Nachdem die Bahnanlagen von Rosenheim im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, wurde 1954 das neue Empfangsgebäude eröffnet.
Beim Neubau des Empfangsgebäudes flossen verschiedene Elemente von Kunst am Bau in die Architektur ein, so auch das große Wandbild des Künstlers Hermann Ober. 5 auf 12 Meter misst das Keramik-Mosaik, das Stadtansichten von Städten in Deutschland und Österreich zeigt, die wie Rosenheim allesamt im Inn-Salzach-Stil erbaut sind.
Eigentlich hatte ich für die Weiterfahrt nach München den Meridian im Sinn – aber da es sich gerade anbietet, steigen in den EC 110 aus Klagenfurt und machen es uns in einem ÖBB-Abteilwagen bequem.
Und mit einem nächtlichen Stadtbummel durch München – hier mit dem Neuen Rathaus am Marienplatz – beschließen wir den zweiten Reisetag.
Tag 3: München-Hamburg
Knapp 6 Stunden brauchen die schnellsten Züge zwischen München und Hamburg Altona. Wir entscheiden uns jedoch für die entschleunigte Variante in Form des IC „Rottaler Land“, der für die Strecke mehr als doppelt so lange braucht. Der Fahrplan weist den „besonderen Zug“ jedoch zunächst als banale Regionalbahn mit Zielbahnhof Passau aus.
Mit gleich drei Lokomotiven ist unsere „Regionalbahn“ mit 4 Wagen ganz ordentlich motorisiert. Betrieben wird der Zug hier von der Südostbayernbahn.
Unterwegs legt der Zug eine beachtliche Karriere hin: von der Regionalbahn über den Regionalexpress bis zum Intercity. Mit gleich drei unterschiedlichen Zugkategorien dürfte der Zug ein Spitzenreiter sein.
Wir machen es uns zunächst in einem Abteil in der ersten Klasse bequem und genießen die Fahrt am frühen Samstagmorgen durch Oberbayern.
Zwischen Mühldorf und Pfarrkirchen muss der letzte Wagen verschlossen werden, so dass wir temporär in einen anderen Wagen umziehen müssen. Wie es sich für einen „besonderen Zug“ gehört, stehen hier auch exotische Wagen zur Auswahl so wie dieser Bpmz aus dem ehemaligen Touristikzug.
Oder aber ein Bvmkz mit Doppelabteilen. Der Zug ist hier noch sehr leer, es sind aber viele Reservierungen gesteckt ab dem niederbayerischen Bäderdreieck um Bad Birnbach.
Die Landschaft ist etwas sehr maislastig und die Fensterscheibe für Bilder ohnehin etwas problematisch. Den Abschnitt von Pfarrkirchen bis Passau verbringe ich deshalb am Zugschluss und mache ein paar Streckenbilder der eingleisigen, nichtelektrifizierten Nebenbahn.
Besonders interessant ist der letzte Abschnitt von Bayerns längster Nebenbahn vor Passau, wenn es in engen Kurven durch den Neuburger Wald geht.
Ein Fernverkehrszug, der mit 20 Stundenkilometern über unbeschrankte Bahnübergänge fährt ist auch nicht alltäglich.
In Passau findet nun ein Lok- und Fahrtrichtungswechsel statt, die neue Lok bringt noch zwei zusätzliche Wagen mit, so dass der IC 1986 auf die stattliche Länge von 6 Wagen anwächst und ab hier auch formal als Intercity firmiert.
Die Strecke führt nun zunächst entlang der Donau und durch den Gäuboden nach Regensburg, während in der Ferne die Ausläufer des Bayerischen Waldes zu sehen sind.
Nach Regensburg queren wir die Donau und weiter geht es durch die Oberpfalz Richtung Nürnberg und weiter nach Würzburg. Anstatt von dort direkt auf die Schnellfahrstrecke zu fahren, geht es zunächst durch das Maintal nach Gemünden und bei Burgsinn auf die Schnellfahrstrecke.
In schneller Fahrt geht es dann durch Tunnel und über Brücken durch Spessart, durch die Ausläufer von Rhön und Vogelsberg und entlang der Fulda nach Norden. An den Unterwegsbahnhöfen wird mittlerweile übrigens Bremen als Ziel genannt. Auch die Zugbegleiterin fragt uns nach Nennung unseres Reiseziels Hamburg, ob wir nicht in Hannover auf eine schnellere Verbindung umsteigen wollen.
Wir haben mittlerweile die norddeutsche Tiefebene erreicht und fahren nun über Bremen nach Hamburg. Wir sind mittlerweile über 11 Stunden unterwegs, wobei ein Reisekoller ausbleibt.
Jetzt ist es bald geschafft, wir queren gerade die Alster in Hamburg mit Blick zum Rathaus.
Nach einer Reise quer durch Deutschland und durch unterschiedlichste Landschaften und Regionen ist in Hamburg Altona der Zielbahnhof erreicht. „Zug endet hier“ – das gilt leider für den IC „Rottaler Land“ zum anstehenden Fahrplanwechsel in besonderer Weise, denn dann wir dieser exotische Zug, der nur samstags verkehrt, eingestellt.
Da wir die lange Bahnfahrt ohne Speisewagen oder Bordbistro verbringen mussten, steht nun ein Abendessen auf dem Plan. Leider hat Ingo aber schon geschlossen und Dittsche und Schildkröte sind noch im Urlaub.
Und so beenden wir Reisetag Nummer 3 am Hamburger Hafen. Im nächsten Teil des Reiseberichts geht es dann wieder nach Süden, dazu demnächst mehr.
Viele Grüße
Tobias
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TD,
17.11.2014, 18:53
- Mit besonderen Zügen zur Oberweißbacher Bergbahn 2/4 m 42 B. -
462 001,
17.11.2014, 20:26
- Danke, Kommentar und Frage -
oppermad,
18.11.2014, 08:03
- Danke, Kommentar und Frage - TD, 18.11.2014, 17:13
- Danke, Kommentar und Frage -
oppermad,
18.11.2014, 08:03
- Mit besonderen Zügen zur Oberweißbacher Bergbahn 2/4 m 42 B. - Ede, 17.11.2014, 20:35
- Mit besonderen Zügen zur Oberweißbacher Bergbahn 2/4 m 42 B. -
462 001,
17.11.2014, 20:26